Hotels in Pforzheim - Sonderangebote und Restplätze
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| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe |
| Region: | Nordschwarzwald |
| Kreis: | Stadtkreis |
| Geografische Lage: | Koordinate: 48° 54' N, 08° 43' O48° 54' N, 08° 43' O |
| Höhe: | 263 m ü. NN |
| Fläche: | 98,03 km² |
| Einwohner: | 118.847 (31. Dez. 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.212 Einwohner/km² |
| Ausländeranteil: | 17,8 % |
| Postleitzahlen: | 75101-75181 (alte PLZ 7530) |
| Vorwahlen: | 07231 und 07234 |
| Kfz-Kennzeichen: | PF |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 31 000 |
| Stadtgliederung: | 16 Stadtteile |
Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 75175 Pforzheim |
| Website: | www.pforzheim.de |
| E-Mail-Adresse: | presse@stadt-pforzheim.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeisterin: | Christel Augenstein (FDP/DVP) |
Pforzheim ist Großstadt im Westen Baden-Württembergs. Sie liegt am Nordrand des Schwarzwalds. Wegen ihrer Lage und wegen der lange hier ansässigen Schmuckindustrie wird sie auch als Pforte zum Schwarzwald oder als Goldstadt bezeichnet. Nächst größere Städte sind Karlsruhe, etwa 25 km westlich und Stuttgart, circa 37 km östlich.
Pforzheim war einst badische Residenzstadt. Heute ist sie kreisfreie Stadt und zugleich Sitz des Enzkreises, von dem das Stadtgebiet fast vollständig umschlossen ist. Sie ist ferner das Oberzentrum der Region Nordschwarzwald und damit eines von 14 Oberzentren, die der baden-württembergische Landesentwicklungsplan 2002 ausweist. Gegenwärtig ist Pforzheim (an Einwohnern) die achtgrößte Stadt Baden-Württembergs.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Raumplanung
- 1.2 Nachbargemeinden
- 1.3 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Eingemeindungen
- 2.2 Einwohnerentwicklung
- 2.3 Religionen
- 3 Politik
- 3.1 (Ober-)Bürgermeister
- 3.2 Gemeinderat
- 3.3 Wappen
- 3.4 Städtepartnerschaften und -freundschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.2 Ortsansässige Unternehmen
- 4.3 Medien
- 4.4 Gerichte
- 4.5 Behörden
- 4.6 Bildung
- 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Theater
- 5.2 Orchester
- 5.3 Museen
- 5.4 Kulturelle Einrichtungen
- 5.5 Bauwerke
- 5.6 Sonstige Sehenswürdigkeiten
- 5.7 Regelmäßige Veranstaltungen
- 6 Persönlichkeiten
- 6.1 Ehrenbürger
- 6.2 Söhne und Töchter der Stadt
- 7 Sonstiges
- 8 Literatur
- 9 Weblinks
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Geografie
Pforzheim liegt am nördlichen Rand des östlichen Schwarzwaldes am Übergang zum Kraichgauer Hügelland in einer Talerweiterung am Zusammenfluss der drei Flüsse Würm und Nagold sowie dann Nagold und Enz. Ihrer Geografie wegen nennt man die Stadt auch Drei-Täler-Stadt oder Pforte zum Schwarzwald (Porta Hercynia). Der außergewöhnlichen Geografie ist auch die frühe Besiedelung (viel früher als die heutigen Zentren Stuttgart und Karlsruhe) durch die Römer zu verdanken, die gerade nach dem Zusammenfluss aller drei Flüsse eine Furt für ihre Heerstraße bauten. Durch diese Geografie wurde Pforzheim später zu einem wichtigen Handelszentrum für die Flößerei, die Holz aus dem Schwarzwald über die Flüsse (Würm, Nagold, Enz. Dann Enz, Neckar, Rhein) unter anderem nach Holland zum Schiffbau transportierte.
Raumplanung
Pforzheim gehört mit dem Umland zum "Verdichtungsraum Karlsruhe/Pforzheim" (Umfang siehe unter Karlsruhe). Das Oberzentrum Pforzheim übernimmt für die Städte und Gemeinden Birkenfeld (Württemberg), Eisingen, Engelsbrand, Friolzheim, Heimsheim, Ispringen, Kämpfelbach, Keltern, Kieselbronn, Königsbach-Stein, Mönsheim, Neuenbürg (Enz), Neuhausen, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Ölbronn-Dürrn, Remchingen, Straubenhardt, Tiefenbronn, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg auch die Aufgaben des Mittelzentrums.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Pforzheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und liegen alle mit Ausnahme von Unterreichenbach, das zum Landkreis Calw gehört, im Enzkreis:
Ispringen, Neulingen, Kieselbronn, Niefern-Öschelbronn, Wurmberg, Wimsheim, Neuhausen (Enzkreis), Unterreichenbach, Engelsbrand, Birkenfeld (Württemberg), Keltern und Kämpfelbach
Stadtgliederung
Die Stadt Pforzheim ist in 16 Stadtteile gegliedert. Die durch die jüngste Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Büchenbronn, Eutingen an der Enz, Hohenwart, Huchenfeld und Würm haben gemäß § 8 ff der Hauptsatzung der Stadt Pforzheim als Vertretung ihrer Ortschaft einen eigenen Ortschaftsrat und eine Ortschaftsverwaltung. Der Ortschaftsrat ist zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die Entscheidung über eine Maßnahme liegt jedoch beim Gemeinderat der Gesamtstadt Pforzheim.
- Innenstadt
- Nordstadt
- Oststadt
- Südoststadt
- Südweststadt
- Weststadt
- Arlinger
- Brötzingen
| - Buckenberg und Hagenschieß mit Altgefäll, Haidach und Wald-Siedlung
- Büchenbronn mit Sonnenberg
- Sonnenhof
- Dillweißenstein
- Eutingen an der Enz mit Mäuerach
- Hohenwart
- Huchenfeld
- Würm
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Geschichte
Die Stadt geht auf eine römische Siedlung an einer Enz-Furt zurück (um 90 n. Chr.), der Name vermutlich auf lateinisch portus = Hafen.
90 die erste Urkunde, der römische Leugenstein von Friolzheim, weist auf die römische Siedlung 'Portus' (lateinisch für Hafen) hin. Die Siedlung liegt an der römischen Heerstraße zwischen Oberrhein- und Neckargebiet gerade dort, wo die Fernhandels- und Heerstraße die Enz (kurz nach der Vereinigung von Nagold und Enz) in einer Furt überquert. Wohl schon zu dieser Zeit etabliert sich die Flößerei in der römischen Siedlung, da die Enz ab "Portus" durch den Zufluss von Nagold und Würm schiffbar wird. Über eine zu vermutende Hafenanlage an der Enz ist nichts weiter bekannt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist der lateinische Name unvollständig überliefert und hatte weitere Bestandteile.
3. Jahrhundert: Angefangene römische Großbauten lassen den Schluss zu, dass die kleine Handwerkersiedlung zu einem Verwaltungszentrum, etwa einem Civitas-Hauptort, ausgebaut werden soll.
259/260 erobern Franken und Alamannen die rechtsrheinischen Gebiete des römischen Reichs. Die Siedlung 'Portus' wird dem Erdboden gleich gemacht. Die Überlieferung über die Siedlung bricht vorerst ab.
6. und 7. Jahrhundert: Reihengräberfunde weisen ebenso wie der Ortsname Pforzheim auf die Kontinuität der Siedlung hin.
Über die römische Siedlung wächst die später so genannte "Alte Stadt" von Pforzheim. Ein Zeugnis unter anderem für diese Zeit ist die Grabungsanlage am Kappelhof im Untergeschoss des Caritas-Gebäudes.
1067 wird Pforzheim in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. zum ersten Mal erwähnt, um 1080 erhält die Siedlung das Marktrecht. Ab 1220 wird Pforzheim zur Residenz der badischen Markgrafen. Von 1535 bis 1565 ist Pforzheim Residenz des badischen Markgrafen Ernst. Danach wird die Residenz nach Durlach (heute Stadtteil von Karlsruhe) verlegt. Die Stadt bleibt aber Sitz eines badischen Amtes. Vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist Pforzheim ein Handelszentrum für die Flößerei. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erlebt Pforzheim seine erste Blütezeit. Im 18. Jahrhundert entsteht die Schmuck- und Uhrenindustrie, durch die Pforzheim Reichtum und Bekanntheit erlangt. Ende des 20. Jahrhunderts verschwindet die Schmuck- und Uhrenindustrie in großen Teilen aus Pforzheim und wandert nach Fernost (unter anderen China, Thailand: Bangkok) aus. Pforzheim wird in seiner Geschichte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut: 260, 1645, um 1690 gleich dreifach und zuletzt 1945.
1067 Erste Erwähnung der Siedlung Pforzheim in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. Beurkundete Besuche Pforzheims durch Kaiser Heinrich des IV in den Jahren 1067 und 1074.
1100 Dem Codex des Klosters Hirsau ist zu entnehmen, dass die "Alte Stadt" von Pforzheim bereits vor 1100 Marktrecht besitzt und sich im Besitz des Klosters Hirsau befindet.
12. Jahrhundert: Die "Alte Stadt", klösterlich-kirchlich geprägt, mit einer Nikolauskapelle (Schutzpatron der Flößer und Schiffer), im Schutz einer frühen Martinskirche, bekommt Konkurrenz von einem neuen Siedlungskern ("Neustadt"), unterhalb eines 800m flussaufwärts gelegenen Burgbergs mit einer Michaelskapelle (heutiger Schlossberg mit Schlosskirche). Die "Neustadt" wächst schnell.
1220 die badischen Markgrafen wählen Pforzheim zur Residenz. Der Schwerpunkt verschiebt sich zugunsten der "Neustadt" - die "Alte Stadt" verliert an Bedeutung.
1240 Erste urkundliche Erwähnung eines Pforzheimer 'Bürgermeisters'.
1447 "Pforzheimer Fürstenhochzeit": Die Hochzeit des badischen Markgrafen Karl I. mit Katharina von Österreich, der Schwester Kaiser Friedrichs III., wird in Pforzheim mit großem Prunk gefeiert.
1455 Johannes Reuchlin, der große deutsche Humanist, wird am 29. Januar in Pforzheim geboren (gestorben am 30. Juni 1522 in Stuttgart). Unter der besonderen Führung von Johannes Reuchlin entwickelt sich die Pforzheimer Lateinschule zu einer der bedeutendsten Gelehrtenschulen Süddeutschlands. Ihre Lehrer und Schüler spielen eine wichtige und herausragende Rolle in der Ausbreitung des Humanismus und der Reformation. Zu den bekanntesten Schülern gehört Reuchlins Neffe Philipp Melanchthon. Reuchlin ist heute Namensgeber für das Reuchlinhaus (Schmuckmuseum), den Reuchlinpreis, das Reuchlin-Gymnasium.
1501 erläßt Markgraf Christoph die "Ordnung der flötzer oder schiffer zu Pfortzheim". Zu den ältesten Gewerben in Pforzheim zählt die Flößerei. Die über Enz, Nagold und Würm geflößten Einzelstämme und Kleinflöße aus dem tiefen Schwarzwald (die langen und geraden Tannen waren als Baumaterial ideal) werden in der Pforzheimer Au zu Großflößen für die untere Enz und die Wasserlinie Neckar/Rhein umgebunden. Jedem Floßfahrer der vergangenen Jahrhunderte sind die Flößer-Stationen Weißenstein, Dillstein und Pforzheim feste Begriffe. Pforzheim besitzt zu dieser Zeit auch eine Zollstation für Flößer, an der Flößer für die Beschiffung der Wasserwege eine Gebühr entrichten müssen.
1535 bis 1565: Bei der Erbteilung der badischen Lande ist Pforzheim Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach, die sich jedoch immer mehr in die Rheinebene (Durlach) zurückziehen.
1618: Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges bringt es Pforzheim auf eine Einwohnerzahl von insgesamt etwa 2500 bis 3000 Einwohnern. Pforzheim ist damit mit Abstand die größte unter den Städten der Markgrafen von Baden. Zu diesem Zeitpunkt hat Pforzheim schon deutlich Bedeutung gegenüber früherer Zeit eingebüßt, zum Teil weil im 15. Jahrhundert viele Oberschichtfamilien (Patrizier) die Stadt verlassen.
1645: Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges brennen bayrische Truppen die "Alte Stadt" nieder. Sie wird ohne Befestigungsanlagen wieder aufgebaut. Damit ist der Status eines dorfähnlichen Weilers besiegelt und sie verschwindet bis auf ein paar Randnotizen aus der Geschichtsschreibung. Die "Neustadt" besteht weiter.
13. - 15. Jahrhundert: Die tatkräftige Förderung der badischen Markgrafen, die Pforzheim als den wichtigsten Stützpunkt ihrer Hausmacht betrachten, und die günstige Lage am Kreuzungspunkt großer Handelsstraßen führen zu einer wirtschaftlichen Blüte. Holzhandel und Flößerei, Gerberei, Tuch- und Zeugmacherei tragen neben dem Handwerk zum Reichtum der Stadt bei. Drei Orden lassen sich in der Stadt nieder. Die letzten Jahrzehnte dieser Blütezeit, in denen die politische und wirtschaftliche Vormachtstellung zu wanken beginnt, sind in geistiger Hinsicht Höhepunkte der Stadtgeschichte.
1689-1692: Der Pfälzer Erbfolgekrieg richtet in Südwestdeutschland ungeheure Zerstörungen an. Pforzheim wird von französischen Truppen dreimal geplündert und niedergebrannt. Die Zerstörungen wurden ausgeführt unter dem Kommando der folgenden Offiziere: Brigadier Comte Ezéchiel de Mélac (Besetzung der Stadt im Oktober 1688, verheerende Niederbrennung der Stadt im Januar 1689, Artilleriebeschuss der Stadt und zweite Niederbrennung der Stadt im August 1689, vielleicht auch Beteiligung an Zerstörungen im September 1692), Marschall Joseph de Montclar (1688, 1689), Marshal Duc de Lorge (1691, 1692), Duc de Villeroy (Artilleriebeschuss der Stadt und Plünderung im August 1691), General Chamilly (Besetzung und Plünderung der Stadt sowie Verwüstung der Fürstengruft in der Schlosskirche im September 1692).
1718 wird das Pforzheimer Waisenhaus (Landeswaisenhaus) im Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnenklosters eröffnet. Dieses 'Waisen-, Toll-, Kranken-, Zucht- und Arbeitshaus' wird später zur Keimzelle der noch heute existierenden Schmuck- und Uhrenindustrie.
1767: Gründung der Schmuck- und Uhrenindustrie in Pforzheim durch den Markgrafen Karl-Friedrich: Durch einen schweizer Unternehmer wird zur Ausbildung der Waisen im Waisenhaus eine Uhrenfabrik eingerichtet, die sich dann auch auf die Herstellung von Schmuckwaren verlegt. Das Unternehmen entwickelt sich kräftig. Bald wird in alle Welt exportiert.
1809 wird das badische "Amt Pforzheim" in ein "Stadtamt" sowie ein "Erstes und ein Zweites Landamt" aufgeteilt. Die beiden letzt genannten werden jedoch 1813 wieder zum Landamt Pforzheim vereinigt. 1819 werden Stadt- und Landamt Pforzheim zum "Oberamt Pforzheim" vereinigt, das 1864 in das "Bezirksamt Pforzheim" überführt wird.
1836 erfindet Ferdinand Öchsle in der Stadt die Mostwaage, mit der noch heute das Mostgewicht des frisch gepressten Traubensaftes in Grad Öchsle gemessen wird.
1861-1863 erfolgt durch den Bau der Bahnstrecke Durlach-Mühlacker die Anbindung Pforzheims an das Eisenbahnnetz. 1868 und 1874 werden mit dem Bau der Enztalbahn und der Nagoldtalbahn auch die zwei großen in Pforzheim einmündenden Schwarzwaldtäler an die Eisenbahn angeschlossen. Dies leitet das Ende der Flößerei ein.
1888 ist Pforzheim Ziel der ersten Überlandfahrt mit einem Automobil, die Bertha Benz (ohne Wissen ihres Mannes Carl Benz) mit ihren beiden Söhnen von Mannheim aus unternimmt.
19. Jahrhundert: die Textil-, Metall- und Schmuckwarenfabriken in Pforzheim bilden das industrielle Herz des Großherzogtums Baden. Diese Blütezeit wird mit der Zerstörung Pforzheims 1945 vorerst beendet.
1906 wird der 1.FC Pforzheim deutscher Fußball-Vizemeister.
1938 wird am 9. November während der so genannten "Reichskristallnacht" auch in Pforzheim die Synagoge geschändet und schwer beschädigt. Die Kosten für den Abriss muß die jüdische Gemeinde tragen.
1939 wird Pforzheim Sitz des aus dem Bezirksamt Pforzheim hervorgegangenen Landkreises Pforzheim. Die Stadt selbst wird kreisfrei.
1940 erfolgt die Deportation der letzten in Pforzheim verbliebenen Juden. Nur wenige überleben, fast keiner kehrt nach dem Ende der Naziherrschaft in die Stadt zurück.
1944 arbeiten In 101 Betrieben 18622 Arbeitskräfte 66 Stunden pro Woche für den sogenannten Endsieg. Es werden Flakgranaten sowie Raketen vom Typ V1 und V2 hergestellt.
Am 23. Februar 1945 wird Pforzheim bei einem Angriff 379 britischer Bomber fast völlig zerstört. Innerhalb von 22 Minuten finden bis zu 18.000 Menschen den Tod. Die Bomber und der Feuersturm der sich in der engbebauten Altstadt entwickelt, töten damit 30 Prozent der Bevölkerung der Stadt. Nach Hamburg und Dresden ist dies der Angriff mit den meisten Opfern. 98 Prozent des Stadtgebiets werden zerstört. Pforzheim gehört damit zu den am stärksten zerstörten Städten. Insgesamt ist dieser Angriff der konzentrierteste und erfolgreichste der Alliierten im Krieg. Möglicherweise ist die verwinkelte, malerische Fachwerkaltstadt, ausgewählt unter der Prämisse der Brennbarkeit, der eigentliche Grund für den Angriff, da die feinmechanische Industrie, mittlerweile weitgehend auf die Produktion von Zündern umgestellt, ausgelagert ist. Nach dem Krieg wird Pforzheim rasch wieder aufgebaut. Die Stadt wächst durch Eingemeindungen stark an. Das heutige Stadtbild ist durch den seelenlosen Stil der 1950er Jahre geprägt.
Am 10. Juli 1968 werden Pforzheim und seine Umgebung von einem Tornado der Stärke F4 nach der Fujita-Tornado-Skala heimgesucht. Zwei Menschen sterben, über 200 werden verletzt, 1750 Häuser werden beschädigt. Auf einer Strecke zwischen Wurmberg und Büchenbronn gibt es zum Teil erhebliche Forstschäden, die das Landschaftsbild für Jahrzehnte prägen werden. Die durch den Tornado zerstörten Oberleitungen von O-Bus und Straßenbahn werden nicht mehr repariert, Pforzheim stellt den öffentlichen Personennahverkehr der Stadtwerke vollständig auf Dieselomnibusse um. Das Ittersbacher Bähnle (S-Bahn Pforzheim-Ittersbach) wird nicht wieder aufgebaut.
Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 geht der Landkreis Pforzheim im neu gebildeten Enzkreis auf, dessen Sitz die Stadt Pforzheim wird. Sie selbst bleibt aber kreisfrei. Pforzheim wird ferner Sitz der neu gebildeten Region Nordschwarzwald.
Am 1. Januar 1975 überschreitet die Einwohnerzahl durch die Eingemeindung von Huchenfeld die Grenze von 100.000, wodurch Pforzheim zur Großstadt wird.
Eingemeindungen
Ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Pforzheim eingegliedert wurden
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
| 1. Januar 1905 | Brötzingen | 1.301 |
| 1. Januar 1913 | Dillweißenstein | 461,2 |
| 1. April 1924 | Teile der Gemarkung Haidach | 76,0 |
| 1. Oktober 1929 | Teile der Gemarkung Hagenschieß | 1623,0 |
| 1. September 1971 | Würm | 822 |
| 1. April 1972 | Hohenwart | 492 |
| 1. Januar 1974 | Büchenbronn | 1114 |
| 1. Januar 1975 | Huchenfeld | 947 |
| 20. September 1975 | Eutingen an der Enz | 845 |
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1789 handelt es sich um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|
| um 1500 | ca. 800 |
| um 1689 | ca. 1.000 | | 1789 | 4.311 | | 1810 | 5.572 | | 1830 | 6.284 | | 1855 | 10.711 | | 1849 | 12.377 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 19.803 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 29.988 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 43.373 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 69.082 | | 16. Juni 1925 ¹ | 78.859 | | 16. Juni 1933 ¹ | 79.816 |
| | Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|
| 17. Mai 1939 ¹ | 79.011 | | 1946 | 46.752 | | 13. September 1950 ¹ | 54.143 | | 6. Juni 1961 ¹ | 82.524 | | 27. Mai 1970 ¹ | 90.338 | | 30. Juni 1975 | 108.635 | | 30. Juni 1980 | 106.500 | | 30. Juni 1985 | 104.100 | | 27. Mai 1987 ¹ | 106.530 | | 31. Dezember 1990 | 112.944 |
| 30. Juni 1997 | 118.300 | | 31. Dezember 2000 | 117.156 | | 30. Juni 2003 | 115.777 |
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Nachdem Markgraf Karl II. von Baden 1556 in der Markgrafschaft Baden, dessen Residenz Pforzheim seinerzeit noch war, die Reformation einführte, war Pforzheim über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Die Gemeindeglieder in Pforzheim gehören, sofern sie nicht Mitglied einer Freikirche sind, zum Dekanat Pforzheim der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Pforzheim. Sie gehören zum Dekanat Pforzheim der Erzdiözese Freiburg.
Sonstige vertretene Glaubens- und Religionsgemeinschaften:
- Israelitische Gemeinde
- Islamische Gemeinde
- adventistische Gemeinde.
- Zeugen_Jehovas
- Baptisten
- Heilsarmee
- Methodisten
- Erste Kirche Christi Wissenschafter
Politik
(Ober-)Bürgermeister
An der Spitze der Stadtverwaltung stand zunächst der vom Stadtherrn ernannte Schultheiß. Später bestand ein Rat mit einem Bürgermeister an der Spitze, der seit 1849 den Titel "Oberbürgermeister" führt. Die Amtszeiten der Bürgermeister bis 1750 sind nicht bekannt. Es werden in den Geschichtsquellen lediglich die Namen der Bürgermeister erwähnt.
- 1750-1758: Ernst Matthäus Kummer
- 1758-1770: W.C. Steinhäuser
- 1770-1775: Weiß
- 1775-1783: Kißling
- 1783-1795: Günzel
- 1795-1798: Geiger
- 1798-1815: Jakob Friedrich Dreher
- 1815-1830: Christoph Friedrich Krenkel
- 1830-1837: Wilhelm Lenz
- 1837-1848: Rudolf Deimling
- 1848-1849: Christian Crecelius
- 1849-1862: Karl Zirenner
- 1862-1875: Kaspar Schmidt
- 1875-1884: Karl Groß
- 1885-1889: Emil Kraatz
| - 1889-1919: Ferdinand Habermehl
- 1920-1933: Erwin Gündert
- 1933: Dr. Emil Gölser
- 1933: Dr. Hans Gottlob
- 1933-1941: Hermann Kürz
- 1941-1942: Karl Mohrenstein
- 1942-1945: Ludwig Seibel
- 1945: Albert Hermann
- 1945: Wilhelm Becker
- 1945-1947: Friedrich Adolf Katz
- 1947-1966: Dr. Johann Peter Brandenburg, FDP/DVP
- 1966-1985: Dr. Willi Weigelt, SPD
- 1985-2001: Dr. Joachim Becker, SPD
- 2001-heute: Christel Augenstein, FDP/DVP
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Gemeinderat
Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
| CDU | 41,5 % | -5,4 | 18 Sitze | -2 |
| SPD |
19,3 % | -3,4 | 8 Sitze | -1 |
| FW | 8,3 % | +1,3 | 3 Sitze | +1 |
| Grüne Liste | 9,0 % | +1,8 | 3 Sitze | ±0 |
| FDP/DVP | 7,5 % | +1,8 | 3 Sitze | +1 |
| UB | 6,2 % | +0,3 | 2 Sitze | ±0 |
| REP | 5,3 % | +0,7 | 2 Sitze | ±0 |
| LBBH | 4,3 % | +4,3 | 1 Sitz | +1 |
Wappen
Das Wappen der Stadt Pforzheim zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold ein roter Schrägbalken, hinten von Rot, Silber, Blau und Gold geteilt. Die Stadtflagge ist Weiß-Blau.
Der Schrägbalken ist schon seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar als Symbol der Stadtherren von Pforzheim, das später auch das Landeswappen von Baden wurde, doch ist die Bedeutung bis heute unklar. Ab 1489 ist das Wappen in seiner ganzen Form nachweisbar, dessen Bedeutung ebenfalls nicht nachgewiesen werden konnte. Die heutige Tingierung ist aber erst seit 1853 gebräuchlich, zuvor war die Farbgebung eine andere.
Städtepartnerschaften und -freundschaften
Pforzheim unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Gernika-Lumo (Spanien), seit 1989
- Saint-Maur-des-Fossés (Frankreich), seit 1989
- Vicenza (Italien), seit 1991
Städtefreundschaften bestehen mit folgenden Städten bzw. Gebieten:
- Komitat Gy?r-Moson-Sopron (Ungarn), seit 2001 zusammen mit dem Enzkreis
- Irkutsk (Russland), seit ?
- Nev?ehir (Türkei), seit 2000
- Osijek (Kroatien), seit 1994
- Tschenstochau (Polen), seit 2000
Wirtschaft und Infrastruktur
Pforzheim ist eines der Oberzentren in Baden-Württemberg und verfügt über eine der höchsten Industriedichten des Landes.
Die Wirtschaft ist nur zum kleineren Teil ausgerichtet auf die Herstellung von Uhren und Schmuck. Zwei Drittel der Arbeitsplätze werden gestellt durch die Bereiche Metallverarbeitung, Elektronik und Elektrotechnik. Der Versandhandel (Bader, Klingel, Wenz) nimmt mit seinen Millionenumsätzen eine führende Position in Deutschland ein. Der Fremdenverkehr gewinnt zunehmend an Bedeutung. Hier profitiert die Stadt von ihrer günstigen Drei-Täler-Lage zum Schwarzwald und den damit unter anderen verbundenen Ausgangspunkten für zahlreiche Wander-, Fahrrad- und Wasserwege. Durch Pforzheim laufen der Europäische Fernwanderweg E1 und der Westweg.
Verkehr
Nördlich von Pforzheim verläuft die Bundesautobahn A 8 (Karlsruhe - Stuttgart), an welcher die Stadt über drei Ausfahrten zu erreichen ist. Durch die Stadt selbst führen die Bundesstraßen B 10 (Karlsruhe - Stuttgart) und B 294 (Calw - Bretten). Ferner beginnt hier die B 463 in Richtung Nagold.
Pforzheim liegt an der Bahnlinie Karlsruhe-Stuttgart. Ferner führen zwei Eisenbahnlinien in den Schwarzwald nach Bad Wildbad und nach Nagold. Pforzheim ist auch an das Stadtbahnnetz von Karlsruhe angeschlossen. Den sonstigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Stadtgebiet bedienen Busse der Städtische Verkehrsbetriebe Pforzheim (SVP) und verschiedene andere Verkehrsunternehmen. Sie alle fahren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis. Zwischen 1931 und 1968 verkehrte zwischen Pforzheim und Ittersbach die Kleinbahn der Pforzheimer Verkehrsbetriebe. Zuvor (seit 1899) gehörte die Strecke der BLEAG (Badische-Lokaleisenbahn-Aktiengesellschaft). Die Pforzheim bedienende Strecke "S 5" von Bietigheim-Bissingen nach Wörth am Rhein wird von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben, ebenso seit 2002 die Enztalbahn "S 6" nach Bad Wildbad.
Ortsansässige Unternehmen
- Versandhaus Klingel
- Versandhaus Bader
- Versandhaus Wenz
- Witzenmann GmbH
- THALES
- Schmid Werkzeuge
- Mapal WWS
- Wellendorff
- AMI DODUCO
- Briefzentrum 75 der Deutschen Post AG (eröffnet am 30. November 1998)
Wikipedia
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