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 | Dieser Artikel behandelt die Stadt Emden (Ems), weitere Bedeutungen unter Emden (Begriffsklärung) |
| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: |
Niedersachsen |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | Koordinate: 53° 22' N, 07° 12' O53° 22' N, 07° 12' O |
| Höhe: | 1 m ü. NN |
| Fläche: | 112,38 km² |
| Einwohner: | 51.710 (28. Februar 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 460 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 26721, 26723, 26725 (alte PLZ: 2970) |
| Vorwahlen: | 04921 |
| Kfz-Kennzeichen: | EMD |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 02 000 |
Adresse der Stadtverwaltung: | Frickensteinplatz 2 26721 Emden |
| Webseite: | www.emden.de |
| Stadtteile: | 20 |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Alwin Brinkmann (SPD) |
| Regierende Partei: | SPD |
Emden ist eine kreisfreie Stadt in Niedersachsen und liegt an der Mündung der Ems in die Nordsee, gegenüber dem Dollart.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Geografische Lage
- 1.2 Geologie
- 1.3 Ausdehnung des Stadtgebiets
- 1.4 Nachbargemeinden
- 1.5 Stadtgliederung
- 1.5.1 Larrelt
- 1.5.2 Port Arthur/Transvaal
- 1.5.3 Barenburg
- 2 Geschichte
- 2.1 Religionen
- 2.2 Einwohnerentwicklung
- 3 Politik
- 3.1 Stadtrat
- 3.2 Bürgermeister
- 3.3 Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag und im Bundestag
- 3.4 Wappen
- 3.5 Städtepartnerschaften
- 4 Klima
- 4.1 Temperatur
- 4.2 Niederschlag
- 4.3 Sonnenscheindauer
- 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Theater
- 5.2 Museen
- 5.3 Bauwerke und andere Sehenswürdigkeiten
- 5.4 Parks
- 5.5 Regelmäßige Veranstaltungen
- 6 Wirtschaft und Infrastruktur
- 6.1 Verkehr
- 6.2 Ansässige Unternehmen
- 6.3 Unternehmen und Betriebe der Stadt Emden
- 6.4 Medien
- 6.5 Öffentliche Einrichtungen
- 6.6 Bildung
- 7 Sport
- 8 Persönlichkeiten
- 8.1 Söhne und Töchter der Stadt
- 8.2 Ehrenbürger
- 8.3 Weitere Persönlichkeiten
- 9 Siehe auch
- 10 Literatur
- 11 Weblinks
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Geografie
Geografische Lage
Emden liegt im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland in der historischen Landschaft Ostfriesland und ist die westlichste Hafenstadt Deutschlands. Die Seehafenstadt befindet sich nahe der Mündung der Ems in die Nordsee, südlich der Stadt liegt zudem die Bucht Dollart.
Geologie
Das gesamte Stadtgebiet Emdens liegt in der Marsch.
Ausdehnung des Stadtgebiets
Die maximale Länge von Nord nach Süd beträgt 7,7 Kilometer. Die Ausdehnung von West nach Ost beträgt maximal 20,4 Kilometer, die Stadt erstreckt sich in voller Breite entlang der Ems. Die Gesamtlänge der Stadtgrenze beträgt 43,0 Kilometer.
Nachbargemeinden
Unmittelbar angrenzende Gemeinden von Nordwest nach Ost im Uhrzeigersinn: Krummhörn, Hinte, Südbrookmerland und Ihlow (alle Landkreis Aurich) sowie Moormerland (Landkreis Leer). Im Süden sowie im Westen wird Emden unmittelbar von der Ems und dem Dollart begrenzt. Am gegenüberliegenden Ufer der Ems bzw. des Dollarts befinden sich die Gemeinden Jemgum und Bunde (Landkreis Leer) sowie niederländisches Gebiet, darunter die Stadt Delfzijl.
Stadtgliederung
Emden hat folgende Stadtteile: Wybelsum, Logumer Vorwerk, Twixlum, Larrelt, Larrelt/VW-Siedlung, PortArthur/Transvaal, Conrebbersweg, Früchteburg, Harsweg, Barenburg, Stadtzentrum, Wolthusen/Neubaugebiet, Wolthusen/Dorf, Uphusen/Marienwehr, Herrentor, Friesland, Borßum/Hilmarsum, Widdelswehr/Jarßum, Petkum und Constantia. Diese Auflistung folgt der statistischen Gliederung der Emder Stadtverwaltung.
Marienwehr, Uphusen, Jarßum und Widdelswehr sind geografisch voneinander getrennte Dörfer/Stadtteile. Hilmarsum ist eine kleine Siedlung, die jedoch geografisch von Borßum getrennt ist. Wolthusen wie auch Larrelt sind umgekehrt lediglich zu statistischen Zwecken "aufgeteilt" worden. Der kleine Stadtteil Tholenswehr, in der obigen Auflistung nicht eigens erwähnt, wird oftmals als Teil Wolthusens gesehen, ist allerdings ein geografisch eigenständig identifizierbarer Stadtteil. Das gleiche gilt für den Stadtteil Kolonie Friesland, der zumeist Borßum "zugeschlagen" wird.
Im Stadtteil Stadtzentrum sind folgende Viertel identifizierbar: Altstadt, Behördenviertel, Boltentor, Bentinkshof, Groß-Faldern und Klein-Faldern.
Die drei größten Stadtteile sind laut Statistik der Stadt Emden (s. Weblink) das Stadtzentrum (rund 8700 Einwohner), Barenburg (rund 7000 Einwohner) und Borßum/Hilmarsum (rund 6100 Einwohner).
Der Emder Hafen ist mehreren Stadtteilen zuzuordnen: Port Arthur/Transvaal, Larrelt, Borßum, Kolonie Friesland und Stadtzentrum.
Larrelt
Larrelt ist ein Stadtteil von Emden. Die erste urkundliche Erwähnung als Hlarfliata stammt aus dem Jahre 930. Die selbstständige Landgemeinde Larrelt wurde 1945 auf Druck der britischen Besatzungsmacht nach Emden eingemeindet.
Seit 1965 ist der Stadtteil Standort des Volkswagenwerkes Emden (im Jahr 2000 50% aller industriellen Arbeitsplätze in Emden). Im Süden des Stadtteils befinden sich Hafenumschlagsanlagen (Emspier). Die Betriebe befinden sich im Larrelter Polder, also dem Meer abgerungenen und eingedeichten Land.
Sehenswert ist die ev.-ref. Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Das dort aufbewahrte 800 Jahre alte Tympanon (Türbogenfeld) der ersten Larrelter Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist wahrscheinlich das älteste Bild-Schrift-Selbstzeugnis eines mittelalterlichen Bauherrn in Deutschland.
Port Arthur/Transvaal
Der Stadtteil Port Arthur/Transvaal ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Arbeitersiedlung für Hafenbeschäftigte entstanden. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe der Westseite des Emder Hafens. Viele der zu jener Zeit erbauten Gebäude stehen noch heute. Benannt wurde der Stadtteil nach zwei Ereignissen aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts: der Seeschlacht bei Port Arthur im Zuge des Russisch-japanischen Krieges sowie der Provinz Transvaal in Südafrika, zu jener Zeit Schauplatz des Burenkrieges.
Im Stadtteil Transvaal ist Otto Waalkes aufgewachsen. Zu seinen Ehren wurde eine Skulptur auf dem zentralen Platz des Stadtteils errichtet, die Ottifanten darstellt.
Im Stadtteil Transvaal befinden sich das ehemalige Werk des Lebensmittelherstellers "Ültje" (heute ist dort ein Nachfolgeunternehmen derselben Branche tätig), einer der Rangierbahnhöfe des Emder VW-Werkes sowie weitere Firmen, unter anderem die Cassens-Werft, Werft-Zulieferer, Firmen der Logistik-Branche und Bauunternehmen.
Barenburg
Der Stadtteil Barenburg entstand erst Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Seine heutige Größe (mit rund 7000 Einwohnern zweitgrößter Emder Stadtteil) erreichte Barenburg allerdings erst in den 70ern durch massive Bebauung, an der wesentlich das ehemals gewerkschaftseigene Unternehmen Neue Heimat beteiligt war. Unter anderem befinden sich in Barenburg die beiden größten (nahezu baugleichen) Wohnhäuser Ostfrieslands: die im Volksmund so genannten "Glaspaläste", langgezogene Hochhäuser mit elf Stockwerken. 2005 ist in der Stadt erneut eine Diskussion darüber entbrannt, ob einer der beiden "Glaspaläste" abgerissen werden sollte, da von 160 Mieteinheiten lediglich etwa 20 vermietet sind.
In Barenburg befindet sich die ehemalige Karl von Müller-Kaserne, benannt nach dem Kommandanten des Kleinen Kreuzers "Emden" im Ersten Weltkrieg. Dort war bis Mitte der 90er Jahre das ABC-Abwehrbataillon 110 der Bundeswehr stationiert. Nach Auflösung der Einheit wurde die Kaserne geschlossen, eine Nachnutzung ist bis heute nicht gefunden worden.
Geschichte
Als friesische Handelsniederlassung an der Mündung der Eemese (Ems) wurde das mittelalterliche "Amuthon" um 800 n.Chr. gegründet. Dieser durch das fränkische Reich geschützte Handelsplatz und Warenumschlagsort steigerte seine Wichtigkeit um Mitte des 11. Jahrhunderts als Münzstätte enorm. Die erste urkundliche Erwähnung Emdens als Zollstätte geht auf das Jahr 1244 zurück. Die Häuptlingsfamilie der Cirksenas besetzte 1433 mit Hilfe der Hanse Emden. Graf Ulrich I. machte 1464 die Emder Burg zu seinem Amtssitz.
Zu einem Großhafen europäischer Bedeutung konnte Emden sich erst Mitte des 16. Jahrhunderts entwickeln. Dafür waren vor allem drei Faktoren entscheidend:
- Die Aufnahme von reformierten Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden,
- Eine Blockade der niederländischen Häfen durch die Spanier,
- Getreideexporte nach Westfalen.
Infolge der Freiheitskämpfe in den Niederlanden strömten zwischen 1570 und 1600 mehr als 6.000 reformierte niederländische Flüchtlinge nach Emden. Durch die Aufnahme dieser Exilanten wurde Ostfriesland, insbesondere aber Emden, in dieser Zeit politisch, wirtschaftlich und religiös stark geprägt.
Im Jahr 1595, nach mehreren der Bevölkerung gegenüber ziemlich rücksichtlosen Steuererhöhungen und Gesetzen, setzten die Emder Bürger im Zuge der "Emder Revolution" den von dem Grafen Edzard II. eingesetzten Rat der Stadt ab und nahmen die gräfliche Burg ein. Edzard II. sah sich gezwungen, seine Residenz nach Aurich zu verlegen. Mit dem Vertrag von Delfzijl vom 15. Juli 1595 musste sich der Graf verpflichten, auf den Großteil seiner Rechte in Emden zu verzichten.
Die Niederlande unterstützten dieses Unternehmen, indem sie eine Schutztruppe nach Emden schickten, die erst 1744 nach dem Tod des letzten Cirksena und dem folgenden Übergang von Ostfriesland an Preußen wieder abzog. Emden erreichte als "Satellit" der Niederlande de facto die Stellung einer freien Reichsstadt und schloß sich mit dem reformierten Südwesten immer enger an die calvinistische Kirche der Niederlande an. Dadurch wurde im Laufe des 17. Jahrhunderts niederländisch zur Standardsprache des gehobenen Bürgertums in Emden.
Ihre Blütezeit in Sachen Wirtschaft hatte die Stadt Emden im späten 16. Jahrhundert. Zwischenzeitlich kam es durch die Verlagerung des Flussbettes der Ems, die Bedeutung des Hafens wurde dadurch stark verringert.
Im Jahr 1751 gründete der preußische König Friedrich der Große die Emdener Ostasiatische Handelskompanie, deren Schiffe überseeische Waren (vor allem Tee und Porzellan) aus dem chinesischen Kanton nach Emden brachten. Der Ausbruch des Siebenjährigen Krieges im Jahre 1756 führte allerdings schon nach kurzer Zeit den Niedergang der Handelskompanie herbei, so dass sie 1765 aufgelöst wurde.
Im 20. Jahrhundert wurde Emden im Zusammenhang mit Hafenneubauten zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Massengüter. Die wohl größte Katastrophe, die jemals in Emden stattfand, war die Bombardierung durch alliierte Bomberverbände während des Zweiten Weltkrieges, als am 6. September 1944 über 80% des Stadtgebiets zerstört wurden.
Religionen
Emden ist überwiegend protestantisch, geprägt durch die Aufnahme von protestantisch-calvinistischen Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie war Ort berühmter theologischer Disputationen und galt lange Zeit als Genf des Nordens.
Die Emder Mennonitengemeinde ist weltweit eine der ältesten ihrer Art; sie stammt ebenfalls aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und geht indirekt auf das Wirken des Täuferführers Melchior Hofmann zurück.
Die Baptistengemeinde wurde 1902 als verfasste Gemeinde gegründet. Eine ihrer Keimzellen war die hugenottische "Gemeinde unter dem Kreuz", von der ein Teil sich dem baptistischen Tauf- und Gemeindeverständnis zuwandte - darunter ihr Prediger de Haan.
Erst 1803 wurde eine katholische Kirche gebaut.
Die 1834-36 erbaute Synagoge wurde am 9. November 1938 zerstört.
Heute leben in Emden laut Statistik der Stadtverwaltung (s. Weblink) rund 16800 Personen evangelisch-lutherischen Glaubens, rund 16000 Menschen evangelisch-reformierten Glaubens, zirka 4300 Katholiken sowie ungefähr 13500 Personen sonstigen Glaubens bzw. Konfessionslose. Der Unterschied zwischen dieser Gesamtzahl von 50600 Personen und der offiziellen Einwohnerzahl dürfte sich aus unterschiedlichen Statistiken bzw. Erhebungszeitpunkten bezüglich der Einwohnerzahl erklären.
Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
- 1998 - 51.448
- 1999 - 51.173
- 2000 - 50.963
- 2001 - 51.185
- 2002 - 51.351
- 2003 - 51.445
- 2004 - 51.670
Seit Jahren besteht in der Stadt Emden - wie in den meisten anderen Kommunen Deutschlands - ein Geburtendefizit, d. h. es starben mehr Menschen als Babys zur Welt kamen. In den Jahren seit 1998 schwankte das Geburtensaldo zwischen minus 14 (1999) und minus 177 (2002). Wanderungsgewinne machten dies jedoch mehr als wett, so dass die Zahl der Einwohner seit einigen Jahren wieder steigt. Bis zum Jahr 2000 gab es ein negatives Wanderungssaldo, seitdem schwankt das Plus zwischen 229 (2003) und 343 (2002), so dass sich insgesamt eine steigende Einwohnerzahl ergibt (Quelle: Stadt Emden, s. Weblink).
Das Niedersächsische Landesamt für Statistik prognostiziert der Stadt Emden bis 2021 eine weitere Zunahme der Einwohnerzahl auf mehr als 52000 (Quelle: ebd.). Damit würde die Stadt Emden zur Minderheit der deutschen Kommunen zählen, die weiterhin ein Wachstum der Einwohnerzahl zu erwarten haben.
Politik
Stadtrat
Der Rat der Stadt besteht aus 42 Ratsfrauen und Ratsherren. Hinzu kommt als stimmberechtigtes Mitglied kraft Amtes der Oberbürgermeister, Alwin Brinkmann (SPD).
- SPD 18 Sitze
- CDU 11 Sitze
- FDP 10 Sitze
- Bündnis 90/Die Grünen 3 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 9. September 2001)
Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Kommunalwahl 2001 hatte die Sozialdemokratische Partei Deutschlands eine absolute Mehrheit der Stimmen bei den Wahlen zum Rat der Stadt. Diese Mehrheit lag fast durchgehend bei mehr als 50 Prozent, teils auch bei mehr als 60 Prozent der abgegebenen, gültigen Stimmen. Die Kommunalwahl 2001 kann daher als kommunalpolitische Zäsur begriffen werden, da die Emder SPD "nur" noch zirka 38,5 Prozent der Stimmen erhielt. Zugleich erreichte die Emder FDP eines der besten Wahlergebnisse der Partei in Niedersachsen.
In der aktuellen Wahlperiode, die im Herbst 2006 endet, ist die SPD zwar stärkste Partei, verfügt jedoch nicht mehr über die absolute Mehrheit der Stimmen. Sachentscheidungen werden derzeit meist von wechselnden Koalitionen verabschiedet.
Bürgermeister
Der amtierende Oberbürgermeister von Emden ist Alwin Brinkmann von der SPD. Er hat seit 1986 das Amt des Oberbürgermeisters inne - zunächst ehrenamtlich, seit der Oberbürgermeister-Wahl 1998 hauptamtlich. Hintergrund ist die Einführung der Eingleisigkeit in den niedersächsischen Kommunen im Jahre 1996.
Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag und im Bundestag
- Der Landtagswahlkreis besteht aus der Stadt Emden sowie den benachbarten Gemeinden Krummhörn und Hinte im Landkreis Aurich. Im Niedersächsischen Landtag (Legislaturperiode bis 2008) sind derzeit zwei Abgeordnete aus dem Wahlkreis vertreten. Das Direktmandat gewann bei der Wahl 2003 der Sozialdemokrat Hans-Dieter Haase (hauptberuflich Verwaltunsgjurist). Als "Nachrücker" zog im Herbst 2005 der Christdemokrat Reinhard Hegewald (hauptberuflich als Geschäftsführer bei der regionalen Industrie- und Handelskammer tätig) in den Landtag ein.
- Der Bundestagswahlkreis Aurich/Emden umfasst die Stadt Emden und den Landkreis Aurich. bei der jüngsten Bundestagswahl im Herbst 2005 wurde Garrelt Duin (SPD) aus der Emder Vorortgemeinde Hinte als Direktkandidat gewählt. Der gelernte Jurist war zuvor Europaabgeordneter der SPD für die Region Weser-Ems. Duin erreichte das fünftbeste Erststimmen-Ergebnis aller SPD-Abgeordneten im Bundestag. Mit einem Zweitstimmen-Ergebnis von 55,9 Prozent gelang der SPD im Wahlkreis Aurich/Emden das beste Ergebnis in Deutschland.
Wappen
Das Emder Wappen wurde der Stadt im Jahre 1495 nach langem Bitten und Zahlung von hohen Gebühren von König Maximilian I. verliehen. Das Wappen trägt den Namen "Engelke up de Muer" (Engel auf der Mauer) und ist in den Stadtfarben (Gold, Rot, Blau) gehalten. Die blauen Wellen ganz unten symbolisieren Emdens Verbundenheit und Nähe zur Ems (die damals noch direkt an der Stadt vorbei floss). Die Mauer in der Mitte steht für die Sicherheit und den Schutz den Emden bot, sowohl durch die Emsmauer, welche Emden von der Ems trennte, als auch für die riesige Wallanlage die rings um die Stadt verläuft. Der goldene Engel ist dem ehemaligen Wappen der Cirksena-Familie nachempfunden, der damals herrschenden Adelsfamilie der Stadt. Dabei handelt es sich übrigens nicht etwa um einen "echten" Engel, sondern um eine Harpyie, einem weiblichen Unheilsdämon mit Flügeln und Krallen aus der griechischen Mythologie, in der Heraldik auch als "Jungfrauenadler" bekannt.
Städtepartnerschaften
Mit folgenden Städten ist Emden eine Städtepartnerschaft eingegangen:
- Prenzlau in Deutschland (Brandenburg)
- London Borough of Hillingdon im Vereinigten Königreich
- Archangelsk in Russland
Die Partnerstädte werden vor allem an den Emder Schulen intensiv durch Austauschprogramme genutzt.
Klima

Klimadiagramm von Emden 1961 bis 1990
Emden steht hauptsächlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Ansonsten ist das Klima dem mitteleuropäischen Raum gleichgesetzt.
Nach der Klimaklassifikation von W. Köppen befindet sich Emden in der Einteilung Cfb.
- Klimazone C: Warm-gemäßigtes Klima
Die Temperatur des kältesten Monats liegt zwischen +18 und -3°C.
- Klimatyp Cf: feuchtgemäßigtes Klima
Alle Monate sind feucht; der trockenste Monat hat eine Niederschlagsmenge von mindestens 60 mm.
- Klimauntertyp b: warme Sommer
Mitteltemperatur des wärmsten Monats unter +22° C, mindestens vier Monate mit Mitteltemperaturen von wenigstens +10° C.
Temperatur
Das durchschnittliche Jahrestemperaturmittel liegt bei 9,1 °C. Der wärmste Monat ist der August mit einem Monatstemperaturmittel von 16,8°C. Der kälteste Monat ist der Januar mit 1,4 °C im Monatsdurchschnitt.
Niederschlag
Die Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres liegt in Emden bei 767,8 mm. Der regenreichste Monat ist der Juli mit 82,9 mm, der regenarmste Monat ist der Februar mit 40,6 mm.
Sonnenscheindauer
Im Jahr scheint in Emden die Sonne insgesamt 1547,4 Stunden. Die größte Chance auf Sonne bekommt man im Mai. In diesem Monat sind es 212,1 Stunden bei Sonnenschein. Die geringsten Möglichkeiten auf Sonne gibt es im Dezember. Hier scheint die Sonne nur ganze 136,7 Stunden lang.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
- Neues Theater Emden
- Volkshochschule Emden (Umfangreiches Theater- und Kulturprogramm)]
- Friesenbühne, Plattdeutsches Theater
Museen
- Kunsthalle in Emden
- Ottohuus
- Ostfriesisches Landesmuseum und Emder Rüstkammer (Im Rathaus am Delft)
- Bunkermuseum
- Museums-Feuerschiff "Amrumbank"
- Museums-Logger - "Stadt Emden"
- Museums-Seenotkreuzer "Georg Breusing"; alle drei Schiffe liegen im Ratsdelft
- Pelzerhaus
Bauwerke und andere Sehenswürdigkeiten
- Rathaus von Emden (Ostfriesisches Landesmuseum). Ursprünglich 1574-76 durch den Antwerpener Stadtbaumeister L. Steenwinkel errichtet. Nach fast völliger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in modernen Formen wiederaufgebaut, dabei einige Elemente des Vorgängerbaus aufgreifend. Teile des Erdgeschossmauerwerkes wurden mit einbezogen (siehe Foto weiter oben).
- Johannes á Lasco-Bibliothek (Große Kirche)
- Emder Hafentor
- Neue Kirche (siehe Foto rechts oben)
- Realschule am Herrentor, das über 75 Jahre alte Gebäude, das seit 50 Jahren eine der ersten Realschulen der Region beinhaltet steht heute unter Denkmalschutz
- Der Ratsdelft mit Feuerschiff und Seenotrettungskreuzer
- Wohnbauten. Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg haben sich nur noch spärliche Reste der historischen Wohnbebauung erhalten. Den besten Eindruck vom alten Emden vermittelt das weitgehend verschont gebliebene Stadtviertel Klein-Faldern mit vorwiegend kleinbürgerlichen Häusern. An Einzelbauten hervorzuheben:
- FRIEDRICH EBERT STR. 1-3 (Gödenser Haus). Das zweigeschossige Backsteinhaus im Specklagensystem mit jüngerem Krüppelwalmdach wurde 1551 errichtet. An der Hofseite befindet sich ein 1619 bezeichnetes Portal aus Sandstein mit Beschlagwerkornamenten. Nach mehrfacher Umnutzung, das Haus war zwischen 1586-95 die Kirche der Lutheraner, dient es seit 1985 als Studentenwohnheim.
- KRANSTR. 63. Zweigeschossiges Giebelhaus mit 1813 bezeichnetem glockenförmigen Giebel. Der eigentliche Hauskörper ist sicher älter.
- MÜHLENSTR. 37. Zweigeschossiges Giebelhaus des 16./17. Jahrhunderts, die Fassade wurde um 1900 erneuert.
- MÜHLENSTR. 45. Eingeschossiger Bau aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, die Fassade wurde 1811 vorgeblendet.
- PELZERSTR. 11. Dreigeschossiges, 1909 in Anlehnung an den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Vorgängerbau neu errichtetes Wohngebäude mit wieder verwendeten Originalteilen.
- PELZERSTR. 12. Erbaut in der 2. Hälfte 16. Jahrhunderts. Jetzt nur noch die dreigeschossige Backsteinfassade mit Volutengiebel erhalten. Das zugehörige Haus wurde 1983 durch einen Neubau ersetzt.
- Bunker und Bunkermuseum. Vor dem Zweiten Weltkrieg (und teils noch während des Krieges) wurde in Emden eine größere Zahl an Bunkern errichtet. Dies mag mit der Bedeutung Emdens als Hafen- und Werftstandort erklärt werden können. Der Großteil der Bunker ist erhalten geblieben, weil ein Abriss unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht. In einem Bunker in der Innenstadt ist inzwischen ein Bunkermuseum (s. Weblink) eingerichtet worden, das die Geschichte der Emder Bunker und der Personen, die in ihnen Zuflucht fanden, darstellt. Da der Abriss vieler Bunker nicht in Frage kam und kommt, sind viele Bunker inzwischen einer anderen Nutzung zugeführt worden. Nachfolgend einige Beispiele:
- Kultur: Im Stadtteil Barenburg ist 2005 der "Kulturbunker" eröffnet worden. Mit einem finanziellen Aufwand von mehr als zwei Millionen Euro wurde der Bunker hergerichtet. Aus der Außenmauer wurden Teilstücke mit einer Diamant-Bohrmaschine entfernt, um ausreichend große Fenster einbauen zu können. Das Gebäude beherbergt jetzt ein Veranstaltungszentrum und einen Bürgertreff für den Stadtteil.
- Wohnen: Zwei Bunker in der Innenstadt sind zu Wohngebäuden umgenutzt worden. Auch hier wurden Teile der Mauer für Fenster herausgeschnitten. Ein Gebäude wurde komplett mit einem Mantel aus Klinkersteinen umgeben, das andere weiß getüncht. In einem dritten Fall, ebenfalls in der Innenstadt, wurde direkt vor einen Bunker ein mehrstöckiges Wohnhaus gebaut, der Bunker selbst (der jetzt von der Hauptfront des Hauses kaum mehr einsehbar ist) beherbergt die Versorgungseinrichtungen des Wohngebäudes. Ein ähnliches Konzept wird bei der Errichtung eines neuen, mehrstöckigen Gebäudes der Emder Stadtverwaltung verfolgt (Baubeginn 2005).
- Musik: Mehrere Bunker im Emder Stadtgebiet werden von Musikgruppen genutzt, die dort Proberäume, Tonstudios etc. eingerichtet haben.
- Lager: Die Deutsche Bahn nutzt einen Bunker nahe des Güterbahnhofes als Magazin, die Emder Stadtverwaltung nutzt ebenfalls zwei Bunker als Unterbringungsmöglichkeit: Der Bunker im Stadtteil Borssum etwa beherbergte während des mehrjährigen Umbaus des Ostfriesischen Landesmuseums (abgeschlossen 2005) einen Großteil der ausgelagerten Ausstellungsstücke. Ein kleinerer Bunker in der Innenstadt wird vom Emder Stadtarchiv genutzt. Auch Wirtschaftsbetriebe haben in der Vergangenheit (und teils noch heute) in Bunkern Läger eingerichtet, so etwa in einem Bunker im Hafen.
- Energie: Die Südfassade eines Bunkers in der Nähe des Rathauses wurde komplett mit Solarzellen zur Energiegewinnung bestückt, ansonsten ist der Bunker in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben.
- Museum: In einem Innenstadt-Bunker ist das Emder Bunkermuseum eingerichtet worden.
- Für eine Reihe weiterer Bunker konnte bislang keine weitere Nutzung gefunden werden.
Parks
- Emder Wall. Ursprünglich als Verteidigungsanlage erbaut, erfüllt der Emder Wall heute eine Naherholungsfunktion. Der Wall wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts zur Verteidigung der damals sehr wohlhabenden Stadt errichtet. Er bestand früher aus zehn "Zwingern", die sich nahezu ringförmig (deutlich mehr als 180 Grad) um die Stadt legten. Den Rest der Barriere bildete die damals unmittelbar an der Innenstadt vorbeifließende Ems. Auf den Anhöhen des Walls konnten im Verteidigungsfall Kanonen postiert werden. Vor diesen Anlagen wurde ein breiter Graben gezogen, um Angreifern zusätzlich einen Sturm auf den Wall zu erschweren. Der Wall schützte Emden während des Dreißigjährigen Krieges vor der Einnahme durch fremde Truppen. Im frühen 19. Jh. wurden auf den Anhöhen Windmühlen errichtet, von denen heute noch drei stehen: die restaurierte "Vrouw-Johanna-Mühle", die "Rote Mühle" (ohne Flügel, heute ein Kindergarten) sowie die "Weiße Mühle", die allerdings stark renovierungsbedürftig ist. Heute sind von den einstmals zehn Zwingern noch acht übrig. In seiner Geschlossenheit und dem Grad seiner Erhaltung ist der Emder Wall heute dennoch eine Seltenheit. Der Wall wird von drei stadtauswärts verlaufenden Kanälen gekreuzt, die auf Brücken überquert werden können. Drei Ausfallstraßen kreuzen ebenfalls den Wall, wovon die wichtigste unterquert werden kann. Die anderen beiden Übergänge über die Straßen sind durch Zebrastreifen gesichert, so dass eine durchgehende Wanderung von einem zum anderen Ende des Walls problemlos möglich ist. Heute mit einer Vielzahl von Bäumen bestanden, wird der Wall von den Emdern als Naherholungsgebiet geschätzt. Der Wall um das Stadtzentrum herum ist auf dem Satellitenbild (s. o.) gut zu erkennen.
- Emder Stadtwald. Emden liegt in der Marsch und ist daher nur sehr spärlich (natürlich) bewaldet. Um die Jahrtausendwende wurde daher damit begonnen, auf landwirtschaftlichen Grundstücken im Norden Emdens (an der Grenze zur Gemeinde Hinte) einen Stadtwald anzulegen. dieser soll der Naherholung dienen, aber auch ein Beitrag zur Klimaverbesserung werden (s. Weblinks).
- Friedhof Tholenswehr. Der Zentralfriedhof der Stadt, gelegen zwischen den Stadtteilen Tholenswehr und Wolthusen, ist insbesondere in seinem älteren Teil parkähnlich angelegt.
- Burgplatz. Auf dem Gelände der mittelalterlichen und später geschleiften Burg befindet sich heute eine Grünanlage. Sie liegt nahe der Altstadt, neben der Großen Kirche mit der dort befindlichen Johannes-a-Lasco-Bibliothek.
Regelmäßige Veranstaltungen
Einmal im Jahr finden das "Matjesfest", das "Delftfest" und das "Emder Filmfest" im Frühjahr und Sommer statt. Im September wird traditionell seit dem Mittelalter das "Schützenfest" gefeiert. An einem Freitag zu Beginn des Novembers findet seit Ende der Achtziger Jahre die "Blues Night" in verschiedenen Emder Innenstadt-Kneipen statt. Der Emder Weihnachtsmarkt befindet sich seit wenigen Jahren zum Teil auf einem Ponton im Ratsdelft ("Schwimmender Weihnachtsmarkt"). Konzerte vor größerem Publikum finden in der Nordseehalle statt (Fassungsvermögen: mehr als 5000 Personen), hinzu kommen Konzerte im Kulturzentrum "Alte Post".
Mit dem "Matjesfest", das in der Emder Innenstadt rund um das Rathaus und den Ratsdelft stattfindet, würdigen die Emder die Geschichte der Heringsfischerei ihrer Stadt. Dieser Wirtschaftszweig hat allerdings inzwischen nicht mehr die große Bedeutung früherer Tage. Eine Fischereiflotte gibt es nicht mehr und auch nur noch wenige fischverarbeitende Betriebe (siehe Wirtschaft). Das Fest dient also mehr der Folklore und dem Traditionsbewusstsein der Hafenstadt. Es findet an einem Wochenende Ende Mai statt und zieht jährlich eine sechsstellige Besucherzahl an. Anlässlich des "Matjesfestes" finden sich regelmäßig viele Schiffe älteren und neueren Baujahrs im historischen Teil des Hafens ein.
Das "Delftfest" (meist im August) war bis in die Neunziger Jahre das Stadtfest Emdens. An der Lage des Festes in der Innenstadt rund um das Rathaus und an dem Programm hat sich seither zwar nicht übermäßig viel geändert. Doch sollte durch die Einbeziehung des Ratsdelftes der maritime Charakter der Stadt hervorgehoben werden. Eine große Anzahl an historischen Schiffen sowie Booten von Freizeitkapitänen legt im Ratsdelft an, jenem historischen (frühneuzeitlichen) Teil des Emder Hafens, der direkt bis vor das Rathaus der Stadt reicht. Dazu wird ein Unterhaltungsprogramm "Rund ums Wasser" geboten. Auch das Delftfest zieht eine sechsstellige Zahl an Besuchern an.
Das "Emder Filmfest" (erste Mai-Hälfte) hat inzwischen bundesweite Reputation erlangt und wurde in seinen Anfangsjahren besonders vom deutschen Regisseur Bernhard Wicki gefördert, der an dem Filmfest stets die "familiäre Atmosphäre" gelobt hatte. Federführend bei der Ausrichtung des Filmfestes ist die Volkshochschule Emden. Nach deren Angaben liegen die Besucherzahlen seit mehreren Jahren konstant über 20000. Damit ist es das größte Filmfest Niedersachsens. Durch Einbeziehung von Spielstätten in Aurich und auf Norderney wurde das Filmfest geografisch auf die Region Ostfriesland ausgeweitet (offiziell jetzt "Internationales Filmfest Emden/Aurich/Norderney"). Hauptspielort bleibt jedoch nach wie vor Emden, weshalb in der breiteren öffentlichen Wahrnehmung weiterhin kurz vom "Emder Filmfest" gesprochen wird.
Wirtschaft und Infrastruktur
In Emden befindet sich ein Seehafen an der Mündung der Ems in die Nordsee. Es handelt sich dabei um den westlichsten Seehafen Deutschlands.
Fast während des gesamten 20. Jahrhunderts galt Emden als der "Seehafen des Ruhrgebietes". Kohle aus dem "Pott" wurde über den Dortmund-Ems-Kanal nach Emden transportiert, in umgekehrter Richtung wurde importiertes Eisenerz für die Stahlindustrie des Ruhrgebietes via Emden dorthin verschifft. Der letzte Erzfrachter machte 1986 in Emden fest. Rotterdam hatte Emden den Rang für diese Produkte abgelaufen. Dabei spielten drei Gründe die wesentliche Rolle: Zum einen konnten die großen Massengutfrachter aufgrund ihres Tiefgangs den Emder Hafen nicht (mehr) anlaufen und mussten nahe Borkum kostspielig "geleichtert" werden, d. h. Binnenschiffe übernahmen bereits dort einen Teil der Ladung. Ein Frachter konnte erst nach der "Leichterung" den Emder Hafen anlaufen. Zudem wurden die Binnenschiffe stets größer, so dass der Dortmund-Ems-Kanal (und seine Schleusen) nicht mehr für neue Generationen von Binnenschiffen ausreichten. Die Europäisierung der Verkehrsströme tat ein Übriges.
Inzwischen ist der Fahrzeugumschlag die bedeutendste Säule des Emder Hafens. Sämtliche Modelle des VW-Konzerns (inklusive Töchter) werden über Emden im- und exportiert, was den Emder Hafen zum drittgrößten Autoverladehafen Europas macht (nach Zeebrügge und Bremerhaven). Weitere Umschlagprodukte sind Forstprodukte und Flüssigkreide (beides für die Papierfabrik "Nordland" in Dörpen) sowie Baustoffe und Getreide.
Seit einigen Jahren ist Emden auch als Umschlaghafen für Windenergieanlagen aktiv. Diese stammen vom Hersteller Enercon im benachbarten Aurich, die vom Emder Hafen aus exportiert werden. Geplant ist zudem, Emden als Basishafen für Off-shore-Windenergieanlagen in der Nordsee zu etablieren.
Größter Arbeitgeber in Emden ist das ansässige VW-Werk. Gemessen an der Zahl der Beschäftigten handelt es sich um den größten industriellen Produktionsstandort westlich von Bremen und nördlich des Ruhrgebietes. Das Werk zählt knapp 10000 Beschäftigte. Es nahm 1964 die Produktion auf, zunächst mit dem VW "Käfer". Seit 1977 wird im Emder Werk der VW "Passat" produziert, die Fabrik ist das Leitwerk für dieses Modell. Neben der Limousine wird auch das Kombi-Modell "Variant" in Emden hergestellt, letzteres ausschließlich in der Seehafenstadt. Der VW-Konzern entschied sich seinerzeit aufgrund der Lage als westlichster Seehafen Deutschlands und wegen des vorhandenen Flächenreservoirs in den Poldern für Emden als Produktionsstandort. Im Industriepark Frisia, auf dem Gelände einer abgerissenen Erdölraffinierie vor den Toren des VW-Werkes, haben sich mehrere Zulieferfirmen angesiedelt.
Zweitgrößter industrieller Arbeitgeber in Emden (und drittgrößter in Ostfriesland nach VW und Enercon) sind die ThyssenKrupp Nordseewerke, eine Werft mit zirka 1400 Beschäftigten. Sie ist auf den Bau von Überwasserschiffen sowie U-Booten für die Deutsche Marine und Seestreitkräfte anderer Länder, den Bau von Containerschiffen und von Spezialschiffen sowie auf die Schiffsreparatur konzentriert. Gemeinsam mit den Werften Blohm & Voss (Hamburg), Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (Kiel) und weiteren, kleineren deutschen Werften sowie Werften im europäischen Ausland bilden die Nordseewerke das ThyssenKrupp-Tochterunternehmen ThyssenKrupp Marine Systems.
Eine weitere Werft ist die Cassens-Werft mit zirka 80 Mitarbeitern.
Neben den Beschäftigten auf den Werften, im Hafenumschlag und im VW-Werk gibt es noch eine Reihe anderer Unternehmen in der Stadt, vornehmlich des Maschinenbaus und der Lebensmittelindustrie. Eine in Emden gegründete und lange dort ansässige Firma ist "Ültje", die aber ihren Produktionsstandort in Emden mittlerweile aufgegeben hat. Es existiert noch eine kleine Zahl an fischverarbeitenden Betrieben. Zudem gibt es eine Anzahl von Reedereien sowie Schiffsausrüstungsbetriebe und Werftzulieferer. Im Bereich des Hafens sind diverse Unternehmen mit dem Umschlag der oben genannten Güter befasst, darunter die Emder Verkehrsgesellschaft AG, die Anker Schifffahrt GmbH, EPAS (Verschiffung von Windenergieanlagen) und mehrere Speditionen.
Im Bereich alternativer Energieerzeugung wurden in den letzten Jahren eine Reihe kleiner bis großer Windenergie- und Photovoltaikanlagen errichtet. Unter anderem stehen in Emden mehrere Anlagen der zurzeit leistungsfähigsten Windenergieanlage der Welt, der E-112 von Enercon. Ein Prototyp der E-112, der in Kürze fertiggestellt werden soll, setzt die gewonnene Energie zur Meerwasserentsalzung ein. In einem Industriegelände im Westen Emdens ist eine Forschungseinrichtung zur Speicherung von aus Windenergie gewonnenem Strom geplant. Enercon baut zudem ein Betontürme-Fertigteilewerk im Emder Hafen, das 2005 seinen Betrieb aufnehmen soll. Dort werden die Türme von Windenergieanlagen fertiggestellt. Nach einer Anlaufphase soll das Werk zirka 100 Mitarbeiter beschäftigen.
In den vergangenen Jahren wurde auch der Tourismus als Standbein entwickelt. Dabei herrschen Tagestouristen vor, die im Zuge eines Urlaubes an der Küste Emden besuchen.
Da das VW-Werk - gemessen an der Zahl der Beschäftigten - für Emden und weite Teile Ostfrieslands nach wie vor eine überragende Bedeutung hat, kann man dennoch von einer Monostruktur sprechen.
Die Wirtschaftsktraft in Emden liegt dank der Industriebetriebe deutlich über dem Bundesdurchschnitt (folgende Zahlen stammen aus dem Ja
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