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| Wappen | Karte |
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| Wahlspruch |
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Sit intra te concordia et publica felicitas In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen |
| Basisdaten |
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| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern |
| Status: | Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | Koordinate: 54° 5' N, 12° 8' O54° 5' N, 12° 8' O |
| Höhe: | etwa 13 m ü. NN |
| höchster Punkt: | etwa 49 m ü. NN (Biestow-Ausbau, Friedrichshöhe) |
| niedrigster Punkt: | etwa 1,5 m unter NN (Diedrichshäger Moor) |
| Fläche: | 181,39 km² |
| Einwohner: | 197.129 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.087 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 18001-18147 (alt: 2500-2550) |
| Vorwahl: | 0381 |
| Kfz-Kennzeichen: | HRO |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 03 000 |
| Gliederung des Stadtgebiets: | 8 Ortsamtsbereiche mit mehreren Ortsteilen |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Neuer Markt 1 18055 Rostock |
| Website: | www.rostock.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Roland Methling (parteilos), seit 06. April 2005 |
Die Hansestadt Rostock ist eine kreisfreie Stadt im Nordosten Deutschlands. Die traditionsreiche Universitätsstadt am Unterlauf und der Mündung der Warnow ist gleichzeitig die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Sie liegt im Landesteil Mecklenburg und ist eines von vier Oberzentren des Landes.
Prägend sind ? durch die verkehrsgünstige Lage an der Ostsee ? Hafen, Schiffbau und Marine sowie Universität Rostock, Hanse, Backsteingotik und Lebensmittelindustrie.
Zudem ist sie nach Kiel und Lübeck die größte Hafenstadt an der deutschen Ostseeküste.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Stadtgliederung
- 1.2 Nachbargemeinden
- 2 Geschichte
- 2.1 Rostock zur Zeit der Hanse
- 2.2 Rostock im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648)
- 2.3 Neuzeit
- 2.4 Rostock nach den Weltkriegen
- 2.5 Wichtige Chronisten
- 2.6 Eingemeindungen
- 2.7 Einwohnerentwicklung
- 2.8 Religionen
- 3 Politik
- 3.1 Stadtverwaltung und Bürgermeister
- 3.2 Wappen, Flagge und Logo
- 3.3 Städtepartnerschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.1.1 Hafen
- 4.1.2 ÖPNV
- 4.1.3 Eisenbahn
- 4.1.4 Straßen
- 4.1.5 Flugverkehr
- 4.2 Ansässige Unternehmen
- 4.3 Medien
- 4.4 Öffentliche Einrichtungen
- 4.5 Bildung und Forschung
- 5 Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Theater
- 5.2 Museen
- 5.3 Bauwerke
- 5.4 Verlorene Bauwerke
- 5.5 Die Rostocker Sieben
- 5.6 Veranstaltungen
- 5.7 Sonstige Sehenswürdigkeiten
- 5.8 Sport
- 6 Persönlichkeiten
- 7 Literatur
- 8 Weblinks
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Geografie

Satellitenbild Rostocks
Quelle: World Wind
Rostock liegt ziemlich genau in der nördlichen Mitte Mecklenburgs. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits des Unterlaufs der Warnow, die als ?Unterwarnow? vom Rostocker Stadtzentrum bis zur etwa 12 km entfernten Küste schiffbar ist. Vor der Mündung in die Ostsee beim Stadtteil Warnemünde weitet sich die Unterwarnow in Richtung Osten zum Breitling aus. Hier befindet sich der Rostocker Seehafen. Der Südosten und das westliche Warnowufer sind dicht besiedelt, während der Nordosten durch ländliche Ortsteile und den ca. 6.000 Hektar großen Küstenwald Rostocker Heide geprägt wird.
Die Geografie der Altstadt, aber auch der Gegend um Warnemünde haben sich im Laufe der Zeit sichtbar verändert. Wo heute ?Am Strande? die Stadtautobahn verläuft war früher wirklich Strand und lange Brücken führten in das schiffbare Wasser. Um die Stadt verlief außerdem lange ein Wassergraben zum Schutz, der, nutzlos geworden, im Zuge der Entfestigung und dem Ausbau des Stadthafens korrigiert wurde. Auf alten Fotos und Abbildungen sind noch die Brücke vor dem Petritor und die vor dem Kröpeliner Tor zu sehen, die heute nicht mehr existieren. Dabei wurde neben dem Fischer-Hafen der Haedge-Hafen mit dem Kohlenkai - heute Haedge-Halbinsel - gebaut.
Darüber hinaus ist auch der Abfluss der Warnow in Warnemünde verändert worden. War es früher noch der Alte Strom, ist es heute der Neue Strom, der auch deutlich ausgebaut worden ist. Auch wurde der Breitling verändert, als große Hafenbecken angelegt wurden.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Rostocks ist in acht Ortsamtbereiche mit jeweils mehreren Ortsteilen gegliedert. Manche Ortsteile sind in weitere Stadtteile (hier kursiv) mit besonderem Namen aufgeteilt, die sich im Laufe der Zeit eingebürgert haben.
- Ortsamt 1
- Seebad Warnemünde
- Diedrichshagen
- Markgrafenheide
- Hohe Düne
- Hinrichshagen
- Wiethagen
- Torfbrücke
- Orstamt 2
- Lichtenhagen
- Groß Klein
- Ortsamt 3
- Lütten Klein
- Ortsamt 4
- Evershagen
- Evershagen Dorf
- Evershagen Süd
- Obstplantage Evershagen
- Gewerbegebiet Schutow
- Marienehe
- Schmarl
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- Ortsamt 5
- Reutershagen
- Hansaviertel
- Gartenstadt
- Ortsamt 6
- Kröpeliner-Tor-Vorstadt
- Stadtmitte
- Steintor-Vorstadt
- Östliche Altstadt
- Brinckmansdorf
- Riekdahl
- Kassebohm
- Dalwitzhof
- Ortsamt 7
- Südstadt
- Stadtweide
- Siedlung Satower Straße
- Biestow
| - Ortsamt 8
- Dierkow
- Dierkow-Neu
- Dierkow-Ost
- Dierkow-West
- Toitenwinkel
- Langenort
- Gehlsdorf
- Hinrichsdorf
- Jürgeshof
- Krummendorf
- Nienhagen
- Oldendorf
- Peez
- Stuthof
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Alle Ortsteile der Stadt sind zu insgesamt 19 Ortsteilvertretungen zusammen gefasst. Diese Gremien heißen Ortsbeiräte und werden von der Bürgerschaft der Stadt Rostock nach jeder Kommunalwahl neu bestimmt. Ihre Mitgliederzahl schwankt je nach Größe ihres Zuständigkeitsbereichs zwischen neun und 13. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen Angelegenheiten in ihren Ortsteilen zu hören. Sie sind vor allem beratend tätig. Eine endgültige Entscheidungskompetenz hat jedoch nur die Bürgerschaft der Gesamtstadt.
Es ist des Weiteren geplant, dass Jugend- und Sozialamt auf die einzelnen Ortsämter aufgesplittet werden um so eine bessere Erreichbarkeit durch die Bürger zu gewährleisten.
- Siehe auch: Liste der Ortsteile von Rostock (Ortsteile & Ortsvertretungen)
Nachbargemeinden
Wappen Landkreis Bad Doberan mit Rostocker Greif | |
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Wo die Hansestadt nicht an die Ostsee grenzt ist sie umgeben vom Landkreis Bad Doberan. Ein Großteil davon zählt zum sog. Rostocker ?Speckgürtel?, in dem seit den 90ern viele Häuser gebaut worden und Gewerbegebiete entstanden sind. Dabei handelt es sich um die folgenden Gemeinden: Im Nordosten die amtsfreie Gemeinde Graal-Müritz, im Osten das Amt Rostocker Heide (mit den Gemeinden Gelbensande, Rövershagen, Mönchhagen und Bentwisch), im Südosten das Amt Carbäk (mit Broderstorf und Roggentin), im Süden das Amt Warnow-Ost mit Kessin. Im Süden bis in den Nordwesten grenzt Rostocks an das Amt Warnow-West (mit den Gemeinden Papendorf, Kritzmow, Lambrechtshagen, sowie Elmenhorst/Lichtenhagen), unterbrochen nur von einer kurzen Angrenzung an das Amt Bad Doberan-Land mit der Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen.
Geschichte

Heinrich der Löwe und Mathilde von England
 Reitersiegel des Fürsten Nicolaus von Rostock von 1189 |
Bereits 1160 wird Rostock erstmals durch den dänischen Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus als urbs Roztoc (Auseinanderfließen des Stromes) erwähnt. Zu dieser Zeit siedelen Slawen, sogenannte Wenden, zwischen dem heutigen Petridamm und dem östlichen Ufer der Warnow. Zu ihrem Schutz hatten sie eine Siedlung und Befestigung errichtet. Saxo Grammaticus erzählt 1161 von der Zerstörung dieser Siedlung durch den Dänenkönig Waldemar I., der von 1159 bis 1185 regelmäßig Flottenzüge gegen die Wenden unternimmt, welche die süddänischen Inseln bedrohten. Das nächste Mal ist die Stadt erwähnt, als der Herzog von Sachsen Heinrich der Löwe 1169 dem Sohn Niklots das Lehen über Westmecklenburg, dem großen Teil des damaligen Reiches der Abodriten, übergibt, worunter sich auch die Siedlung Roztoc befindet. Die eigentliche Stadt (heute östliche Altstadt) wird später auf der anderen Seite der Warnow gegründet, nachdem die alte Siedlung zu klein geworden ist. Hier lassen sich noch im 12. Jahrhundert (wahrscheinlich um 1189/90) Handwerker und Kaufleute nieder, darunter Holsteiner, Niedersachsen, Westfalen, Dänen und Slawen. Friesen gründen wohl um 1195 das Fischerdorf Warnemünde, das bis in das 19. Jahrhundert politisch und wirtschaftlich im Schatten Rostocks bleibt.
Der erste urkundliche Nachweis Rostocks stammt vom 24. Juni 1218, als es durch Heinrich Borwin I., dem ?Fürsten von Mecklenburg und Herrn über Rostock?, das Lübische Stadtrecht verliehen bekommt. Darum gilt dieses Datum heute auch als der eigentliche Geburtstag der Stadt.
Rostock zur Zeit der Hanse
Zunächst bilden sich drei verschiedene Teilstädte in Rostock. In der Mittelstadt am Neuen Markt wird 1230 mit dem ersten Bau der Marienkirche begonnen, wo ab 1218 die Mittelstadt entsteht. 1232 die Neustadt bei der heute zerstörten Jacobikirche. 1234-52 wird dann in der Altstadt die Petrikirche gebaut, die seit dem 16. Jahrhundert durch ihr hohes Spitzdach den Schiffen zur Orientierung diente. 1252 kauft Rostock außerdem die Rostocker Heide.
Als sich 1257 die Ratsherren der Städte Lübeck, Rostock und Wismar über wirtschaftliche und politische Fragen beraten, besteht Rostock noch aus diesen drei voneinander getrennten Teilstädten, die sich erst 1265 vereinigen. Darauf wird der Neue Markt zum Zentrum der Stadt und zum Schutz eine Stadtmauer gebaut, die ca. 1 km² umschließt, ein Gebiet, das bis in das 19. Jahrhundert nicht nach Außen wächst. In seiner größten Ausdehnung hatte diese Stadtmauer eine Höhe von sieben Metern und war bis zu einem Meter breit. In drei Meter konnten im Bedarfsfall hölzerne Wehrgänge angelegt werden. Dazu erhält Rostock Stadttore, von denen noch heute das Kröpeliner Tor und das Steintor, welches das Kuhtor früh als Hauptportal der Stadt ablöste, existieren. Trotzdem gilt das Kuhtor heute als das älteste erhaltene Stadttor Norddeutschlands. Am Neuen Markt entsteht nach 1265 außerdem auch das Rathaus. Erst werden zwei Wohnhäuser zu diesem Zweck verbunden, dem bald ein drittes hinzugefügt wird. Vor diese wird eine gotische Schauwand mit sieben Türmen gebaut, sowie bis 1500 eine Prachtfassade mit Laubengang angefügt, die heute nicht mehr besteht. Eine Abbildung davon findet sich lediglich noch auf der Vicke-Schorler-Rolle.
Die hanseatische Tradition der Stadt ist bis heute deutlich spürbar. In bewusster Anlehnung daran trägt Rostock seit 1990 auch wieder den Titel Hansestadt. Definitiv begonnen hat sie damit, dass sich Ende des 13. Jahrhunderts Rostock gemeinsam mit Wismar, Greifswald, und Stralsund der Hanse anschließt. Zwanzig Jahre später, 1323, wird von Rostock das kleine Fischerdorf Warnemünde den Dänen abgekauft. Obwohl Warnemünde lange eine Rostocker Exklave bleibt, kann sich die Stadt so den freien Zugang zur Ostsee sichern. Die Macht und der Einfluss nehmen in der Folgezeit immer mehr zu. 1325 erwirbt sie die Münzgerechtigkeit und 1358 die volle Gerichtsbarkeit. So wird Rostock zu einem der wichtigsten Mitglieder der Hanse, der Hafen ist längst der wichtigste des Landes. Zeichen der Bedeutung der Stadt ist vor allem, dass 1419 mit der Universität Rostock eine der ältesten Universitäten Nordeuropas gegründet wird. Von Papst Martin V. wird die Gründung einer theologischen Fakultät aber noch untersagt. 1472 wird außerdem die Astronomische Uhr für die Marienkirche vom Uhrenmacher Hans Düringer fertiggestellt. Auch wird schon 1476 eine erste Buchdruckerei gegründet.
War Rostock auch bis zum letzten Hansetag 1669 Mitglied der Hanse, begann mit dem Erstarken der landesfürstlichen Macht über die Städte auch ihr Ende. An Rostock ist das sehr deutlich zu sehen. 1484 erklärt Papst Innozenz VIII. die Jacobikirche in einer Bulle zum Domstift. Dass sich die Rostocker zunächst dagegen verwahren führt zu einer von 1486 bis 1491 andauernden Domfehde, nach der die Schweriner Herzöge Buße fordern, höhere Abgaben verlangen, sowie Soldaten für das mecklenburgische Heer. Darüber hinaus wird Rostock vom Bischof von Ratzeburg 1487 mit dem Kirchenbann belegt, was bedeutet, dass die Universität die Stadt verlassen muss. Erst 1488 erlaubt der Papst die Rückkehr.
Nachdem um 1520 die reformatorischen Lehren Martin Luthers nach Rostock kommen, setzt sich die Reformation relativ schnell durch. Schon im April 1531 entscheidet der Rat der Stadt über die Verbindlichkeit der reformatorischen Lehre in Gottesdiensten.
1565 kommt es zu weiteren Auseinandersetzungen mit Schwerin, die weitgehende Folgen haben. Unter anderem geht es dabei um die Einführung einer Bieraktie zugunsten der Herzöge. Johann Albrecht I. zieht mit 500 Reitern, nachdem Rostock ihm den formalen Huldigungseid verweigert, durch das Steintor in die Stadt und lässt 1466 das Steintor, den Teil der Stadtmauer bis zum Kuhtor und den ?Turm auf dem Rammelsberg?, den Vorgänger des heutigen Lagebuschturms, schleifen, um unter anderem aus diesen Steinen eine Festung im heutigen Rosengarten zu bauen. Wahrscheinlich aber auch, um die Stadt während seiner Abwesenheit zu kontrollieren und sie trotzdem ständig betreten zu können. Erst der Rostocker Erbvertrag vom 21. September 1573, in dem den Landesfürsten die Erbherrschaft über die Stadt für Jahrhunderte garantiert wird, Rostock sich also auf lange Zeit bindet, und sie außerdem als höchste Richter anerkannt werden, beendet den Konflikt. Die Bürger schleifen im folgenden Frühjahr die Festung. Von 1575 bis 1577 erfolgt dann der Wiederaufbau der Mauer, sowie des Lagebuschturms und des Steintors im Stil der niederländischen Renaissance. Die Inschrift sit intra te concordia et publica felicitas, die noch heute auf dem Tor zu lesen ist, bezieht sich direkt auf den Konflikt mit dem Herzog.
Rostock im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648)

Rostock zur Zeit des 30jährigen Krieges
Während des Dreißigjährigen Krieges, der das endgültige Ende der Hanse herbeiführt, leidet Rostock stark unter den ständig wechselnden Besetzungen und Plünderungen. Nachdem die Schweden ab 1623 am Alten Strom in Warnemünde, zu der Zeit noch der Abfluss der Warnow in die Ostsee, Zoll erhebt und so der Handel im Hafen für Jahrzehnte unterdrückt wird, kommt es ab 1624 zur Auffestung der Stadt, wie auch auf der Karte zu sehen ist. Jedoch wird sie 1627 von Truppen des Kaisers besetzt, von denen sie sich aber Ende des Jahres wieder loskauft. 1628 erhält Wallenstein von Kaiser Ferdinand II. nach der Absetzung der beiden Herzöge im Januar als Kriegsentschedigung die herzögliche Würde über das Herzogtum Mecklenburg und das Bistum Schwerin, sowie den Titel ?General des Baltischen und ozeanischen Meeres?. Im selben Jahr lässt er im eigenen Interesse eine Befestigungsanlage errichten, um darauf die Eroberung Pommerns zu unternehmen, was während der viermonatigen Belagerung Stralsunds allerdings scheitert. Seine Herrschaft endet 1631, nachdem die Truppen des Kaisers vor den Schweden kapitulieren und die ?Schwedenzeit? beginnt.
Erst Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1648, ziehen sich die Schweden auch aus Warnemünde zurück, beziehen aber weiterhin den ?Schwedenzoll?. Spätestens mit dem Brand am 11.08.1677, der ein Drittel der Stadt vernichtet, also etwa 700 Häuser, gerät Rostock völlig in die politische und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. Auch die Einwohnerzahl sinkt so bis 1677 von noch 1594 14.800 auf 5.000.
Neuzeit
Erst das 19. Jahrhundert bringt mit der unfassenden Industrialisierung der Stadt einen neuen Reichtum, was sich in vielen Gebäuden und Anlagen dieser Zeit deutlich zeigt. Um 1830 beginnen die Rostocker, auch außerhalb der Stadtmauergrenzen zu bauen. Villen- und Arbeiterviertel entstehen. 1832 werden Teile der Befestigung abgerissen, die unnötig geworden sind und eine Gartenanlage wird am Steintor angelegt. 1852 wird der erste deutsche Schraubendampfer fertiggestellt und 1870 erhält die Universität ihr heutiges Hauptgebäude. Gegen Ende des Jahrhunderts, 1891, wird die ?Neptun Schiffswerft und Maschinenfabrik AG? als der erste industrielle Großbetrieb Mecklenburgs gegründet. Hat die Stadt 1890 noch um die 44.000 Einwohner, sind es 1939 über 121.000. Das Zwanzigste Jahrhundert bring dann schließlich für Rostock die wahrscheinlich offensichtlichsten Veränderungen. Mit den Flugzeugwerken von Ernst Heinkel wird Rostock endgültig zur modernen Industriestadt. Ab 1933 werden sie erweitert, neue Produktionsstätten in Stadtteil Marienehe entstehen und Rostock wird zu einem Schwerpunkt der Rüstungsindustrie des Dritten Reiches ausgebaut. Was nicht nur zur Folge hat, dass Zwangsarbeiter von Heinkel beschäftigt werden, sondern auch, dass die Stadt zu einem wichtigen Angriffsziel der Alliierten im Zweiten Weltkrieg wird. 1942 bombardiert die Royal Air Force frühzeitig die Werke der Firmen Heinkel und Arado. Eine U-Boot Werft und zwei Flugzeugfabriken können so zerschlagen werden. Bomben zerstören Rostock und Warnemünde dabei zu 40 Prozent.
Rostock nach den Weltkriegen
Am 1. Mai 1945 wird in Rostock der Zweite Weltkrieg durch die Rote Armee beendet. Es erfolgt der Wiederaufbau der zerstörten Stadt, während dem aber vieles nicht gerettet werden kann, manches nicht gerettet werden will. Von 1952 bis zur deutschen Wiedervereinigung ist Rostock Bezirksstadt des nördlichsten Bezirkes der DDR. In dieser Zeit wächst die Stadt weiter auf über 250.000 Einwohner. Große Plattenbausiedlungen entstehen in den neuen Randgebieten. Erst mit der Deutschen Wiedervereinigung erlebt die Stadt einen leichten Bevölkerungsrückgang. Als historischer Tiefpunkt dieser Zeit kann der August 1992 gesehen werden, als es im Stadtteil Lichtenhagen zu ausländerfeindlichen Übergriffen (Pogrom von Rostock-Lichtenhagen) kam, welche das Bild der Stadt noch Jahre danach prägten. Eine Antwort Rostocks darauf war vor allem die Initiative ?Bunt statt Braun?. Trotz allem aber sind die Ereignisse aus diesen Tagen und vor allem die Rolle der Politik, durch die der Konflikt vermutlich erst eskalierte, noch immer nicht vollständig aufgeklärt. Bunt war ebenfalls die Internationale Gartenbauausstellung (IGA), die Rostock 2003 ausrichtete. Im selben Jahr wurde der Warnowtunnel eröffnet. Die gemeinsame Bewerbung mit Leipzig um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 aber scheiterte bei der internationalen Vorauswahl durch das IOC am 18. Mai 2004.
Wichtige Chronisten
- Dietrich vam Lohe
- Vicke Schorler
Eingemeindungen
Nach der Gründung der Stadt und der Vereinigung der Stadtteile erwirbt Rostock im 13. Jahrhundert die große Rostocker Heide sowie einige nahegelegenen Dörfer (Bartelsdorf, Bentwisch, Brodersdorf, Kassebohm, Kessin, Rövershagen, Riekdahl, Stuthof, Willershagen und Gragetopshof). Die meisten dieser Orte wurde jedoch später wieder als eigenständige Gemeinden geführt und erst im 20. Jahrhundert wieder dem Stadtgebiet Rostocks angeschlossen (vergleiche Tabelle). Im 14. Jahrhundert erwirbt die Stadt das Dorf Warnemünde und hält so den Zugang zum Meer. Bis in das 20. Jahrhundert hinein ist Warnemünde eine Rostocker Exklave. Ein geschlossenes Stadtbild besteht erst ab 1934. Man kann somit 3 Stufen der Stadtentwicklung festhalten: Die erste im 13. und 14. Jahrhundert, die zweite nach der Industrialisierung, also seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die dritte nach dem 2. Weltkrieg (siehe Grafik). Im Einzelnen wurden folgende Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen in die Stadt Rostock eingegliedert:
| Jahr | Orte | Zuwachs in ha |
|---|
| 25. März 1252 | Rostocker Heide | ? |
| 1323 | Warnemünde | ? |
| 1. Januar 1913 | Dierkow | ? |
| 14. Juli 1919 | Barnstorf, Bartelsdorf, Bramow, Dalwitzhof, Damerow, Kassebohm, Riekdahl | ? |
| 9. Dezember 1924 | Hinrichshagen, Markgrafenheide, Meyers Hausstelle, Schnaterman, Torfbrücke, Waldhaus, Wiethagen | ? |
| 1. April 1930 | Kloster zum Heiligen Kreuz | ? |
| 8. März 1934 | Diedrichshagen, Gehlsdorf, Groß Klein, Lütten Klein, Marienehe, Schmarl, Schutow | ? |
| 1. Juli 1950 | Biestow, Evershagen, Krummendorf, Peez, Petersdorf, Stuthof, Toitenwinkel | ? |
| 1. Januar 1960 | Hinrichsdorf, Nienhagen | ? |
| 10. September 1978 | Jürgeshof | ? |
Politischen Planungen nach wird die kreisfreie Stadt in einem neu zu gründenden ?Landkreis Mittleres Mecklenburg? mit der Kreisstadt Rostock aufgehen.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl der Stadt Rostock überschritt um das Jahr 1935 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1989 erreichte die Bevölkerungszahl mit etwa 254.000 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR verlor die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs fast 60.000 Menschen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung lag 2003 bei 43,5 Jahren.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1380 | 11.000 | | 1522 | 10.400 | | 1566 | 9.500 |
| 1594 | 14.800 | | 1677 | 5.000 | | 1773 | 9.000 | | 1793 | 10.829 | | 1806 | 12.756 | | 1818 | 15.000 | | 1830 | 18.005 | | 1. Dezember 1840 ¹ | 19.744 | | 3. Dezember 1849 ¹ | 22.652 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 26.400 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 27.400 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 28.800 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1871 ¹ | 30.980 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 34.127 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 36.967 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 39.356 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 44.409 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 49.912 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 54.713 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 60.790 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 65.383 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 59.584 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 58.678 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 67.953 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 77.669 | | 16. Juni 1933 ¹ | 90.150 | | 17. Mai 1939 ¹ | 121.315 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1945 ¹ | 93.305 | | 29. Oktober 1946 ¹ | 114.869 | | 31. August 1950 ¹ | 133.109 | | 31. Dezember 1955 | 150.004 | | 31. Dezember 1960 | 158.630 | | 31. Dezember 1964 ¹ | 179.372 | | 1. Januar 1971 ¹ | 198.636 | | 31. Dezember 1975 | 213.475 | | 31. Dezember 1981 ¹ | 236.011 | | 31. Dezember 1985 | 244.444 | | 31. Dezember 1988 | 253.990 | | 31. Dezember 1990 | 248.088 | | 31. Dezember 1995 | 227.535 | | 31. Dezember 2000 | 200.506 | | 30. Juni 2005 | 197.129 |
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- 1. Volkszählungsergebnis
Religionen
Nachdem der Rat der Stadt 1531 die Reformation einführte, war Rostock über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Die Stadt hatte einen eigenen Superintendenten und ein eigenes geistliches Ministerium.
Heute gehören die Kirchengemeinden der Stadt zu den Propsteien Rostock-Nord, Rostock-Ost und Rostock-Süd innerhalb des Kirchenkreises Rostock der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs.
Die Rostocker Kirchengemeinden sind Biestow, Evershagen, Groß Klein Ufergemeinde, Heiligen Geist, Innenstadtgemeinde (mit den Kirchen St. Marien, St. Nikolai, St. Petri und St. Jakobi - Universitätskirche), Luther St.-Andreas-Gemeinde, Lütten Klein, Schmarl, Slüter, St. Johannis, St. Michael, St. Thomas, Studentengemeinde, Südstadt, Toitenwinkel und Warnemünde.
Im 19. Jahrhundert zogen dann wieder Katholiken in die Stadt. Sie gründeten 1872 die erste Pfarrgemeinde seit der Reformation und erhielten 1909 ihre erste Kirche, die Christuskirche. Die Gemeindeglieder gehörten ? wie ganz Mecklenburg ? zunächst zum Apostolischen Vik
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