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 | Dieser Artikel behandelt die Stadt Husum in Schleswig-Holstein, für die gleichnamige Gemeinde im Landkreis Nienburg (Weser) siehe Husum (bei Nienburg) |
| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Schleswig-Holstein |
| Kreis: | Nordfriesland |
| Geografische Lage: | Koordinate: 54° 28' N, 09° 03' O54° 28' N, 09° 03' O |
| Höhe: | ca. 5 m ü. NN |
| Fläche: | 17,58 km² |
| Einwohner: | 20.884 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.188 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 25801 - 25813 |
| Vorwahl: | 04841 |
| Kfz-Kennzeichen: | NF |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 54 056 |
Adresse der Stadtverwaltung: | Zingel 10 25813 Husum |
| Offizielle Website: | www.husum.org |
| E-Mail-Adresse: | info@husum.de |
| Politik |
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| Bürgermeister: | Rainer Maaß (SPD) |

Blick auf die Stadt über den Husumer Hafen
Husum (friesisch Hüsem) ist Kreisstadt des Kreises Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Die Stadt ist literaisch bekannt als graue Stadt am Meer (Theodor Storm).
Inhaltsverzeichnis- 1 Geographie
- 1.1 Geographische Lage
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 3 Stadtbild
- 4 Kultur
- 4.1 Museen
- 4.2 Sehenswürdigkeiten
- 5 Wirtschaft
- 5.1 Verkehrsanbindung
- 5.2 Wirtschaft
- 6 Tourismus
- 7 Bundeswehrstandort
- 8 Öffentliche Einrichtungen
- 8.1 Bibliotheken
- 8.2 Bildung
- 9 Religionen
- 10 Politik
- 11 Persönlichkeiten
- 11.1 Söhne und Töchter der Stadt
- 11.2 Mit Husum verbunden
- 12 Sonstiges
- 13 Weblinks
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Geographie
Geographische Lage
Husum liegt an der Nordsee am Rande der Schleswigschen Geest, 72 km westlich von Kiel, 119 km nordwestlich von Hamburg und 43 km südwestlich von Flensburg.
Stadtgliederung
Einige Stadtteile Husums:
- Zentrum
- Osterhusum
- Altstadt
- Marmeladenviertel (Neubaugebiet)
- Norderschlag (Neubaugebiet)
- Dreimühlen
- Rödemis (ein ehemaliges Dorf im Süden der Stadt)
- Fischersiedlung
- Neustadt
- Gewerbegebiet
- Dockkoog
Geschichte
Die erste Erwähnung in den Chroniken datiert aus dem Jahr 1252. Der dänische König Abel versuchte eine neue Steuer auch in Nordfriesland durchzusetzen, die die Friesen nicht zahlen wollten. Abel zog daraufhin zu Feld, starb aber im Gefecht am Mildedamm bei "Husembro" (Husumbrücke).
1362 überspülte die "Zweite Marcellusflut" weite Teile der Küste. Das Land wurde zerrissen, Inseln versanken, Landstriche wurden dauerhaft unter Wasser gesetzt und Husum wurde über Nacht zur Hafenstadt. Die Husumer nutzen die traurige Gunst der Stunde und richteten einen Marktplatz ein. Waren konnten direkt aus weit entfernten Orten auf dem Schiffswege angeliefert werden und es entwickelte sich schon bald ein blühender Markt.

Kirche St. Marien. 1833 vom Bürgertum als Zeichen der Aufklärung gebaut
1448 war man dann so selbstbewusst, sich von vorgesetzter Stelle, dem Kirchspiel Mildstedt zu lösen. Mit der Einweihung der ersten Kirche 1507 war die Loslösung vollendet. In jenen Jahren wuchs Husum auf gut 3000 Einwohner und entwickelte sich zum wichtigsten Hafen- und Marktplatz Nordfrieslands.
1472 wollten die Husumer Stadtrechte erlangen und beteiligten sich an dem erfolglosen Aufstand gegen den dänischen König Christian I.. Dieser erteilte den Husumern natürlich keine Stadtrechten, die Anführer wurden exekutiert und eine große Strafsteuer verhängt.
1603 erhielt Husum die Stadtrechte.
Von 1512-1522 hatte der Walsroder Bildschnitzer Hans Brüggemann seine Werkstatt in Husum und fertigte von hier aus den Bordesholmer Altar sowie für die alte Marienkirche den Engel des verlorenen Tabernakels. Einer Legende zufolge soll er, durch die Reformation brotlos geworden, im Husumer Armenhaus gestorben sein.
Der ab 1544 im Norden regierende Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf sorgte für einige Neuerungen. So gab er 1577 den Anstoß, das Schloss vor Husum zu bauen, an dem noch viele Jahre gewerkelt wurde. In den letzten Jahren wurde es umfassend saniert und dient heute kulturellen Zwecken.
1634 zerschlug die "Burchardiflut" die durch Landwirtschaft reich gewordene Insel Alt-Nordstrand. Husum wurde selbst nicht sehr stark betroffen. aber viele Bauern aus der Umgebung, die regelmäßig zum Markt gekommen waren, verloren ihr Leben, viele Überlebende ihren gesamten Besitz. Der wirtschaftliche Höhenflug war vorerst beendet.
Erst als Husum 1867 mitsamt den Herzogtümern Schleswig und Holstein in den Preußischen Staat (Preußen) überging, begann die Stadt wieder zu wachsen. Dies zeigte sich insbesondere an einer Eisenbahnverbindung, durch deren wirtschaftliche Einflussnahme u. a. einer der größten Viehmärkte Nordeuropas entstand. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führte dazu, dass 1970 der Viehmarkt zum letzten Mal stattfand.
Stadtbild
Prägend für den Stadtkern ist der Tidenhafen. Im Innenstadtbereich liegen noch eine Freizeitboote. Auf der ehemaligen Slipanlage der bis 1978 tätigen letzten Werft liegt seit 2002 der ehemalige Tonnenleger Hildegard. Das Schiff bauten Husumer Werftarbeiter 1907 als Segelschiff unter dem Namen Eider. 1921 wurde es zum Motorschiff umgebaut, 1958 erfolgte der Verkauf an eine private Tonnenlegfirma und Umbenennung in Hildegard. 1978 stellte diese es außer Dienst, das in Husum ansässige Schiffahrtsmuseum Nordfriesland kaufte das Schiff. In seiner siebzigjährigen Dienstzeit markierte das Schiff das Fahrwasser von der Eider bis zur dänischen Grenze. Am Ort der Werft selbst wurde 1988/1989 das neue Rathaus gebaut.
Kultur
Museen
- Das Theodor-Storm-Haus (Wasserreihe 31) ist ein Museum über Theodor Storm.
- Im Nordfriesischen Museum Ludwig-Nissen-Haus (Herzog-Adolf-Str. 25) werden kunst- und kulturgeschichtliche Themen vorgestellt.
- Das Schloss vor Husum kann in der König-Friedrich-V.-Allee besichtigt werden. Im Frühjahr ist die Krokusblüte im Schlosspark eine weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Attraktion.
- Das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland (Am Zingel 15) gibt es ebenfalls.
- Das Ostenfelder Bauernhaus (Nordhusumer Str.13) ist das älteste deutsche Freilichtmuseum.
- Im Poppenspäler Museum (Erichsenweg 23) wird das Puppentheater thematisiert.
Sehenswürdigkeiten
- Krokusblüte: Im Frühjahr lassen Millionen von Krokusse den Schlosspark vollkommen violett erblühen
- Die Kirche St. Marien am Marktplatz, vollendet 1833 nach einem Entwurf des Architekten Christian Frederik C. F. Hansen
- Marktplatz mit dem von Adolf Brütt gestalteten Tine-Brunnen (Wahrzeichen Husums)
- Der Binnenhafen (Schiffbrücke) reicht fast bis an den Marktplatz heran.
- Die Gasse Wassereihe in der Nähe des Hafens mit ihren kleinen Fischerhäusern und dem Theodor-Storm-Haus
Wirtschaft
Verkehrsanbindung
Husum liegt an drei Bundesstraßen. Dies sind die B200 nach Flensburg, die B201 nach Schleswig und zur A 7 (Flensburg - Hamburg) sowie die B5 von der dänischen Grenze nach Heide und von dort über die A23 nach Hamburg.
Husum ist Eisenbahnknotenpunkt. Der Bahnhof verbindet die IC-Strecke Westerland-Hamburg mit den Strecken nach Sankt Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt und der Bahnstrecke nach Kiel.
Husum hat einen tideabhängigen Landeshafen, der für den Umschlag von landwirtschaftlichen Gütern von hoher Bedeutung ist. Es ist geplant, den Hafen zu einem Stützpunkt für den Bau und die Wartung von Offshore-Windparks auszubauen. Diese Pläne sind umstritten.
Über den zivil genutzten Teil des ehemaligen NATO-Flugplatzes ist Husum auch aus der Luft zu erreichen (s. u.).
Wirtschaft
Husum ist als Kreisstadt das wirtschaftliche Zentrum Nordfriesland. Husum ist Mittelzentrum für die Westküste Schleswig-Holsteins mit entsprechenden Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen. Im historischem Stadtzentrum mit Marktplatz und Marienkirche sowie im Gewerbegebiet ist der Handel- und Dienstleistungssektor vorherrschend. Auf dem Marktplatz findet jeden Donnerstag einer der größten Wochenmärkte Schleswig-Holsteins statt.
Zwei Hersteller von Windkraftanlagen haben große Produktionsstandorte in Husum aufgebaut (Hafen und Gewerbegebiet). Weiterhin sind im Gewerbegebiet einige Stahl- und Maschinenbaubetriebe angesiedelt.
Der Hafen hat eine überregionale Bedeutung als Umschlagsplatz für landwirtschaftliche Güter. Zwei Betriebe des Landhandels haben entsprechende Umschlags- und Lageranlagen am tideabhängigen Hafen. Der Hafen ist darüber hinaus auch Standort einer kleinen Krabbenkutterflotte. Das Amt für ländliche Räume (ALR) nutzt den Hafen als Stützpunkt für den Küstenschutz.
Tourismus
Der Tourismus ist ein weiterer wichtiger Wirtschafsfaktor. Husum wird auch "Das Tor zu Halligwelt" genannt. Am Dockkoog grenzt Husum an den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Husum bietet Unterkünfte in allen Kategorien, hat einen Campingplatz und eine Jugendherberge. Am Dockkoog gibt es einen Badestrand (kein Sand, sondern grüner Deich), außerdem im Stadtgebiet ein Hallenbad. Im August feiert Husum mit den Hafentagen das größte Stadtfest an der Schleswig-Holsteinischen Westküste.
Bundeswehrstandort
Seit alters her ist die Stadt Husum auch Standort verschiedenster militärischer Einrichtungen und Einheiten. Auch heutzutage befinden sich im Husumer Stadtgebiet drei Kasernen: die Fliegerhorstkaserne an der Flensburger Chaussee (Sitz des Standortältesten), die Julius-Leber-Kaserne an der Matthias-Claudius-Straße und die Kaserne der Standortverwaltung an der Industriestraße. Zusätzlich befindet sich der ehemalige militärische Flugplatz auf dem Gelände der Gemeinden Schwesing und Immenstedt in der Nähe der "grauen Stadt am Meer". Heute wird diese Liegenschaft zum einen von der Flugabwehrraketengruppe 26 als Friedensausbildungsstellung (FAST), zum anderen werden ein Teil der Start- und Landebahn sowie einige Gebäude von der Husumer Flughafen GmbH zivil genutzt. Als weitere, von der Bundeswehr genutzte Liegenschaften sind noch der Standortübungsplatz Schauendahl sowie die Standortschießanlage in Olderup zu nennen.
Derzeit (2005) beherbergt der Standort Husum ca. 1600 Soldaten und bietet auch entsprechend vielen zivilen Mitarbeitern Arbeitsplätze und sichert diese auch für einen nennenswerten Anteil der ortsansässigen Firmen.
Auch ist sowohl in der Julius-Leber-Kaserne als auch in der FAST Schwesing die zur Flugabwehrraketengruppe 26 gehörende Ausbildungswerkstatt der Luftwaffe mit 128 Auszubildenden beheimatet. Hier erlernen junge Damen und Herren aus dem Einzugsgebiet Husums, aber auch aus ganz Schleswig-Holstein und dem gesamten Norddeutschen Raum die Berufe des Fluggerätemechanikers und den des Elektronikers für Gerät und Systeme. (Interessenten können ihre Bewerbungen an die Standortverwaltung Husum, Industriestraße 15, 25813 Husum senden.)
Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 "Schleswig-Holstein" geben (ehrenamtlich) mit dem TINCHEN (www.tinchen-husum.de) die älteste monatlich erscheinende Truppenzeitschrift (derzeit im Jahre 2005 mit dem 32. Jahrgang) ihrer Art heraus.
Öffentliche Einrichtungen
Husum ist Sitz eines der drei schleswig-holsteinischen Ämter für ländliche Räume und Sitz der Kreisverwaltung des Kreises Nordfriesland. Ein Amtsgericht ist ebenfalls vorhanden, ebenso eine auswärtige Kammer des Arbeitsgerichts Flensburg. Zudem betreibt der Bundesnachrichtendienst (BND) unter dem Tarnnamen Bundesstelle für Fernmeldestatistik eine Abhöreinrichtung für den Nachrichtenverkehr.
Bibliotheken
- Zentralbücherei Westküste Husum, Herzog-Adolf-Str. 5, siehe Husum[1]
- Dänische Bücherei Husum, Neustadt 81, siehe Husum[2]
Bildung
- Gymnasien:
- Hermann-Tast-Schule] (vormals "Husumer Gelehrtenschule), humanistisches Gymnasium seit 1527, eine der ältesten Schulen des Landes. Siehe [3]
- Theodor-Storm-Schule
- Realschulen:
- Realschule Husum-Nord
- Ferdinand-Tönnies-Schule, siehe [4]
- Hauptschule:
- Grundschulen:
- Iven-Agßen-Schule
- Bürgerschule
- Klaus-Groth-Schule
- Sonderschulen:
- Pestalozzi-Schule (für Lernbehinderte)
- Rungholt-Schule (für geistig Behinderte)
- Berufliche Schulen:
- Berufliche Schulen des Kreises Nordfriesland (mit Fachgymnasium), siehe [5]
- Wirtschaftsakademie
- Sonstige:
- Husum Danske Skole, Dänische Schule
- TSBW (Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk), siehe [6]
Religionen
Die überwiegende Mehrheit der Husumer ist evangelisch-lutherisch. Daneben finden sich Gemeinden der Katholischen Kirche, der Dänischen Kirche und freie Gemeinden.
Kirchen
- Marienkirche (ev.)
- Friedenskirche (ev.)
- Christuskirche (ev.)
- Versöhnungskirche (ev.)
- Knudskirche (kath.)
- Husum Danske Kirke (dänisch)
- Neuapostolische Kirche
Politik
Sitzverteilung in der Ratsversammlung (Sep. 2003)| CDU | 13 Sitze |
| SPD | 10 Sitze |
| Wählergemeinschaft Husum | 4 Sitze |
| SSW | 2 Sitze |
| Grüne | 2 Sitze |
| FDP | 1 Sitz |
| Summe | 32 Sitze |
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Hermann Tast (Husum 1490 in Husum; ? 11. Mai 1551 in Husum), Reformator
- Franziska Gräfin zu Reventlow (Husum 18. Mai 1871; ? 25. Juli 1918 in Muralto (Tessin/Schweiz)), deutsche Malerin und Schriftstellerin
- Theodor Storm (Husum 14. September 1817; ? 4. Juli 1888 in Hademarschen/Holstein), der in vielen seiner Werke seine Heimatstadt beschrieb. Wer das Schloss besucht, passiert sein Denkmal.
- Uwe Röhl (1925-2005), Organist und Kirchenmusiker
- Hans Hartz (Husum 22. Oktober 1943 - ? 30. November 2002), deutscher Musiker und Liedermacher
- Wiebke Puls (Husum 1973 in Husum) Schauspielerin, Sängerin
Mit Husum verbunden
- Der Barockkomponist Nicolaus Bruhns (1665-1697) ist als Husumer Organist bekannt geworden.
- Adolf Brütt (1855-1939), Bildhauer. Er verbrachte die ersten Jahre seines Lebens hier und schuf von Berlin aus für seine Heimatstadt das Theodor Storm-Denkmal (1898) und den zum Wahrzeichen Husums gewordenen Asmussen-Woldsen-Brunnen (1902). Seinen Nachlass bewahrt das Ludwig-Nissen-Haus in Husum, das ein anderer Sohn der Stadt stiftete.
- Ferdinand Tönnies (1855-1936), der Begründer der deutschen Soziologie, legte an der Hermann-Tast-Schule sein Abitur ab. Damals wohnte die Familie im "Kavaliershäuschen" des Schlosses; nahe findet sich auch sein Denkmal.
Sonstiges
- Seit 1976 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Husum und der britischen Stadt Kidderminster.
Weblinks
| Commons: Husum ? Bilder, Videos oder Audiodateien |
- www.husum.org offizielle Website der Stadt Husum
- www.husumhus.de Dänisches Kulturzentrum in Husum
- www.husum-online.de Aktuelles Magazin für Husum
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