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 | Dieser Artikel behandelt die brandenburgische Landeshauptstadt. Für die gleichnamige Stadt im US-Bundesstaat New York siehe Potsdam (New York). |
| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
|---|
| Bundesland: | Brandenburg |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 187,28 km² |
| Einwohner: | 146.500 (31. Mai 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 782 Einwohner/km² |
| Höhe: | 35 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 14401-14482 (alt: 15xx) |
| Vorwahl: | 0331 |
| Geografische Lage: | Koordinate: 52° 24' N, 13° 4' O52° 24' N, 13° 4' O |
| Kfz-Kennzeichen: | P |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 54 000 |
| Stadtgliederung: | 6 Wohngebiete und 9 Ortsteile mit je einem Ortsbeirat |
Adresse der Stadtverwaltung: | Friedrich-Ebert-Str. 79/81 14469 Potsdam |
| Website: | www.potsdam.de |
| E-Mail-Adresse: | information@potsdam.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Jann Jakobs (SPD) |
Potsdam ist als Landeshauptstadt des Bundeslandes Brandenburg eine Kreisfreie Stadt, die in ihrem Nordosten unmittelbar an die Bundeshauptstadt Berlin angrenzt (Entfernung zur Berliner Innenstadt etwa 26 km). Potsdam gehört zur Europäischen Metropolregion Berlin/Brandenburg. Als einwohnerstärkste Stadt Brandenburgs ist sie eines der vier Oberzentren dieses Bundeslandes. Die Einwohnerzahl der Stadt Potsdam überschritt 1939 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Exonyme für "Potsdam" gibt es in der polnischen Sprache mit "Poczdam", und in der tschechischen mit "Postupim".
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Entwicklung der Stadt Potsdam
- 2.1.1 Mittelalter
- 2.1.2 Neuzeit
- 2.2 Eingemeindungen
- 2.3 Einwohnerentwicklung
- 2.4 Religionen
- 2.4.1 Christentum
- 2.4.2 Judentum
- 2.4.3 Atheismus
- 3 Politik
- 3.1 Wappen
- 3.2 Städtepartnerschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.2 Medien
- 4.3 Öffentliche Einrichtungen
- 4.4 Bildung und Forschung
- 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Theater
- 5.2 Museen und Gedenkstätten
- 5.3 Bauwerke und Parkanlagen
- 5.4 Sonstige Sehenswürdigkeiten
- 5.5 Regelmäßige Veranstaltungen
- 5.6 Sport
- 5.7 Musik
- 6 Persönlichkeiten
- 6.1 Ehrenbürger
- 6.2 Söhne und Töchter der Stadt
- 7 Literatur
- 8 Weblinks
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Geografie
Potsdam liegt südwestlich von Berlin am Mittellauf der Havel, in einer eiszeitlich geprägten Wald-Seen-Landschaft, die durch den Wechsel von breiten Talniederungen und Moränenhügeln, wie dem die Stadt südlich flankierenden Saarmunder Endmoränenbogen charakterisiert ist. Die Havel fließt am Strandbad Babelsberg bei 29,4 m über Normalnull. Der Teltowkanal und die Nuthe münden im Stadtgebiet in die Havel.
Weitere Gewässer sind Griebnitzsee, Templiner See, Vorderkappe, Hinterkappe, Neustädter Havelbucht, Tiefer See, Jungfernsee, Lehnitzsee, Krampnitzsee, Weißer See, Sacrow-Paretzer-Kanal, Teltowkanal, Glienicker Laake, Heiliger See, Groß Glienicker See, Sacrower See, Fahrlander See, Wublitz, Großer Zernsee, Schlänitzsee, Schäfersee, Aradosee, Teufelssee und Hirtenteich.
Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Kleine Ravensberg mit 114,2 m ü. NN. Die tiefste Stelle ist der mittlere Wasserspiegel der Havelgewässer mit 29 m NN.
In der deutschen Kartografie und Geodäsie ist das Potsdam Datum der Zentralpunkt für das Bessel-Ellipsoid des Gauß-Krüger-Koordinatensystems.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Landeshauptstadt Potsdam. Sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten benannt:
Berlin sowie Kleinmachnow, Nuthetal, Michendorf, Schwielowsee und Werder (Havel) (alle Landkreis Potsdam-Mittelmark) sowie Ketzin, Wustermark und Dallgow-Döberitz (alle Landkreis Havelland).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Potsdams besteht nach § 3 der Hauptsatzung aus den Wohngebieten Potsdam, Babelsberg, Bornim, Bornstedt, Drewitz, Nedlitz und Sacrow, die sich ihrerseits teilweise weiter untergliedern, sowie aus neun Ortsteilen im Sinne von § 54 der Gemeindeordnung für Brandenburg. Dabei handelt es sich um ehemals selbständige Gemeinden, die zum Großteil erst am 26. Oktober 2003 in die Stadt Potsdam eingegliedert wurden und seither einen eigenen, von der Bevölkerung gewählten Ortsbeirat mit einem Ortsbürgermeister als Vorsitzenden haben. Die Ortsbeiräte haben je nach Einwohnerzahl des Ortsteil zwischen 3 und 9 Mitglieder. Sie sind zu wichtigen, den Ortsteil betreffenden Angelegenheiten zu hören.
| Wohngebiete mit Untergliederungen | Ortsteile mit Ortsbeiräten |
|---|
- Potsdam
- Berliner Vorstadt
- Brandenburger Vorstadt
- Innenstadt
- Jägervorstadt
- Kiewitt
- Nauener Vorstadt
- Nedlitz
- Potsdam-West
- Schlaatz
- Teltower Vorstadt
- Templiner Vorstadt
- Waldstadt I
- Waldstadt II
- Wildpark
- Zentrum Ost
| - Babelsberg
- Bornim
- Bornstedt
- Drewitz
- Nedlitz
- Sacrow
| - Eiche
- Fahrland
- Golm
- Groß Glienicke
- Grube
- Marquardt
- Neu Fahrland
- Satzkorn
- Uetz-Paaren
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Geschichte

Historische Karte von Potsdam (1888)
Entwicklung der Stadt Potsdam
Im 7. Jahrhundert errichtete der slawische Stamm der Heveller gegenüber der Einmündung der Nuthe eine Burganlage an der Havel. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte in einer Schenkungsurkunde von 993 ("Poztupimi").
Mittelalter
Mitte 12. Jahrhundert wurde am Havelübergang, etwa 700 m von der slawischen Burg entfernt, eine deutsche Burg (steinerne Turmburg) erbaut, neben der sich eine kleine Dienstsiedlung entwickelte. Die slawische Burg blieb daneben als Siedlung erhalten. 1304 wurde Potsdam erstmals als Stedeken (?Städtlein?) und 1317 als Burg und Städtlein erwähnt. 1345 erhielt Potsdam das Stadtrecht und blieb lange Zeit ein unbedeutender kleiner städtischer Marktflecken, für den noch 1573 nur 2000 Einwohner und 192 Häuser angegeben werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 ? 1648) lagen 1660 von den 198 Häusern 119 wüst und es waren nur noch 700 Menschen in der Stadt.

Historische Postkarte mit Garnisonkirche, Stadtschloss und St. Nikolaikirche
Neuzeit
Mit dem kurmärkischen Landtag 1653, auf dem der Kurfürst die Macht des Landadels einschränkte, begann die absolutistische Zeit in Brandenburg.
Erst mit dem Ausbau des aus der Burg im 16. Jahrhundert entstandenen Stadtschlosses ab 1660 durch Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg entstand ein Entwicklungsschub. Das Stadtschloss, zunächst als Jagdschloss ausgebaut, wurde später als Sommersitz der preußischen Königsfamilie genutzt. Die Stadt wurde ein wichtiger Garnisonsort des preußischen Heeres. Damit verbunden war auch die Ansiedlung verschiedener, für das Militär wichtiger Handwerker. Das führte zu einer starken Anwachsen der Einwohnerzahl (die Soldaten eingerechnet) und erforderte den Neubau neuer Wohnquartiere (Erste und Zweite Stadterweiterung). König Friedrich II. (der Große) ließ ab 1745 außerhalb der damaligen Stadt das Schloss Sanssouci auf einem künstlichem Weinberg mit großem Schlosspark und weiteren Bauten errichten. Im 19. Jahrhundert siedelten sich auch viele Regierungsbeamte in Potsdam an.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus fand am 21. März 1933 der "Tag von Potsdam" statt, ein Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche, bei dem der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand drückte. Dies wurde als symbolische Geste für ein Bündnis von Militär (Reichswehr) und Nationalsozialismus verstanden.
Das Stadtzentrum von Potsdam wurde in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges am 14. April 1945 durch einen alliierten Bombenangriff schwer beschädigt.
Am 30. April 1945 wurde Potsdam durch die Rote Armee eingenommen.
Im Schloss Cecilienhof, dem Wohnsitz des letzten deutschen Kronprinzen, fand vom 17. Juli bis 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte USA (Harry S. Truman), Großbritannien (zunächst Winston Churchill, später Clement Richard Attlee) und Sowjetunion (Stalin) statt, die mit dem Potsdamer Abkommen beendet wurde.
In der DDR wurde Potsdam zum Sitz des Bezirkes Potsdam. Mit (Wieder-)Gründung des Landes Brandenburg wurde die Stadt dessen Hauptstadt. Es existieren seither verschiedene Initiativen zur Rekonstruktion einiger zerstörter Gebäude der Innenstadt, so beispielsweise der Garnisonkirche oder des Stadtschlosses.
2004 erhält die Stadt die Goldmedaille beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf.
Eingemeindungen
Das Stadtgebiet Potsdams war bis Ende des 19. Jahrhunderts recht klein. Durch das Anwachsen der Bebauung musste das Stadtgebiet mehrmals erweitert werden. Dies geschah in mehreren Abschnitten mit der Eingliederung von benachbarten Rittergütern beziehungsweise Teilen hiervon. Damit wuchs das Stadtgebiet von 893 ha im Jahre 1836 auf 1350 ha im Jahre 1905. 1928 wurde der Park von Sanssouci mit den Schlössern sowie ein großer Teil der Insel Tornow sowie 6 Gutsbezirke mit Brauhaus- und Telegraphenberg eingegliedert. Danach betrug das Stadtgebiet 3.206 ha. Ab 1935 wurden dann benachbarte Gemeinden, darunter die Industriestadt Babelsberg, zum Teil zwangsweise eingegliedert, bis das Stadtgebiet im Oktober 2003 seine heutige Ausdehnung erreichte.
Im Einzelnen wurden eingemeindet:
- 1. April 1926 Gutsbezirke Plantagenhaus (teilweise), Potsdam-Gut und Tornow aus dem Kreis Zauch-Belzig
- 1. August 1935: Bornim, Bornstedt, Eiche ¹ und Nedlitz
- 1. April 1939: Babelsberg (Stadt unter diesem Namen seit 1938, vorher Nowawes, als Stadt gebildet ab 1924 aus Nowawes und Neuendorf sowie Gebietsteilen von Neubabelsberg und Klein-Glienicke), Golm ¹, Grube ¹, Schlänitzsee ¹, Nattwerder ¹, Fahrland ¹, Neu-Fahrland ¹, Sacrow, Geltow ¹, Wildpark-West ¹, Drewitz, Bergholz-Rehbrücke ¹ und Krampnitz ¹
- 11. Juni 1950: Wilhelmshorst ¹
- Frühjahr ? 1993: Eiche
- 5. Dezember 1993: Grube mit Schlänitzsee und Nattwerder
- 26. Oktober 2003: Fahrland mit Kartzow und Krampnitz, Golm, Groß Glienicke, Marquardt, Neu Fahrland, Satzkorn und Uetz-Paaren
¹ diese Orte wurden 1952 im Rahmen der Gebietsreform in der DDR noch einmal ausgegliedert, 1993 bzw. 2003 jedoch zum Großteil wieder eingegliedert
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl von Potsdam überschritt 1939 durch die Eingemeindung der 29.229 Einwohner (1933) zählenden Stadt Babelsberg und anderer Orte die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Seit der Wende in der DDR wuchs die Bevölkerungszahl auf Grund zahlreicher Eingemeindungen und durch Zuzug, nach einem vorübergehenden Rückgang, bis 2005 auf den historischen Höchststand von über 146.000.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1573 | 2.000 | | 1618 |
1.400 | | 1652 | 700 | | 1686 | 1.000 | | 1713 | 1.500 | | 1730 | 5.640 | | 1740 | 11.708 | | 1790 | 18.257 | | 1820 | 19.619 | | 1830 | 23.930 | | 3. Dezember 1855 ¹ | 32.400 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 34.870 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 42.200 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 42.900 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 43.800 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1875 ¹ | 45.003 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 48.447 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 50.877 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 54.125 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 58.500 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 59.796 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 61.414 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 62.243 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 49.151 |
| 5. Dezember 1917 ¹ | 47.657 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 58.397 | | 16. Juni 1925 ¹ | 64.203 | | 16. Juni 1933 ¹ | 73.676 | | 17. Mai 1939 ¹ | 136.056 | | 1. Dezember 1945 ¹ | 111.293 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 29. Oktober 1946 ¹ | 113.568 | | 31. August 1950 ¹ | 118.180 | | 31. Dezember 1955 | 117.571 | | 31. Dezember 1960 | 115.004 | | 31. Dezember 1964 ¹ | 110.083 | | 1. Januar 1971 ¹ | 111.336 | | 31. Dezember 1975 | 119.482 | | 31. Dezember 1981 ¹ | 132.543 | | 31. Dezember 1985 | 139.497 | | 31. Dezember 1988 | 142.862 | | 31. Dezember 1990 | 139.794 | | 31. Dezember 1995 | 136.619 | | 31. Dezember 2000 | 129.324 | | 31. Mai 2005 | 146.500 |
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Christentum
Die Stadt Potsdam gehörte anfangs zur Propstei Spandau des Bistums Brandenburg. 1541 führte der Kurfürst von Brandenburg die Reformation ein. Danach teilte die Stadt die Geschicke des gesamten Landes Brandenburg und war über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es auch reformierte Gemeindeglieder. Seit 1730 war Potsdam Sitz einer eigenen "Inspektion", die für die Stadt und das Amt Potsdam zuständig war. Ab 1721 gab es neben der alten Potsdamer Pfarrkirche weitere neue Kirchen und Pfarrgemeinden. In jener Zeit kam es zu Streitigkeiten zwischen den Lutheranern und den Reformierten. Letztere hielten zunächst in der Schlosskirche ihre Gottesdienste ab, doch erhielten sie später die Garnisons- und Heiliggeistkirche gemeinsam mit den Lutheranern. Ab 1723 gab es auch eine Französisch-Reformierte Gemeinde, welche 1753 eine eigene Kirche erhielt. In der Neustadt entstand ab 1795 eine eigene Kirchengemeinde.
1817 wurden beide Konfessionen innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche (Unierte Kirche) vereinigt. Somit gehörten die protestantischen Gemeinden Potsdams zur "Evangelischen Kirche in Preußen" beziehungsweise deren Provinzialkirche Brandenburg, deren Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als "summus episcopus" war. Doch gab es auch Gegner dieser Union. So entstand auch in Potsdam eine alt-lutherische Gemeinde, die 1902 eine eigene Kirche (vorher bestand nur ein Bethaus) baute.
Nach Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Provinzialkirche Brandenburgs Gründungsmitglied der "Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union" und 1947 wurde sie eine selbständige Landeskirche (Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg) mit einem Bischof an der Spitze. 2004 fusionierte die Kirche mit der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die protestantischen Kirchengemeinden Potsdams gehören - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - zum Kirchenkreis Potsdam innerhalb des Sprengels Neuruppin, dessen Sitz (Generalsuperintendentur) sich ebenfalls in Potsdam befindet.
Neben den landeskirchlichen Gemeinden gibt es auch mehrere Freikirchen in Potsdam. So gab es unter anderem bereits sehr früh eine Herrnhuter Brüdergemeine.
Da Potsdam Garnisonsstadt war, gab es auch katholische Soldaten in der Stadt, die ab 1722 in einer kleinen Fachwerkkirche ihre Gottesdienste abhielten. 1868 entstand am Bassinplatz eine katholische Kirche. Die katholischen Bistümer im Norden Deutschlands waren während der Reformation untergegangen, daher entwickelten sich erst im 18. Jahrhundert wieder katholische Kirchenstrukturen. So konnte zum Beispiel ab 1747 in Berlin die Kirche St. Hedwig (heute Bischofskirche des Erzbistums Berlin) erbaut und 1773 eingeweiht werden. Nach der Säkularisation 1803 konnte sich der Katholizismus weiter ausbreiten und 1821 wurde im gesamten Deutschen Bund die katholische Kirche neu organisiert. Der Papst errichtete 1821 die "Fürstbischöfliche Delegatur Berlin-Brandenburg-Pommern". An ihrer Spitze stand der Propst von Sankt Hedwig in Berlin als Breslauer Delegat (Erzbistum Breslau). Zu diesem Kirchengebilde gehörten auch die Katholiken Potsdams, bis am 13. August 1930 das Bistum Berlin als Suffraganbistum von Breslau errichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet der Kirchenprovinz Breslau getrennt. Daher wurde das Bistum Berlin exemt, das heißt, es unterstand direkt dem Papst. Im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurden auch die kirchlichen Strukturen den neuen Gegebenheiten angepasst. So wurde 1994 das Bistum Berlin zum Erzbistum erhoben. Ihm wurden die beiden Suffraganbistümer Dresden-Meißen und Görlitz zugeordnet. Die Pfarrgemeinden Potsdams gehören somit heute zum Dekanat Potsdam des Erzbistums Berlin.
Judentum
In Potsdam gibt es ebenfalls noch zwei jüdische Gemeinden. Eine gehört dem Zentralrat der Juden in Deutschland an. Sie wird von einem Rabbiner der Bewegung Chabad Lubawitsch betreut und hat heute ca. 350 Mitglieder. Die zweite Gemeinde ist vom Zentralrat völlig unabhängig und nennt sich 'Gemeinde gesetzestreuer Juden'. Außerdem ist Potsdam Sitz des liberalen Abraham-Geiger-Kollegs. Dies ist bisher das einzige Rabbinerseminar in Deutschland.
Atheismus
Etwa 80 Prozent der Bevölkerung gehören keiner Religion an.
Politik
An der Spitze der Stadt stand seit 1345 ein "Consules" beziehungsweise ab 1450 ein Bürgermeister. Einen Rat ist ab 1465 nachweisbar. Im 16. und 17. Jahrhundert hatte der Rat 4 bis 5 Mitglieder, darunter der Bürgermeister. Später hatte der jeweilige Landesherr einen starken Einfluss auf die Stadtverwaltung. Ab 1722 gab es für die Altstadt und die Neustadt einen Magistrat. An der Spitze stand ein Stadtdirektor. 1809 wurde Potsdam eine kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister an der Spitze sowie mit einer Stadtverordnetenversammlung als gewähltem Gremium.
In der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der Partei (NSDAP) eingesetzt und die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk in einer Einheitsliste der Nationalen Front gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Stadtverordnetenversammlung wieder frei gewählt. Sie ist das Hauptorgan der Stadtverwaltung, die zuletzt am 26. Oktober 2003 von den Potsdamer Bürgerinnen und Bürger für eine fünfjährige Amtszeit gewählt wurde (nächste Kommunalwahl 2008). Die Bezeichnung des Vorsitzenden war von 1990 bis 1999 "Stadtpräsident", seither Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung.
Der wird ebenfalls direkt von den Bürgern gewählt. Bei den letzten Oberbürgermeister-Wahlen am 22. September 2002 konnte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen. Daher musste durch eine Stichwahl am 27. Oktober 2002 zwischen Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (PDS) das neue Stadtoberhaupt ermittelt werden. Dabei konnte sich Jann Jakobs mit einer knappen Mehrheit von 50,1 Prozent durchsetzen.
Oberbürgermeister seit 1809
- 1809 - 1821: Jakob Brunner
- 1821 - 1844: Wilhelm St. Paul
- 1844 - 1848: Wilhelm Krüger
- 1848 - 1851: B. Gobbin
- 1851 - 1878: Alexander Beyer
- 1878 - 1897: Reinhold Boie
- 1897 - 1905: Richard Jaehne
- 1906 - 1923: Kurt Vosberg
| - 1924 - 1934: Dr. Arno Rauscher
- 1934 - 1945: Hans Friedrich
- 1945: Dr. Friedrich Bestehorn
- 1945: Heinz Zahn
- 1945 - 1950: Walter Paul
- 1951 - 1957: Kurt Promitz
- 1957 - 1961: Wilhelm Rescher
- 1961 - 1984: Brunhilde Hanke
| - 1984 - 1989: Wilfried Seidel
- 1989 - 1990: Manfred Bille
- 1990 - 1998: Dr. Horst Gramlich (SPD)
- 1998 - 2002: Matthias Platzeck (SPD)
- 2002 - heute: Jann Jakobs (SPD)
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Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung
- 1990 - 1993: Dr. Helmut Przybilski, Stadtpräsident
- 1994 - heute: Birgit Müller (PDS), Stadtpräsidentin, seit 1999 Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung
Wappen
Das Wappen der Stadt Potsdam zeigt in Gold einen nach links sehenden, schwarz bewehrten, golden gerauteten roten Adler. Der Wappenschild wird gekrönt von einer gewölbten, fünfzinnigen, roten Mauerkrone. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß mit dem Wappen.
Städtepartnerschaften
Potsdam unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:
- Opole/Oppeln (Polen), seit 1973
- Bobigny (Frankreich), seit 1974
- Jyväskylä (Finnland), seit 1985
- Bonn (Nordrhein-Westfalen), seit 1988
- Perugia (Italien), seit 1990
- Sioux Falls, Bundesstaat South Dakota (USA), seit 1990
- Luzern (Schweiz), seit 2002
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Potsdam ist durch die Nähe zu Berlin äußerst gut an das Netz der Bundesautobahnen angeschlossen. Die Stadt wird im Westen und Süden vom so genannten Berliner Ring (A 10) und im Osten von der Autobahn A 115, die so genannte AVUS, die in die Innenstadt Berlins führt, umgeben. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 1, B 2 und B 273.
Die bedeutende Landstraße L 40 erschließt das südliche Berliner Umland über Stahnsdorf, Teltow, Mahlow, Schönefeld nach Berlin (Treptow-Köpenick) und ist im Potsdamer Stadtgebiet als Nuthe-Schnellstraße (Kraftfahrstraße) bezeichnet. Diese Straße verbindet Potsdam mit den Bundesstraßen B 101, B 96 und B 179.
Auch an das Eisenbahnnetz ist Potsdam gut angebunden. Von hier aus führen Bahnlinien in folgende Richtungen: Berlin, Flughafen Berlin-Schönefeld, Jüterbog, Dessau, Brandenburg an der Havel und Hennigsdorf. Es gibt folgende Bahnhöfe im Stadtgebiet:
- Bahnhof Potsdam-Babelsberg in Babelsberg (S-Bahn)
- Bahnhof Potsdam Charlottenhof in der Nähe des Schlosses Charlottenhof in der Brandenburger Vorstadt (Regionalbahn, Regionalexpress / ehemals Potsdam-West)
- Wikipedia
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