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sortiert nach Preis, Kategorie, usw. in Kiel
 | Dieser Artikel behandelt die Stadt Kiel. Für weitere Bedeutungen, siehe Kiel (Begriffsklärung). |
| Wappen | Karte |
|---|
 |  |
| Basisdaten |
|---|
| Bundesland: | Schleswig-Holstein |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 118,4 km² |
| Arbeitslosenquote: | 17.0% (2005) |
| Einwohner: | 229.715 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.940 Einwohner je km² |
| Höhe: | 0 bis 74,2 m ü. NN |
| Vorwahl: | 0431 |
| Postleitzahl: | 24000 - 24159 (alt: 2300) |
| Geografische Lage: | Koordinate: 54° 20' N, 10° 8' O54° 20' N, 10° 8' O |
| Kfz-Kennzeichen: | KI |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 02 000 |
| Stadtgliederung: | 18 Ortsbezirke mit 30 Stadtteilen |
Adresse der Stadtverwaltung: | Fleethörn 9 24103 Kiel |
| Politik |
|---|
| Oberbürgermeisterin: | Angelika Volquartz (CDU) |
| Stadtpräsident: |
Rainer Tschorn (CDU) |
| Regierende Parteien: | CDU/Grüne |
Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel ist eine kreisfreie Stadt im Osten des Landes an der Ostsee (Kieler Förde). Sie ist die größte Stadt sowie, neben Lübeck, Flensburg und Neumünster, eines der vier Oberzentren des Bundeslandes. Ferner ist Kiel eine traditionsreiche Universitätsstadt mit starkem Bezug zum Meer in den Bereichen Marine, Schiffbau, Segeln und Meeresforschung. Die nächstgelegene größere Stadt ist die Freie und Hansestadt Hamburg, ca. 90 km südwestlich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Kiel, des historischen Hauptortes von Holstein, überschritt im Zuge des Ausbaus als Reichskriegshafen um das Jahr 1900 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bereits 1913 hatte die Stadt über 200.000 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Eingemeindungen
- 2.2 Einwohnerentwicklung
- 2.3 Religionen
- 3 Politik
- 3.1 Wappen
- 3.2 Städtepartnerschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.2 Bekannte Firmen
- 4.3 Medien
- 4.3.1 Rundfunksendeeinrichtungen
- 4.3.2 Filmförderung
- 4.4 Öffentliche Einrichtungen
- 4.5 Bildung und Forschung
- 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Stadtbild
- 5.2 Einige Sehenswürdigkeiten (Bauwerke siehe unten)
- 5.3 Theater
- 5.3.1 Freie Theatergruppen
- 5.4 Kinos
- 5.5 Museen
- 5.6 Bauwerke
- 5.7 Verlorene Bauwerke
- 5.8 Bedeutende Stand- und Denkmale
- 5.9 Regelmäßige Veranstaltungen
- 5.10 Tourismus
- 5.11 Sport
- 5.12 Kulinarische Spezialitäten
- 6 Persönlichkeiten
- 6.1 Ehrenbürger
- 6.2 Söhne und Töchter der Stadt
- 7 Literatur
- 8 Weblinks
|
Geografie
Kiel ist einer der wichtigsten Naturhäfen an der Ostsee und liegt zu beiden Seiten der Kieler Förde. Durch Kiel verläuft die Wasserscheide von der Nordsee zur Ostsee. So berührt ebenso wie die Schwentine der Fluss Eider, der in die Nordsee mündet, Kieler Stadtgebiet, außerdem endet der Nord-Ostsee-Kanal im Stadtteil Kiel-Holtenau. Die Umgebung Kiels ist von Moränenhügeln geprägt und geht direkt in die Holsteinische Schweiz über.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Kiel (sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten, an der Ostküste der Kieler Förde, genannt):
Kreis Plön: Mönkeberg, Schönkirchen (Holstein), Klausdorf und Raisdorf (alles amtsfreie Gemeinden) sowie Pohnsdorf, Honigsee und Boksee (alle Amt Preetz-Land)
Kreis Rendsburg-Eckernförde: Flintbek (Amt Flintbek), Molfsee und Mielkendorf (Amt Molfsee), Melsdorf und Ottendorf (Amt Achterwehr), Kronshagen (amtsfreie Gemeinde), Neuwittenbek und Felm (Amt Dänischer Wohld), Altenholz (amtsfreie Gemeinde), Dänischenhagen (Amt Dänischenhagen) und Strande (Amt Dänischenhagen)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Kiels ist in 30 Stadtteile eingeteilt. Meistens bilden ein oder mehrere Stadtteile zusammen einen der insgesamt 18 Ortsbezirke mit je einem Ortsbeirat. Diese Gremien werden von der Ratsversammlung (Gemeinderat) der Gesamtstadt nach jeder Kommunalwahl neu bestimmt und sind zu wichtigen, den Ortsbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Sie können auch Anträge, die den Stadtteil betreffen, an die Ratsversammlung stellen, damit diese dort beraten bzw. beschlossen werden.
Die Ortsbezirke mit ihren zugehörten Stadtteilen und deren amtlicher Nummer:
- Mitte
- 1 Altstadt
- 2 Vorstadt
- 3 Exerzierplatz
- 4 Damperhof
- Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook
- 5 Brunswik
- 6 Düsternbrook
- 7 Blücherplatz
- 9 Ravensberg
- Steenbek-Projensdorf
- Wik
- Schreventeich/Hasseldieksdamm
- 10 Schreventeich
- 11 Südfriedhof
- 15 Hasseldieksdamm
- Gaarden
- 12 Gaarden-Ost
- 13 Gaarden-Süd und Kronsburg
- Hassee/Vieburg
- Ellerbek/Wellingdorf
- 16 Ellerbek
- 17 Wellingdorf
- Holtenau
- Pries-Friedrichsort
- Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf
- 21 Neumühlen-Dietrichsdorf
- Elmschenhagen/Kroog
- Suchsdorf
- Schilksee
- Mettenhof
- Russee/Hammer
- Meimersdorf/Moorsee
- Wellsee/Kronsburg/Rönne
Geschichte

Historische Karte (um 1888)
- Kiel wurde zwischen 1233 und 1242 von Graf Adolf IV. von Holstein aus dem Hause Schauenburg gegründet. Nur bei Kiel stieß das alte deutsche bzw. sächsische Territorium an die Ostsee - nördlich der Levensau lag dänisches, östlich der Schwentine slawisches Gebiet. Damit war Kiel eine der nördlichsten Städte im Heiligen Römischen Reich. -- Der ursprüngliche Stadtname lautete Holstenstadt tom Kyle ("die Holstenstadt an der Förde)". Kyle heißt Keil und meint hier im Speziellen die Förde, eine Meeresbucht, die wie ein Keil weit ins Land hinein schneidet. Im Sprachgebrauch wurde der lange Name zu tom Kyle verkürzt und schließlich zu Kiel (das y im alten Namen ist ein langes i). Früher kursierte übrigens noch eine weitere Erklärung für den Namen der Stadt Kiel: Das Gewässer "Kleiner Kiel", das den Altstadtbereich fast total umschließt, ist ein ehemaliges "Noor". Dieses ehemalige Noor bildete - ähnlich wie in Haithabu an der Schlei - einen sicheren Naturhafen für die seefahrenden Wikinger. Die Ortsnamen Brunswik und Wik weisen auf die Anwesenheit der Nordmänner hin. Das alte nordische Wort "Kijl" [gesprochen = kijel] bedeutet "Quelle", also gutes Trinkwasser, auf das die seefahrenden Wikinger angewiesen waren. Eine "Wik" (sicherer Naturhafen) ohne gutes Trinkwasser, also eine Quelle = Kijl, war für die Wikinger kein guter Hafen! Wer sich alte Karten von Kiel anschaut wird mehrere kleine Bäche finden, die alle in das Noor, den "Kleinen Kiel" münden. Genau dort, wo sich der sichere Naturhafen - die Wik - befand, konnte man damals gutes Trinkwasser aus den Bächen schöpfen. Die Bäche sind heute alle kanalisiert und darum nicht mehr sichtbar. Diese damaligen Trinkwasserquellen = Kijls könnten also durchaus der eigentliche Ursprung des Namens "Kiel" sein. Beweisen lassen sich aber beide Versionen nicht.
- 1242 erhielt Kiel das Lübecker Stadtrecht verliehen
- 1283 Eintritt in die Hanse
- 1301 war die Stadt befestigt
- Ab 1329 von einer Stadtmauer umgeben
- 1460 Unterzeichnung des Vertrags von Ripen
- 1469 Erstmalige Erwähnung des Kieler Umschlags
- 1518 Kiel wird aus der Hanse ausgeschlossen
- 1665 Gründung der Christian-Albrechts-Universität durch Herzog Christian Albrecht von Gottorf - die CAU ist damit die nördlichste Universität im römisch-deutschen Reich
- 1728 Im Kieler Schloß wird der spätere russische Zar Peter III. als Sohn des Herzogs Karl Friedrich von Holstein-Gottorf geboren
- 1773 kommt die Stadt an den dänischen König
- 1803 Errichtung eines Botanischen Gartens
- 1813 wird Kiel im Kosakenwinter von Schweden eingenommen
- 1814 Frieden von Kiel: Das Herzogtum Holstein wird weiter vom dänischen König regiert
- 1815 Holstein, das bis 1806 Teil des Heiligen Römischen Reiches gewesen war, wird Mitglied des Deutschen Bundes
- 1838 Gründung der Maschinenbauanstalt Schweffel und Howaldt, Kiels erster großer Betrieb, aus dem später die heutige HDW hervor geht
- 1844 Mit der Eisenbahnlinie nach Altona (König Christian VIII. Ostseebahn) wird der Ostseehafen Kiel mit Elbe und Nordsee verbunden
- 1848 In Kiel konstitutiert sich eine provisorische schleswig-holsteinische Regierung, die sich für die Unabhängigkeit von Dänemark einsetzt
- 1850 Mit dem Brandtaucher wird in Kiel das erste U-Boot der Welt gebaut
- 1864 Eroberung Schleswig-Holsteins durch Preußen und Österreich im Deutsch-Dänischen Krieg; Kiel wird zunächst von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet
- Am 24. März 1865 ordnet der preußische König die Verlegung der Ostsee-Marinestation von Danzig nach Kiel an. Ab da entwickelt sich Kiel zur Großstadt. Mit der Marine kommt auch die Norddeutsche Werft (später Germania-Werft) als zweiter Schiffbaubetrieb nach Kiel
- 1866 wird Kiel ganz preußisch. Das Artilleriedepot (ab 1891 Kaiserliche Torpedowerkstatt) wird eingerichtet. Hier werden unter anderem Über- und Unterseewaffen entwickelt
- 1867 Kiel wird Kriegshafen des neugegründeten norddeutschen Bundes und Sitz des aus den Ämtern Bordesholm, Cronshagen, Kiel und Neumünster gebildeten Kreises Kiel
- 1871 In der neuen Reichsverfassung heißt es in Artikel 52, Absatz 2:
- Der Kieler Hafen und der Jadehafen sind Reichskriegshäfen
- 1873 Die Kieler Werftarbeiter beginnen sich zu organisieren: Gründung des Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer-Vereins
- 1878 nimmt mit der Kaiserlichen Werft die dritte Großwerft ihren eigentlichen Betrieb auf (vorher Marinedepot seit 1865)
- 1882 Die erste Kieler Woche findet statt
- 1883 Kiel scheidet aus dem gleichnamigen Kreis aus und wird eine kreisfreie Stadt; Sitz des Kreises Kiel wird die Stadt Bordesholm
- 1885 Erstmals wird die "Kieler Woche" als Kombination von Schiffsparade, Segelregatten und Volksfest veranstaltet
- 1887 Kiel wird deutscher Reichskriegshafen; rasantes Bevölkerungswachstum durch die Ansiedlung der Werftindustrie
- 1893 Das Kieler Gewerkschaftskartell wird gegründet und hat zu Anfang 2.900 Mitglieder
- 1895 Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal), welcher bald die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt wird. In der Folge wird Kiel zum Haupthafen der deutschen Flotte
- 1907 Der Kreis Kiel wird in Kreis Bordesholm umbenannt; Kiel selbst bleibt weiterhin kreisfrei
- 1913 Am Vorabend des Ersten Weltkriegs arbeiten auf der Kaiserlichen Werft 6.900, auf der Germania-Werft 6.800, und bei den Howaldtwerken 3.700 Personen. Mehr als 30.000 Kieler waren Marineangehörige
- 1917 Kiel wird Sitz des Oberpräsidiums der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und somit quasi "Landeshauptstadt". Vorher befand sich das Oberpräsidium in Schleswig
- 1918 Mit dem Matrosenaufstand endet der Erste Weltkrieg. Am 3. November erheben sich hier die Matrosen, gründen am 4. November den ersten Arbeiter- und Soldatenrat Deutschlands und begannen somit die Novemberrevolution, welche innerhalb weniger Tage ganz Deutschland erfasst und mit der dadurch erzwungenen Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II. die Grundsteinlegung zur ersten deutschen Republik, der Weimarer Republik bildete
- 1928 Der Zivilflughafen Kiel-Holtenau wird in Betrieb genommen
- 1932 Der Kreis Bordesholm (bis 1907 Kreis Kiel) wird aufgelöst und sein Gebiet auf die Kreise Rendsburg, Segeberg und Plön aufgeteilt
- 1936 Kiel wird zum ersten Mal Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe. Im Landesarchiv Schleswig-Holstein existiert ein Film von Leni Riefenstahl über dieses Ereignis
- Im Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 wird Kiel wegen der militärischen Bedeutung (Kriegshafen, Werften) zu 80% zerstört. Die Integration der vielen ostdeutschen Kriegsflüchtlinge aus dem Baltikum, Ost- und Westpreußen, Pommern und Mecklenburg stellt die Stadt vor zusätzliche Herausforderungen. In den Nachkriegsjahren wird es unter damals modernen Gesichtspunkten neu aufgebaut. Die Stadt entwickelte sich bald wieder zum wirtschaftlichen, politischen und geistigen Zentrum Schleswig-Holsteins
- Kiel wurde 1946 unter britischer Besatzung Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein,
- Der große deutsche Erfinder Rudolf Hell, der ab 1947 in Kiel lebt und arbeitet, stellt 1956 das erste Faxgerät vor, 1963 den ersten Scanner und 1965 den digitalen Lichtsatz, der das Druckwesen auf der Welt revolutioniert
- 1968 läuft mit der NS Otto Hahn bei HDW das erste und einzige deutsche Atomschiff vom Stapel
- 1970 Im Rahmen der schleswig-holsteinischen Kreisreform werden die Kreise Rendsburg und Eckernförde vereinigt. Seither gehört das Kieler Umland zu den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön
- 1972 Kiel wird zum zweiten Mal Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe, diesmal im Stadtteil Schilksee
- 1975 wird der Kieler Umschlag als modernes Volksfest wiederbelebt
- 1982 feiert die Kieler Woche ihr hundertjähriges Bestehen
- 1985 Einstellung der Straßenbahn (zuletzt Linie 4)
- 1992 750 Jahre Stadt Kiel
- 1994 Die 100. Kieler Woche wird veranstaltet (in den Kriegsjahren von 1915-1919 und 1940-1946 fanden keine Kieler Wochen statt)
- 1995 Hundertjähriger Geburtstag des Nord-Ostsee-Kanals
- 1997 Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Oberbürgermeister (Norbert Gansel, SPD) direkt gewählt
- 2003 Bei den Kommunal- und Oberbürgermeisterwahlen wird die SPD abgewählt und zum ersten Mal in der Stadtgeschichte eine Frau, Angelika Volquartz (CDU), Oberbürgermeisterin
- 2003 Die Bewerbung Kiels als drittmaliger Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe 2012 scheitert im Auswahlverfahren des NOK zugunsten Rostocks, welches dann zusammen mit Leipzig Bewerberstadt auf internationaler Ebene war. Die Stadt hält dennoch an dem Projekt Kiel Sailing City fest, welches unter anderem allen Schülern der Stadt Segelunterricht verspricht
- 2005: Gold bei Unsere Stadt blüht auf
Eingemeindungen
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Kiel inkl. Hammer eine Fläche von insgesamt 1.997 ha. Ab 1869 wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen in die Stadt Kiel eingegliedert:
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|
| 1869 | Brunswik |
277 |
| 1893 | Wik | 560 |
| 1901 | Gaarden-Ost | 311 |
| 1909 | Projensdorf | 229 |
| 1910 | Gaarden-Süd | 618 |
| 1910 | Hassee | 369 |
| 1910 | Ellerbek | 89 |
| 1910 | Wellingsdorf | 420 |
| 1910 | Hasseldieksdamm | 293 |
| 1922 | Holtenau | 515 |
| 1922 | Pries | 376 |
| 1922 | Friedrichsort | 132 |
| 1923 | Kronsburg | 69 |
| 1924 | Neumühlen-Dietrichsdorf | 400 |
| 1939 | Elmschenhagen | 655 |
| 1958 | Suchsdorf | 760 |
| 1959 | Schilksee | 606 |
| 1963 | Mettenhof | 158 |
| 1970 | Russee | 398 |
| 1970 | Meimersdorf | 766 |
| 1970 | Moorsee |
557 |
| 1970 | Wellsee | 501 |
| 1970 | Rönne | 479 |
Dabei wurden mit Holtenau, Pries-Friedrichsort und Schilksee auch Gemeinden des Landesteils Schleswig in die ansonsten holsteinische Stadt Kiel eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|
| 1300 | ca. 1.000 |
| 1450 | ca. 2.000 |
| 1750 | ca. 4.000 |
| 1834 | 11.620 |
| 1848 | ca. 18.000 |
| 1871 | ca. 32.000 |
| 1. Dezember 1875 ¹ | 37.246 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 69.172 |
| 2. Dezember 1895 ¹ | 85.666 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 107.938 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 211.627 |
| 1918 | ca. 243.000 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 213.881 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 218.335 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 275.479 |
| 1942 | ca. 306.000 |
| Mai 1945 | ca. 180.000 |
| 13. September 1950 ¹ |
257.455 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 273.284 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 271.719 |
| 30. Juni 1975 | 263.000 |
| 30. Juni 1980 | 250.400 |
| 30. Juni 1985 | 245.300 |
| 27. Mai 1987 ¹ | 237.767 |
| 30. Juni 1997 | 242.300 |
| 31. Dezember 2003 | 229.901 |
| 30. Juni 2005 | 229.715 |
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Die Bevölkerung der Stadt Kiel gehörte anfangs zum Erzbistum Bremen bzw. dessen Suffragan-Bistum Schleswig. Ab 1526 wurde durch den Landesherrn die Reformation eingeführt. 1534 mussten die Katholiken auf die einzige Pfarrkirche der Stadt (daneben gab es noch eine weitere Kirche) verzichten. Bereits vier Jahre zuvor war das Franziskanerkloster in Kiel geschlossen worden. Danach war Kiel über eine lange Zeit eine überwiegend protestantische Stadt, die zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holstein gehörte, welche sich 1977 mit anderen Landeskirchen zur Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vereinigte. Heute gehören die lutherischen Kirchengemeinden der Stadt - sofern sie nicht Mitglied der Selbständigen Evangelisch-lutherischen Kirche sind - zum Kirchenkreis Kiel innerhalb des Sprengels Holstein-Lübeck.
Evangelisch-Freikirchliche Christen (Baptisten) gibt es in Kiel seit 1859. Die eigentliche Gemeindegründung erfolgte 1872. Weitere Freikirchen in der Fördestadt sind die Methodisten, die Freie evangelische Gemeinde, die Pfingstkirche und die Adventisten.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Im Jahre 1891 wurde die erste katholische Pfarrkirche seit der Reformation erbaut. Die Gemeindeglieder Kiels gehörten zum damals bestehenden "Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen". 1930 wurde das Gebiet Schleswig-Holsteins aufgrund des Preußischen Konkordates von 1929 dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Die nördlichen Gebiete dieses Bistums wurden 1993 in das neue Erzbistum Hamburg eingegliedert, zu dem die Stadt Kiel nunmehr gehört. Offiziell errichtet wurde das Erzbistum Hamburg allerdings erst am 7. Januar 1995. Die Pfarrgemeinden der Stadt Kiel gehören innerhalb der Erzdiözese Hamburg zum Dekanat Kiel.
Heute ist die Bevölkerung Kiels zu ca. 48% evangelisch und zu 7% katholisch. Insgesamt gibt es 36 evangelische und 12 katholische Kirchen.
Die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Mittelalter und früher Neuzeit kann weder bewiesen noch ausgeschlossen werden. Die nachweisbare Geschichte der Juden in Kiel beginnt erst relativ spät, Ende des 17. Jahrhunderts. Es ist der Politik König Christians VII. zu verdanken, dass sich der Kieler Magistrat mit seiner zunächst judenfeindlichen Haltung nicht durchsetzte und Juden sich schließlich in Kiel ansiedeln konnten. 1782 wurde das ehemalige Kaffeehaus der Universität in der Kehdenstraße 12 das erste jüdische Bethaus der Stadt (existiert nicht mehr), bis die Gemeinde 1869 in die größere, dreistöckige Synagoge in der Haßstraße umzog (Teil des Erdgeschosses als Ruine bis heute erhalten). Diese Synagoge wurde aber bald zu klein, so dass man 1910 in den großen Neubau an der Ecke Humboldtstraße/Goethestraße umzog. 1933 hatte die Gemeinde etwa 600 Mitglieder. Diese letzte Synagoge wurde in der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 ("Reichskristallnacht") zerstört, nur ein 1989 errichtetes Denkmal erinnert noch an sie. Bis 1938 hatte ungefähr die Hälfte der Kieler Juden die Stadt verlassen, nach der Pogromnacht, in der neben der Synagoge auch jüdische Geschäfte zerstört und enteignet wurden, nahm die Abwanderung weiter zu, bis dieser Weg 1939 durch den Kriegsausbruch auch versperrt wurde. Die meisten Kieler Juden wurden daraufhin in die Vernichtungslager deportiert und ermordet, nur wenige haben überlebt.
1961 lebten in Kiel noch 27 Juden, mit abnehmender Tendenz, so dass die Verwaltung der jüdischen Belange für Schleswig-Holstein Ende der 1960er Jahre an die Jüdische Gemeinde in Hamburg übertragen wurde. Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks und der damit möglichen Auswanderung dortiger Juden begann sich die Situation grundlegend zu ändern. Deutschland wurde eines der beliebtesten Länder für die jüdische Zuwanderung, hier gibt es momentan die am schnellsten wachsende jüdische Bevölkerung der Welt. So nahm auch in Kiel die Zahl der Juden wieder zu, so dass eine andere Form der Betreuung notwendig wurde. 1995 wurde in Kiel das ?Jüdische Bildungs-, Kultur- und Sozialwerk? gegründet und eine jüdische Sozialarbeiterin eingestellt. Da es in dieser Zeit keine jüdische Gemeinde in Kiel gab, war das Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Hamburg unterstellt und von ihr abhängig. 1997 lud der von Hamburg neu berufene Kantor die ca. 250 Juden in Kiel zum ersten jüdischen Gottesdienst nach der Zerstörung der Synagoge durch die Nationalsozialisten im Jahre 1938 ein. Heute gibt es wieder regelmäßige Gottesdienste am Schabbat und an den Festtagen sowie die unverzichtbare soziale Betreuung; in Kiel leben mittlerweile ca. 400 der Gemeinde bekannte Juden.
Durch die Gründung anderer jüdischer Gemeinden im Land inspiriert gründete sich am 18. April 2004 die eigenständige ?Jüdische Gemeinde Kiel? und trat dem 2002 gegründeten "Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein K.d.ö.R." bei, um das jüdische Angebot in Kiel zu erweitern und auf eigenverantwortliche Beine zu stellen. Der 1998 noch mit der Jüdischen Gemeinde in Hamburg geschlossene Staatsvertrag des Landes Schleswig-Holstein war vom Land bereits Ende 2003 gekündigt worden, um ihn entsprechend den neuen Verhältnissen im Land anzupassen. Im Oktober 2004 gründeten Mitglieder des bisherigen Hamburger Gemeindezentrums in Kiel eine zweite Gemeinde und ? mit dem ehemaligen Hamburger Gemeindezentrum Flensburg und der Jüdischen Gemeinde Lübeck ? einen eigenen Dachverband (Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein), da sie dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein nicht beitreten wollten. Seit dem 1. Januar 2005 gilt nun der neue Staatsvertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein, dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden (mit Gemeinden in Ahrensburg, Bad Segeberg, Elmshorn, Kiel und Pinneberg) und der Jüdischen Gemeinschaft (mit Gemeinden in Flensburg, Kiel und Lübeck). Damit sind die beiden jüdischen Gemeinden in Kiel selbständige Mitglieder ihres jeweiligen Landesverbandes. Das Gemeindezentrum und der Sitz der Jüdischen Gemeinschaft befinden sich in der Wikingerstraße, die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Kiel ist in der Eckernförder Straße (nähe Exerzierplatz).
Die Neuapostolische Kirche ist in Kiel mit 6 Gemeinden im Stadtgebiet vertreten.
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist in Kiel mit einer Gemeinde und einem Institutszentrum für junge Erwachsene vertreten.
In Kiel-Holtenau besteht zudem eine Gemeinde der Dänischen Kirche. Die Dänische Kirche in Südschleswig ist eine rein evangelische Kirche und Teil der dänischen Minderheit.
Die Zahl der muslimischen Gemeinden ist seit deren Gründung 1978 auf zur Zeit zehn angestiegen. Im Sommer 2004 wurde in der Flintbeker Straße die erste Moschee (Ahmadiyya Moschee) fertig gestellt, die auch nach außen als Sakralbau zu erkennen ist. Verschiedene weitere Moscheen existieren allerdings schon seit mehr als 20 Jahren in Hinterhöfen und anderen nach außen unscheinbaren Räumlichkeiten, wie z.B. die Merkez-Moschee im Königsweg.
Politik
An der Spitze der Stadt Kiel stand ursprünglich ein Vogt, der vom Landesherrn eingesetzt wurde. Daneben gab es schon sehr früh einen Rat, der nach 1315 immer mehr die tatsächliche Macht in der Stadt ausübte. Der Gemeinderat in Kiel wird heute als Ratsversammlung bezeichnet.
Vorsitzender des Rates war der Bürgermeister. Später gab es auch mehrere Bürgermeister. Nach dem Übergang an Preußen wurde in ganz Schleswig-Holstein 1867 die preußische Städteordnung eingeführt. An der Spitze der Stadt stand dann ein Oberbürgermeister.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schleswig-Holstein Teil der britischen Besatzungszone. Die Militärregierung führte 1946 eine zweigleisige Verwaltungsspitze ein. Danach gab es zunächst einen Oberbürgermeister als Vorsitzenden des Rates und daneben einen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung. Die schleswig-holsteinische Gemeindeordnung von 1950 übertrug dem Leiter der Verwaltung jedoch wieder den traditionellen Titel Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister und führte für den Vorsitzenden des Rates bei größeren Städten - so auch in Kiel - die neue Bezeichnung Stadtpräsident ein.
Kiels derzeitige Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (CDU) wurde 2003 direkt gewählt und ist die erste Frau in diesem Amt in der Geschichte der Stadt.
Die CDU stellt derzeit mit 24 Räten die größte Fraktion im Stadtrat. Die SPD stellt 18 Räte, Bündnis 90/Die Grünen 7, wodurch die CDU keine Mehrheit hat. Daher wurde im Juni 2003 ein Kooperationsvertrag zwischen der CDU und den GRÜNEN geschlossen.
Stadtoberhäupter 1867-1946
- 1867 - 1888: Heinrich Mölling, Oberbürgermeister
- 1888 - 1912: Dr. med. h.c. Paul Fuß, Oberbürgermeister
- 1912 - 1919: Paul Lindemann, Oberbürgermeister
- 1920 - 1933: Dr. Emil Lueken, Oberbürgermeister
- 1933 - 1945: Walter Behrens, Oberbürgermeister
- 1945 - 1946: Dr. Max Emcke, Oberbürgermeister
Vorsitzende des Rates seit 1946
- 1946: Dr. Otto Tschadek, kommissarischer Oberbürgermeister
- 1946: Willi Koch, Oberbürgermeister
- 1946 - 1950: Andreas Gayk, (SPD), Oberbürgermeister
- 1950: - 1951: Dr. Peter Jeschke, Stadtpräsident
- 1951: - 1955: Max Schmidt, Stadtpräsident
- 1955: - 1959: Dr. Wilhelm Sievers, Stadtpräsident
- 1959: Dr. Hans-Carl Rudel, Stadtpräsident
- 1959 - 1970: Hermann Köster, Stadtpräsident
- 1970 - 1974: Ida Hinz, Stadtpräsidentin
- 1974 - 1978: Eckhard Sauerbaum, Stadtpräsident
- 1978 - 1982: Rolf Johanning, Stadtpräsident
- 1982 - 1985: Eckhard Sauerbaum, Stadtpräsident
- 1985 - 1986 Günther Schmidt-Brodersen, Stadtpräsident
- 1986 - 1998: Silke Reyer, Stadtpräsidentin
- 1998 - 2003: Cathy Kietzer (SPD), Stadtpräsidentin
- 2003 - 2005: Dr. Arne Wulff (CDU), Stadtpräsident
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