Hotels in Dessau - Sonderangebote und Restplätze
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 | Dieser Artikel beschreibt die Stadt Dessau in Anhalt. Für weitere Orte und Personen dieses Namens siehe Dessau (Begriffsklärung) |
| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Sachsen-Anhalt |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | Koordinate: 51° 50' N, 12° 15' O51° 50' N, 12° 15' O |
| Höhe: | 61 m ü. NN |
| Fläche: | 182,80 km² |
| Einwohner: | 78.953 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 433 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 06811-06849 (alt: 45xx) |
| Vorwahl: | 0340 (Stadtgebiet), 034901(..) |
| Kfz-Kennzeichen: | DE Eingemeindungen: AZE, KÖT |
| Gemeindeschlüssel: | 15 1 01 000 |
| Stadtgliederung: | 21 Stadtteile (1. Januar 2005) bzw. 8 Ortschaften mit je einem Ortschaftsrat |
Adresse der Stadtverwaltung: | Zerbster Str. 4 06844 Dessau |
| Website: | www.dessau.de |
| E-Mail-Adresse: | info@dessau.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Hans-Georg Otto (parteilos) |
Dessau ist eine Stadt in Deutschland. Sie ist nach Halle (Saale) und Magdeburg die drittgrößte Stadt (wobei flächenmäßig betrachtet die zweitgrößte), sowie eines von drei Oberzentren des Landes Sachsen-Anhalt und hat den Status einer kreisfreien Stadt. Nächst größere Städte sind Halle (Saale) etwa 40 km südwestlich, Leipzig, etwa 52 km südlich und Magdeburg, etwa 54 km nordwestlich. Die Stadt wurde als Wirkungsstätte des Bauhauses im von Walter Gropius erbauten Gebäude des Bauhaus Dessau weltbekannt. Die Einwohnerzahl der Stadt Dessau überschritt bereits 1935 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Eingemeindungen
- 2.2 Einwohnerentwicklung
- 2.3 Religionen
- 3 Politik
- 3.1 Wappen
- 3.2 Städtepartnerschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.1.1 Schiene
- 4.1.2 ÖPNV
- 4.1.3 Straße
- 4.1.4 Wasser
- 4.1.5 Luft
- 4.2 Medien
- 4.3 Ansässige Unternehmen
- 4.3.1 Post und Telekommunikation
- 4.3.2 Handel
- 4.3.3 Verkehr
- 5 Öffentliche Einrichtungen
- 5.1 Institutionen, Einrichtungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts
- 5.2 Bildung
- 5.2.1 Hochschulen
- 5.2.2 Berufsschulen
- 5.2.3 Gymnasien
- 5.2.4 Sekundarschulen
- 5.2.5 Grundschulen
- 5.2.6 Sonderschulen
- 5.3 Bibliotheken und Archive
- 6 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 6.1 Touristische Auskünfte
- 6.2 Theater
- 6.3 Kino
- 6.4 Museen
- 6.5 Denkmale
- 6.6 Bauwerke
- 6.6.1 Weltliche Gebäude
- 6.6.1.1 Bauhausbauten - das "moderne Bauen"
- 6.6.1.2 Andere historische Gebäude
- 6.6.1.3 Schlösser und Gartenanlagen
- 6.6.1.4 Bedeutende Bauten nach 1945
- 6.6.1.5 Verlorene Gebäude
- 6.6.2 Sakrale Gebäude
- 6.6.2.1 Heute evangelische Kirchen
- 6.6.2.2 Katholische Kirchen
- 6.6.2.3 Verlorene Kirchen
- 6.7 Sonstige Sehenswürdigkeiten
- 6.7.1 Natur & Grünanlagen
- 6.7.2 Technik
- 6.8 Regelmäßige Veranstaltungen
- 6.9 Freizeit- und Sportanlagen
- 6.10 Badeseen & Schwimmhallen
- 6.11 Kulinarische Spezialitäten
- 6.12 Unterkünfte
- 6.12.1 Hotels
- 6.12.2 Pensionen
- 6.12.3 Hostels & Camping
- 7 Persönlichkeiten
- 7.1 Söhne und Töchter der Stadt
- 7.2 Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten
- 7.3 Ehrenbürger
- 8 Literatur
- 9 Weblinks
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Geografie
Dessau liegt inmitten einer ausgedehnten Auenlandschaft beiderseits der unteren Mulde, die nördlich der Stadt in die Elbe mündet. Südlich begrenzt der Wald der Mosigkauer Heide die Stadt.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Dessau. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Roßlau, Vockerode (Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer Winkel), Oranienbaum (Verwaltungsgemeinschaft Oranienbaum) (alle Landkreis Anhalt-Zerbst), Möhlau (Verwaltungsgemeinschaft Zschornewitz-Möhlau) (Landkreis Wittenberg), Schierau (Verwaltungsgemeinschaft Raguhn) (Landkreis Bitterfeld), sowie Quellendorf (Verwaltungsgemeinschaft Südliches Anhalt), Chörau, Libbesdorf und Reppichau (alle Verwaltungsgemeinschaft Osternienburg) und Stadt Aken (Elbe) (Landkreis Köthen).
Sonstige bekannte Nachbarstädte, die jedoch nicht unmittelbar an Dessau grenzen, sind Wörlitz und Köthen.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Dessaus ist für statistische Zwecke in 21 Stadtteile und 47 statistische Bezirke eingeteilt.
- 01 Innerstädtischer Bereich Nord
- 02 Innerstädtischer Bereich Mitte
- 03 Innerstädtischer Bereich Süd
- 04 Süd
- 05 Haideburg
- 06 Törten
- 07 Mildensee
| - 08 Waldersee
- 09 Ziebigk
- 10 Siedlung
- 11 Großkühnau
- 12 Kleinkühnau
- 13 West
- 14 Alten
| - 15 Kochstedt
- 16 Mosigkau
- 17 Zoberberg
- 18 Kleutsch
- 19 Sollnitz
- 20 Brambach
- 21 Rodleben
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Verwaltungsmäßig sind für Dessau gemäß § 14 der Hauptsatzung 8 Ortschaften gebildet worden. Dabei handelt es sich um früher selbständige Gemeinden. Jede Ortschaft hat einen Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen drei und sieben Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrat ist der Ortsbürgermeister. Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung obliegt jedoch dem Stadtrat der Gesamtstadt Dessau.
Die zehn Ortschaften Dessaus:
- Dessau-Großkühnau
- Dessau-Kleinkühnau
- Dessau-Mosigkau
- Dessau-Kochstedt
- Dessau-Waldersee
| - Dessau-Mildensee
- Dessau-Kleutsch
- Dessau-Sollnitz
- Dessau-Rodleben
- Dessau-Brambach
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Geschichte
Einzelne Stadtteile Dessaus sind über 1.000 Jahre alt. Sie entwickelte sich aus einer slawischen (in einigen Quellen auch sorbischen) Ansammlung von Dörfern. Genaugenommen ist das Wort Dessau die deutsche Mundart für das slawische Dessow. Die Stadt selbst wurde erstmalig 1213 urkundlich erwähnt und entwickelte sich aufgrund der Furten an Elbe und Mulde schnell zu einem lokalen Zentrum. Seit dem 15. Jahrhundert war die Stadt Sitz des Adelshauses der Askanier und später Hauptstadt des Fürsten- beziehungsweise Herzogtums Anhalt-Dessau beziehungsweise Anhalt, das 1918 Freistaat wurde.

Bauhaus Werkstattgebäude von Süden
Im 19. Jahrhundert begann die intensive Industrialisierung, die zur Ansiedlung von Betrieben der chemischen Industrie, des Maschinenbaus bis hin zu Flugzeugindustrie (Junkers-Werke) führte.
Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Stadt war der Zuzug der Kunsthochschule Bauhaus 1926 (Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Wassily Kandinsky), die 1932 auf Druck der NSDAP schließen musste.
Dessau erlitt im Zweiten Weltkrieg schwerste Zerstörungen durch alliierte Bombenangriffe (hervorzuheben der Angriff britischer Bomber in der Nacht des 7. März 1945, dem auch heute noch jährlich durch nächtlichen Glockenschlag der Kirchen gedacht wird). Die Produktionsanlagen der Junkerswerke und anderer Rüstungsunternehmen, so der BAMAG, erlitten bereits 1944 schwere Schäden, in deren Folge unter anderem die Produktion der Junkerswerke weiträumig ausgelagert wurde. Zum Kriegsende war die Innenstadt zu 88 % zerstört (Angaben der damaligen Administration, viele Gebäude waren nur teilzerstört).
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Dessau mit dem gesamten Land Anhalt und der preußischen Provinz Sachsen zum neuen Land Sachsen-Anhalt, das 1949 Bestandteil der DDR, jedoch 1952 aufgelöst wurde. Danach gehörte Dessau als kreisfreie Stadt zum Bezirk Halle, dessen zweitgrößte Stadt sie war.
Die Zeit der DDR brachte Dessau städtebaulich tiefgreifende Einschnitte:
Mangelnde Denkmalpflege, Blockbauten und Komplettabriss von Wohnvierteln zugunsten von Plattenbausiedlungen gaben der Stadt den Rest. Der Wiederaufbau von Dessau brachte viele Opfer - ganze Straßenzüge und viele erhaltenswerte Gebäude wurden direkt nach dem Krieg und nochmal Mitte der 70-iger Jahre dem Erdboden gleich gemacht. Heute sucht man vergeblich den Charme der ehemaligen Renaissancestadt.
Im Zuge der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten wurde 1990 das Land Sachsen-Anhalt wieder errichtet und Dessau Hauptstadt des neu gebildeten Regierungsbezirks Dessau (seit 1. Januar 2004 wieder aufgelöst). Aufgrund der Abwanderung in die alten Bundesländer und einer negativen Geburten-Sterbe-Rate ist die Einwohnerzahl von 104.000 im Jahr 1989 auf weniger als 80.000 gesunken. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird versucht, benachbarte Ortschaften einzugemeinden. Mit der Wirkung zum 1. Januar 2005 verließen Brambach und Rodleben den Landkreis Anhalt-Zerbst und schlossen sich der Stadt an. Die Eingemeindung Quellendorfs wird für das Jahr 2005 erwartet. Durch das vom Landtag des Landes Sachsen-Anhalt am 6. Oktober 2005 beschlossene Kommunalneugliederungsgesetz wird Dessau mit der Stadt Roßlau zum 1. Juli 2007 fusionieren.
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden in die Stadt Dessau eingegliedert:
- 1. Oktober 1923: Alten, Großkühnau, Kleinkühnau, Törten und Ziebigk
- 1935: Roßlau (1945 wieder ausgegliedert)
- 1. November 1945: Waldersee ¹
- 1. November 1945: Mildensee ²
- 12. August 1950: Kochstedt
- 31. August 1952: Mosigkau
- 1. Juli 1994: Kleutsch und Sollnitz
- 1. Januar 2005: Brambach und Rodleben
¹ die Gemeinde wurde am 1. April 1935 durch Vereinigung der Gemeinden Jonitz und Naundorf zunächst unter dem Namen Jonitz-Naundorf gebildet und am 24. Juli 1935 in Waldersee umbenannt. Beide Orte gehörten bereits vom 1. August 1930 bis 1933 zu Dessau
² die Gemeinde wurde 1933 durch Vereinigung der Gemeinden Pötnitz, Scholitz und Dellnau gebildet, welche vom 1. August 1930 bis 1933 bereits zu Dessau gehörten
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl der Stadt Dessau überschritt bereits 1935 mit der Eingemeindung von Roßlau und anderen Gemeinden die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1939 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 120.000 ihren historischen Höchststand. 1945 wurde Roßlau wieder ausgegliedert, sodass die Einwohnerzahl wieder unter 100.000 lag. 1972 überschritt die Einwohnerzahl erneut die 100.000-Grenze. In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl jedoch sehr stark gesunken, sodass die Stadt inzwischen weit von der Großstadtgrenze entfernt ist. Zurzeit wird die Fusion mit der Stadt Roßlau (ab dem 1. Juli 2007) sowie die Eingemeindung von Quellendorf vorbereitet. Dennoch wird damit die Großstadtgrenze nicht erreicht werden.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1787 | 7.787 | | 1830 | 10.612 | | 3. Dezember 1855 ¹ | 13.900 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 15.613 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 16.300 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 16.900 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 17.459 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 19.643 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 23.266 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 27.766 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 34.658 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 42.375 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 50.851 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 55.134 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 56.605 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 51.860 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 51.082 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 57.700 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 16. Juni 1925 ¹ | 71.272 | | 16. Juni 1933 ¹ | 78.593 | | 17. Mai 1939 ¹ | 119.165 | | 1. Dezember 1945 ¹ | 85.663 | | 29. Oktober 1946 ¹ | 88.139 | | 31. August 1950 ¹ | 91.973 | | 31. Dezember 1955 | 94.301 | | 31. Dezember 1960 | 93.459 | | 31. Dezember 1964 ¹ | 95.452 | | 1. Januar 1971 ¹ | 98.402 | | 31. Dezember 1975 | 100.662 | | 31. Dezember 1981 ¹ | 103.194 | | 31. Dezember 1985 | 103.569 | | 31. Dezember 1988 | 103.867 | | 31. Dezember 1990 | 96.754 | | 31. Dezember 1995 | 90.945 | | 31. Dezember 2000 | 83.153 | | 30. Juni 2005 | 78.953 |
|
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Die Stadt Dessau gehörte von Anfang an zum Erzbistum Magdeburg. 1534 wurde die Reformation eingeführt. Danach gab es sowohl Anhänger des lutherischen als auch des reformierten Bekenntnisses. Die Vorherrschaft beider Bekenntnisse wechselte im Laufe der Geschichte mehrmals. 1827 wurde eine Union beider Bekenntnisse durchgeführt (Unierte Kirche). Nach der Vereinigung der anhaltischen Fürstentümer 1863 war Dessau Hauptstadt und damit auch Sitz der Kirchenverwaltung der Evangelischen Landeskirche Anhalts, die zwischen 1875 und 1878 eine synodale Grundlage erhielt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Landeskirche von einem Oberkirchenrat geleitet, der seit 1957 den Titel Kirchenpräsident führt. Sein Amtssitz befindet sich in Dessau. Die protestantischen Kirchengemeinden Dessaus gehören ? sofern es sich nicht um Freikirchen handelt ? zum Kirchenkreis Dessau, der sich in mehrere Regionen aufteilt.
Ab 1750 gab es auch wieder Katholiken in Dessau, deren Zahl sich stets vergrößerte. 1856 erhielten sie wieder eine eigene Kirche. Sie gehörten bereits ab 1821 zum Bistum beziehungsweise ab 1929 Erzbistum Paderborn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für den Erzbischof immer schwerer seine Amtsgeschäfte im Ostteil seines Erzbistums wahrzunehmen. Daher wurde in Magdeburg 1946 ein Generalvikar eingesetzt, der 1949 zum Weihbischof ernannt wurde und zu dessen Amtsbezirk auch die Pfarrgemeinden in Dessau gehörten. Am 23. Juli 1973 wurde ein Bischöfliches Amt errichtet, dessen Jurisdiktion dem Bischof und Apostolischen Administrator in Magdeburg, Johannes Braun, übertragen wurde. Dieses Bischöfliche Amt gehörte zwar offiziell zum Erzbistum Paderborn und der Apostolische Administrator war dementsprechend auch nur als Weihbischof dort tätig, doch entwickelte es sich faktisch zu einem eigenständigen Bistum. Am 8. Juli 1994 wurde das bisherige Bischöfliche Amt Magdeburg zum Bistum erhoben und (wieder) der Erzdiözese Paderborn als Suffraganbistum unterstellt. Die Pfarrgemeinden Dessaus gehören somit heute zum Dekanat Dessau innerhalb des Bistums Magdeburg.
Von den beiden großen Kirchen und den Freikirchen abgesehen, gibt es in Dessau, der Stadt aus der Moses Mendelssohn stammt, auch eine jüdische Gemeinde. Sie zählt um die 350 Mitglieder und setzt sich hauptsächlich aus Einwanderern der ehemaligen Sowjetunion zusammen.
Politik
Die Selbstverwaltung der Bürgerschaft in Dessau ist erstmals 1372 erwähnt. An der Spitze der Stadt stand zunächst der vom jeweiligen Fürst eingesetzte Schultheiß, der zusammen mit den Schöffen den Rat bildete. Der Rat wurde ab 1372 in zwei "Mittel", ab 1600 in drei und ab 1785 wieder in zwei Mittel geteilt. 1832 wurde die Ratsverfassung aufgehoben. Bis in jene Zeit wechselten die Bürgermeister in Dessau nahezu jährlich. Danach gab es in der Stadt einen Stadtrat und eine Stadtverordnetenversammlung. Bis in jene Zeit unterschied man in eine "Stadt unter dem Rat" und eine "Stadt unter dem Amt", wobei letztere unter fürstlicher Verwaltung und Gericht stand. Beide "Städte" wurden 1834 vereinigt. 1852 wurde eine neue Städteordnung eingeführt. Danach trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. In der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der Partei eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtverordnetenversammlung, später Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums ist der "Stadtratsvorsitzende". Das Gremium wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt.
Folgende Personen waren Ratsherren:
Folgende Personen waren Ratskämmerer:
- 1601: Vollrat Happach
- 1635: Johann Happach
Ab 1617 waren folgende Personen mehrmals Bürgermeister von Dessau:
- Vollrat Happach, 1617 ? ?
- Johann Leopold Stubenrauch, zwischen 1771 und 1828 Bürgermeister in jährlichem Wechsel mit anderen
- Ludwig Gustav Meyer, 1801, 1803, 1805
- Karl Friedrich Bornkessel, 1807, 1809, 1811, 1813
- Marius Leopold Friedrich Siebigk, 1815 bis 1834 in jährlichem Wechsel mit anderen
- 1834 ? 1848: Georg Gottfried Richter, Stadtdirektor
- 1848 ? 1852: Karl Wilhelm Fritsche, Bürgermeister
- 1852 ? 1884: Dr. Franz Medicus, ab 1864 Oberbürgermeister
- 1884 ? 1897: Dr. Friedrich Funk, Oberbürgermeister
- 1898 ? 1918: Dr. Ernst Ebeling, Oberbürgermeister
- 1918 ? 1933: Fritz Hesse, Bürgermeister, ab 1927 Oberbürgermeister
- 1933 ? 1945: Johannes (Hans) Sander, Oberbürgermeister
- 1945: Dr. Walther, Oberbürgermeister
- 1945 ? 1946: Fritz Hesse, Oberbürgermeister
- 1946 ? 1949: Karl Adolphs, Oberbürgermeister
- 1949 ? 1951: Lisa Krause, Oberbürgermeisterin
- 1951 ? 1961: Maria Dank, Oberbürgermeisterin
- 1955 ? 1956: Paul Zabel, Oberbürgermeister in einer Übergangszeit
- 1961 ? 1963: Helmuth Klapproth, Oberbürgermeister
- 1963 ? 1984: Thea Hauschild, Oberbürgermeisterin
- 1984 ? 1990: Sylvia Retzke, Oberbürgermeisterin
- 1990: Christoph Döring, Oberbürgermeister (war bereits von 1987-1988 amtierender Oberbürgermeister, während Frau Retzke auf der Parteihochschule war)
- 1990 ? 1994: Dr. Jürgen Neubert, Oberbürgermeister
- 1994 ? heute: Hans-Georg Otto, Oberbürgermeister
Der Stadtrat der Stadt Dessau setzt sich seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 wie folgt zusammen:
Oberbürgermeister: 1 Sitz
- CDU: 15 Sitze
- PDS: 12 Sitze
- SPD: 8 Sitze
- FDP: 3 Sitze
- Bündnis 90/Die Grünen: 2 Sitze
- Freie Wähler: 2 Sitze
- BdS: 1 Sitz
- DSU: 1 Sitz
- Alternative: 3 Sitze
- Pro Dessau: 3 Sitze
Vorsitzender des Stadtrates:
Wappen
Das Wappen der Stadt Dessau zeigt "Gespalten mit golden-rot geviertem Schildfuß, vorn in Silber am Spalt ein roter, goldbewehrter Adler mit roter Zunge; hinten neunmal geteilt von Schwarz und Gold, belegt schrägrechts mit einem grünen Rautenkranz. Das Wappen wird gekrönt von fünf roten Mauerzinnen. Die Stadtfarben zeigen gold (gelb) und rot."
Das Wappen hat seinen Ursprung im Herzschild des Fürstentum Anhalt, dessen Residenzstadt Dessau war. Es ist bereits seit 1540 im Gebrauch. Dabei steht der Adler für die Markgrafschaft Brandenburg, der Balken und Rautenkranz für das Herzogtum Sachsen. Der viergeteilte Schildfuß wurde später als Zeichen für die Herrschaft Waldersee gedeutet. Die das Wappen seit 1952 bekrönenden Zinnen sind eine freie Zutat.
Städtepartnerschaften
Dessau unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Argenteuil (Frankreich), seit 1959
- Klagenfurt (Österreich), seit 1971
- Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz), seit 1988
- Gliwice/Gleiwitz (Polen), seit 1992
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Schiene
Der Hauptbahnhof Dessau ist ein Bahnknotenpunkt an den Strecken Leipzig-Magdeburg beziehungsweise Leipzig-Potsdam-Berlin. Darüber hinaus führen Strecken nach Köthen und Wittenberg.
Zum Netz der Deutschen Bahn gehören im Stadtgebiet Dessau die Bahnhöfe
- Dessau-Hauptbahnhof
- Dessau-Süd
- Dessau-Mosigkau
- Dessau-Alten
- Rodleben (Haltepunkt)
Am an der Bahnlinie nach Roßlau liegenden Bahnhof Dessau-Wallwitzhafen erfolgen keine Zughalte mehr.
Eine Museumsstrecke, die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn der Anhaltischen Bahngesellschaft führt zum 15 km östlich von Dessau gelegenen Wörlitzer Park. Von der Anhaltischen Bahngesellschaft werden an den Fahrtagen der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn die Haltepunkte
- Dessau-Waldersee
- Dessau-Adria
bedient. Die Strecke beginnt ebenfalls am Hauptbahnhof (Bahnsteig 1a). Das Bahnhofsgebäude Dessau-Wörlitzer Bahnhof, an welchem früher die Strecke begann, gehört jetzt zum Umweltbundesamt.
Die Dessau-Radegast-Köthener Kleinbahn (DKRB) wurde zu DDR-Zeiten abgebaut. Deren Bahnhöfe waren:
- Dessau-Radegaster Bahnhof,Ehemaliger Bahnhof der DRKB
- Dessau-Kochstedter Straße, demontierter Haltepunkt der DRKB
- Kochstedt, ehemaliger Bahnhof der DRKB
- Diesdorf-Libbesdorf, demontierter Haltepunkt der DRKB
- Quellendorf, abgerissener Bahnhof der DRKB
Daneben gibt es noch heute nicht mehr in Betrieb befindliche Güterbahnhöfe:
- Dessau-Elbhafen, Ehemaliger Güterumschlagbahnhof, siehe "Wasser"
- Dessau Güterbahnhof, Rudimentär vorhanden.
- Dessau-Haideburg, Ehemaliger Güterbahnhof.
ÖPNV
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Straßenbahn- und Buslinien des kommunalen Unternehmens Dessauer Verkehrsgesellschaft mbH der Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV). Zur Zeit werden 3 Straßenbahnen sowie mehrere Buslinien betrieben.
Straße
Durch das südöstliche Stadtgebiet Dessaus führt, die Ende der 20-iger erbaute und unter Hitler erneuert und verbreiterte Bundesautobahn A9 München-Berlin. Dazu gehören die Anschlussstellen Dessau-Süd (an der B184) und Dessau-Ost (an der B185). Weiterhin ist Dessau über die Anschlussstelle Vockerode (Landesstraße) erreichbar. Ausfahrt Möst wurde beim jüngsten 6-spuigen Ausbau geschlossen und erfüllt jetzt den Funktion eines illegalen Müllabladeplatzes. Ferner führen die Bundesstraßen B184 und B185 durch Dessau.
Wasser
Auch an das Wasserstraßennetz ist Dessau angebunden. Die Elbe bildet die nördliche Stadtgrenze. Auf dem Gebiet des Stadt Dessau existierten und existiren folgende Häfen:
- Hafen Dessau-Roßlau, Roßlauer Werft. Einziger Hafen der noch in Betrieb ist.
- Leopoldshafen, benannt nach dem Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau, der selbigen ausbaggern lies. Heute befindet sich dort ein Sportboothafen mit Ruderverleih und der Start-Ziel-Turm des jährlich stattfindenen internationalen Motorbootrennen
- Wallwitzhafen und Elbhafen, mit gleichnamigen beiden Bahnhöfen. Ehemals großer Umschlaghafen von Schiene auf Wasser und umgekehrt. Der Elbhafen lag tiefer, deswegen war eine Hebevorrichtung vonnöten, die jeden Waggon einzeln zu den Gütergleisen am Bahnhof Wallwitzhafen und zum Anschlussleis hob. Das Hubgebäude ist heute noch vorhanden (Ruine). Das Anschlussgleis mündete auf die Hauptstrecke (Halle/Leipzig-Dessau-Roßlau-(Wittenberg/Magdeburg/Berlin). Der Elbhafen ist verlandet und wird nicht mehr genutzt. Der Löschkran ist abmontiert. Das Gelände zwischen Elbhafen und Bfh Elbhafen wurde 1998-2004 als Partygelände genutzt. Heute ist es verwahrlost. Der Wallwitzhafen ist heute privater Sportboothafen und nicht zu betreten. Heute ist der Wallwitzhafen (Ruine) kein Haltepunkt mehr.
- ehemaliger Kohlehafen an der Elbe nahe dem Kornhaus, heute Anleger für Elbschiff "Clara Schuhmann"
Luft
Der Flughafen Dessau befindet sich im Nord-Westen der Stadt (ICAO-Kennung: EDAD). Er liegt zwischen den Stadtteilen Kleinkühnau, Alten und Siedlung. Zu Junkers-Zeiten war die Landebahn wesentlich länger. Heute versperren Umgehungsstraßen (z.B die Landesstraße L 63) die noch existierende lange Landebahn. Es wurde extra eine Brücke über diese Betonbahn gebaut, da sie denkmalgeschützt ist.
Medien
In Dessau erscheint in der Tageszeitung die Lokalausgabe "Anhalt Kurier" der Mitteldeutschen Zeitung Halle (Saale). Die kostenlosen Anzeigenblätter Wochenspiegel und Supersonntag erscheinen wöchentlich, während das von mehreren Dessauer Firmen herausgegebene Dessauer Firmenblatt mit Notrufnummern und Veranstaltungstipps nur monatlich erscheint. leo-Das Anhalt Magazin ist das regionale Veranstaltungs- und Kulturmagazin und erscheint monatlich. Die empfangbaren Radiosender sind: MDR Figaro, MDR Jump, MDR Sputnik, Radio SAW, Radio Brocken, Rockland Radio, ...
Darüber hinaus senden im Kabelnetz der Stadt der lokale TV Sender TV Dessau sowie der Offene Kanal Dessau.
Ansässige Unternehmen
Post und Telekommunikation
- Deutsche Post AG, Hauptpost
- Stadtwerke Dessau mit DaTEL, DVV usw.
- SITEL Deutschland (2 Standorte, ca. 1300 Beschäftigte), Multi Chanel Contact Center
Handel
Rathauscenter - ECE-Gruppe, innerstädtisches Einkaufszentrum
Verkehr
Öffentliche Einrichtungen
Institutionen, Einrichtungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts
- Stadtverwaltung
- Bundeswehr
- Deutsches rotes Kreuz (DRK)
- Landesverwaltungsamt, Nebenstelle Dessau
- Landesrechnungshof
- Landesamt für Vermessung & Geoinformation
- Agentur für Arbeit (Arbeitsamt)
- Finanzamt
- Polizeirevier
- Polizeidirektion
- Verbraucherzentrale
- DVV-Stadtwerke (Stromversorgung, Wasserver- und -entsorgung, Fernwärme, Verkehrsgesellschaft, Kraftwerk, Gasversorgung, Flugplatz, Daten- und Telekommunikation)
- Evangelische Landeskirche Anhalts
- Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau ? Geschäftsstelle Dessau
- Umweltbundesamt
Jusitz
(Amtsgericht, Arbeitsgericht, Finanzgericht, Justizvollzugsanstalt, Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt, Landgericht, Sozialgericht, Staatsanwaltschaft Dessau, Verwaltungsgericht)
Bildung
Wikipedia
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