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| Wappen |
Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Sachsen-Anhalt |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 200,94 km² |
| Einwohner: | 228.515 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.137 Einwohner/km² |
| Höhe: | 43 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 39104-39130 (alt 3010-3090) |
| Telefonvorwahl: | 0391 |
| Geografische Lage: | Koordinate: 52° 8' N, 11° 37' O52° 8' N, 11° 37' O |
| Kfz-Kennzeichen: | MD |
| Gemeindeschlüssel: | 15 3 03 000 |
| Stadtgliederung: | 40 Stadtteile |
Adresse der Stadtverwaltung: | Alter Markt 6 39104 Magdeburg |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Dr. Lutz Trümper (SPD) |
Magdeburg ist eine Stadt in Deutschland. Sie ist die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt und nach Halle (Saale) die zweitgrößte Stadt sowie eines der 3 Oberzentren dieses Bundeslandes. Magdeburg ist sowohl katholischer als auch evangelischer Bischofssitz und Standort zweier Hochschulen: der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH).
Die Stadt liegt an der Elbe und am Rand der Magdeburger Börde auf altem Kulturboden. Im Jahr 2005 feiert sie ihr 1200-jähriges Bestehen.
Nächst gelegene größere Städte sind Wolfsburg etwa 64 km nordwestlich, die Partnerstadt Braunschweig etwa 75 km westlich, Halle (Saale) etwa 75 km südlich und Potsdam etwa 105 km östlich. Berlin liegt 130 km östlich. Die Einwohnerzahl der Stadt Magdeburg überschritt um das Jahr 1878 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Heute leben in der Landeshauptstadt rund 230.000 Menschen.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Ur- und Frühgeschichte
- 2.2 Mittelalter
- 2.2.1 Karl der Große und Otto I.
- 2.2.2 Magdeburg unter den Ottonen
- 2.2.3 Messe- und Bischofsstadt
- 2.3 Neuzeit
- 2.3.1 Frühe Neuzeit
- 2.3.2 19. Jahrhundert
- 2.3.3 Zweiter Weltkrieg
- 2.3.4 DDR
- 2.3.5 Vereinigtes Deutschland
- 2.3.6 1200-jähriges Stadtjubiläum
- 2.4 Eingemeindungen
- 2.5 Einwohnerentwicklung
- 2.6 Religionen
- 3 Selbstverwaltung
- 3.1 Oberbürgermeister seit 1808
- 3.2 Wappen
- 3.3 Städtepartnerschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.2 Medien
- 4.3 Öffentliche Einrichtungen
- 4.4 Internationale Organisationen
- 4.5 Bildung und Forschung
- 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Theater
- 5.2 Kabarett
- 5.3 Museen
- 5.4 Bauwerke
- 5.5 Sonstige Sehenswürdigkeiten
- 5.6 Große Einkaufszentren
- 5.7 Freizeit & Sport
- 5.8 Veranstaltungsorte
- 5.9 Regelmäßige Veranstaltungen
- 6 Persönlichkeiten
- 6.1 Ehrenbürger
- 6.2 Magdeburger Originale
- 6.3 Söhne und Töchter der Stadt
- 6.4 Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu Magdeburg
- 7 Literatur
- 8 siehe auch
- 9 Weblinks
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Geografie
Magdeburg liegt am Ostrand der Landschaft Magdeburger Börde an der mittleren Elbe in 50 Meter Meereshöhe. Die Stadt erstreckt sich vornehmlich am westlichen Hochufer des Stroms an einer Geländestufe, die durch den Domfelsen gebildet wird; sie ist eine der wenigen Städte der Norddeutschen Tiefebene, die auf Fels gegründet ist. Teilweise liegt das Stadtgebiet auf einer langgestreckten Insel zwischen "Strom Elbe" und "Alter Elbe" und am flachen rechten Ufer des Flusses.
Von der Innenstadt nur durch die Elbe getrennt, erstreckt sich auf fast 300 Hektar die "grüne Oase" des Elbauen- und Herrenkrug-Parks. Der "Jahrtausend"-Aussichtsturm (s. unten) und eine Seebühne bereichern den Landschaftspark seit der Gartenausstellung 1999.
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden, benannt nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten, grenzen an die Stadt Magdeburg:
- im Landkreis Jerichower Land: Gerwisch, Biederitz und Gübs
- im Landkreis Schönebeck: Plötzky, Pretzien, Schönebeck, Welsleben
- im Bördekreis: Sülzetal und Hohendodeleben
- im Ohrekreis: Hohenwarsleben, Irxleben, Niederndodeleben, Barleben, Wolmirstedt und Glindenberg
Stadtgliederung
Die Stadt Magdeburg ist in 40 Stadtteile eingeteilt. In einigen Stadtteilen gibt es teilweise weitere Unterteilungen, die sich im Laufe der Geschichte eingebürgert haben. Dabei handelt es sich meist um Neubausiedlungen oder Wohngebiete, deren Grenzen durchaus auch fließend sind. Diese sind in der nachfolgenden Übersicht hinter dem jeweiligen Stadtteil eingerückt genannt.

Die Stadtteile von Magdeburg
- Alt Olvenstedt
- Alte Neustadt
- Altstadt
- Barleber See
- Berliner Chaussee
- Friedensweiler
- Hammelberg
- Kleingrüneberg
- Neugrüneberg
- Puppendorf
- Beyendorfer Grund
- Beyendorf-Sohlen
- Brückfeld (früher Friedrichstadt)
- Buckau
- Cracau
- Diesdorf
- Fermersleben
- Gewerbegebiet Nord
- Großer Silberberg
- Herrenkrug
- Hopfengarten
| - Industriehafen
- Kannenstieg
- Kreuzhorst
- Leipziger Straße
- Lemsdorf
- Neu Olvenstedt
- Neue Neustadt
- Neustädter Feld
- Neustädter See
- Nordwest ("Texas")
- Ottersleben
- Groß Ottersleben
- Klein Ottersleben
- Benneckenbeck
- Friedenshöhe (ehem. Georgshöhe)
- Goethe-Siedlung (ehem. Elisengrund)
- Pechau
- Prester
| - Randau-Calenberge
- Reform
- Gartenstadt
- Karl-Liebknecht-Siedlung (Buchstabensiedlung)
- Planetensiedlung
- Rothensee
- Salbke
- Stadtfeld-Ost (früher Wilhelmstadt)
- Stadtfeld West (früher Wilhelmstadt)
- Sudenburg
- Sülzegrund
- Werder
- Westerhüsen
- Zipkeleben
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Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Früheste Faustkeilfunde datieren aus der frühen Saaleeiszeit vor etwa 150000 Jahren.
Nachweise für sesshafte menschliche Anwesenheit im Magdeburger Raum finden sich seit der späten Weichsel-Eiszeit (ca. 15000 v. Chr.). Während der neolithischen Linienbandkeramik wurde um 5400 v. Chr. das Gebiet durch Stämme der Donauländischen Kultur besiedelt. Der fruchtbare Lößboden, die Nähe von Wald und Wasser boten gute Bedingungen und das westliche Elbufer Schutz vor Hochwasser.
Mittelalter
Karl der Große und Otto I.

Otto der Große und seine Gattin Edith landen bei Magdeburg
Magdeburg wurde 805 erstmals im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen als Magadoburg erwähnt und war Kaiserpfalz unter Kaiser Otto I.
919 befestigte Heinrich I. der Vogler Magdeburg gegen die Magyaren und Slawen. Jedoch wurde die Magdeburger Elbfurt gleichzeitig genutzt, um mit den östlich der Elbe lebenden Slawen Handel zu treiben.
Magdeburg unter den Ottonen
929 arrangierte Heinrich I. die Hochzeit seines Sohnes Otto I. des Großen mit Edith (Editha, Eadgyth), der Tochter Edward des Älteren von England. Bei Otto und Ediths Hochzeit erhielt sie Magdeburg als Morgengabe.
937 wurde eine Reichsversammlung unter Beteiligung von zwei Erzbischöfen, acht Bischöfen und höchsten säkularen Würdenträgern abgehalten. Zur selben Zeit wurde das Mauritiuskloster (Moritzkloster) zu Ehren des St. Mauritius gestiftet.
946 starb Königin Editha und wurde in der Klosterkirche, dem späteren Magdeburger Dom, beigesetzt. Otto heiratete danach Adelheid von Italien welche die Architektur Magdeburgs stark beeinflusste.
962 wurden Otto der Große und seine zweite Frau Adelheid mit der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches gekrönt.
Auf der Synode von Ravenna wurde 968 Magdeburg zum Erzbistum erhoben. Adalbert von Magdeburg wurde als St. Adalbert, Apostel der Slawen, bestätigt. Zum Erzbistum gehörten die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen (bis 1399), Merseburg, Posen (bis etwa 1000), Zeitz-Naumburg, und Lebus (erst ab 1420).
973 starb Kaiser Otto der Große. Er wurde neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt.
995 schloss Otto III. Schlesien mit einem Patent dem Bistum Meißen an und unterstellte es dem Erzbistum Magdeburg.
Messe- und Bischofsstadt
1035 wurde Magdeburg zur Messestadt erklärt, ein Patent gab der Stadt das Recht, Handelsausstellungen und Konventionen abzuhalten. Viele Besucher aus vielen Ländern trieben in Magdeburg Handel. So fand sich eine Magdeburger Silbermünze aus dem 11. Jahrhundert im Münzfund von Sandur auf den Färöern. Im Jahre 1126 wurde Norbert von Xanten, der später heiliggesprochen wurde, Erzbischof von Magdeburg. Im 12. Jahrhundert löste sich die Stadt vom Stadtherrn (Erzbistum Magdeburg), doch konnte sie nie die völlige Freiheit erlangen. 1500 wird das Erzstift dem Niedersächsischen Reichskreis zugeteilt. 1503 verlegte der Erzbischof seine Residenz nach Halle und die Einführung der Reformation 1524 vertiefte die Gegensätze zwischen Stadt und Erzbistum weiter.
Neuzeit
Frühe Neuzeit

Magdeburg um 1640 (Merian)
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Magdeburg durch kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn der katholischen Liga Tilly am 10. Mai / 20. Mai 1631 erobert und ging anschließend in Flammen auf ("Magdeburger Hochzeit"). Dieser Vorgang erlangte auch unter dem Begriff Magdeburgisieren traurige Berühmtheit. Dabei wurden bis auf wenige tausend Menschen die Einwohner durch die einrückenden Truppen sowie dem Brand getötet. Die Stadt wurde weitgehend zerstört. Mit 30000 Toten gilt dies als das größte Einzelmassaker des dreißigjährigen Krieges. 1635 wurde die Stadt und das Erzstift im Frieden von Prag dem sächsischen Prinzen August überlassen, der bereits 1628 zum Administrator gewählt worden war. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde das Erzstift Magdeburg dem Kurfürstentum Brandenburg als Anwartschaft zugesprochen, die aber erst nach dem Tod des sächsischen Administrators eingelöst werden sollte. In jener Zeit (1646 bis 1681) war Otto von Guericke Bürgermeister von Magdeburg. Er war gleichzeitig Physiker, Erfinder der Kolbenluftpumpe und führte die berühmten Vakuumversuche mit den Magdeburger Halbkugeln aus.
1680 kam nach dem Tode Augusts das nun als Herzogtum Magdeburg säkularisierte Erzstift und damit auch die Stadt unter brandenburgische Herrschaft.

Denkmal Otto von Guerickes
Bereits nach 1666 stationierte der Kurfürst von Brandenburg 15000 Mann in der Stadt und ließ die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Befestigungen wiedererrichten. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung weiter ausgebaut. Unter Friedrich II. nahm die Festung 200 Hektar (ha) ein; das Stadtareal erreichte dagegen nur 120 ha.
19. Jahrhundert
1807 kam die Stadt vorübergehend zum Königreich Westfalen und wurde Sitz des Elbdepartements.
Nach dem für Napoleon verlorengegangenen Krieg kam Magdeburg 1814 wieder an Preußen und wurde 1816 Hauptstadt der Provinz Sachsen sowie Sitz des Regierungsbezirks Magdeburg und des Landkreises Magdeburg. 1828 entstand der Stadtkreis Magdeburg und 1887 wurde der Landkreis Magdeburg aufgelöst. Das Magdeburger Umland gehörte danach zu den Kreisen Jerichow I (später Burg), Calbe, Wanzleben und Wolmirstedt, die bei der jüngsten Kreisreform 1993 aufgelöst beziehungsweise mit benachbarten Landkreisen zu größeren Verwaltungseinheiten zusammen geschlossen wurden.
Zweiter Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Industrieproduktion durch Beschäftigung von Zwangsarbeitern aufrechterhalten. Die Brikettenbraunkohle-Benzin-AG (Brabag) als größter Treibstofflieferant der Wehrmacht errichtete 1944 sechs KZ-Außenlager. Eines davon, das KZ ?Magda?, befand sich in Magdeburg-Rothensee. Die anderen fünf befanden sich an anderen Orten in Sachsen (Lausitz) und dem heutigen Sachsen-Anhalt. Zwischen Juni 1944 bis Februar 1945 arbeiteten dort 2172 Juden, von denen etwa 65 Prozent starben.
Von 1943 bis 1945 befand sich ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei der Firma "Polte" in der Magdeburger Liebknechtstraße. Über 3000 vornehmlich Juden aus den KZ Riga-Kaiserwald, Auschwitz, Stutthof und Ravensbrück, und russische und polnische Gefangene mussten hier schwere Arbeit verrichten und lebten in einem Barackenlager.
Ab 1943 wurde Magdeburg durch alliierte Bomberverbände angegriffen. Erste Ziele waren die Industriebetriebe, die zur Rüstungsproduktion gehörten. Die Altstadt wurde durch den Luftangriff am 16. Januar 1945 zu etwa 90 Prozent zerstört. Unter anderem 15 Kirchen wurden zerstört und auch die Gründerzeit-Viertel erlitten - wie in Berlin, Chemnitz und Dresden - ungeheuere Schäden. Die "Nordfront" wurde fast völlig zerstört.
DDR
Nach dem Krieg wurden die Innenstadt und betroffene Viertel enttrümmert (siehe "Trümmerfrauen"). Aus Geldmangel wurden aber von den beschädigten Gebäuden nur die wertvollsten gerettet beziehungsweise die von Zerstörung weniger betroffenen Bauten restauriert (Magdeburger Dom, Kloster Unser Lieben Frauen, Rathaus). Auf "Ruinen" sollte eine neue Stadt entstehen.
So prägen heute anstelle der Barockhäuser des Breiten Wegs, der Gründerzeit- und Jugendstilgebäude zahlreiche Plattenbauten die Innenstadt und Neubaugebiete, ergänzt um einige Bauten der Nationalen Tradition der Nachkriegszeit, die die sowjetische Architektur der Stalinzeit zum Vorbild haben.
Von 1945 bis 1953 tragen die Magdeburger Großbetriebe als SAG-Betriebe zur Erfüllung der Deutschland auferlegten Reparationsverpflichtungen bei.
In der DDR blieb Magdeburg Standort des Schwermaschinenbaus (z.B. SKET) und wurde 1952 Bezirksstadt des Bezirks Magdeburg, der 1990 wieder aufgelöst wurde.
Vereinigtes Deutschland
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands bildeten die Bezirke Halle und Magdeburg den Kern des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dabei wurde Magdeburg in einer knappen Abstimmung des ersten Landtages zwischen Magdeburg und Halle zur neuen Landeshauptstadt bestimmt. 1992/94 wurde Magdeburg wieder Sitz eines römisch-katholischen Bischofs, dessen Bistum nunmehr dem Erzbistum Paderborn untersteht.
Magdeburg hat von 1990 bis 2005 rund 60.000 Einwohner verloren und ist von knapp 290.000 auf nunmehr 228.000 geschrumpft. Dies stellt die Stadt vor große Herausforderungen, da die zur Verfügung stehenden Wohnflächen den Bedarf weit übersteigen.

Hundertwassers Grüne Zitadelle
Mit dem Tunnel und der Neugestaltung am Universitätsplatz, dem Neubau des Fußballstadions, der Sanierung des Breiten Weges und Otto-von-Guericke-Straße, der Sanierung der Freien Kammerspiele (jetzt schauspielhaus magdeburg), der Schließung des Domplatzes, dem Neubau der Sternbrücke, der Grünen Zitadelle und vielen anderen Projekten wurde das Stadtbild in den letzten Jahren stark aufgewertet. Der Breite Weg, vor dem zweiten Weltkrieg eine der größten (längsten) Einkaufsmeilen Europas, hat zumindest in der südlichen Hälfte wieder etwas an Charme gewinnen können. Auch in anderen Teilen der Stadt wurden alte, in der DDR dem Verfall preisgegebene Bauten aus der Gründerzeit wieder hergerichtet. Magdeburg hat die höchste Einkaufsfläche des Einzelhandels in Quadratmetern pro Bürgern in Deutschland.
2002 erhält die Stadt die Goldmedaille, in den Jahren 2003-2005 die Silbermedaille beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf.
Am 3. Juni 2003 wurden von Archäologen Reste des ersten Magdeburger Domes freigelegt. 2003 begann auch der Bau der Grünen Zitadelle von Magdeburg, dem letzten Entwurf von Friedensreich Hundertwasser, welche im Oktober 2005 fertig gestellt wurde.
1200-jähriges Stadtjubiläum
Mit zahlreichen Veranstaltungen, quer über das Jahr 2005 verteilt, wurde unter dem Motto Magdeburg 12hundert das Jubiläum der Stadt gebührend gefeiert. Zentrale Veranstaltung war der Festakt im Dom am 07.05.2005 mit der erstmaligen Verleihung des Kaiser-Otto-Preis der Stadt Magdeburg an Altbundespräsident Richard von Weizsäcker.
Des Weiteren fand in diesem Rahmen im Mai eine Magdeburger Himmelssinfonie unter Leitung des Lichtkünstlers Gert Hof und LuminArte - Italienische Lichtkunst mit beleuchtete Skulpturen im Elbauenpark statt. Im Juni war die amerikanische Rockband R.E.M. auf dem Domplatz zu Gast und ein internationales Figurentheaterfestival wurde gefeiert. Im Juli war Magdeburg Schauplatz des 9. Sachsen-Anhalt-Tages, bei dem bekannte Sänger, Imbissbuden und Jahrmarktattraktionen viele Menschen anlockten. Im August fand ein großer Zapfenstreich auf dem Domplatz zu ehren der Stadt statt. Im Herbst 2005 klangen die Feierlichkeiten zum Jubiläum dann mit dem Rathausfest und der Einweihung der Grünen Zitadelle am 3. Oktober aus.
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen wurden in die Stadt Magdeburg eingegliedert:
- 1867: Sudenburg
- 1886: Neustadt (Stadt)
- 1. April 1887: Buckau (Stadt) (bis 1861 Kreis Wanzleben, dann Stadtkreis Magdeburg)
- 1. April 1908: Rothensee (Kreis Wolmirstedt)
- 1. April 1910: Cracau und Prester (Kreis Jerichow I), Fermersleben, Lemsdorf, Salbke, Westerhüsen (alle Kreis Wanzleben)
- 1. April 1926: Diesdorf (Kreis Wanzleben)
- 1. Januar 1934: Teile von Biederitz und Gübs (Kreis Jerichow I; Gübs gehörte bereits von 1494 bis 1807 zu Magdeburg)
- 1. Oktober 1942: Teile von Barleben, Wolmirstedt und Glindenberg (alle Kreis Wolmirstedt)
- 1952: Groß Ottersleben
- 1979: Olvenstedt
- 1993: Pechau, Randau-Calenberge
- 2001: Beyendorf / Sohlen
Einwohnerentwicklung
1450 fordert in Magdeburg eine Pestepidemie 8.000 Tote und 1597 sterben beim Ausbruch der Pest 10.000 Menschen. Der starke Rückgang der Einwohnerzahl bis 1639 auf nur noch 450 Bewohner ist auf die fast vollständige Zerstörung der Stadt während der Kampfhandlungen im Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen. 1683 sterben an der Pest in Magdeburg 2.650 Menschen. Nach dem Edikt von Potsdam 1685 erlebte die Stadt einen starken Bevölkerungszuwachs durch Einwanderer. Die Einwohnerzahl stieg von 5.000 im Jahre 1683 auf 13.000 im Jahre 1685. Eine Choleraepidemie 1831 forderte 3.577 Opfer.
Die Einwohnerzahl der Stadt Magdeburg stieg 1840 auf über 50.000 und verdoppelte sich bis 1880 auf 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1939 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 337.000 ihren historischen Höchststand. Von 1989 bis 2005 hat die Stadt aufgrund von Abwanderung, Suburbanisierung und Geburtenrückgang rund 60.000 Einwohner verloren und ist von über 290.000 auf nunmehr 228.000 geschrumpft. Für das Jahr 2020 wurde ein Rückgang auf 197.000 Einwohner prognostiziert. Dieser Wert wird wohl nicht erreicht werden, da der Rückgang der Einwohnerzahl nahezu zum Erliegen gekommen ist. Der Anstieg der Bevölkerungszahl im Jahr 2005 um ca. 1800 Personen ist auf die Einführung der Zweitwohnungssteuer und der damit erfolgten statistischen Registerbereinigung zurückzuführen.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1400 | 30.000 | | 1450 | 22.000 | | 1550 | 34.000 | | 1620 | 25.000 | | 1639 | 450 | | 1681 | 7.700 | | 1683 | 5.155 | | 1685 | 13.000 | | 1722 | 10.772 | | 1740 | 18.000 | | 1800 | 22.676 | | 1815 |
28.276 | | 1818 | 35.824 | | 1. Dezember 1837 ¹ | 42.000 | | 1. Dezember 1840 ¹ | 50.898 | | 3. Dezember 1846 ¹ | 55.800 | | 3. Dezember 1855 ¹ | 61.500 | | 3. Dezember 1858 ¹ | 66.100 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 3. Dezember 1861 ¹ | 68.700 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 70.100 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 78.600 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 84.401 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 87.925 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 97.539 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 159.520 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 202.234 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 214.424 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 229.667 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 240.661 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 279.629 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 255.748 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 251.693 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 285.856 | | 16. Juni 1925 ¹ | 293.959 | | 16. Juni 1933 ¹ | 306.894 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 336.855 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1945 ¹ | 225.030 | | 29. Oktober 1946 ¹ | 236.326 | | 31. August 1950 ¹ | 260.305 | | 31. Dezember 1955 | 261.392 | | 31. Dezember 1960 | 261.594 | | 31. Dezember 1964 ¹ | 265.091 | | 1. Januar 1971 ¹ | 272.237 | | 31. Dezember 1975 | 277.656 | | 31. Dezember 1981 ¹ | 287.362 | | 31. Dezember 1985 | 288.965 | | 31. Dezember 1988 | 290.579 | | 31. Dezember 1990 | 278.807 | | 31. Dezember 1995 | 257.656 | | 31. Dezember 2000 | 231.450 | | 31. Dezember 2002 | 228.170 | | 31. Dezember 2003 | 227.535 | | 31. Dezember 2004 | 226.675 | | 31. August 2005 | 228.562 |
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Die Stadt Magdeburg gehörte anfangs zum Bistum Halberstadt. 936 wurde das St.-Moritz-Kloster in Magdeburg gegründet, das 962 in ein Domstift umgewandet wurde. Damit wurde das Erzbistum Magdeburg gegründet. Eine zweite Urkunde zur Gründung des Bistums datiert von 968. Zum Erzbistum Magdeburg gehörten zunächst die Suffragane Merseburg, Zeitz-Naumburg, Meißen, Brandenburg und Havelberg, wobei Meißen im 15. Jahrhundert ausschied. 1521 wurde in Magdeburg die erste protestantische Predigt gehalten. Der Rat führte alsbald in der gesamten Stadt die Reformation ein. 1563 trat auch der Erzbischof zur lutherischen Lehre über und 1567 wurde auch im Dom die erste protestantische Predigt gehalten. Die wenigen in der Stadt noch verbliebenen Katholiken wurden vom Agnetenkloster in Neustadt versorgt. 1628 wurde das Kloster zu Unserer Lieben Frau in Magdeburg rekatholisiert. 1685 ließen sich reformierte Hugenotten in der Stadt nieder, 1689 reformierte Pfälzer, so dass alsbald auch 2 reformierte Gemeinden entstanden, die auch eigene politische Gemeinden bildeten. Nach dem Übergang an Preußen und der Vereinigung von lutherischen und reformierten Gemeinden innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche 1817 (Unierte Kirche) gehörten die protestantischen
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