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 | Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Augsburg. Für andere Bedeutungen, siehe Augsburg (Begriffsklärung). |
| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Schwaben |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 146,78 km² |
| Einwohner: | 261.208 (1. Januar 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.880 Einwohner je km² |
| Höhe: | 489 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 86000-86199 (alt 8900) |
| Vorwahl: | 0821 |
| Geografische Lage: | Koordinate: 48° 22' N, 10° 53' O48° 22' N, 10° 53' O |
| Kfz-Kennzeichen: | A |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 61 000 |
| Stadtgliederung: | 17 Stadtteile |
Adresse der Stadtverwaltung: | Maximilianstraße 4 86150 Augsburg |
| Webseite: | www.augsburg.de |
| E-Mail-Adresse: | augsburg@augsburg.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Paul Wengert (SPD) |
Die Universitätsstadt Augsburg ist eine kreisfreie Stadt im Südwesten Bayerns. Augsburg gilt nach Trier als die zweitälteste Stadt Deutschlands. Sie ist Hauptstadt und Sitz der Regierung von Schwaben sowie des Bezirks Schwaben und des Landratsamtes Augsburg. Gegenwärtig hat die Stadt etwa 275.000 Einwohner (Ausländeranteil ca. 16,5 %), davon 261.000 mit Hauptwohnsitz in Augsburg. Nach München und Nürnberg steht Augsburg an dritter Stelle unter den Großstädten des Freistaates. Ihr Name geht auf die römische Siedlung Augusta Vindelicorum zurück, die im Jahr 15 vor Christus während der Regierungszeit des römischen Kaisers Augustus als Militärlager gegründet wurde.
Augsburg ist die einzige Stadt Deutschlands, die einen eigenen gesetzlichen Feiertag hat, das Hohe Augsburger Friedensfest am 8. August. Damit hat Augsburg mehr gesetzliche Feiertage als irgendeine andere Region oder Stadt in Deutschland.
Die Stadt ist Bischofssitz der katholischen Diözese Augsburg und bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Größere Städte nahe Augsburg sind München (etwa 57 km östlich), Nürnberg (etwa 121 km nördlich) und Stuttgart (etwa 133 km nordwestlich). Augsburg wurde im Jahr 1906 mit Überschreiten der Einwohnerzahl von 100.000 zur Großstadt.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Antike
- 2.2 Mittelalter
- 2.3 Neuzeit
- 2.4 Moderne
- 2.4.1 Nationalsozalismus und zweiter Weltkrieg
- 2.4.2 Bundesrepublik Deutschland
- 2.5 Eingemeindungen
- 2.6 Einwohnerentwicklung
- 2.7 Religionen
- 3 Städtische Legenden
- 3.1 Stadtgöttin Cisa
- 3.2 Der "Stoinerne Ma"
- 4 Politik
- 4.1 Wappen
- 4.2 Städtepartnerschaften
- 5 Wirtschaft und Infrastruktur
- 5.1 Verkehr
- 5.1.1 Bus und Straßenbahn
- 5.1.2 Schienenverkehr
- 5.1.3 Flugverkehr
- 5.2 Medien
- 5.3 Ansässige Großunternehmen
- 5.3.1 Traditionsunternehmen
- 5.4 Öffentliche Einrichtungen
- 5.5 Bildung
- 5.6 Freizeit- und Sportanlagen
- 6 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 7 Persönlichkeiten
- 7.1 Ehrenbürger
- 7.2 Söhne und Töchter der Stadt
- 7.3 Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Augsburg
- 8 Literatur
- 9 Weblinks
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Geografie
Augsburg liegt am Lech, der aus Tirol kommend 150 km südwestlich entspringt und 40 km nördlich in die Donau mündet. Der älteste Teil Augsburgs und sein Süden liegen auf dem nördlichen Ende einer Hochterrasse. Die Terrasse entstand zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes, zwischen den Talauen der Alpenflüsse Lech und Wertach, die sich im Norden der Stadt vereinigen.
Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine posteiszeitliche Schotterebene zwischen den beiden Flüssen.
An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg ? Westliche Wälder, ein großes Waldgebiet. Das Stadtgebiet ist auch stark begrünt, wofür Augsburg 1997 den europaweiten Preis als ?Grünste und Lebenswerteste Stadt? erhielt. Augsburg hatte sich auch als Kulturhauptstadt Europas 2010 beworben, für den Wettbewerb wurde aber Regensburg als Vertreter Bayerns nominiert.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen mit ihrem Siedlungskern unmittelbar an den Siedlungskern der Stadt Augsburg und bilden daher mit ihr den Großen Verdichtungsraum Augsburg, im Osten beginnend und dann im Uhrzeigersinn:
Friedberg (Bayern) (Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn, Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen (alle Landkreis Augsburg).
Weitere Gemeinden, die an das Stadtgebiet von Augsburg grenzen, sind, im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn:
Rehling, Affing, Kissing, Mering und Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg), Bobingen, Gessertshausen und Diedorf (alle Landkreis Augsburg)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Augsburg hat eine Gesamtfläche von 147 km2 und ist in 17 Planungsgebiete eingeteilt, welche insgesamt 42 Stadtbezirke bilden. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals selbständige Gemeinden, die im Laufe diverser Gebietsreformen nach Augsburg eingegliedert wurden, teilweise aber auch um neue Stadtteile, die als Wohngebiete gegründet wurden. Einige Stadtteile haben darüber hinaus räumlich getrennte Siedlungen (Wohnplätze) mit eigenem Namen, die in Klammern hinter dem Stadtteil genannt werden:
- Innenstadt (mit Bismarckviertel)
- Oberhausen
- Bärenkeller
- Firnhaberau
- Hammerschmiede
- Lechhausen
- Kriegshaber
- Pfersee (mit Rosenau- und Thelottviertel)
- Hochfeld
| - Antonsviertel
- Spickel-Herrenbach
- Hochzoll
- Haunstetten-Siebenbrunn (mit Meringerau)
- Göggingen (mit Schafweidsiedlung)
- Inningen
- Bergheim (mit Neubergheim, Wellenburg)
- Universitätsviertel.
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Das Textilviertel umfasst Teile der Innenstadt und Spickel-Herrenbach.
Eine Besonderheit sind die ehemaligen Kasernen- und Wohngebiete der US-amerikanischen Armee, deren Bezeichnungen noch existieren: Sheridan, Reese, Centerville, Cramerton, Supply-Center, Sullivan Heights, Fryar Circle.
Geschichte
Antike

Augsburg, Römisches Museum im Dominikanerkloster: Römischer Prunkhelm
Augsburg war die größte römische Siedlung nördlich der Alpen. Als Datum der Gründung von Augsburg wird 15 v. Chr. angegeben. In diesem Jahr wurde auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Oberhausen ein Legionslager errichtet, das später auch als ein Nachschubdepot diente. Augsburg ist diesem Gründungsdatum zufolge nach Trier die zweitälteste Stadt Deutschlands.
In Anlehnung an die vor der Zeitenwende entstandenen Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum, die im Jahr 121 n. Chr. das römische Stadtrecht erhielt. Augsburg war ab etwa 95/100 n. Chr. Hauptstadt der römischen Provinz Raetien, die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist unbekannt, wann genau Augsburg Provinzhauptstadt wurde, der archäologische Befund deutet darauf hin, dass Kempten im Allgäu (Cambodunum) noch bis ins späte ersten Jahrhundert n. Chr. diese Funktion hatte.
Neuen Forschungen zufolge wurde der Neckar-Odenwald-Limes erst im Jahre 98 n. Chr. unter Kaiser Trajan angelegt, zeitgleich mit dem für dieses Jahr gesicherten (Aus-)Bau der römischen Fernstraße Mainz-Bad Cannstatt-Augsburg. Ein Zusammenhang dieser beiden strategischen Bauprojekte mit der Verlegung der Hauptstadt der Provinz Rätien von Kempten nach Augsburg liegt nahe, ist aber bisher nicht positiv belegt (vgl. Kinzigtalstraße).
Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Hauptstadt der Provinz Raetia Secunda. Mit dem Ende der römischen Herrschaft um 450 n. Chr. verfiel Augusta Vindelicorum ab dem 5. Jahrhundert.
Schon in der Spätantike war Augsburg Bischofssitz. In die Zeit um 300 fällt die Legende einer der Stadtheiligen, der Heiligen Afra, sowie überlieferungen über einen Bischof Narzissus.
Mittelalter
Etwas südlich der Bischofsstadt bildete sich im 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung. Südlich Augsburgs wurde auf dem Lechfeld 955 Geschichte geschrieben, als Kaiser Otto I. - mit Hilfe von Bischof Ulrich von Augsburg - die westwärts strebenden Ungarn besiegte.
Im Jahr 1156 erhielt Augsburg das Stadtrecht durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Ab 1251 ist das Recht der Stadt auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer Bürger belegt. König Rudolf von Habsburg verlieh Bischofsstadt und Kaufmannsstadt 1276 die Reichsfreiheit (Freie Reichsstadt). In der Folge wird Augsburg von den Patriziern beherrscht. 1368 Aufstand der Handwerker und Einführung einer Zunftverfassung. Die Zünfte sind bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt.
1379 Beitritt Augsburgs zum Schwäbischen Städtebund (dieser zerfällt 1388).
Neuzeit
Hauptartikel: Reichstag zu Augsburg
1469-1478 Zunftdiktatur des Ulrich Schwarz, der 1478 hingerichtet wird.

Augsburg: Der Damenhof im Fuggerschen Stadtpalais
Danach war Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance ein bedeutendes Zentrum der Wirtschaft und des Handels. Bekannte Namen aus dieser Zeit sind die Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser.
Reformationszeit
Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 formulierte Philipp Melanchthon mit dem Augsburger Bekenntnis die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen Kirche.
In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 eine bedeutende Täufergemeinde. Bekannt geworden ist vor allem die Augsburger Märtyrersynode 20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise. Die meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.
Am 22. Juli 1534 wurde vom Großen Rat beschlossen, dass nur vom Rat installierte Prädikanten in der Stadt predigen durften. Der katholische Gottesdienst wurde auf die acht Kirchen der Stifte eingeschränkt. Kleinere Kirchen und Klosterkirchen wurden geschlossen. Mit diesem Religionsmandat nahm der Rat formal die Kirchenhoheit der Stadt in Anspruch.

Augsburg, Perlachplatz 1550
Im Jahr 1548 veranlasste Kaiser Karl V. eine neue patrizische Stadtverfassung und erließ das Augsburger Interim. Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden 1555 beruhigte auch in der Stadt das Zusammenleben der Bürger.

Gustav II. Adolf vor den Mauern Augsburgs im Jahre 1632
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Augsburg am 20. April 1632 von der schwedischen Armee eingenommen. An diese Zeit erinnert der Schwedenturm mit dem Standbild des Stoinerner Mo und die Schwedenstiege, als Teile der Augsburger Befestigungsanlage.
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 führte Augsburg ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten). (Siehe Paritätische Reichsstadt)
Augsburg wurde bis zur Besetzung durch bayerische Truppen 1805 durch sieben Patrizierfamilien regiert.
1784/1785 kam es zu Weberunruhen und am 29.01.1794 zum Weberaufstand. Den Hintergrund des Streites bildete die aufkommende Textilindustrie mit ihren Kattunmanufakturen, welche das Weberhandwerk bedrohten.
Moderne
Bereits 1771 entstand mit der Schüleschen Kattunfabrik, errichtet von Johann Heinrich Schüle, die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent.
Durch den Friedensvertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen Polizeidirektor. Damit unterstand die Stadt direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als "kreisfrei".
1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging, der bei der Kreisreform 1972 seine heutige Ausdehnung erhielt, als die ehemaligen Landkreise Schwabmünchen und Wertingen mit dem Landkreis Augsburg vereinigt wurden. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst stets kreisfrei.
Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg). Mit der Allgemeinen Zeitung von Johann Friedrich Cotta erschien in Augsburg die bedeutendste deutsche Tageszeitung dieser Zeit. Ab 1927 hat die Messerschmitt AG hier ihren Hauptsitz.
Nationalsozalismus und zweiter Weltkrieg
Bei der Reichstagswahl 1933 erhielt die NSDAP in Augsburg 32,3 % der Stimmen. Bis Ende des Jahres waren die SPD, KPD und BVP in Stadtrat ausgeschaltet und nur noch die NSDAP vertreten. Der SPD-Landtagsabgeordnete Clemens Högg kam in der NS-Gewaltherrschaft zu Tode. Auch andere Andersdenkende wurden verfolgt. Widerstandskämpfer wie Bebo Wager büßten gar mit ihrem Leben.
Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bei einem verheerenden Bombenangriff der Britischen Luftwaffe in der Nacht vom 25. Februar 1944 wurde große Teile der Augsburger Innenstadt zerstört. Bilanz des Bombardements mit 300.000 Brandbomben: 730 Tote und über 1.300 Verletzte. Danach verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt.
Nach dem Krieg wurde Augsburg bis 1998 zu einem Stützpunkt der US-Armee.
Bundesrepublik Deutschland
Die Altstadt mit ihren bedeutenden Bauten wurde inzwischen weitgehend wieder aufgebaut. Im Rathaus wurde anlässlich der 2000-Jahr-Feier 1985 der große goldene Saal wiederöffnet, dessen Renovierung aber bis 1996 andauerte.
Als Hauptstadt des Regierungsbezirks Schwaben fügte sich die Stadt in das politische System der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern ein.
Bei der Olympiade in München 1972 fanden in Augsburg die Kanu- und Kajak-Wettbewerbe sowie Handball- und Fußballspiele statt.
Eingemeindungen
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|
| 1. Juli 1910 | Gemeinde Meringerau | 953,7 |
| 1. Januar 1911 | Gemeinde Pfersee | 345,8 |
| 1. Januar 1911 | Gemeinde Oberhausen | 862,2 |
| 1. Januar 1913 | Stadt Lechhausen | 2794,4 |
| 1. Januar 1913 | Gemeinde Hochzoll (Name bis 1905: Friedbergerau) | 435 |
| 1. April 1916 | Gemeinde Kriegshaber | 5,9 |
| 1. Juli 1972 | Stadt Göggingen | 1079,18 |
| 1. Juli 1972 | Stadt Haunstetten | 1393,16 |
| 1. Juli 1972 | Gemeinde Inningen (inklusive der wenige Tage zuvor per Eilverfahren nach Inningen eingemeindeten Gemeinde Bergheim) | 3383,9 |
Einwohnerentwicklung
1867 hatte Augsburg 50.000 Einwohner. 1906 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1955 verdoppelte sich diese Zahl auf über 200.000. Ende Dezember 2004 lebten in Augsburg nach amtlicher Fortschreibung 261.208 Menschen mit Hauptwohnsitz - historischer Höchststand.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1635 | 16.432 | | 1645 | 19.960 | | 1806 | 26.200 | | 1830 | 29.019 | | 1. Dezember 1840 ¹ | 36.900 | | 3. Dezember 1852 ¹ | 39.300 | | 3. Dezember 1858 ¹ | 43.600 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 45.400 | | 3. Dezember 1864 ¹ |
49.300 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 50.100 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 51.220 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 57.200 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 61.408 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 65.900 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1890 ¹ | 75.629 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 81.896 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 89.170 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 94.923 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 102.487 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 132.651 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 137.743 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 154.555 | | 16. Juni 1925 ¹ | 165.522 | | 16. Juni 1933 ¹ | 176.575 | | 17. Mai 1939 ¹ | 185.374 | | 31. Dezember 1945 | 146.416 | | 29. Oktober 1946 ¹ | 160.055 | | 13. September 1950 ¹ | 185.183 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 30. Juni 1955 | 200.800 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 208.659 | | 31. Dezember 1965 | 210.845 | | 27. Mai 1970 ¹ | 211.566 | | 31. Dezember 1975 | 249.943 | | 31. Dezember 1980 | 248.346 | | 31. Dezember 1985 | 245.193 | | 25. Mai 1987 ¹ | 242.819 | | 31. Dezember 1990 | 256.877 | | 31. Dezember 1995 | 259.699 | | 31. Dezember 2000 | 254.982 | | 31. Dezember 2004 | 261.208 |
|
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen

Augsburg: Blick vom Perlachturm Richtung Maximilianstrasse (links: Front des Rathauses; im Hintergrund die Basilika St. Ulrich und Afra)
Augsburg war wohl schon seit dem 4./5. Jahrhundert Sitz eines Bischofs. Um 738 wurde das Bistum Augsburg erneuert. Ab 1518 fand die Lehre Martin Luthers Anhänger in Augsburg. Die Lehre verbreitete sich immer mehr und führte schließlich zur offiziellen Einführung der Reformation durch den Rat der Stadt im Jahre 1534/37. Es folgte anschließend die Teilnahme der Stadt am Schmalkaldischen Krieg, und 1548 wurde in Augsburg ein Reichstag abgehalten, der die Ausübung der Religion für eine Übergangszeit regelte (Augsburger Interim). Sieben Jahre später (1555) konnte im sog. Augsburger Religionsfrieden die Gleichstellung beider Konfessionen endgültig erreicht werden.
Die katholische Bevölkerung gehörte danach weiterhin zum Bistum Augsburg, das seinerzeit noch dem Erzbistum Mainz zugeordnet war. Nach dem Übergang der Stadt an Bayern verblieb es zunächst noch bei der bisherigen Zuordnung, doch wurde das Bistum Augsburg und mit ihm seine Pfarrgemeinden 1821 dem neu errichteten Erzbistum München und Freising zugeteilt (siehe hierzu auch Liste der Bischöfe von Augsburg).

ev. Kirche St. Jakob, Mittelpunkt der Jakobervorstadt
Die protestantischen Gemeindeglieder erhielten spätestens nach dem Westfälischen Frieden die Kirchen St. Anna, St. Ulrich, Zu den Barfüßern und St. Jakob. Sie unterstanden dem Rat der Stadt. Nach dem Übergang Augsburgs an Bayern wurden die Gemeindeglieder Teil der Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Die Stadt wurde danach Sitz eines eigenen Dekanats, das 1827 dem Konsistorialbezirk Bayreuth, ab 1876 dem Konsistorialbezirk Ansbach und seit 1923 dem Kirchenkreis München angehört. Das Dekanat Augsburg umfasst neben den Kirchengemeinden der Stadt Augsburg auch Gemeinden außerhalb des Stadtgebiets.

Der Herkules-Brunnen inmitten der Maximilianstraße. Gleich gegenüber befindet sich das Schaezler-Palais ...
Der Westfälische Frieden von 1648 führte in Augsburg - und daneben in Ravensburg, Biberach und Dinkelsbühl - auch ein paritätisches Regierungs- und Verwaltungssystem ein (endgültige Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen Katholiken und Protestanten), was bis zur Mediatisierung Bestand haben sollte.
Freikirchliche Gemeinden haben sich nach dem Ende der Täuferbewegung erst wieder im 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert in Augsburg konstituiert. Den Anfang machten die Mennoniten, die ab 1870 gottesdienstliche Versammlungen in Augsburg abhielten. 1863 erhielt die Evangelisch-methodistische Kirche die Rechte einer "Privatkirchengesellschaft". Um 1925 nahmen - ausgehend von der Muttergemeinde in München - die Baptisten (heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde ihre Arbeit auf. Seit 1968 gibt es in Augsburg auch eine Freie evangelische Gemeinde.
Die Verteilung der Konfessionen zu Anfang des 19. Jahrhunderts betrug etwa 60 % Katholiken und 40 % Protestanten. Dieses Verhältnis veränderte sich insbesondere auch durch Eingliederung von katholischen Vororten zugunsten der Katholiken, so dass der Anteil der protestantischen Bevölkerung um 1950 lediglich noch bei etwa 23 % lag.
Städtische Legenden
Stadtgöttin Cisa
Angeblich war die Cisa (dea Ciza) die Stadtgöttin von Augsburg. In Randnotizen der aus dem Stift Ursberg stammenden Excerptum ex Gallica Historia (um 1135) wird ausführlich von der römischen Belagerung der von schwäbischen Stämmen zwischen Lech und Wertach errichteten Stadt Cisaris, dem späteren Augsburg berichtet. Die Stadt war demnach nach einem Heiligtum der Göttin Cisa benannt. In dieser Schlacht wurden angeblich die Römer vernichtend geschlagen. In der Herausgabe werden auch die Lokalnamen Kriegshaber von einem Griechen Avar, Hafnerberg von einem Militärpräfekt Habeno (auch: Hebeino) und Pfersee von einem Militärtribunen Verres (auch: Verus) abgeleitet (siehe auch: Ableitung des Namens Pfersee).
Der Text des 12. Jahrhunderts erweist sich als diffuse Kompilation mit deutlichem Schwerpunkt auf der für die Sagenforschung nicht ungewöhnlichen phantasievollen Ausdeutung nicht mehr verstandener, wohl veralemannischer Lokalnamen. In der Diskussion blieb allein die Göttin Cisa, sicherlich deswegen, weil Jacob Grimm in seiner Deutschen Mythologie den ?Werth der merkwürdigen Überlieferung? ausdrücklich betonte.
Ob man an der Stelle des heutigen Kitzenberges bei der St. Ulrich und Afra eine alemannische Ziuverehrung annehmen kann, ist ebenfalls wissenschaftlich nicht zu belegen. In Augsburg war zumindest seit dem späten Mittelalter ein provinzalrömisches Medusenhaupt bekannt, das in der heutigen Ulrichskirche eingemauert war. Das Medusenhaupt befindet sich heute im Römischen Museum.
Eine Darstellung der Cisa ist auf der Wetterfahne des Perlachturms zu sehen und einige Darstellungen auf den Bronzetüren des Domes sollen der Legende nach auf Cisa hindeuten.
Der "Stoinerne Ma"
Der "Stoinerne Ma" ("Steinerner Mann") ist eine überlebensgroße Steinfigur an der östlichen Stadtmauer, im Bereich der sogenannten ?Schwedenstiege?, in unmittelbarer Nähe des Galluskirchleins. Sie stellt wohl einen Bäcker mit einem Laib Brot und einem Schild dar. Im Bereich der Füße befindet sich ein schneckenförmig gedrehtes Postament. Der Legende nach handelt es sich um einen Bäcker, der während einer langen Belagerung der Stadt aus Sägemehl Brote gebacken und für die Belagerer deutlich sichtbar über die Stadtmauer in den Graben geworfen haben soll. Der Eindruck, in der Stadt gäbe es noch so viel Brot, dass man es über die Mauer werfen könne soll die Belagerer so demoralisiert haben, dass sie die Belagerung abbrachen. Der Name des Bäckers wird in der Überlieferung mit ?Konrad Hackher? angegeben. Historisch gehört das Ereignis in den Dreißigjährigen Krieg, genauer zur Belagerung der Stadt Augsburg während der Jahre 1634/3
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