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 | Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für weitere Bedeutungen siehe Leipzig (Begriffsklärung). |
| Wappen | Karte |
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| Leitspruch |
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| Leipzig kommt! (1992-2002) |
| Leipziger Freiheit. (Seit 2003) |
| Basisdaten |
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| Bundesland: | Sachsen |
| Regierungsbezirk: | Leipzig |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 297,60 km² |
| Einwohner: | 499.660 (31. August 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.682 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 5,6% |
| Arbeitslosenquote: | 21,4 % (Juli 2005) |
| Höhe: | 113 m ü. NN |
| Geografische Lage: | Koordinate: 51° 20' N, 12° 23' O51° 20' N, 12° 23' O |
| Postleitzahlen: | 04003-04357 (alt: 70xx) |
| Vorwahl: | 0341 |
| Kfz-Kennzeichen: | L |
| Gemeindeschlüssel: | 14 3 65 000 |
| UN/LOCODE: | DE LEJ |
| Stadtgliederung: | 10 Stadtbezirke mit 63 Ortsteilen |
Adresse der Stadtverwaltung: | Neues Rathaus
Martin-Luther-Ring 4-6 04109 Leipzig |
| Offizielle Website: | www.leipzig.de |
| E-Mail-Adresse: | info@leipzig.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Andreas Müller (SPD) [komissarisch] |

Leipziger Wahrzeichen: Völkerschlachtdenkmal
Leipzig ist die größte Stadt in Sachsen sowie eines der sechs Oberzentren dieses Bundeslandes. Zusammen mit Halle bildet Leipzig den Ballungsraum Leipzig-Halle. Leipzig ist Bestandteil der ?Metropolregion Sachsendreieck?.
Der Name der Stadt leitet sich vom slawischen Lipsk (Linden-Ort) - so die bis heute im Sorbischen übliche Bezeichnung - ab. Poetisch spricht man seit Goethe von ?Klein-Paris? oder auch ?Pleiß-Athen? (nach dem Fluss Pleiße).
Im Jahre 1165 verlieh Markgraf Otto der Reiche von Meißen Leipzig das Stadtrecht und das Marktprivileg. Heute hat Leipzig den Status einer kreisfreien Stadt und ist Sitz eines der drei Regierungsbezirke des Freistaates Sachsen. Nächstgrößere Städte sind Berlin, etwa 145 km nordöstlich; Prag, etwa 195 km südöstlich und Frankfurt am Main, etwa 295 km südwestlich von Leipzig. Die Einwohnerzahl Leipzigs überschritt etwa 1870 die Grenze von 100.000, wodurch sie offiziell zur Großstadt wurde. Heute hat Leipzig knapp eine halbe Million Einwohner.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Geografische Lage
- 1.2 Natur
- 1.3 Stadtgliederung und Nachbargemeinden
- 1.4 Stadtökologie
- 2 Geschichte
- 2.1 Religionen
- 2.2 Einwohnerentwicklung
- 2.3 Namensentwicklung
- 3 Politik
- 3.1 Ergebnis der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004
- 3.2 Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl vom 10. April 2005
- 3.3 Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Leipzig seit 1778
- 3.4 Wappen
- 3.5 Städtepartnerschaften
- 3.6 Nach Leipzig benannte Ortschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Ansässige Unternehmen
- 4.2 Medien
- 4.3 Öffentliche Einrichtungen
- 4.4 Architektur
- 4.5 Bildung und Forschung
- 4.5.1 Universität
- 4.5.2 Hochschulen
- 4.5.3 Fachhochschulen und Institute
- 4.5.4 Sonstige
- 5 Verkehr
- 5.1 Öffentlicher Verkehr
- 5.2 Autobahnen und Bundesstraßen
- 5.3 Flughafen
- 5.4 Wasserwege
- 6 Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten
- 6.1 Sprache
- 6.2 Theater
- 6.3 Orchester und Chöre
- 6.4 Nachtleben (Clubs, Bars, Discos)
- 6.5 Museen
- 6.6 Sportanlagen
- 6.7 Sportvereine
- 6.8 Bauwerke
- 6.9 Kinos
- 6.10 Sonstige Sehenswürdigkeiten
- 6.11 Regelmäßige Veranstaltungen
- 6.12 Kulinarische Spezialitäten
- 7 Persönlichkeiten
- 8 Zitate
- 9 Literatur
- 9.1 Stadtführer
- 9.2 Belletristik
- 9.3 Sachbücher
- 10 Webcam
- 11 Weblinks
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Geografie
Geografische Lage
Leipzig liegt im Zentrum der Leipziger Tieflandsbucht, einem Teil der Norddeutschen Tiefebene, und fast im Schwerpunkt der drei benachbarten Landeshauptstädte Dresden, Magdeburg und Erfurt. Durch die Stadt fließt die Weiße Elster, in die hier die Pleiße, die Luppe und die Parthe münden. Mit Leipzig wird vor allem die Pleiße in Verbindung gebracht, die unmittelbar am Stadtzentrum vorbeifließt. Anfang der 1950er Jahre wurden die Pleiße und ein Teil des Elstermühlgrabens wegen der Wasserverschmutzung durch die Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt und teilweise auch zugeschüttet, sodass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt verlor. Seit den 1990er Jahren werden die Flussläufe nach und nach wieder freigelegt.
Die höchsten Erhebungen sind der Monarchenhügel (159 m), der künstlich aufgeschüttete Fockeberg (153 m) sowie der knapp außerhalb der Stadtgrenze liegende Galgenberg (163 m).
Natur
Entlang der Flüsse zieht sich ein ausgedehntes Auwaldgebiet mitten durch die Stadt. Durch den Braunkohlentagebau wurde südlich von Leipzig ein Teil davon zerstört. Nach 1989 wurde der weitere Abbau gestoppt und mit der Rekultivierung der Tagebaurestlöcher begonnen. Inzwischen sind aus den gefluteten Tagebauen mehrere Seen als Leipziger Neuseenland entstanden, die eine gute Wasserqualität haben und der Naherholung dienen. Weitere Tagebaue befinden sich noch in der Flutung. Der Cospudener See liegt dem Leipziger Stadtzentrum am nächsten und dient schon gegenwärtig als Naherholungsgebiet.
Stadtgliederung und Nachbargemeinden
Leipzig besteht aus 10 Stadtbezirken mit 63 Ortsteilen, siehe Liste der Ortsteile Leipzigs für die politische Gliederung und Liste der Stadtteile Leipzigs für die historisch gewachsene Struktur.
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Leipzig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
- im Muldentalkreis (MTL): Borsdorf, Stadt Brandis und Stadt Naunhof
- im Leipziger Landkreis (L): Großpösna, Stadt Markkleeberg, Stadt Zwenkau, Kitzen und Stadt Markranstädt
- im Landkreis Delitzsch (DZ): Stadt Schkeuditz, Rackwitz, Krostitz, Jesewitz und Stadt Taucha
Stadtökologie
Die zu DDR-Zeiten betriebene Energiepolitik setzte sehr stark auf Braunkohle ? so bezog Leipzig über 75% seines Stromverbrauchs aus dem ?braunen Gold?. Als Teil der mitteldeutschen Straße der Braunkohle gab es gerade im Süden von Leipzig viele Tagebaue, der Grundwasserspiegel wurde abgesenkt, und Biotope wurden zerstört. Doch auch die Fabrikabwässer hatten eine verheerende Wirkung für die Leipziger Umwelt. So wurde die Pleiße in den 1950er Jahren quasi für ?tot? erklärt, wenngleich heutzutage eine leichte Wiederbelebung des Flusses festzustellen ist.
Doch dies waren nicht die einzigen Gründe dafür, dass die Region Leipzig-Halle zu den schmutzigsten Regionen der ehemaligen DDR gehörte. Die Altindustrie führte ebenso wie die Braunkohlekraftwerke zu einer enorm hohen Luftverschmutzung. Unsanierte Altbauwohnungen schluckten sehr viel Energie, und auch die Fernheizsysteme waren energetisch nicht sonderlich effektiv. Altlasten beeinflussten die Bodenqualität negativ - auch gab es wenige geordnete Mülldeponien. Das Grünfläche-je-Einwohner-Verhältnis ist 1990 sehr gering, ebenso wie der Pflegegrad der Wälder. Es gab kaum Nachpflanzungen für abgeholzte Bäume, und großflächige Bodenversiegelungen vertrieben ganze Tierarten.
Nach der Wende entstanden große Einkaufsparks auf der grünen Wiese, und der Autoverkehr nahm stark zu. Doch auch die Arbeitslosigkeit stieg stark an, wobei die vielen Fabrikschließungen der Umwelt eine kleine Erholung gönnten. Ebenso wirkten sich die Abwanderungen in den Westen und die Umstellung von Kohle auf Erdgas positiv aus. Die Leipziger Wirtschaft stellt sich von Industrie auf Handel und Dienstleistung um, was wiederum zu einem Bauboom, gerade in der Innenstadt, führt. Die Verkehrsnetze werden ausgebaut, die Bodenversiegelung nimmt zu und auch die Lärmbelästigung steigt an. Dennoch kehren einige Tierarten zurück, so wurden 2001 bspw. 175 Käferarten in der Innenstadt entdeckt. Auch die grünen Innenhöfe der Großsiedlungen bilden wieder wichtige Stadtbiotope, da sie den Tieren Wärme und Futter bieten.
Das Kleinklima der Stadt sollte aber auch durch Gebäudebegrünungen verbessert werden ? jedoch machten die neuen Parkplatzmassen viele Erfolge wieder kaputt. Trotzdem sind 50 % der Stadtfläche Grünflächen. Allerdings ist ein Drittel auf Kleingartenvereine zurückzuführen (ca. 26% waren als Mitglied in einem Kleingartenverein aktiv). In den letzten Jahren setzt auch Leipzig verstärkt auf erneuerbare Energien ? Schulen haben Solaranlagen auf dem Dach, und Bauern stellen sich Windräder aufs Feld.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Leipzigs

Historischer Stadtplan und Umgebungskarte von Leipzig von 1876
Nach Grabungen von Herbert Küas wurden ca. 900 n. Chr. im Gebiet des späteren Matthäikirchhofs an beiden Ufern der Parthe eine slawische Siedlung angelegt. Erstmals erwähnt wurde Leipzig 1015, als Thietmar von Merseburg von einer 'urbs Libzi' berichtet (Chronikon VII, 25). Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in dem Markgraf Otto der Reiche von Meißen dem Ort an der Kreuzung der Via Regia mit der Via Imperii Stadtrecht und Marktprivileg erteilte.
Im Jahre 1409 wurde die "Alma mater Lipsiensis", die Universität Leipzig, als eine der ältesten deutschen Universitäten gegründet. 1519 fand in der Pleißenburg (an dieser Stelle steht heute das Neue Rathaus) die Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und dem Gegner der Reformation Johannes Eck statt. 1539 wurde die Reformation endgültig in Leipzig eingeführt.
Leipzig erwarb den Spitznamen "Kleines Paris", als die fortschrittsbewusste Messestadt im Jahr 1701 mit einer Straßenbeleuchtung ausgestattet wurde und sich fortan mit der mondänen Seine-Metropole vergleichen konnte.
Im Jahre 1813 fand die berühmte Völkerschlacht bei Leipzig statt, bei der im Zuge der sog. Befreiungskriege die gegen Napoleon verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und anderer Frankreich und seinen Verbündeten, darunter das Königreich Sachsen eine der entscheidendsten Niederlagen beibrachten.
1839 wurde die Leipzig-Dresdner Eisenbahn als erste deutsche Fernbahnstrecke eröffnet. Leipzig entwickelte sich allmählich zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt in Mitteldeutschland, was sich auch darin äußerte, dass der nach Mailand größte Kopfbahnhof Europas von 1902 bis 1915 in Leipzig entstand.
Infolge der Industrialisierung, aber auch vielfältiger Eingemeindungen der Vororte, stieg am Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl rasant an. 1871 wurde Leipzig mit 100.000 Einwohnern Großstadt - und Leipzig wurde vor dem Zweiten Weltkrieg mit 750.000 Einwohnern zur fünftgrößten Stadt Deutschlands, hinter Ostberlin zweitgrößte Stadt der damaligen DDR.
Im Jahr 1900 wurde der Deutsche Fußball-Bund in Leipzig gegründet. Der VfB Leipzig wurde 1903 erster deutscher Fußballmeister.
Am 18. April 1945 besetzten Einheiten der 3.US-Armee die Stadt, welche endgültig am 2. Juli die sowjetischen Armee, aufgrund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und den Beschlüssen der Konferenz von Jalta, als Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone übernahmen. Die sowjetische Militäradministration bildete den "Rat der Stadt" und die Stadtverordnetenversammlung, deren Zusammensetzung zu DDR-Zeiten aber vom SED-Regime diktiert wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs infolge der Zugehörigkeit zur sowjetischen Besatzungszone bzw. zur DDR stark nach, was sich auch in einem kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl äußerte. Zu DDR-Zeiten war sie Hauptstadt des Bezirks Leipzig.
1989 führten die von der Nikolaikirche ausgehenden Montagsdemonstrationen mit zum Ende der DDR.
Am 12. April 1996 wurde mit einem Festakt das neue Messegelände eröffnet, das als modernstes Ausstellungs- und Kongresszentrum Europas in knapp dreijähriger Bauzeit errichtet wurde. Heute ist Leipzig immer noch als Messe-, Medien- und Universitätsstadt bekannt, wenn auch die Bedeutung geringer ist als vor dem Krieg.
Religionen
Für eine ausführliche Geschichte der Religionen siehe Hauptartikel Geschichte Leipzigs
Die Bevölkerung der Stadt Leipzig gehörte anfangs zum Bistum Merseburg. Die Stadt war bereits ab 968 Sitz des Archidiakonats des Domdechanten des Hochstifts Merseburg. Im 13. Jahrhundert entstanden vier Klöster: St. Paul (Dominikaner), St. Thomas (Augustiner-Chorherren), Zum Heiligen Geist (Franziskaner) und St. Georg (Zisterzienserinnen bzw. Benediktinerinnen).
Erste lutherische Predigten wurden bereits 1522 abgehalten. Gegenwärtig gehören alle Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenbezirk Leipzig, der zur Region Leipzig der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehört. Der Kirchenbezirk umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt. Innerhalb der Landeskirche gibt es auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.
Seit 1697 gab es in Leipzig wieder katholische Gottesdienste. 1980 wurde das Bistum Dresden-Meißen geschaffen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Leipzig wurde innerhalb des Bistums Meißen bereits 1921 Sitz eines Dekanats, zu dem heute auch Pfarrgemeinden außerhalb von Leipzig gehören. Katholische Hauptkirche der Stadt ist die Propsteikirche St. Trinitatis.
Einwohnerentwicklung
Für detaillierte Einwohnerzahlen siehe Hauptartikel Geschichte Leipzigs
Leipzig zählt aktuell nach umfangreichen Eingemeindungen (Ende der 1990er Jahre) zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Vorher war es, im Gegensatz dazu, eine der kompaktesten Großstädte. Die heutige Bevölkerungszahl hatte Leipzig bereits vor 1914 erreicht; vor Beginn des Zweiten Weltkriegs war es sogar die viertgrößte Stadt mit über 700.000 Einwohnern. Nach kriegsbedingtem Rückgang hat Leipzig vor allem seit Ende der 1980er Jahre erheblichen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen, sodass heute die halbe Million Einwohner knapp unterschritten wurde, obwohl die kürzlichen Eingemeindungen die Fläche der Stadt etwa verdoppelten und mehrere große Industriegemeinden hinzukamen. Momentan steigt die Einwohnerzahl Leipzigs aber wieder langsam an.
Namensentwicklung
| Jahr | 7.?9. Jh. | 1015 | 1165 | 1232 | 1402 | 1494 | 1507 |
| Name | Lipsk | Libzi | Lipz | Lipzic | Leiptzgk | Lips | Leipzig |
Politik
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst der Stadtpräsident: (1990-1994) Friedrich Magirius (parteilos). Seit 1994 ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister jedoch direkt vom Volk gewählt.
In den letzten Jahren wurde die Leipziger Kommunalpolitik von einer informellen Koalition der großen Parteien CDU und SPD geprägt, in die fallweise auch die PDS einbezogen wurde (so genanntes Leipziger Modell). Dadurch wurde die Kontrollfunktion des gewählten Stadtrats weitgehend ausgehebelt. Es kam deshalb zum überraschenden Konkurs städtischer Unternehmen und verschiedenen Korruptionsfällen, die 2004 zur Beurlaubung des Stadtkämmerers und 2005 zur Beurlaubung eines beigeordneten Bürgermeisters führten.
Ergebnis der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004
| Partei | Stimmenanteil 2004 | Stimmenanteil 1999 | Gewinne/Verluste | Sitze im Stadtrat |
|---|
| SPD | 26,9 | 26,2 | 0,7 | 19 |
| PDS | 26,1 | 25,5 | 0,6 | 19 |
| CDU | 25,5 | 31,9 | -6,4 | 19 |
| GRÜNE | 10,0 | 7,4 | 2,6 | 7 |
| FDP | 4,5 | 2,7 |
1,8 | 3 |
| DSU | 1,8 | 1,4 | 0,4 | 1 |
| FORUM | 1,6 | 1,6 | 0,0 | 1 |
| WV VS-BA | 2,6 | 3,2 | -0,6 | 1 |
Die Wahlbeteiligung sank von 42,3 auf 38,6 %.
Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl vom 10. April 2005
| Bewerber | Partei | Stimmenanteil 2005 |
|---|
| Wolfgang Tiefensee | SPD | 67,11 |
| Dr. Barbara Höll | PDS | 15,8 |
| Robert Clemen | CDU | 9,8 |
| Ulrich Keßler | FDP | 2,4 |
| Peter Marx | NPD | 2,4 |
| Helmuth Blaßkiewitz | PLB | 1,1 |
| Bernd Rüdiger Kern | DSU | 0,9 |
| Thomas Rottmair | BüSo | 0,5 |
Die Wahlbeteiligung betrug 43,9 % gegenüber 50,6 % im Jahr 1998.
Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Leipzig seit 1778
Siehe Hauptartikel: Bürgermeister der Stadt Leipzig
Die Stadt Leipzig hatte seit 1778 26 Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister. Letzter gewählter Oberbürgermeister war von 1998 bis zum 22. November 2005, dem Tag seiner Vereidigung zum Bundesverkehrsminister, Wolfgang Tiefensee. Seitdem ist der Posten des Oberbürgermeisters unbesetzt. Die Amtsgeschäfte führt zurzeit der Verwaltungsdezernet Andreas Müller. Neuwahlen finden am 5. Februar 2006 statt, ein zweiter Wahlgang folgt, falls nötig am 26. Februar. Kandidaturen für das Amt haben bislang Benedict Rehbein (parteilos), Michael Weichert (B90/Grüne), Burkhard Jung (SPD) sowie Uwe Albrecht (CDU) angekündigt.
Wappen
Das Wappen der Stadt Leipzig zeigt in gespaltenem Schild, vorn in Gold einen rot gezungten und bewehrten schwarzen Löwen; hinten in Gold zwei blaue Pfähle. Der Löwe der Markgrafen zu Meißen und die sogenannten "Landsberger Pfähle" des Grafen von Landsberg sind alte wettinische Wappenbilder, die auf die Einbindung der Stadt Leipzig ins mittelalterliche Kursachsen verweisen. Nachweisen lässt sich das heutige Wappen erstmals 1468 als Siegel, auf denen vorher (um 1287) nur eine Burg bzw. eine Burg mit dem Löwen der Markgrafen zu sehen war.
Der Unterschied zum Dresdner Wappen besteht lediglich in der Tingierung der Landsberger Pfähle, der zum Chemnitzer und DelitzscherWappen in der Anordnung der Schilde - beim Wappen des Leipziger Lands wurde dem Leipziger Wappen noch ein Fluss hinzugefügt.
Die Stadtfarben sind blau-gelb.
Städtepartnerschaften
Leipzig unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:
- Kiew, Ukraine - 2,6 Mio EW - seit 1961, erneuert 1992
- Bologna, Italien - 380.000 EW - seit 1962, erneuert 1997
- Krakau, Polen - 740.000 EW - seit 1973, erneuert 1995
- Brünn, Tschechien - 400.000 EW - seit 1973, erneuert 1999
- Lyon, Frankreich - 420.000 EW - seit 1981
- Thessaloniki, Griechenland - 1 Mio EW - seit 1984
- Hannover, Deutschland - 520.000 EW - seit 1987
| - Nanjing, Volksrepublik China - 5 Mio EW - seit 1988
- Frankfurt am Main, Deutschland - 650.000 EW - seit 1990
- Birmingham, Großbritannien - 1,0 Mio EW - seit 1992
- Houston, USA - 2,5 Mio EW - seit 1993
- Travnik, Bosnien und Herzegowina - 70.000 EW - seit 2003
- Addis Abeba, Äthiopien - offiziell 2,2 Mio EW - seit Dezember 2004
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Nach Leipzig benannte Ortschaften
In der kanadischen Provinz Saskatchewan gibt es eine Kleinstadt namens Leipzig.
Außerdem befinden sich mehrere nach Leipzig benannte Ortschaften in den USA. So tragen zwei Orte, in Delaware (203 Einwohner; Stand: 2000) und in Ohio (2.236 Einwohner; Stand: 2000), den der englische Aussprache angepassten Namen Leipsic. Außerdem gründeten Russlanddeutsche im Jahre 1901 in North Dakota ein New Leipzig , welches heute 326 Einwohner zählt.
Wirtschaft und Infrastruktur

Das neue Gelände der Leipziger Messe
Die Stadt Leipzig ist über die Grenzen Deutschlands hinaus vor allem durch die Leipziger Messe bekannt. Zu den wichtigsten Messen des Jahres zählen die Automobil International, die Leipziger Buchmesse, die Games Convention Leipzig und die Touristikmesse.
Ansässige Unternehmen
In Leipzig befinden sich auch große Industrieansiedlungen, darunter Siemens, Porsche und BMW. Auch Unternehmen der Kommunikations- und Informationstechnologien, wie Tochterunternehmen der Telekom (T-Systems) oder die PC-Ware AG sitzen in Leipzig. Das umsatzstärkste ostdeutsche Unternehmen (2003: 3,3 Mrd. Euro), der Energieversorger Verbundnetz Gas AG, hat hier ebenfalls seinen Sitz. Neben Frankfurt am Main, München und Stuttgart gilt Leipzig als überregional bedeutsamer Bankenstandort.

Die MDR-Zentrale in Leipzig
Mit der Ansiedlung von einem BMW- und einem Porschewerk gelang es der Stadt, sich als Automobilstandort zu etablieren.
Ab 2008 geht dort das internationale Luftdrehkreuz der Post-Frachttochter DHL in Betrieb, das bisher in Brüssel beheimatet war. Damit sollen 3500 Arbeitsplätze direkt am Flughafen entstehen und schätzungsweise 7000 in der näheren Umgebung.
Medien
Leipzig ist Hauptsitz des Mitteldeutschen Rundfunks. Die Media City, ein Studiokomplex für Fernseh- und Filmproduktionen, an der der MDR beteiligt ist, befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Privatsender Radio PSR, Energy Sachsen, Radio Sachsen und Leipzig 91.3, das Lokalradio der Universität Mephisto 97.6 und das Freie Radio Radio Blau produzieren hier ihr Programm. Auch einen lokalen Fernsehsender hat die Stadt - Leipzig Fernsehen sendet rund um die Uhr ein lokales Fernsehprogramm für die Messestadt. Die Leipziger Volkszeitung erscheint als einzige regionale Tageszeitung, produziert und gedruckt von der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft. Das bedeutendste Leipziger Stadtmagazin ist der Kreuzer. Außerdem erscheint vierteljährlich REGJO- Das Regionaljournal für den Wirtschaftsraum Leipzig/Halle.
Weiterhin ist Leipzig traditionell Sitz vieler Verlage, darunter die Evangelische Verlagsanstalt oder Benedictus Gotthelf Teubner, sowie Niederlassungen des Auer Verlag, von R. Brockhaus Verlag GmbH & Co.KG und Insel-Verlag.
Öffentliche Einrichtungen
Die Stadt Leipzig ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:
- Bundesverwaltungsgericht, im Reichsgerichtsgebäude (vorher in Berlin, 1997 Umzugsgesetz, 26. August 2002 offizieller Sitzwechsel)
- 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs
- Bundesvermögensamt Leipzig
- Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, Außenstelle Leipzig
- Sächsische Akademie der Wissenschaften
- Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank für die Freistaaten Sachsen und Thüringen
- Sächsische Landesbank - Girozentrale (Sachsen LB)
- Sparkasse Leipzig (für die Stadt Leipzig und die Landkreise Delitzsch, Leipziger Land und Torgau-Oschatz)
- Handwerkskammer zu Leipzig
- Hauptzollamt Leipzig
- IHK zu Leipzig
- Kreiswehrersatzamt Leipzig
Architektur
Die kompakten Bauviertel der Gründerzeit wurden zu DDR-Zeiten vernachlässigt und verfielen. Stattdessen setzte man zwischen 1960 und 1980 auf Großsiedlungen, wie bspw. Leipzig-Grünau, die ca. 40 % der nach 1945 in Leipzig entstandenen Wohnungen darstellten. Nach der Wende wurden viele Gründerzeithäuser aufwendig wiederbelebt, und auch in den Großsiedlungen begannen Rückbau und Sanierung.
Bildung und Forschung

Wikipedia
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