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 | Dieser Artikel beschreibt die Stadt Chemnitz (1953-1990: Karl-Marx-Stadt) in Sachsen. Weitere Bedeutungen unter Chemnitz (Begriffsklärung). |
| Wappen | Karte |
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| Leitspruch |
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| Stadt mit Köpfchen |
| Basisdaten |
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| Bundesland: | Sachsen |
| Regierungsbezirk: | Chemnitz |
| Kreis: | kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | Koordinate: 50° 50' N, 12° 55' O50° 50' N, 12° 55' O |
| Fläche: | 220,85 km² |
| Einwohner: | 247.589 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.121 Einwohner je km² |
| Höhe: | 296 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 09001-09131 (alt 90xx) |
| Vorwahl: | 0371 |
| Kfz-Kennzeichen: | C |
| Gemeindeschlüssel: | 14 0 61 000 |
| Stadtgliederung: | 39 Stadtteile inkl. 8 Ortschaften |
Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 09111 Chemnitz |
| Offizielle Website: | www.chemnitz.de |
| E-Mail-Adresse: | buergermeisteramt@stadt-chemnitz.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Dr.-Ing. Peter Seifert (SPD) |
Chemnitz [?k?mn?ts] ist eine Stadt im Westen des Freistaates Sachsen. Mit knapp 250.000 Einwohnern ist sie nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt sowie eines der sechs Oberzentren des Bundeslandes. Chemnitz hat den Status einer kreisfreien Stadt und ist Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks.
Die Stadt bildet neben Zwickau einen Kern der ?Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau? und ist Bestandteil der ?Metropolregion Sachsendreieck?.
Der Name ?Chemnitz? leitet sich vom Fluss gleichen Namens her, der die Stadt durchfließt. Dessen Name wiederum geht auf die slawische Bezeichnung Kamjenica (= Steinbach im Sorbischen; kamje? = Stein; vgl. Kamenz) zurück.
Vom 10. Mai 1953 bis zum 1. Juni 1990 hieß Chemnitz Karl-Marx-Stadt.
Die Einwohnerzahl der Stadt Chemnitz überschritt ca. 1883 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Übersicht über die Stadtgeschichte von Chemnitz
- 2.2 Eingemeindungen
- 2.3 Einwohnerentwicklung
- 2.4 Religionen
- 3 Politik
- 3.1 Liste der (Ober-)Bürgermeister von Chemnitz und Karl-Marx-Stadt
- 3.2 Wappen
- 3.3 Städtepartnerschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Stadtentwicklung
- 4.2 Verkehr
- 4.3 Medien
- 4.4 Ansässige Unternehmen
- 4.5 Öffentliche Einrichtungen
- 4.6 Bildung und Forschung
- 4.7 Freizeit- und Sportanlagen
- 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Bühnen
- 5.2 Museen
- 5.3 Kinos
- 5.4 Bauwerke
- 5.4.1 Kirchen
- 5.4.2 Villen
- 5.4.3 Das neue Chemnitz
- 5.4.4 Höchste Bauwerke
- 5.5 Weitere Sehenswürdigkeiten
- 5.6 Regelmäßige Veranstaltungen
- 6 Persönlichkeiten
- 7 Literatur
- 8 Filme
- 9 Weblinks
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Geografie
Chemnitz liegt im so genannten Erzgebirgischen Becken, in einer weiten Talmulde am Fluss Chemnitz, umrahmt von Ausläufern des Erzgebirges im Süden, von Höhen des Mittelsächsischen Berglandes im Norden und vom Beutenberg im Osten. Grundlage des Erzgebirgischen Beckens bildet eine Formation ?Rotliegendes?, die sich seit dem Oberkarbon gebildet hat.
Siehe dazu auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
Nachbargemeinden
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Chemnitz. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:
- im Landkreis Freiberg: Niederwiesa, Flöha und Augustusburg
- im Mittleren Erzgebirgskreis: Gornau/Erzgeb. und Amtsberg
- im Landkreis Stollberg: Burkhardtsdorf und Neukirchen/Erzgeb.
- im Landkreis Chemnitzer Land: Oberlungwitz, Hohenstein-Ernstthal, Callenberg, Limbach-Oberfrohna und Niederfrohna
- im Landkreis Mittweida: Hartmannsdorf, Burgstädt, Lichtenau und Frankenberg
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Chemnitz ist in 39 Stadtteile eingeteilt. Die Stadtteile Einsiedel, Euba, Grüna, Klaffenbach, Kleinolbersdorf-Altenhain, Mittelbach, Röhrsdorf und Wittgensdorf sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65 bis 68 der Sächsischen Gemeindeordnung. Für diese Ortschaften gibt es jeweils einen Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen 10 und 16 Mitglieder hat sowie einen Ortsvorsteher als Vorsitzenden.
Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Eine endgültige Entscheidung obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Chemnitz.
Die Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:
| | |
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| Adelsberg (25) | Harthau (45) | Rabenstein (94) |
| Altchemnitz (41) | Helbersdorf (61) | Reichenbrand (86) |
| Altendorf (92) | Hilbersdorf (15) | Reichenhain (43) |
| Bernsdorf (42) | Hutholz (64) | Röhrsdorf ¹ (96) |
| Borna-Heinersdorf (13) | Kapellenberg (81) | Rottluff (93) |
| Ebersdorf (14) | Kappel (82) | Schlosschemnitz (02) |
| Einsiedel ¹ (46) | Kaßberg (91) | Schönau (83) |
| Erfenschlag (44) | Klaffenbach ¹ (47) | Siegmar (85) |
| Euba ¹ (16) | Kleinolbersdorf-Altenhain ¹ (26) | Sonnenberg (21) |
| Furth (11) | Lutherviertel (22) | Stelzendorf (84) |
| Gablenz (24) | Markersdorf (62) | Wittgensdorf ¹ (97) |
| Glösa-Draisdorf (12) | Mittelbach ¹ (87) | Yorckgebiet (23) |
| Grüna ¹ (95) | Morgenleite (63) | Zentrum (01) |
¹ zugleich Ortschaft
Geschichte
Übersicht über die Stadtgeschichte von Chemnitz
Im Jahre 1136 wurde bei Chemnitz durch König Lothar III. ein Benediktinerkloster gegründet, das 1143 das Marktrecht erhielt. In einiger Entfernung des Klosters wurde vermutlich nach 1170 durch den König in der Nähe einer Furt durch den Fluss Chemnitz eine stadtähnliche Siedlung gegründet, die schon bald darauf in die Aue verlegt wurde. Bis 1308 war Chemnitz freie Reichsstadt. Schon im Mittelalter war es ein Wirtschaftszentrum, insbesondere durch das im 14. Jahrhundert erhaltene Bleichprivileg.
Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde Chemnitz ein Standort der Industrie mit sehr hohem BSP, ab 1800 wurde die Spinnerei maschinell betrieben. Die Ursprünge gehen auf Johann Esche aus Limbach zurück. Daraufhin wuchs er rasch an, man bezeichnete ihn als ?Sächsisches Manchester?, ?Ruß-Chamtz? oder auch als ?Rußnitz?. Chemnitz wurde eine der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands.
Chemnitz wurde schon früh Sitz eines Verwaltungsbezirks (Amtshauptmannschaft) innerhalb der Kreishauptmannschaft Zwickau des Staates Sachsen. Im Jahre 1874 schied die Stadt aus der Amtshauptmannschaft Chemnitz aus und wurde eine ?exemte Stadt?, welche man später als kreisfreie Stadt bezeichnete. Sie blieb aber weiterhin Sitz der Amtshauptmannschaft, aus welcher später der Landkreis Chemnitz hervorging. 1900 wurde die Kreishauptmannschaft Chemnitz als Vorläufer des heutigen Regierungsbezirks Chemnitz gebildet. 1910 entstand die Amtshauptmannschaft Stollberg aus Teilen der Amtshauptmannschaft Chemnitz.

Ein ehemaliges Ortseingangsschild der Stadt
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Chemnitz stark zerstört, vor allem bei den anglo-amerikanischen Bombardierungen am 5. März 1945. Nach Auflösung der Länder in der DDR im Jahre 1952 wurde Chemnitz Sitz eines Bezirks, der infolge der am 10. Mai 1953 auf Beschluss der DDR-Regierung erfolgten Umbenennung der Stadt Chemnitz in ?Karl-Marx-Stadt?, zu Ehren von Karl Marx, ebenfalls in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt wurde. Im Vorfeld des Beitritts Sachsens zur BRD wurde am 23. April 1990 eine Volksabstimmung über den künftigen Namen der Stadt abgehalten. Dabei stimmten 76 % der Bürger für den alten Namen ?Chemnitz?. Die offizielle Rückbenennung erfolgte am 1. Juni 1990, also noch vor dem formellen Beitritt der DDR zur BRD. Nach Wiedererrichtung des Landes Sachsen 1990 wurde auch der Bezirk Karl-Marx-Stadt aufgelöst.
Im Rahmen der Kreisreform in Sachsen 1994 wurde der Landkreis Chemnitz aufgelöst. Ein Teil wurde mit den Landkreisen Hohenstein-Ernstthal und Glauchau zum neuen Landkreis Chemnitzer Land zusammen geschlossen. Der andere Teil ging im Landkreis Mittweida auf, einige Gemeinden kamen auch zum Mittleren Erzgebirgskreis und zum Landkreis Stollberg. Chemnitz selbst blieb eine kreisfreie Stadt.
Mitte der 1990er Jahre begann die Bebauung der innerstädtischen Bauflächen um das Rathaus zu einem neuen Stadtkern, welche nach rund 10 Jahren noch nicht abgeschlossen ist. Zu dieser Bildung einer neuen Mitte wurden vor allem Kaufhäuser und Einkaufszentren im Bereich des Marktes angesiedelt.
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden in die Stadt Chemnitz eingegliedert:
- 1844 Niklasgasse
- 1880 Schlosschemnitz
- 1894 Altchemnitz
- 1900 Gablenz, Kappel und Altendorf
- 1904 Hilbersdorf
- 1907 Bernsdorf
- 1909 Helbersdorf
- 1913 Borna und Furth
- 1914 Markersdorf und Ebersdorf
- 1922 Heinersdorf
- 1926 Rottluff
- 1929 Reichenhain
- 1950 Adelsberg, Erfenschlag, Glösa, Harthau, Rabenstein und Stadt Siegmar-Schönau (gebildet am 1. Oktober 1935 durch den Zusammenschluss von Siegmar und Schönau; zur Stadt gehörten auch die ehemaligen Gemeinden Reichenbrand und Stelzendorf)
- 1994 Euba
- 1997 Einsiedel (mit dem bereits am 15. Juli 1936 eingegliederten Berbisdorf), Klaffenbach und Kleinolbersdorf-Altenhain
- 1999 Röhrsdorf, Grüna, Wittgensdorf und Mittelbach
Einwohnerentwicklung

Diagramm zur Bevölkerungsentwicklung
Betrug die Einwohnerzahl im Jahr 1800 noch circa 10.500, so wurde Chemnitz bereits 1883 mit über 100.000 Einwohnern eine Großstadt. Ihren Bevölkerungshöchststand hatte die Stadt 1930 mit einer Einwohnerzahl von 360.250.
Auch Chemnitz ist seit etwa 1989 von einem starken Bevölkerungsrückgang betroffen. So verlor die Stadt ? gemessen am heutigen Gebietsstand ? seit 1990 mehr als 20 Prozent ihrer Einwohner. Trotz zahlreicher Eingemeindungen in den 1990er Jahren (siehe oben) konnte der negative Bevölkerungstrend nur kurzzeitig gestoppt werden. Die Einwohnerzahl der Stadt fiel im Dezember 2003 (laut Statistischem Landesamt des Freistaates Sachsen) unter die Grenze von 250.000. Schätzungen ergaben, dass sich die Bevölkerungszahl bis zum Jahre 2020 wahrscheinlich zwischen 220.000 und 230.000 einpendeln wird.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1466 | 3.455 | | 1474 | 3.523 | | 1501 | 4.400 | | 1530 | 4.318 | | 1551 | 5.616 | | 1586 | 5.476 | | 1610 | 5.500 | | 1658 | 3.000 | | 1700 | 5.000 | | 1790 | 9.162 | | 1801 | 10.835 | | 1818 | 12.000 |
| 1832 | 18.403 | | 1. Dezember 1834 ¹ | 21.137 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 45.432 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 54.800 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 3. Dezember 1867 ¹ | 58.600 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 68.229 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 85.334 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 95.123 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 110.817 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 138.954 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 161.017 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 206.913 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 244.927 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 287.807 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 271.738 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 265.540 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 303.800 | | 16. Juni 1925 ¹ | 331.655 | | 16. Juni 1933 ¹ | 350.734 | | 17. Mai 1939 ¹ | 337.646 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1945 ¹ | 243.613 |
| 29. Oktober 1946 ¹ | 250.188 | | 31. August 1950 ¹ | 293.373 | | 31. Dezember 1955 | 290.153 | | 31. Dezember 1960 | 286.329 | | 31. Dezember 1964 ¹ | 293.133 | | 1. Januar 1971 ¹ | 299.411 | | 31. Dezember 1975 | 305.113 | | 31. Dezember 1981 ¹ | 318.578 | | 31. Dezember 1985 | 315.452 | | 31. Dezember 1988 | 311.765 | | 31. Dezember 1990 | 294.244 | | 31. Dezember 1995 | 266.737 | | 31. Dezember 2000 | 259.246 | | 30. Juni 2005 | 247.589 |
|
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Siehe auch unter ?Weblinks?.
Die Bevölkerung der Stadt Chemnitz gehörte anfangs zum Bistum Meißen. Die Stadt war bereits ab 1254 Sitz eines Archidiakonats. Ab 1313 war der jeweilige Abt des Benediktinerklosters der Archidiakon. 1539 wurde die Reformation eingeführt und mit dem Pfarrer in St. Jacobi eine Superintendentur verbunden. 1540 wurden die noch bestehenden Klöster aufgehoben. Danach war Chemnitz über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch kamen im 16. Jahrhundert auch reformierte Bestrebungen auf, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Chemnitz blieb innerhalb Sachsens stets Sitz einer Superintendentur. Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als Kirchenbezirk. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören alle zu diesem Kirchenbezirk innerhalb der Region Chemnitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Der Kirchenbezirk Chemnitz umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt Chemnitz. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche gibt es in Chemnitz auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Diese gründeten alsbald auch wieder eine eigene Pfarrgemeinde. Wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen gehörte auch die Gemeinde in Chemnitz zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Chemnitz wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb von Chemnitz gehören.

Gedenkstein für die am 10. November 1938 zerstörte Synagoge am Stephansplatz
Neben den beiden großen Kirchen können auch viele Gemeinden verschiedener Freikirchen auf ein langes Wirken in Chemnitz zurückblicken, darunter eine Altlutherische Gemeinde, die Elim-Gemeinde (Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden), eine Evangelisch-Freikirchliche Baptistengemeinde, die Heilsarmee, eine Evangelisch-Freikirchliche Brüdergemeinde, zwei Evangelisch-methodistische Gemeinden (Methodisten) sowie ein in der Evangelisch-methodistischen Kirche beheimatetes Klinikum (Bethanien), eine Evangelisch-reformierte Gemeinde (diese gehört zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer) und eine freie evangelische Gemeinde.
Das Leben der Stadt Chemnitz wurde durch eine, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene, lebendige jüdische Gemeinde stark geprägt. Im Jahr 1879 fand die erste Bestattung auf dem jüdischen Friedhof im Stadtteil Altendorf statt und 1899 konnte die erste Chemnitzer Synagoge am Stephansplatz eingeweiht werden. 1923 hatte die jüdische Gemeinde mit 3.500 Mitgliedern ihren Höchststand erreicht. Es gab 26 jüdische Vereine und jeder dritte der 600 Chemnitzer Fabrikanten, jeder zehnte Arzt sowie viele Künstler waren Juden. Durch den NS-Terror verloren, wie in ganz Europa, viele jüdische Bürger ihr Leben oder mussten fliehen. Auch die Synagoge wurde zerstört. Ab 1945 gab es wieder eine winzige Gemeinde. 1957 hatte sie gerade noch 35 Mitglieder und 1989 war die Gemeinde auf 12 Personen geschrumpft. Nach dem Beitritt der DDR zur BRD stieg die Zahl durch Zuwanderung aus ehemaligen GUS-Ländern auf heute ca. 650 Mitglieder. Außerdem wurde im Jahr 2002 eine neue Synagoge geweiht.
Etwa 80 % der Bevölkerung gehören keiner Religion an.
Politik
Im Jahre 1298 ist für Chemnitz bereits ein Bürgermeister und ein Rat bezeugt, die beide an der Spitze der Stadtverwaltung standen.
Im 14. Jahrhundert hatte der Rat mit dem Bürgermeister insgesamt 12 Mitglieder. Ab 1415 gab es drei Räte, der ?alte Rat? (vom Vorjahr), der ?neue Rat? und der ?ruhende Rat?, wobei der alte und neue Rat zusammen den ?voll sitzenden Rat? ergaben. Ihm stand der Bürgermeister vor. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es nur noch ein Ratskollegium. 1831 wurde eine neue Städteordnung eingeführt. Danach wählten die Bürger ihre Vertretung, die ihrerseits den Bürgermeister und die besoldeten Stadträte wählte. Mit dem Ausscheiden der Stadt Chemnitz aus der Amtshauptmannschaft 1874 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die sowjetische Besatzungsmacht den ?Rat der Stadt? beziehungsweise die Stadtverordnetenversammlung ein. In der DDR fanden Wahlen statt, bei denen es oft nur eine Möglichkeit gab zu wählen. Es wurde starker direkter und indirekter Druck auf nicht linienkonforme Teile der Bevölkerung ausgeübt, die Wahlen waren nicht frei und unabhängig.
Nach dem Beitritt der DDR zur BRD wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium, wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender (ab 1990 Reinhold Breede, CDU). Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister jedoch direkt von den Bürgern der Stadt gewählt.
Liste der (Ober-)Bürgermeister von Chemnitz und Karl-Marx-Stadt

Georgius Agricola (1494-1555)
- 1546, 1547, 1551 und 1553: Georgius Agricola
... - 1663 - 1675: Atlas Crusius
... - 1848 - 1873: Johannes Friedrich Müller
- 1874 - 1896: Dr. Heinrich Friedrich Wilhelm André
- 1896 - 1908: D. Dr. jur. Dr. ing. Gustav Heinrich Beck
- 1908 - 1917: Dr. jur. Heinrich Sturm
- 1917 - 1930: Dr. jur. Hermann Max Johannes Hübschmann
- 1930 - 1933: Albert Traugott Walter Arlart
- 1933 - 1945: Walther Schmidt
| - 1945: Dr. Fritz Gleibe
- 1945: Dr. Kurt Wuthenau
- 1945 - 1946: Hans Hermsdorf (SPD)
- 1946 - 1952: Max Müller
- 1952 - 1960: Kurt Berthel
- 1960 - 1961: Fritz Scheller
- 1961 - 1986: Kurt Müller
- 1986 - 1990: Dr. Eberhard Langer
- 1990 - 1992: Dr. Dieter Noll (CDU)
- 1992 - 1993: Dr. Joachim Pilz (CDU)
- 1993 - heute: Dr.-Ing. Peter Seifert (SPD)
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Wappen
Das Wappen der Stadt Chemnitz zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold zwei blaue Pfähle, hinten in Gold einen schwarzen Löwen mit roter Zunge und Bewehrung.
Die Pfähle stehen für die Grafschaft Landsberg, der Löwe für die Grafschaft Meißen. Beide Wappensymbole sind bereits seit dem 15. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Sie wurden auch von den Kurfürsten von Sachsen als Herrscher über die Stadt Chemnitz geführt. Seit dem 18. Jahrhundert werden beide Wappensymbole in gespaltenem Schild dargestellt.
Städtepartnerschaften
Chemnitz unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Tampere, Finnland, seit 1961
- Laibach (Ljubljana), Slowenien, seit 1966
- Arras, Frankreich, seit 1967
- Timbuktu, Mali, seit 1968
- Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe), Tschechien, seit 1970
- Mülhausen (frz. Mulhouse) , Frankreich, seit 1981
- ?ód?, Polen, seit 1981
- Manchester, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland, seit 1983
- Wolgograd, Russland, seit 1988
- Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen), seit 1988
- Akron (im Bundesstaat Ohio), USA, seit 1997
- Taiyuan, China, seit 1999
Wirtschaft und Infrastruktur
Stadtentwicklung

Blick über Rosenhofarkaden

Blick über die Türme der Stadt

Mittelstandsmeile - Innere Klosterstraße
Mit der Umbenennung in Karl-Marx-Stadt wurde für Chemnitz sehr ambitioniert versucht ein Stadtzentrum zu errichten, das die klassischen Auffassungen vom Städtebau einer sozialistischen Stadt symbolisieren sollte. Die Pläne wurden allerdings auf Grund von finanziellen Mängeln und einem Prioritätenwechsel zugunsten der Wohnraumschaffung nie komplett verwirklicht.
Bei Chemnitz handelt es sich um die einzige deutsche Großstadt, für die, ähnlich dem Wiederaufbau der direkten Nachkriegsjahre, erst seit 1990 ein Stadtzentrum geplant und realisiert wurde bzw. wird, welches sich den Grundsätzen der ?Europäischen Stadt? verpflichtet fühlt. In seinen Dimensionen ist das bis dahin im wesentlichen als Freifläche brachliegende Gelände, an der Stelle der ehemaligen Innenstadt, nur mit dem Bauvorhaben ?Potsdamer Platz? in Berlin vergleichbar.
Verkehr
Durch das nordwestliche Stadtgebiet von Chemnitz führt als Ost-West-Achse die A 4 Erfurt - Dresden, die hier die von Süden kommende A 72 Hof - Chemnitz kreuzt. Die Weiterführung der A 72 nach Leipzig ist in Bau und soll in Teilen 2006 freigegeben werden.
Ferner führen folgende Bundesstraßen durch das Chemnitzer Stadtgebiet: B 95, B 107, B 169, B 173 und B 174. Sämtliche Bundesstraßen bilden den südöstlichen Teil des sogenannten Cityrings, welcher das Stadtzentrum vollständig umschließt. Um die Innenstadt vom ortsfremden Durchgangsverkehr zu entlasten, soll der bereits vorhanden
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