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 | Dieser Artikel erläutert die kreisfreie Stadt Aachen. Für den gleichnamigen Kreis siehe Kreis Aachen bzw. Städteregion Aachen und Region Aachen. |
| Wappen | Karte |
|---|
 |  |
| Basisdaten |
|---|
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Köln |
| Landschaftsverband: | Rheinland |
| Landkreis: |
Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | Koordinate: 50° 46' n. Br., 06° 06' ö. L.50° 46' n. Br., 06° 06' ö. L. |
| Höhe: | 125?410 m ü. NN |
| Fläche: | 160,83 km² |
| Einwohner: | 257.250 (31. Mai 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.600 Einwohner/km² |
| Postleitzahlen: | 52062-52080 (alt: 5100) |
| Vorwahl: | 0241 (Süden 02408) |
| Kfz-Kennzeichen: | AC |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 13 000 |
| Stadtgliederung: | 7 Stadtbezirke |
Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 52058 Aachen |
| Website: | www.aachen.de |
| E-Mail-Adresse: | stadt.aachen@mail.aachen.de |
| Politik |
|---|
| Oberbürgermeister: | Dr. Jürgen Linden (SPD) |
| Mehrheit im Stadtrat: | SPD-Grüne |
| Schulden: | 618 Mio. ? (Stand: 31. Dezember 2002) |
| Arbeitslosenquote: | 16,8 % (31. März 2005) |
| Ausländeranteil: | 17,7 % |
| Altersstruktur |
|---|
| 0?18 Jahre | 16,1 % |
| 18?65 Jahre | 67,2 % |
| ab 65 Jahre | 16,7 % |

Blick vom Lousberg über Aachen mit Dom und Rathaus in der Bildmitte, 2003
Aachen (von keltisch Ahha, früher lateinisch Aquisgranum, franz. Aix-la-Chapelle, niederl. Aken, im örtlichen Dialekt, dem Öcher Platt, Oche) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Köln des Landes Nordrhein-Westfalen und eines der Oberzentren des Landes.
Aachen liegt direkt in der Euregio Maas-Rhein im Dreiländereck Deutschland?Belgien?Niederlande und in der Nähe des Nationalparks Eifel.
Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt um das Jahr 1890 die 100.000-Grenze, wodurch Aachen zur Großstadt wurde.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geographie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Ursprung des Stadtnamens
- 2.2 Religionen
- 2.3 Eingemeindungen
- 2.4 Einwohnerentwicklung
- 3 Politik
- 3.1 Oberbürgermeister und Rat
- 3.2 Wappen
- 3.3 Partnerstädte
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.1.1 Straßenanbindung
- 4.1.2 Bahn
- 4.1.3 ÖPNV
- 4.1.4 Luftanbindung
- 4.1.5 Besonderheiten
- 4.2 Medien
- 4.3 Öffentliche Einrichtungen
- 4.4 Bildung und Forschung
- 5 Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Bauwerke
- 5.2 Brunnen & Denkmäler
- 5.3 Parkanlagen
- 6 Kultur und Sport
- 6.1 Museen
- 6.2 Theater
- 6.3 Musik
- 6.4 Weitere Einrichtungen
- 6.5 Sportstätten
- 6.6 Sport
- 6.7 Regelmäßige (Groß-)Ereignisse
- 6.8 Kulinarische Spezialitäten
- 7 Persönlichkeiten
- 8 Literatur
- 9 Weblinks
|
Geographie
Aachen ist die westlichste deutsche Großstadt und zählt zu den Verdichtungsräumen des Landes. Sie liegt direkt an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden, etwa 30 km nördlich des Hohen Venns in einer nur nach Nordosten geöffneten Mulde am Fuß des linksrheinischen Schiefergebirges (Eifel), das südlich der Stadt beginnt.
Der höchste Punkt im Stadtgebiet beträgt 410 m ü. NN und liegt im äußersten Südosten der Stadt; der tiefste Punkt beträgt 125 m ü. NN und liegt im Norden der Stadt an der Bundesgrenze. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 87,7 km, davon 23,8 km Grenze zu Belgien und 21,8 km Grenze zu den Niederlanden. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 21,6 km, die größte West-Ost-Ausdehnung 17,2 km.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aachen. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten:
Herzogenrath, Würselen, Eschweiler, Stolberg und Roetgen (alle Kreis Aachen), Raeren und Kelmis in Belgien (Provinz Lüttich in Belgien) sowie Vaals, Wittem, Simpelveld, Heerlen und Kerkrade (alle Provinz Limburg in den Niederlanden).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet gliedert sich in 7 Stadtbezirke mit je einer eigenen Bezirksvertretung und einem Bezirksvorsteher sowie einem eigenen Bezirksamt. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke teilweise in statistische Bezirke unterteilt. Diese haben eine zweistellige Nummer.
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen statistischen Bezirken
- Aachen-Mitte: 10 Markt, 13 Theater, 14 Lindenplatz, 15 St. Jakob, 16 Westpark, 17 Hanbruch, 18 Hörn, 21 Ponttor, 22 Hansemannplatz, 23 Soers, 24 Jülicher Straße, 25 Kalkofen, 31 Kaiserplatz, 32 Adalbertsteinweg, 33 Panneschopp, 34 Rothe Erde, 35 Trierer Straße, 36 Frankenberg, 37 Forst, 41 Beverau, 42 Burtscheid Kurgarten, 43 Burtscheid Abtei, 46 Burtscheid Steinebrück, 47 Marschiertor, 48 Hangeweiher
- Brand: 51 Brand
- Eilendorf: 52 Eilendorf
- Haaren: 53 Haaren (mit Verlautenheide)
- Kornelimünster/Walheim: 61 Kornelimünster, 62 Oberforstbach, 63 Walheim
- Laurensberg: 64 Vaalserquartier, 65 Laurensberg (siehe auch Vetschau (Aachen))
- Richterich: 66 Richterich (siehe auch Grünental, Huf)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Aachen

Der Altarraum des Aachener Doms
Das Gebiet um Aachen wurde schon vor langer Zeit besiedelt. Bereits im Neolithikum (der Jungsteinzeit) zwischen 3000?2500 v. Chr. wurde auf dem Lousberg Feuerstein abgebaut. In der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit war Aachen von Kelten besiedelt, wie Hügelgräber im Aachener Wald beweisen. Nach den Kelten siedelten die Römer an den warmen Quellen. Ein römisches Militärbad ist im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung belegt. Zeugnisse späterer Besiedlung sind fränkische Gräber aus dem 7. Jahrhundert.
Der fränkische König Pippin der Jüngere baute in Aachen einen Hof und sorgte für die erste schriftliche Erwähnung Aachens 765 als Aquis villa. Pippins Sohn Karl, später Karl der Große genannt, erbte das Fränkische Reich und den Aachener Hof, den er zu seiner Residenz wählte und zu einer Kaiserpfalz mit Palast (an dieser Stelle steht heute das Rathaus) und Kapelle, der so genannten Pfalzkapelle, ausbaute (heute der Aachener Dom).
Karls Sohn, Ludwig der Fromme, wurde 813 in Anwesenheit seines Vaters im Obergeschoss der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt. Karl der Große wurde am 28. Januar 814 im Vorhof der Kapelle beigesetzt. Eine weitere Krönung erfolgte Mitte des 9. Jahrhunderts in der Aachener Pfalzkapelle. Lothar I., der älteste Enkel Karls des Großen, krönte sich hier zum Kaiser.
936 lässt sich Otto I. in Aachen zum ostfränkischen König krönen. Aachen bleibt für die nächsten 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige. Bis 1531 werden 31 deutsche Könige im Dom zu Aachen (auch Aachener Münster genannt) gekrönt, letzter ist Ferdinand I.
1165 lässt Friedrich I. Barbarossa Karl den Großen heilig sprechen. Ein Jahr später erhält Aachen Stadtrechte sowie das Markt- und Münzrecht und wird freie Reichsstadt (daher der Adler im Wappen).
1171 wird mit dem Bau des ersten Teils der Stadtmauer begonnen.
1248 fällt Aachen nach sechsmonatiger Belagerung an Wilhelm von Holland, der hier zum König gekrönt wird.
Von 1257 bis 1357 wird der äußere Mauerring angelegt, der erst im 19. Jahrhundert von der städtischen Bebauung überschritten wird.
1258 werden erstmals die Tuchwalker erwähnt. Die Tuchfabrikation war jahrhundertelang der wesentlichste Wirtschaftsfaktor der Stadt.
1330 beginnt der Bau eines Rathauses, das 1349 fertig gestellt wird.
1349 wird die Aachener Heiligtumsfahrt begründet, die seitdem alle sieben Jahre Pilger in die Stadt bringt.
1500 wird Aachen Teil des Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises.
1520 wird Karl V. zum König gekrönt.
1601 ergibt eine Zählung eine Einwohnerzahl von 14.171, darunter 2.829 Bürger.
Am 2. Mai 1656 bricht in der Backstube des Bäckers Peter Maw an der Jakobskirche ein Feuer aus, das fast das ganze gotische Aachen zerstört. Sieben Menschen sterben, 4.664 Häuser werden zerstört.
In der Folgezeit baut der aus Lüttich stammende Badearzt Franciscus Blondel Aachen zu einem der modernsten Badeorte Europas aus. In Aachen kursiert seit dieser Zeit der Satz: Was das Feuer zerstört hat, baut das Wasser wieder auf. Der Kurbetrieb wird durch Möglichkeiten zum Müßiggang und der Zerstreuung (Casino, Ballsäle) erweitert. Aachen wird zum Modebad und beherbergt regelmäßig die europäische Prominenz. Dazu zählen Herrscher wie Zar Peter der Große von Russland und der preußische König Friedrich der Große ebenso wie der Komponist Georg Friedrich Händel.
1668 wird der Revolutionskrieg zwischen Spanien und Frankreich mit dem Ersten Aachener Frieden beendet.
1748 findet in Aachen ein Friedenskongress statt, der den Österreichischen Erbfolgekrieg mit dem Zweiten Aachener Frieden beendet.
1794 besetzen die Armeen der Französischen Revolution Aachen und vereinen es mit Frankreich. Zahlreiche Kulturgüter werden nach Paris verschleppt.
1798 wird Aachen Verwaltungssitz des den Niederrhein umfassenden Roerdepartements. Im Jahre 1802 wird Aachen erstmals Bischofssitz. Das Bistum Aachen besteht zunächst bis 1825.
1815 wird Aachen nach dem Wiener Kongress in das Königreich Preußen eingegliedert und 1816 zunächst in der Provinz Jülich-Kleve-Berg Sitz einer preußischen Bezirksregierung und eines Landkreises. Die Stadt selbst wird kreisfrei. Ab 1824 gehört die Stadt mit dem gesamten Regierungsbezirk dann zur Rheinprovinz.
1822 wird mit dem Bau des Theaters und des Elisenbrunnens nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel begonnen. Das Theater wird 1825 eröffnet, der Elisenbrunnen zwei Jahre später eingeweiht.
1830 wird ein Aufruhr der Arbeiterschaft von bewaffneten Bürgern und Soldaten blutig niedergeschlagen. Die Einführung der Dampfkraft, vor allem in der Tuchindustrie, die fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit bei Niedrigstlöhnen hatten zu den Unruhen geführt.
1841 erfolgt die erste Wohnbebauung außerhalb des alten Stadtwalls. Das Bahnhofsviertel und die Theaterstraße entstehen.
1870 wird die Technische Hochschule als Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen gegründet.
1897 wird die Stadt Burtscheid eingemeindet. Damit steigt die Einwohnerzahl Aachens auf 126.407.
1918, nach dem Ersten Weltkrieg, fällt das westliche Aachener Hinterland mitsamt dem Kreis Eupen an Belgien. Aachen bleibt elf Jahre lang von belgischen Truppen besetzt.
1930 wird das 1825 aufgelöste Bistum Aachen wieder errichtet und dem Erzbistum Köln als Suffraganbistum unterstellt.
1933 wird die Städteverordnetenversammlung aufgelöst. Die leitenden städtischen und staatlichen Beamten werden durch Mitglieder der NSDAP ersetzt.
1937 findet eine Heiligtumsfahrt mit 800.000 Teilnehmern statt, die als stummer Protest gegen das NS-Regime gewertet wird.

Zug deutscher Kriegsgefangener durch die Ruinen der Stadt Aachen im Oktober 1944
Im Zweiten Weltkrieg wird Aachen stark beschädigt, 65 % des Wohnraums werden zerstört. Im Juli 1941 erfolgt der erste von fünf Luftangriffen.
1944 wird Aachen zwangsevakuiert und am 21. Oktober 1944 nach sechswöchigem Kampf als erste westdeutsche Stadt von den Alliierten eingenommen. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Stadt nur noch 11.139 Einwohner. Die US-Amerikaner setzen als neuen Bürgermeister Franz Oppenhoff ein, der fast fünf Monate später von einer Spezialeinheit der Nazis als Kollaborateur erschossen wird. Nach ihm wird später die Oppenhoffallee benannt. Aachen wird zunächst von amerikanischen, dann britischen und später von belgischen Truppen besetzt.
1946 hat Aachen wieder 100.000 Einwohner. Die Stadt wird dem Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert.
Beim Kaffeeschmuggel zwischen Belgien und Deutschland sterben zwischen 1945 und 1953 40 Menschen an der Aachener Kaffeefront.
Erstmalig wird 1950 der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um Einigung und Frieden in Europa verliehen.
Bei der Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz von 1972 wird das Stadtgebiet Aachens durch die Eingemeindung von Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster, Laurensberg, Richterich und Walheim mehr als verdoppelt, die Einwohnerzahl steigt auf 237.108. Der Kreis Aachen erhält seine heutige Ausdehnung. Der Regierungsbezirk Aachen wird jedoch aufgelöst und dem Regierungsbezirk Köln angegliedert. Im gleichen Jahr feiert das neue Klinikum Aachen Richtfest.
1985 übergibt der damalige Ministerpräsident Johannes Rau das Klinikum offiziell an die RWTH Aachen.
1995 wird Aachens neue Synagoge unter Beteiligung internationaler Ehrengäste eingeweiht.
Ursprung des Stadtnamens
Der Name der Stadt Aachen leitet sich aus dem altgermanischen Wort ?Ahha?, sprich ?Acha?, ab und bedeutet Wasser. Die mittelalterliche lateinische Ortsbezeichnung ?Aquisgranum? bewahrt die Erinnerung an den römischen Badeort, der auf den keltisch-römischen Heilgott Grannus hinweist. Als Kurstadt darf sich Aachen Bad Aachen nennen, von stadtpolitischer Seite wird dieser Titel kaum verwendet ? damit Aachen bei alphabetischen Listen stets vorne erscheint.
Religionen
Das Gebiet der Stadt Aachen gehörte von Anfang an zum Bistum Lüttich beziehungsweise dessen Archidiakonat Hasbanien, Dekanat Maastricht. Im Mittelalter war die Wurm die Grenze zum Erzbistum Köln. Kirchliche Rechte hatte der Herzog von Jülich. Im Jahre 1708 gab es in Aachen 17 Klöster. 1802 wurde Aachen Sitz eines eigenen Bistums, das jedoch 1825 wieder aufgehoben wurde. Danach gehörte das Gebiet zum Erzbistum Köln, bevor 1930 das Bistum Aachen erneut als Suffraganbistum Kölns errichtet wurde. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt zur ?Region Aachen-Stadt?. Kathedrale des Bistums Aachen und Hauptkirche der Stadt ist der Aachener Dom.

Die Ostfassade des Aachener Doms
Die Reformation begann in Aachen um 1530. In den Folgejahren ließen sich vor allem protestantische (calvinistische) Tuchmacherfamilien in der Stadt nieder. 1544 wurde die erste Gemeinde gebildet. Jedoch wurde den evangelischen Bewohnern auf Befehl des Kaisers ab 1550 alle öffentlichen Ämter gesperrt. Der Rat der Stadt war jedoch gespalten. 1559 verließen die evangelischen Mitglieder den Rat. Danach wanderten viele Protestanten ab. 1576 konnte dank Unterstützung der Zünfte der Rat wieder mehrheitlich mit Protestanten besetzt werden. In der Folgezeit gab es zunächst eine lutherische und drei reformierte Gemeinden. Die Freiheiten dauerten jedoch nicht lange an, da 1598 die Reichsacht über die Stadt verhängt wurde, infolgedessen der evangelische Rat zurücktrat. Alle Predigthäuser und Schulen wurden geschlossen. Viele Protestanten wurden ausgewiesen. Nach einem Aufstand der Protestanten konnte 1611/1612 vorübergehend wieder ein protestantischer Rat gebildet werden, doch 1614 wurde erneut die Reichsacht verhängt und die Protestanten ausgewiesen, teilweise sogar hingerichtet. Danach war die Zahl der Protestanten sehr gering, jedoch gab es stets evangelische Bewohner, die immer wieder versuchten, Einfluss in der Stadt zu gewinnen. Da sie jedoch keine eigenen Gemeinden bilden konnten, schlossen sich die lutherischen und reformierten Bewohner den Gemeinden in Vaals an.

Wappen des Bistums Aachen
Dort wurde 1736 eine protestantische Kirche errichtet. Nach Einmarsch der Franzosen gewannen die Protestanten allmählich ihre Gleichheitsrechte zu den Katholiken. 1802 erhielten sie die ehemalige Klosterkirche St. Anna für ihre Gottesdienste. Die inzwischen gegründete lutherische und reformierte Gemeinde fusionierte 1837 zur Vereinigten Evangelischen Gemeinde. Nachdem Aachen bereits 1815 preußisch geworden war und 1817 die Evangelische Kirche in Preußen als unierte Kirche gebildet worden war, gehörte die Gemeinde in Aachen zu dieser Kirche beziehungsweise zur rheinischen Provinzialkirche. 1838 wurde Aachen Sitz eines Superintendenten, aus dem später der heutige Kirchenkreis Aachen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Evangelische Kirchengemeinde Aachen gliedert sich in vier Gemeindebereiche (Mitte, Nord, West und Süd) mit jeweils mehreren Pfarrbezirken. Zum Gebiet der Stadt Aachen gehören jedoch noch drei weitere Gemeinden im Südosten: Eilendorf bildet eine eigene Gemeinde, Brand gehört zur Kirchengemeinde Stolberg, die Orte im Bezirk Kornelimünster/Walheim gehören zur Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall. Der Evangelische Kirchenkreis Aachen umfasst jedoch außer den Gemeinden in Stadt und Kreis Aachen auch Eifelgemeinden im Kreis Euskirchen.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Aachen Freikirchen und sonstige religiöse Vereinigungen beziehungsweise Gemeinden, darunter eine Alt-Katholische Gemeinde, Freie Christliche Gemeinden und eine Katholische Koreanische Gemeinde. Ferner sind die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche in Aachen vertreten.
Es existieren neben christlichen Einrichtungen islamische und jüdische Einrichtungen: mehrere Moscheen und die Synagoge.
Eingemeindungen
Ehemals selbständige Städte und Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Aachen eingegliedert wurden. Vor der ersten Eingemeindung betrug das Stadtgebiet 3.056 Hektar.
| Datum | Orte | Zuwachs in ha |
| 1. Januar 1897 | Burtscheid | 858,6 |
| 1. April 1906 | Forst | 1.145,7 |
| 1. November 1922 | Sief, Bildchen und Lichtenbusch | 789,1 |
| 1. Januar 1972 | Brand (ohne Randgebiete), Eilendorf, Haaren (ohne Randgebiete), Kornelimünster, Laurensberg, Richterich (ohne Bank und Wilsberg), Walheim, Oberforstbach sowie diverse kleinere Gebiete | 10.595 |
Nach diversen kleineren Grenzänderungen und Neuvermessungen seit 1949 umfasst das Stadtgebiet heute eine Fläche von insgesamt 16.082,9 ha.
Einwohnerentwicklung
1855 hatte Aachen mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Einen Bevölkerungszuwachs um rund 70.000 erlebte die Stadt 1972 durch mehrere Eingemeindungen - die Einwohnerzahl stieg von 170.000 auf 240.000. Ende Dezember 2004 lebten in Aachen nach amtlicher Fortschreibung 257.821 Menschen mit Hauptwohnsitz - historischer Höchststand.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1500 | 20.000 | | 1600 | 25.000 | | 1780 | 20.000 | | 1799 | 23.699 | | 1816 | 32.072 | | 1825 | 35.428 | | 1831 | 38.884 | | 3. Dezember 1846 ¹ | 46.600 |
| 3. Dezember 1852 ¹ | 48.700 | | 3. Dezember 1855 ¹ | 52.687 | | 3. Dezember 1858 ¹ | 56.300 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 58.600 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 63.800 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 67.923 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 74.146 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1875 ¹ | 79.606 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 85.551 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 95.700 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 103.470 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 110.551 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 135.245 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 144.095 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 156.143 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 134.584 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 127.492 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 145.891 | | 16. Juni 1925 ¹ | 155.222 | | 16. Juni 1933 ¹ | 162.774 | | 17. Mai 1939 ¹ | 162.164 | | 31. Dezember 1945 | 101.638 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 29. Oktober 1946 ¹ | 110.462 | | 13. September 1950 ¹ | 130.278 | | 30. Juni 1955 | 148.900 | | 6. Juni 1961 ¹ | 169.769 | | 31. Dezember 1965 | 177.940 | | 27. Mai 1970 ¹ | 173.475 | | 31. Dezember 1975 | 242.453 | | 31. Dezember 1980 | 243.947 | | 31. Dezember 1985 | 238.587 | | 25. Mai 1987 ¹ | 229.740 | | 31. Dezember 1990 | 241.861 | | 31. Dezember 1995 | 247.923 | | 31. Dezember 2000 | 244.386 | | 31. Mai 2005 | 257.250 |
|
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Oberbürgermeister und Rat

Das Aachener Rathaus von Süden (vom Katschhof aus)

Das Aachener Rathaus von Norden
An der Spitze der Stadt Aachen stand zunächst ein königlicher Beamter. 1250 ging die Leitung auf den Rat über, dem ein Bürgermeister vorstand. Mitglieder des Rates waren zunächst nur lebenslänglich amtierende Schöffen. Seit dem 15. Jahrhundert waren auch die Zünfte vertreten. Dies wurde im so genannten Gaffelbrief von 1450, der bis 1794 galt, festgelegt. Jedoch konnten die Zünfte erst 1513 ihre ständige Mitgliedschaft im Rat erreichen. Die Mitgliederzahl schwankte mehrmals. An der Spitze standen meist zwei Bürgermeister, die aber nur ein Jahr amtierten und am 25. Mai ihr Amt wechselten. Die Ratsmitglieder übten neben ihrer Ratsmitgliedschaft meist noch wichtige Sonderämter in der Stadt aus. Nach dem Einmarsch der Franzosen 1794 wurde die Munizipalverfassung eingeführt. Stadtoberhaupt war der Maire. Ihm standen 3 Beigeordnete und ein 30-köpfiger Rat zur Seite. In preußischer Zeit wurde 1815 aus dem Maire der Oberbürgermeister. Eine Neuordnung der städtischen Verfassung wurde erst 1845 mit der rheinischen Gemeindeordnung beziehungsweise 1856 mit der rheinischen Städteordnung eingeführt. Die Stadtverwaltung bestand weiterhin aus dem Oberbürgermeister und dem Rat.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten ?Rat der Stadt?, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.
Im Aachener Stadtrat sitzen 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Der direkt gewählte Oberbürgermeiste
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