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 | Dieser Artikel befasst sich mit der Großstadt Kassel in Nord-Hessen, für das Dorf in Südost-Hessen siehe Kassel (Biebergemünd). |
| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Kassel |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 106,77 km² |
| Einwohner: | 198.503 (August 2005) |
| Ausländeranteil: | 12,2 % (Januar 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.820 Einwohner je km² |
| Arbeitslosenquote: | 18.0% (November 2005) |
| Höhe ü. NN: | 132,90 m (nördl. Fuldatal) 166 m (Innenstadt; Ø) 615 m (Hohes Gras; Ø) |
| Postleitzahlen: | 34001?34134 (alt: 3500) |
| Vorwahl: | 0561 |
| Geografische Lage: | Koordinate: 51° 19' N, 09° 30' O51° 19' N, 09° 30' O |
| Kfz-Kennzeichen: | KS |
| Gemeindekennzahl: | 06 6 11 000 |
| Stadtgliederung: | 23 Stadtteile |
Adresse der Stadtverwaltung: | Obere Königsstraße 8 34117 Kassel |
| Offizielle Webseite: | www.stadt-kassel.de |
| E-Mail-Adresse: | info@stadt-kassel.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Bertram Hilgen (SPD) |
| Regierende Parteien: | Keine |
Die Universitätsstadt Kassel (bis 1926 amtlich "Cassel") ist die einzige Großstadt in Nordhessen und nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen (Deutschland).
Die Stadt ist Sitz des Regierungsbezirks Kassel und des Landkreises Kassel. Sie bildet eines der 9 Oberzentren des Landes Hessen.
International bekannt ist Kassel, das zu beiden Ufern des Fulda-Unterlaufs liegt, vor allem durch den Bergpark Wilhelmshöhe mit den Kasseler Wasserspielen im Habichtswald und die seit 1955 alle 4 bis 5 Jahre stattfindende Kunstausstellung documenta; aus diesem Grund nennt sich Kassel seit März 1999 documenta-Stadt.
Kassels Einwohnerzahl überschritt um das Jahr 1899 die 100.000-Grenze, wodurch sie zur Großstadt wurde; zur Zeit sind es 198.503 (August 2005).
siehe auch Portal:Kassel
Inhaltsverzeichnis- 1 Wappen
- 2 Geografie
- 3 Stadtbild
- 3.1 Nachbargemeinden
- 3.2 Stadtgliederung
- 3.3 Flächennutzung
- 4 Geschichte
- 4.1 Stadtgeschichte
- 4.2 Einwohnerentwicklung
- 4.3 Religionen
- 4.3.1 Christentum
- 4.3.2 Judentum
- 4.3.3 Freikirchen
- 5 Politik
- 5.1 Stadtoberhäupter
- 5.2 Städtepartnerschaften
- 6 Wirtschaft und Infrastruktur
- 6.1 Verkehr
- 6.2 Medien
- 6.3 Innenstadt
- 6.4 Öffentliche Einrichtungen
- 6.5 Bildung und Forschung
- 7 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 7.1 Theater
- 7.2 Musik
- 7.3 Museen und Galerien
- 7.4 Bibliotheken
- 7.5 Gärten und Parks
- 7.5.1 Bergpark Wilhelmshöhe
- 7.5.2 Karlsaue und Fuldaaue
- 7.6 Brauchtum und Spezialitäten
- 8 Wichtige Persönlichkeiten
- 9 Literatur
- 10 Siehe auch
- 11 Weblinks
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Wappen
Blasonierung: Das Wappen zeigt in Blau einen silbernen Schrägrechtsbalken. Im rechten Obereck befinden sich 6 und im linken Untereck 7 schräglinks gestellte silberne Kleeblätter. Die Stadtfarben sind Weiß-Blau.
Beschreibung: Die Kleeblätter als Stadtzeichen sind schon seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar und zwar als Wasserzeichen von Papier. Auch der Schrägbalken, der früher auch als Wellenbalken zu sehen war, ist schon seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und bezieht sich wohl auf die Lage an der Fulda, womit man von einem "redenden" Wappen spricht. Weshalb gerade 13 Kleeblätter abgebildet sind, lässt sich historisch nicht eindeutig belegen, ebenso wenig wie die Bedeutung der Kleeblätter. Hierüber gibt es unterschiedliche Ansichten. So sind z.B. einige Experten der Ansicht, der silberne Balken symbolisiert die Fulda und die sechs im oberen und sieben im unteren Teil des Wappens enthaltenen Kleeblätter repräsentieren die Zahl der Ratsherren auf den jeweiligen Seiten des Flusses. Eine andere Lesart, die Kasseler Schüler früher lernten, besagt, daß die Kleeblätter Fischerhäuser links und rechts der Fulda symbolisierten. (Weitere Informationen zum Wappen)
Geografie

Der Herkules über den Kaskaden
Kassel liegt geografisch zentral und landschaftlich reizvoll, aber wirtschaftlich peripher. Kassel befindet sich 67,5 km nordwestlich des geografischen Mittelpunkts von Deutschland. Seit der Wiedervereinigung ist Kassel nach Erfurt und Göttingen die Großstadt, die diesem Mittelpunkt am nächsten liegt.
Die Stadt befindet sich in Nordhessen nahe der Grenze zu Niedersachsen im so genannten Kasseler Becken, das im geomorphologischen Sinn kein Becken ist sondern ein weit ausgedehnter "Talkessel", in dem sich insbesondere im Bereich der Karls- und Fuldaaue eine weitläufige Flussniederung der Fulda befindet.
In diesem Talkessel wird die Stadt von den etwas entfernten Langenbergen im Südwesten und dem Habichtswald im Westen (jeweils ein Bestandteil vom Naturpark Habichtswald) sowie von den südlichen Ausläufern des Reinhardswalds im Nordosten, dem Kaufunger Wald (ein Teil vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald) im Osten und der Söhre im Südosten und Süden eingerahmt. Diese fünf Mittelgebirge sind durch einige Höhenrücken miteinander verbunden, so dass der Kasseler Talkessel - abgesehen vom Flusstal der Fulda, das diesen von Süd nach Nord durchschneidet - rundum durch Bergzüge umrundet ist. An das Stadtgebiet grenzen die Mittelstadt Baunatal, die Kleinstadt Vellmar sowie die Gemeinden Niestetal, Fuldatal, Fuldabrück, Kaufungen und Lohfelden an.
Kassel ist verkehrsmäßig über 3 Autobahnen, 5 Bundesstraßen, durch einige Eisenbahn-Hauptverbindungen (darunter auch ICE-Strecken) und auch den wenige Kilometer entfernten Flughafen Kassel-Calden nicht nur an die deutsche Infrastruktur angebunden (siehe dazu hier).
Die nächsten Großstädte sind - per Luftlinie/Straße gemessen - Hannover (ca. 120/164 km nördlich) und Göttingen (ca. 40/55 km nordöstlich) in Niedersachsen, Erfurt (ca. 115/185 km östlich) in Thüringen, Frankfurt am Main (ca. 150/193 km südlich) in Hessen sowie Siegen (ca. 115/165 km südwestlich), Dortmund (ca. 145/165 km westlich) und Paderborn (ca. 70/84 km nordwestlich von Kassel) in Nordrhein-Westfalen.
Stadtbild

Typischer Baustil der 50er und 60er Jahre: Der 2005 neu gestaltete Scheidemannplatz.

Die Reste der ehemaligen Garnisonkirche in der Kasseler Innenstadt.
Das Bild der Kasseler Innenstadt, in der aufgrund der Gleichgültigkeit im Umgang mit den Resten der Kulturgüter nach der Zerstörungen des 2. Weltkrieges nur noch wenige historische Gebäude erhalten sind (siehe dazu Geschichte), ist durch typische 50er-Jahre-Architektur geprägt.
Im Kontrast zu den oft dicht bebauten Stadtvierteln birgt Kassel viele Grünflächen, darunter den Bergpark Wilhelmshöhe im Habichtswald und die Karls- und Fuldaaue (siehe hierzu Gärten und Parks in Kassel. An vielen Stellen im Kasseler Stadtgebiet fallen zahlreiche Eichen auf, die durch den Künstler Joseph Beuys unter dem Motto 7.000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung zwischen 1982 und '87 an Straßen und Plätzen angepflanzt wurden.
Kassel wird von der Fulda und den teils innerhalb des Stadtgebiets in diesen Fluss einmündenden Nebenflüssen und Bächen (darunter Ahne, Drusel (im Unterlauf "Kleine Fulda" genannt), Geile-Döll, Losse, Nieste und Wahle) durchflossen.
Kassels niedrigste Stelle befindet sich im nordöstlichen Fuldatal auf 132,90 m ü. NN (Flusspegel etwas nördlich der Grauen Katze); zieht man noch die etwas abseitige Exklave Kragenhof in diesem Tal mit in Betracht, so befindet sich die niedrigste Stelle der Stadt nur wenige Meter unterhalb der Staustufe an der Stadtgrenze zu Fuldatal-Wahnhausen auf nur noch 131,40 m über dem Meeresspiegel. Die Innenstadt liegt am Königsplatz 163 m bzw. am Rathaus 169 m hoch und das Schloss Wilhelmshöhe steht auf etwa 285 m Höhe. Die höchste Stelle des zur Stadt gehörenden obgleich stark bewaldeten Gebiets befindet sich mit etwa 615 m über Normalnull im Habichtswald am Hohen Gras.
Die höchsten Bauwerke von Kassel sind der alte Kirchturm der Lutherkirche (76 m), der Herkules (70,5 m) und die Doppel-Türme der Martinskirche (69 m), nicht jedoch der 186 m hohe Fernsehturm auf dem Essigberg, weil er außerhalb des Stadtgebiets steht.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Kassel. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle - mit Ausnahme von Staufenberg, das Teil des Landkreises Göttingen in Niedersachsen ist - zum Landkreis Kassel: Ahnatal, Vellmar, Fuldatal, Staufenberg, Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Fuldabrück, Baunatal, Schauenburg, Habichtswald. Davon wachsen Vellmar und Fuldatal im Norden, Kaufungen im Osten, Lohfelden im Südosten und Baunatal im Süden immer näher an das Stadtgebiet heran.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Kassel ist in 23 Stadtteile eingeteilt, von denen jeder einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden hat. Die Ortsbeiräte werden alle 5 Jahre von der Bevölkerung der Stadtteile direkt gewählt. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Stadtteil berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch der Stadtverordnetenversammlung der Gesamtstadt Kassel.
Stadtteile
Neben den historisch gewachsenen Stadtteilen, sind einige ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen nach Kassel eingemeindet worden. Das Jahr der Eingemeindung findet sich in Klammern.
- 01 Mitte
- 02 Südstadt
- 03 West
- 04 Wehlheiden (1899)
- 05 Bad Wilhelmshöhe (1926,Wahlh. 1906)
- 06 Brasselsberg
- 07 Süsterfeld-Helleböhn
- 08 Harleshausen (1936)
- 09 Kirchditmold (1906)
- 10 Rothenditmold (1906)
- 11 Nord-Holland
- 12 Philippinenhof-Warteberg
| - 13 Fasanenhof (1926)
- 14 Wesertor
- 15 Wolfsanger-Hasenhecke (1936)
- 16 Bettenhausen (1906)
- 17 Forstfeld
- 18 Waldau (1936)
- 19 Niederzwehren (1936)
- 20 Oberzwehren (1936)
- 21 Nordshausen (1936)
- 22 Jungfernkopf
- 23 Unterneustadt
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Innerhalb der Kasseler Stadtteile gibt es zum Teil noch Ortsbezirke oder Siedlungen mit eigenem Namen, etwa Mulang und Wahlershausen die zum Stadtteil Bad Wilhelmshöhe gehören, die etwas abseitige Exklave Kragenhof, die zum Stadtteil Wolfsanger-Hasenhecke gehört, Osterberg, der zum Stadtteil Jungfernkopf gehört, oder das Blücherviertel, das zum Stadtteil Unterneustadt gehört.
Flächennutzung
Stand 2003.
Kasseler Stadtgebiet: insgesamt 106,77 km²
- 34,5 % Gebäude- und Freifläche
- 21,6 % Waldgebiete
- 17,0 % Landwirtschaftsfläche
- 13,0 % Verkehrsfläche
- 10,0 % Erholungsgebiete
- 2,0 % Wasserfläche
- 1,5 % Flächen anderer Nutzung
- 0,4 % Betriebsfläche
Geschichte
Stadtgeschichte

Stadtplan Kassels von Matthäus Merian, 1648
- siehe: Geschichte Kassels
Die erste urkundliche Erwähnung Kassels geht auf das Jahr 913 zurück. Dem ehemaligen fränkischen Königshof werden 1189 die Stadtrechte verliehen, bevor Kassel 1277 zur Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen wird. Seitdem ist die Stadtgeschichte eng verflochten mit den Geschicken der hessischen Regenten. Anfang des 16. Jahrhunderts entwickelt sich Landgraf Philipp zu einem wichtigen Protagonisten der Reformation. Entscheidend prägte Landgraf Karl das Stadtbild ab 1700 durch seine ambitionierten barocken Bauprojekte, wie die Karlsaue oder den Herkules. Kurz nachdem Hessen-Kassel zum Kurfürstentum wurde, besetzten 1806 napoléonische Truppen die Stadt, und machten Kassel bis 1813 zur Hauptstadt des neugegründeten Königreich Westfalen. 1866 wird Kurhessen mit Kassel Opfer der agressiven Expansionspolitik Preussens und anektiert. Zwischen 1920 und 1925 war Philipp Scheidemann Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Am Abend des 7. November 1938 werden die Synagoge und andere jüdische Einrichtungen in Kassel verwüstet, 2 Tage vor dem 9. November, dessen Pogrome als Novemberprogrome in die deutsche Geschichte eingehen. Mehre Luftangriffe im Verlauf des 2. Weltkrieges, davon der schwerwiegendste am 23. Oktober 1943, forderten Tausende Tote und zerstörte größe Teile der städtischen Bebauung. 1948 scheiterte Kassel bei dem Versuch die Hauptstadt der BRD zu werden. Als Begleitprogramm zur Bundesgartenschau von 1955 wurde von Arnold Bode die documenta initiert, die sich heute zu einer der bedeutendsten Kunstausstellungen entwickelt hat.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1472 | 4.500 | | 1626 | 6.329 | | 1773 | 17.311 | | 1832 | 28.819 | | 1871 | 46.362 | | 1890 | 72.477 | | 1895 | 81.752 | | 1900 |
106.001 | | 1910 | 153.196 | | 16. Juni 1925 ¹ | 171.234 | | 16. Juni 1933 ¹ | 175.179 | | 17. Mai 1939 ¹ | 216.141 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 13. September 1950 ¹ | 162.132 | | 6. Juni 1961 ¹ | 207.507 | | 27. Mai 1970 ¹ | 214.156 | | 30. Juni 1975 | 207.800 | | 30. Juni 1980 | 195.500 | | 30. Juni 1985 | 184.500 | | 27. Mai 1987 ¹ | 187.288 | | 30. Juni 1997 | 200.400 | | 1. Januar 2000 ² | 196.211 | | 1. Januar 2003 ² | 194.146 | | 1. Januar 2004 ² | 194.322 |
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¹ Volkszählungsergebnis ² Webseite Kassel
Religionen
Christentum
Kassel gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. 1526 führte Landgraf Philipp in Hessen die Reformation ein. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verordnete der Landgraf von Hessen-Kassel, Moritz der Gelehrte, das reformierte Bekenntnis. Die Kirchenverwaltung der (reformierten) Kirche in Hessen befand sich in Kassel, doch wurden später innerhalb des Landes Hessen-Kassel weitere Konsistorien (Kirchenverwaltungsbehörden) eingerichtet (1704 in Marburg, später auch in Hanau). Die Kasseler Behörde verwaltete die reformierten Gemeinden.
Ab 1731 wurde auch den Lutheranern ein eigener Gottesdienst und ein eigener Geistlicher zugestanden, weil sich Hessen seinerzeit mit dem lutherischen Schweden verbündet hatte. Erst nach dem Übergang des Kurfürstentums Hessen an Preußen (1866) wurde 1873 ein einheitliches Konsistorium für den gesamten Regierungsbezirk Kassel innerhalb der Provinz Hessen-Nassau eingerichtet (dagegen richtete sich die Hessische Renitenz).
Ab 1731 gab es auch wieder katholische Gemeindeglieder in Kassel und ab 1776 wurden auch wieder Gottesdienste zugelassen, zumal der damalige Landgraf Friedrich II. selbst katholisch geworden war. Der Anteil der Katholiken vergrößerte sich danach stets, so dass sich bald auch wieder eigenständige Pfarrgemeinden bildeten. Diese gehören seit 1821 zum Bistum Fulda. Innerhalb dieser Diözese gehören sie heute zum Dekanat Kassel innerhalb der gleichnamigen Region.
1907 kam es in der Folge von Predigten des Evangelisten Heinrich Dallmeyer zu einer Erweckungsbewegung, deren Auswüchse zur Ablehnung der aufkommenden Pfingstbewegung durch die evangelikale Gemeinschaftsbewegung führt.
siehe Berliner Erklärung + Kasseler Erklärung
Die später mit "Evangelische Landeskirche in Hessen-Kassel" benannte Kirche vereinigte sich 1934 mit der Evangelischen Landeskirche in Waldeck zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Innerhalb dieser Landeskirche gehören die Kirchengemeinden Kassels - sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören - zu den Kirchenkreisen Kassel-Mitte, Kassel-Ost und Kassel-West (ab 1. Januar 2005: Stadtkirchenkreis Kassel) des Sprengels Kassel.
Judentum
In Kassel findet sich auch die zweitgrößte jüdische Gemeinde Hessens, die heute wieder ca. 1300 Mitglieder zählt. Vor der Wiedervereinigung waren es nur 80, aber durch den Zuzug jüdischer Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion wuchs die Gemeinde enorm. Seit einigen Jahren gibt es auch wieder eine Synagoge und seit kurzem auch wieder einen Rabbiner.
Freikirchen
Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) gibt es in Kassel seit 1847. Heute sind im Kasseler Stadtgebiet drei Baptistengemeinden tätig mit insgesamt 550 getauften Mitgliedern. Sie gehören zur Evangelisch-Freikirchlichen Vereinigung Hessen-Siegerland. In Kassel befindet sich auch der Verlag der deutschen Baptisten, der - nach seinem Gründer benannt - als Oncken-Verlag firmiert.
Politik
An der Spitze der Stadt Kassel stand der Rat. Die Bürgermeister vertraten die Gemeinde gegenüber dem Rat. Die Zahl der Bürgermeister schwankte zwischen 4 und 8. Sie wurden von den Zünften und der übrigen Bürgerschaft bestellt. Die Bürgermeister hatten Sitz und Stimme im Rat und überwachten das Finanz- und Steuerwesen der Stadt. Im Königreich Westfalen standen ein "Maire" und ein "Munizipalrat" nach französischem Vorbild an der Spitze der Stadt. In kurhessischer Zeit trat 1834 die hessische Gemeindeordnung in Kraft. Danach hatte Kassel einen Oberbürgermeister und einen Bürgermeister als leitenden und vollziehenden Beamten neben dem Stadtrat als mitverwaltende Instanz.
Stadtoberhäupter
(seit 1821)
- 1821 - 1841: Carl Schomburg
- 1842 - 1848: Nicolaus Ludwig Arnold
- 1848 - 1863: Heinrich Wilhelm Hartwig
- 1864 - 1875: Friedrich August Wilhelm Nebelthau
- 1875 - 1892: Emil Weise
- 1892 - 1898: Albert Westerburg
- 1900 - 1912: August Müller
- 1912 - 1913: Dr. jur. Ernst Scholz
- 1913 - 1919: Erich Koch-Weser (DDP)
- 1920 - 1925: Philipp Scheidemann (SPD)
| - 1925 - 1933: Dr. h.c. Hans Herbert Stadler
- 1933 - 1945: Dr. Gustav Lahmeyer (NSDAP)
- 1945 - 1954: Willi Seidel (SPD)
- 1954 - 1963: Dr. Lauritz Lauritzen (SPD)
- 1963 - 1975: Dr. Karl Branner (SPD)
- 1975 - 1991: Hans Eichel (SPD)
- 1991 - 1993: Wolfram Bremeier (SPD)
- 1993 - 2005: Georg Lewandowski (CDU)
- seit 22. Juli 2005: Bertram Hilgen (SPD)
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Städtepartnerschaften
Kassel unterhält Partnerschaften mit folgen Städten:
- Florenz, Italien, seit 1952
- Berlin-Tiergarten, seit 1962
- Mülhausen, Frankreich, seit 1965
| - Västerås, Schweden, seit 1972
- Rovaniemi, Finnland, seit 1972
- Jaroslawl, Russland, seit 1988
| - Arnstadt, Thüringen, seit 1989
- Ramat Gan, Israel, seit 1990
- Izmit, Türkei, seit 1999
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Wirtschaft und Infrastruktur
Als ehemalige Residenzstadt wurde Kassel später Verwaltungs- und Behördensitz. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es vor allem Maschinenbau, speziell Lokomotiv- und Waggonbau sowie Rüstungsindustrie (Henschel, Wegmann, Credé, Bombardier); Komponenten des Transrapid werden in Kassel gefertigt. Ab 1935 für einige Jahrzehnte große Kunstseidenproduktion (Spinnfaser AG).
Kassel wurde relativ spät durchgreifend industrialisiert (ab ca. 1890) und hat seit den 1970er Jahren bedeutende industrielle Großbetriebe verloren. Heute liegt die Arbeitslosenrate in Kassel zwischen 15 und 20 Prozent.
Verkehr
Durch seine zentrale Lage ist diese Stadt gut zu erreichen. Kassel liegt an den Bundesautobahnen A 7, A 44 und A 49 und an der Neubaustrecke Hannover-Würzburg des ICE-Netzes. Neben dem Fernbahnhof Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe verbindet die RegioTram am Hauptbahnhof Kassel die Stadt mit dem Umland.
siehe auch: Flughafen Kassel-Calden, Nordhessischer Verkehrsverbund, Herkulesbahn
Medien
Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine ist die einzige in Kassel erscheinende Tageszeitung. Die HNA entstand in den 1970er Jahren durch die Fusion mehrerer Kasseler Zeitungen und bedient auch das weitere Umland, genauer gesagt die Kreise Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Werra-Meißner sowie Hersfeld-Rotenburg. In Südniedersachsen unterhält die HNA Redaktionen in Göttingen, Hann. Münden, Wikipedia
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