Hotels in Bielefeld - Sonderangebote und Restplätze
sortiert nach Preis, Kategorie, usw. in Bielefeld
| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Detmold |
| Landschaftsverband: | Westfalen-Lippe |
| Status: | Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | Koordinate: 52° 01' n. Br., 08° 31' ö. L.52° 01' n. Br., 08° 31' ö. L. |
| Höhe: | 118 m ü. NN |
| Fläche: | 257,8 km² |
| Einwohner: | 327.343 (31. Mai 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.270 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 33501 - 33739 (alt 4800) |
| Vorwahlen: | 0521, 05202, 05203, 05205, 05206, 05208, 05209 |
| Kfz-Kennzeichen: | BI |
| Gemeindeschlüssel: | 05 7 11 000 |
| UN/LOCODE: | DE BFE |
| Stadtgliederung: | 10 Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Niederwall 23 33602 Bielefeld |
| Website: | www.bielefeld.de |
| E-Mail-Adresse: | info@bielefeld.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Eberhard David (CDU) |
| Schulden: | 54,4 Mio. ? (Stand: 31. Dezember 2004) |
| Bevölkerung (Stand: 31. Dezember 2004) |
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| Ausländeranteil: | 11,8 % |
| Arbeitslosenquote: | 13,5 % (01. März 2005) |
| Altersstruktur: | | 0?18 Jahre: | 18,2 % | | 18?65 Jahre: | 62,6 % | | ab 65 Jahre: | 19,2 % |
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Bielefeld ist eine Stadt im Landesteil Westfalen im Nordosten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt ist die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe und eines der Oberzentren des Landes. Die Einwohnerzahl der Stadt Bielefeld überschritt 1930 die 100.000-Grenze und machte sie damit zur Großstadt. Heute gehört sie mit ihren 327.000 Einwohnern zu den 18 größten Städten des Landes. Seit 1969 ist Bielefeld Universitätsstadt und zeigt sich daher gerne als wirtschaftliche und kulturelle Metropole. Zusammen mit Herford und Gütersloh zählt sie zu den Verdichtungsräumen der Bundesrepublik.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Natur
- 3 Geschichte
- 3.1 Stadtgründung und Mittelalter (1214?1500)
- 3.2 Frühe Neuzeit (1500?1700)
- 3.3 Industrialisierung (1700?1900)
- 3.4 Entwicklung zur Großstadt (1900?1933)
- 3.5 Nationalsozialismus und II. Weltkrieg (1933?1945)
- 3.6 Wiederaufbau (1945?1960)
- 3.7 Jüngere und aktuelle Entwicklungen (1960 bis heute)
- 3.8 Die wichtigsten Daten im Überblick
- 4 Eingemeindungen
- 5 Einwohnerentwicklung
- 6 Religion
- 7 Politik
- 7.1 Wappen
- 7.2 Städtepartnerschaften
- 8 Wirtschaft
- 8.1 Wirtschaftsprofil
- 8.2 Medien
- 8.3 Namhafte Betriebe
- 9 Infrastruktur
- 9.1 Verkehr
- 9.1.1 Individualverkehr
- 9.1.2 Öffentliche Verkehrsmittel
- 10 Öffentliche Einrichtungen
- 11 Bildung
- 11.1 Öffentliche Hochschulen
- 11.2 Staatliche Hochschulen
- 11.3 Private Hochschulen
- 11.4 Andere Schulen
- 12 Sport
- 12.1 Fußballstadien
- 12.2 Weitere Sportanlagen
- 13 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 13.1 Bauwerke und weitere Hauptsehenswürdigkeiten
- 13.1.1 Kirchen
- 13.1.2 Profanbauten
- 13.2 Theater
- 13.3 Hallen
- 13.4 Kinos
- 13.5 Museen
- 13.6 Galerien
- 13.7 Parks und Friedhöfe
- 13.7.1 Parks
- 13.7.2 Friedhöfe
- 13.8 Regelmäßige Veranstaltungen
- 13.9 Kulinarische Spezialitäten
- 14 Persönlichkeiten
- 14.1 Ehrenbürger
- 14.2 Söhne und Töchter der Stadt
- 14.3 Weitere Persönlichkeiten
- 15 Kurioses
- 16 Sonstiges
- 16.1 Aktionen der Stadt
- 16.2 Motto der Stadt
- 16.3 Bekanntes aus Bielefeld
- 17 Literatur
- 17.1 Allgemeine Darstellungen
- 17.2 Geschichte
- 17.3 Bau- und Kunstdenkmäler
- 17.4 Kunst
- 17.5 Bildbände
- 17.6 Kirchen
- 17.7 Profanbauten
- 17.8 Industriearchitektur
- 17.9 Theater und Kino
- 17.10 Natur und Umwelt
- 18 Weblinks
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Geografie
Bielefeld liegt am Fuß des Teutoburger Waldes vor dem nördlichen Ausgang des so genannten Bielefelder Passes. Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich in Lämershagen und liegt 320 m über Normalnull, der niedrigste Punkt befindet sich in Brake an der Aa (73 m). Das Rathaus liegt auf einer Höhe von 114 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 19 km und in West-Ost-Richtung 21 km. Es gibt keinen größeren Fluss im Stadtgebiet von Bielefeld. Der nordöstliche Teil der Stadt entwässert über die Westfälische Aa und die Werre in die Weser, während das Wasser aus dem südwestlichen Teil der Ems zufließt.
Der historische Altstadtkern liegt nördlich des Teutoburger Waldes, eingebettet in die Höhenzüge desselben liegt Gadderbaum mit Bethel, direkt südlich schließt sich der Industrie-Stadtbezirk Brackwede an.
Geographisch gesehen grenzen im Norden das Ravensberger Hügelland, im Osten das Lipper Land und im Süden die Senne an das Bielefelder Stadtgebiet.
Nachbargemeinden
Bielefeld grenzt an folgende Städte und Gemeinden. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Spenge, Enger, Herford (alle Kreis Herford), Bad Salzuflen, Leopoldshöhe, Oerlinghausen (alle Kreis Lippe) sowie Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Gütersloh, Steinhagen, Halle (Westf.) und Werther (Westf.) (alle Kreis Gütersloh)
Stadtgliederung

Position der Stadtbezirke im Stadtgebiet
Das Stadtgebiet Bielefelds ist in 10 Stadtbezirke eingeteilt. Jeder Stadtbezirk hat eine von der Bevölkerung gewählte Bezirksvertretung, die aus 19 Mitgliedern besteht. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Für administrative Zwecke sind die meisten Stadtbezirke weiter in Stadtteile unterteilt. Dabei handelt es sich meist um früher selbständige Gemeinden, die im Laufe der Geschichte nach Bielefeld eingemeindet wurden. Die 10 Stadtbezirke mit ihren Stadtteilen sind:
- Brackwede mit Quelle, Holtkamp und Ummeln
- Dornberg mit Niederdornberg, Kirchdornberg, Deppendorf, Hoberge-Uerentrup, Schröttinghausen und Babenhausen
- Gadderbaum
- Heepen mit Altenhagen, Brake, Brönninghausen, Milse und Oldentrup
- Jöllenbeck mit Theesen und Vilsendorf
- Mitte
- Schildesche mit Gellershagen
- Senne mit Windelsbleiche, Windflöte und Buschkamp
- Sennestadt mit Dalbke, Eckardtsheim und Heideblümchen
- Stieghorst mit (Ober-)Sieker, Hillegossen, Ubbedissen und Lämershagen
Natur
Mitten durch das Bielefelder Stadtgebiet zieht sich der Gebirgszug des Teutoburger Waldes. Er ist stark bewaldet und weist in Bielefeld einige Berge, wie die 302 m hohe Hünenburg auf. An seinen Berghängen entspringen zahlreiche Bäche, die sich durch Bielefeld schlängeln und entweder zur Weser oder zur Ems hin entwässern. Über den Teutoburger Wald führen zahlreiche Wanderwege durch das Bielefelder Stadtgebiet, der bekannteste unter ihnen ist der Hermannsweg.
Neben dem Teutoburger Wald in der Mitte der Stadt, haben die nördlichen Stadtteile Bielefelds auch Anteil am Ravensberger Hügelland, einer flach hügeligen Landschaft mit Feldern, Wiesen, Bächen sowie kleinen Flüssen. Im Süden des Stadtgebietes hat Bielefeld Anteile an der Senne, einem Heidegebiet mit sehr sandigen Böden. Im Norden der Stadt liegt der künstlich angelegte Obersee. Dieser stellt die größte Wasserfläche der Stadt dar und wurde zur Regulierung des Johannesbaches angelegt.
Bielefeld ist die Großstadt mit den meisten Grünflächen pro Einwohner in Deutschland. Es gibt zahlreiche Parks und Grünflächen innerhalb der Stadt, wie zum Beispiel den Nordpark, den Bürgerpark oder den Botanischen Garten.
Naturschutzgebiete
- Kampeters Kolk. Größe: ca. 2,0 ha. Ehemals nährstoffarmer Heideweiher in der Senne unweit der Grundheider Schule. Bereits 1932 als Naturdenkmal ausgewiesen.
- Esselhofer Bruch. Größe: 8,65 ha. Eichen-Birkenwald mit Resten von Feuchtheidebeständen.
Geschichte
Stadtgründung und Mittelalter (1214?1500)
Die erste Erwähnung der Stadt Bielefeld stammt aus dem Jahr 1214 und findet sich in einer Vertragsurkunde des Grafen Hermann von Ravensberg und des Klosters Marienfeld. Vorher befand sich an dieser Stelle eine Bauernsiedlung, die bereits 1015 als ?Biliuelde? erwähnt wurde, jedoch kaum Bedeutung hatte. Die neu gegründete Stadt sollte der Landessicherung dienen, da sie an der Südgrenze der Grafschaft Ravensberg lag. Außerdem war beabsichtigt, die Stadt zur Kaufmannsstadt und Hauptstadt der Grafschaft auszubauen. Aufgrund ihrer Lage an der Kreuzung mehrerer alter Handelswege und an einem wichtigen Pass über den Teutoburger Wald entwickelte sie sich schnell zum Wirtschafts- und Finanzzentrum der Grafschaft Ravensberg. Sie zog viele Kaufleute aus dem Umland und dem benachbarten Münster an. Wie in der damaligen Zeit üblich, war auch Bielefeld durch Wassergräben und Mauern vom Umland abgetrennt. Man konnte nur tagsüber durch die Stadttore in die Stadt gelangen. Das Stadtbild wurde durch das damals wichtigste Handelszentrum der Stadt geprägt, den heutigen ?Alten Markt?, sowie das Rathaus und die ?Altstädter Nicolaikirche?.
Ab 1293 entwickelte sich aufgrund des Baubeginns der Sparrenburg parallel neben der Altstadt die Neustadt. Sie beheimatete die Bauarbeiter der Sparrenburg und wuchs, anders als die Altstadt, ungeplant, hatte eine eigene Kirche (die Neustädter Marienkirche) und einen eigenen Rat. Auch die Neustadt verfügte über eine eigene Stadtmauer. In der Neustadt gab es drei Siedlungskerne:
- Das Marienstift
- Die Handwerkersiedlung (heutige Breite Straße)
- Adelshöfe (heutige Kreuzstraße)
Nachdem die Ravensberger Grafen ausgestorben waren und es keine Nachkommen gab, fiel die Grafschaft und damit auch die Stadt Bielefeld im Jahr 1346 an die Grafschaft Berg (ab 1423 Jülich-Berg).
Frühe Neuzeit (1500?1700)
Im Jahr 1520 wurden die bis dahin eigenständigen Städte ?Neustadt? und ?Altstadt? zu einer Stadt vereinigt. Die nun geeinte Stadt konnte sich frei entwickeln, da sie weit entfernt vom Machtzentrum der neuen Machthaber (Jülich-Berg) lag.
Ein wichtiger Schritt für die Stadt war der Beitritt zur Hanse Ende des 15. Jahrhunderts. Dadurch begünstigt konnte sich ab dem Ende des 16. Jahrhunderts die Leinenindustrie entwickeln. Von nun an war Bielefeld die ?Leinenstadt?, obwohl sich die Produktion mehr im Umland von Bielefeld abspielte und in der Stadt selber mehr Leinenhandel stattfand. Daraus resultierte auch ein gewisser Wohlstand, von dem heute noch die Patrizierhäuser am Alten Markt zeugen.
Im Jahre 1498 wurde am Jostberg ein Franziskanerkloster gegründet, doch schon 1507 zog dies aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung an den heutigen Klosterplatz in die Altstadt. Dieses Kloster wurde 1829 aufgelöst. Am 30. Oktober 1612 ereignete sich ein schweres Erdbeben in der Stadt, das große Schäden anrichtete. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges fiel die Stadt 1648 an Brandenburg bzw. Preußen.
Industrialisierung (1700?1900)
Im Jahr 1717 wurde in Bielefeld die erste Straßenbeleuchtung eingeführt. 1830 geriet die Leinenindustrie in eine schwere Krise, da in Irland mit der Produktion maschinell gewebter Stoffe begonnen wurde. Da konnte der handgesponnene Leinen qualitativ als auch quantitativ nicht mehr mithalten. Verschlimmert wurde die Situation der Einwohner Bielefelds neben der Krise auch durch eine Ernährungskrise im Jahr 1844.
Als jedoch im Jahr 1847 die Anbindung an die Cöln-Mindener Eisenbahn erfolgte, entwickelten sich rasch Fabriken, da nun Rohstoffe und fertige Waren in großen Mengen in die Stadt gelangen bzw. aus der Stadt geschafft werden konnten. Eine der größten Fabriken zur damaligen Zeit entwickelte sich 1854 mit der ?Ravensberger Spinnerei?, die sich zur größten Flachsspinnerei Europas entwickelte. Schon im Jahr 1870 war Bielefeld das Zentrum der Textilindustrie in Deutschland. Hier befanden sich etwa 11 % aller Spindeln und Webstühle Deutschlands.
Am 1. Oktober 1878 wird die Stadtgemeinde Bielefeld aus dem Kreis Bielefeld ausgegliedert und ein eigener Stadtkreis, also kreisfreie Stadt. Die Kreisverwaltung des Kreises Bielefeld bleibt in der Stadt.
Neben der Textilindustrie entwickelte sich auch der Maschinenbau, womit zum Ende des 19. Jahrhunderts keine Maschinen mehr importiert werden mussten. Auch heute noch ist Bielefeld der fünftgrößte Maschinenbaustandort Deutschlands.
Gleichfalls die Nahrungsmittelindustrie entwickelte sich zum Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem Oetker-Konzern entstand einer der größten Nahrungsmittelhersteller Europas. Angefangen hat August Oetker in seiner Apotheke in der Niedernstraße mit dem Verkauf und Weiterentwicklung von Backpulver.
Auch verkehrstechnisch entwickelte sich die Stadt weiter. 1900 fuhr die erste Straßenbahn, von Anfang an elektrisch.
Entwicklung zur Großstadt (1900?1933)
Dank der florierenden Industrie stieg die Einwohnerzahl stark an. Daran konnte auch der Erste Weltkrieg nichts ändern. Der entscheidende Schritt in Richtung Großstadt aber waren die Eingemeindungen von 1930. In diesem Jahr wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Schildesche, Sieker, Stieghorst sowie Teile von Heepen und Gadderbaum eingemeindet. Die Einwohnerzahl stieg von 89.719 im Jahr 1929 auf 129.963 nach den Eingemeindungen, womit Bielefeld zur Großstadt wurde.
Nationalsozialismus und II. Weltkrieg (1933?1945)
Als im Jahr 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde wie in anderen deutschen Städten auch der regierende Oberbürgermeister durch einen Mann aus der NSDAP ersetzt. In Bielefeld wohnten 900 Juden, und die Stadt verfügte über eine prächtige Synagoge mit einer weithin sichtbaren Kuppel. Diese wurde 1938 in der Reichspogromnacht zerstört. Die meisten der in Bielefeld lebenden Juden kamen in Vernichtungslagern um. Nur wenige überlebten die Lager oder hatten rechtzeitig ins Ausland fliehen können.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges stellte sich die Industrie in der Stadt auf die Rüstung um. Da immer mehr Männer aufgrund des Krieges eingezogen wurden, mangelte es recht schnell an Arbeitern. Infolgedessen wurden insgesamt über 10.000 Menschen, überwiegend Russen und Polen, in die Region Bielefeld verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen.
Die ersten Bombenangriffe auf Bielefeld fanden im Juni 1940 statt, richteten jedoch keinen großen Schaden an. Der größte Bombenangriff auf die Stadt ereignete sich am 30. September 1944. Bei diesem Angriff kamen 600 Menschen ums Leben und der Großteil der Altstadt wurde zerstört. Während der Krieg vor diesem Zeitpunkt in Bielefeld recht ruhig verlief, brach nun Chaos aus, da jegliche Infrastruktur zerstört wurde. Insgesamt kamen in Bielefeld 1.300 Menschen durch Bombenangriffe ums Leben. Es wurden 15.600 Wohnungen beschädigt oder zerstört.
Die Stadt wurde 1945 den Amerikanern kampflos übergeben.
Wiederaufbau (1945?1960)
Die Zeit nach dem Krieg war durch eine große Aufbruchstimmung geprägt. Viel zerstörte historische Bausubstanz wurde durch moderne Bauten ersetzt, die der Stadt ein völlig neues Gesicht gaben. Die Einwohnerzahl stieg durch den Zustrom von Ostvertriebenen sprunghaft an. 1955 betrug sie schon 155.000. Die Textilindustrie verlor immer mehr an Bedeutung, und die Stadt entwickelte sich, wie fast alle Großstädte, zu einem Dienstleistungszentrum.
Jüngere und aktuelle Entwicklungen (1960 bis heute)
Im Jahr 1969 wurde die Universität Bielefeld, die einzige in der Region Minden-Ravensberg, gegründet. Seitdem bevölkert zunehmend auch studentisches Publikum die alte Leineweberstadt.
Im Jahr 1973 wurden der Kreis Bielefeld und die kreisfreie Stadt Bielefeld aufgelöst und (mit Ausnahme weniger Gebiete) zur ?neuen? kreisfreien Stadt Bielefeld zusammengefasst. Die Einwohnerzahl stieg auf über 300.000 an.
Verkehrstechnisch war das Jahr 1991 besonders wichtig, da es seitdem ein modernes Stadtbahnsystem der MoBiel mit unterirdischem Innenstadttunnel in Bielefeld gibt.
Die wichtigsten Daten im Überblick
| Jahr | Ereignis |
|---|
| 1214 | Stadtgründung |
| 1236 | Entstehung der Nicolaikirche als Pfarrkirche |
| 1293 | Entwicklung der Neustadt; Baubeginn der Sparrenburg |
| 1340 | Baubeginn der jetzigen Altstädter Nicolaikirche |
| 1346 | Die Stadt fällt an Berg |
| Ende des 15. Jh. | Beitritt zur Hanse |
| 1502 | Gründung eines Franziskanerklosters |
| 1520 | Zusammenlegung von Alt- und Neustadt |
| 1530 | Bau des Crüwell-Hauses |
| 1533 | Ausbreitung der Reformation, Zentrum ist die Marienkirche |
| 1538 | Errichtung eines Neuen Rathauses am Alten Markt |
| 1540 | Der Spiegels Hof wird erbaut |
| 1558 | Gründung des Ratsgymnasiums |
| Ende des 16. Jh. | Beginn der Leinenindustrie |
| 1632 | Die Nicolaikirche wird endgültig der evangelischen Kirche übergeben |
| 1648 | Die Stadt fällt an Preußen |
| 1717 | Erste Straßenbeleuchtung in Bielefeld |
| 1830 | Krise in der Leinenindustrie |
| 1844 | Ernährungskrise |
| 1847 | Anbindung an die Eisenbahn |
| 1854 | Gründung der Ravensberger Spinnerei, die zeitweilig die größte Maschinenspinnerei Europas ist |
| 1856 | Gründung des Ceciliengymnasiums als Mädchenschule |
| 1870 | Bielefeld ist das Zentrum der Textilindustrie in Deutschland |
| 1878, 1. Oktober | Bielefeld wird kreisfreie Stadt |
| 1895 |
Bau des ?Eisernen Antons? |
| 1896 | Gründung der Helmholtz-Schule |
| 1900, 20. Dezember | Die erste Straßenbahn rollt |
| 1904 | Fertigstellung des Rathauses |
| 1904 | Eröffnung des Stadttheaters |
| 1905, 3. Mai | Gründung des DSC Arminia Bielefeld |
| 1910 | Der Bielefelder Hauptbahnhof wird in Betrieb genommen |
| 1923 | Bau der Bielefelder Alm (heutige Schücoarena) |
| 1928 | Eröffnung des Tierpark Olderdissen |
| 1930, 1. Oktober | Bielefeld wird Großstadt |
| 1930, 31. Oktober | Eröffnung der Rudolf-Oetker-Halle |
| 1933 | Der Bürgerpark wird in Adolf-Hitler-Park umbenannt |
| 1938, 9. November | Zerstörung der Synagoge |
| 1941 | Anfang der Judendeportationen |
| 1944, 30. September | Größter Bombenangriff auf Bielefeld |
| 1969 | Gründung der Universität Bielefeld |
| 1971 | Gründung der Fachhochschule Bielefeld |
| 1973, 1. Januar | Zusammenlegung des Kreises Bielefeld mit der kreisfreien Stadt Bielefeld |
| 1990 | Eröffnung der Stadthalle |
| 1991, 28. April | Einführung eines modernen Stadtbahnsystems mit unterirdischen Tunneln |
| 1993 | Eröffnung der Seidenstickerhalle |

Bild der Bielefelder Innenstadt
Eingemeindungen

Die Bielefelder Innenstadt bei Nacht
Folgende Städte und Gemeinden bzw. Gemeindeteile wurden nach Bielefeld eingegliedert:
- Am 1. April 1900: Teile der Gemeinde Gadderbaum sowie das Gebiet der Sparrenburg
- 1907: Teile der Gemeinde Quelle sowie Hof Meyer zu Olderdissen und Schildhof
- Am 1. Oktober 1930: Die Gemeinden Schildesche-Dorf, Sieker und Stieghorst sowie Teile der Gemeinden Gellershagen, Großdornberg, Heepen, Hoberge-Uerentrup, Oldentrup, Schildesche-Bauerschaft und Theesen (alle Kreis Bielefeld)
- Am 1. Januar 1973: Die Städte Brackwede (seit 1956) und Sennestadt (seit 1965) sowie die Gemeinden Gadderbaum, Senne I, Babenhausen, Großdornberg, Hoberge-Uerentrup, Kirchdornberg, Niederdornberg-Deppendorf, Altenhagen, Brake, Brönninghausen, Heepen, Hillegossen, Lämershagen-Gräfinghagen, Milse, Oldentrup, Ubbedissen, Jöllenbeck, Theesen, Vilsendorf und Schröttinghausen (alle Kreis Bielefeld, der dadurch aufgelöst wurde)
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl der Stadt Bielefeld überschritt 1930 die Grenze von 100.000 und machte sie damit zur Großstadt. 1950 hatte sie über 150.000 Einwohner. Bis 1973 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung der meisten zum Kreis gehörenden Orte im gleichen Jahr auf 320.000. Im Jahre 2005 gehört die Stadt Bielefeld mit ihren 327.000 Einwohnern - historischer Höchststand - zu den 18 größten Städten des Landes.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die ?Ortsanwesende Bevölkerung?, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die ?Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung?. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1510 | 2.500 | | 1600 | 3.000 | | 1718 | 2.967 | | 1789 | 3.316 | | 3. Dezember 1843 ¹ | 9.427 | | 3. Dezember 1858 ¹ | 11.868 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 13.800 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 16.500 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 18.700 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 21.834 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 26.567 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 30.679 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 34.931 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1890 ¹ | 39.950 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 47.455 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 63.046 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 71.796 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 78.380 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 66.960 |
| 5. Dezember 1917 ¹ | 66.437 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 79.049 | | 16. Juni 1925 ¹ | 86.062 | | 16. Juni 1933 ¹ | 121.031 | | 17. Mai 1939 ¹ | 129.466 | | 31. Dezember 1945 | 109.534 | | 29. Oktober 1946 ¹ | 132.276 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 13. September 1950 ¹ | 154.277 | | 30. Juni 1955 | 171.100 | | 6. Juni 1961 ¹ | 175.517 | | 31. Dezember 1965 | 172.176 | | 27. Mai 1970 ¹ | 168.937 | | 31. Dezember 1975 ² | 316.058 | | 31. Dezember 1980 | 312.708 | | 31. Dezember 1985 | 299.727 | | 25. Mai 1987 ¹ | 305.566 | | 31. Dezember 1990 | 319.037 | | 31. Dezember 1995 | 324.066 | | 31. Dezember 2000 | 321.758 | | 31. Mai 2005 | 327.343 |
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¹ Volkszählungsergebnis
² Nach der Eingemeindung der meisten zum Kreis gehörenden Orte
Religion
Bielefeld gehörte seit der Gründung zum Bistum Paderborn und war dem Archidiakonat in Lemgo unterstellt. Die erste katholische Kapelle wurde 1236 von der Kirche in Heepen abgetrennt. Um 1553 fasste die Reformation Fuß. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Doch gab es nach dem Übergang der Stadt an Preußen ab 1682 auch eine reformierte Gemeinde mit einer eigenen Pfarrkirche. Die Stadt war somit überwiegend protestantisch. Nachdem in ganz Preußen 1817 die Union der lutherischen und reformierten Gemeinden vollzogen wurde, vereinigten sich auch in Bielefeld beide protestantischen Gemeinden zu einer evangelischen Gemeinde. Bielefeld wurde im 19. Jahrhundert auch Sitz einer Kreissynode mit einem Superintendenten innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. dessen westfälischer Provinzialkirche. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Bielefeld. 1949 wurde die Verwaltung der nunmehr als Evangelische Kirche von Westfalen bezeichneten Landeskirche von Münster (Westfalen) nach Bielefeld verlegt. Heute umfasst der Kirchenkreis Bielefeld 33 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Bielefeld. Einige Gemeinden im südlichen Stadtgebiet Bielefelds (Brackwede, Senne und Sennestadt) gehören zum Kirchenkreis Gütersloh.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Sie gehörten und gehören bis heute zum 1821 neu umschriebenen Bistum Paderborn, das 1929 zum Erzbistum erhoben wurde. Bielefeld wurde Sitz eines Wikipedia
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