Hotels in Villingen-Schwenningen - Sonderangebote und Restplätze
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| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Region: | Schwarzwald-Baar-Heuberg |
| Landkreis: | Schwarzwald-Baar-Kreis |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | Koordinate: 48° 04' N, 08° 28' O48° 04' N, 08° 28' O |
| Höhe: | 705 m ü. NN |
| Fläche: | 165,47 km² |
| Einwohner: | 81.913 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 495 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 14,5 % |
| Postleitzahlen: | 78001 - 78056 (alt 7730) |
| Vorwahlen: | 07720, 07721, 07425 |
| Kfz-Kennzeichen: | VS |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 26 074 |
| Stadtgliederung: | 2 Teilstädte sowie 9 Stadtbezirke |
Adresse der Stadtverwaltung: | Münsterplatz 7/8 78050 Villingen-Schwenningen |
| Offizielle Website: | www.villingen-schwenningen.de |
| E-Mail-Adresse: | pressestelle @villingen-schwenningen.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Dr. Rupert Kubon (SPD) |
Villingen-Schwenningen ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs. Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des Schwarzwald-Baar-Kreises sowie eine der größten Mittelstädte des Landes. Villingen-Schwenningen ist das Oberzentrum der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, zu dessen Mittelbereich die meisten Städte und Gemeinden des Schwarzwald-Baar-Kreises (mit Ausnahme von vier Gemeinden im südlichen Kreisgebiet um Donaueschingen) gehören.
Die im Rahmen der Gemeindereform 1972 neu gebildete Stadt wurde bereits bei ihrer Gründung zur Großen Kreisstadt erklärt, zumal die beiden ehemaligen Städte Villingen und Schwenningen am Neckar seit 1. April 1956 kraft Gesetzes Große Kreisstädte waren. Mit den Gemeinden Brigachtal, Dauchingen, Mönchweiler, Niedereschach, Tuningen und Unterkirnach hat die Stadt Villingen-Schwenningen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbarstädte
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Eingemeindung
- 2.2 Einwohnerentwicklung
- 2.3 Religionen
- 3 Politik
- 3.1 Bürgermeister
- 3.2 Wappen
- 3.3 Städtepartnerschaften
- 4 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 4.1 Theater
- 4.2 Musik
- 4.3 Museen
- 4.4 .. in Villingen
- 4.5 .. in Schwenningen
- 4.6 Brauchtum
- 4.7 Freizeit- und Sport
- 5 Wirtschaft und Infrastruktur
- 5.1 Verkehr
- 5.2 Ansässige Unternehmen
- 5.3 Behörden
- 5.4 Einkaufszentren
- 5.5 Medien
- 5.6 Bildungseinrichtungen
- 6 Persönlichkeiten
- 6.1 Ehrenbürger
- 6.2 Söhne und Töchter der Stadt
- 7 Literatur
- 8 Weblinks
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Geografie
Villingen liegt zwischen dem Schwarzwald und der Hochfläche der Baar an der Brigach, einem der Quellflüsse, die in Donaueschingen zusammenfließen und die Donau bilden. Schwenningen liegt etwa 5 km entfernt östlich auf der Baar. Im Schwenninger Moos befindet sich der Neckarursprung, die Quelle des Neckar. Das Stadtgebiet erstreckt von 660 bis 975 Meter Höhe.
Zwischen den beiden Teilstädten verläuft die Europäische Wasserscheide und die ehemalige Grenze zwischen Württemberg und Baden.
Nachbarstädte
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Villingen-Schwenningen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten genannt:
Unterkirnach, Sankt Georgen im Schwarzwald, Mönchweiler, Königsfeld im Schwarzwald, Niedereschach, Dauchingen (alle Schwarzwald-Baar-Kreis), Deißlingen (Landkreis Rottweil), Trossingen (Landkreis Tuttlingen) sowie Tuningen, Bad Dürrheim, Brigachtal, Donaueschingen und Vöhrenbach (alle Schwarzwald-Baar-Kreis).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Villingen-Schwenningens besteht aus den beiden Teilstädten Villingen und Schwenningen und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Herzogenweiler, Marbach, Mühlhausen, Obereschach, Pfaffenweiler, Rietheim, Tannheim, Weigheim und Weilersbach.
Für den Stadtteil Mühlhausen wurde gemäß § 65 der baden-württembergischen Gemeindeordnung ein Bezirksbeirat gebildet, dessen acht Mitglieder nach jeder Kommunalwahl durch den Gemeinderat von Villingen-Schwenningen neu gewählt werden. Die anderen acht Stadtteile bzw. Stadtbezirke sind zugleich Ortschaften im Sinne von § 67ff der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Zahl der Ortschaftsräte beträgt in allen Ortschaften zehn, in Herzogenweiler jedoch nur sechs.
Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:
- zu Herzogenweiler: Glaserhof, Glasermühle
- zu Marbach: Bahnhof Marbach-Ost
- zu Mühlhausen: Roter Berg
- zu Obereschach: Aubenmühle, Oberer Guggenbühl, Öle, Schlietenhof, Sommertshausen, Unterer Guggenbühl, Waldhummelhof
- zu Pfaffenweiler: Häringshöfe, Säge, Spitalhöfe
- zu Rietheim: Mühlenhof
- zu Tannheim: Forsthaus, Sägewerk, Untermühle
- zu Villingen: Am Germanswald, Bertholshöfe, Feldnermühle, Hölzlekönig, Nordstetten, Salvest, Viehhof, Volkertsweiler und Zollhaus
Geschichte
Die Historie der beiden ehemaligen Städte ist sehr unterschiedlich. Während die Stadtgeschichte Villingens ins frühe Mittelalter zurückreicht, ist Schwenningen im Zusammenhang mit der Industrialisierung erst im 20. Jahrhundert zur Stadt geworden.
Der Zusammenschluss der ehemals badischen Stadt Villingen und der württembergischen Stadt Schwenningen stieß nicht bei allen Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung. Und bis heute ist die "Doppelstadt" auf vielen Gebieten noch nicht zusammen gewachsen: Villingen und Schwenningen haben nach wie vor unterschiedliche Telefonvorwahlen, unterschiedliche Sportbünde (badische / württembergische), unterschiedliche Landeskirchen bzw. Bistümer (Erzbistum Freiburg / Bistum Rottenburg-Stuttgart bzw. Evangelische Landeskirche in Baden / Evangelische Landeskirche in Württemberg), unterschiedliche Fastnachten, unterschiedliche Rathäuser und anderes.
Eckpunkte der Stadtgeschichte
- Villingen
- 551 v. Chr. Keltengrab auf dem Magdalenenberg
- 817 Erste Erwähnung Villingens und Schwenningens in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen
- 999 Verleihung der Markt-, Münz- und Zollrechte an Villingen durch Kaiser Otto III:
- 1119 Die Zähringer gründen Villingen auf der gegenüberliegenden Seite der Brigach neu. Dabei entsteht das für Zähringerstädte typische Straßenkreuz.
- 1218 Die Fürstenberger erhalten Villingen als Reichslehen
- 1326 an Vorderösterreich
- 1633 Dreimalige Belagerung im 30-jährigen Krieg aber weder die Belagerungen 1633 noch die Belagerung 1634 waren erfolgreich.
- 1805 an Württemberg und 1806 an Baden
- 1848 die Revolution greift auf Villingen und Schwenningen über
- 1873 Bau der Eisenbahn (Schwarzwaldbahn) von Offenburg nach Konstanz
- Schwenningen
- 817 Erste urkundliche Erwähnung von Schwenningen
- Spätestens seit dem 15. Jahrhundert gehörte Schwenningen zu Württemberg und war dem Amt bzw. Oberamt Tuttlingen zugeordnet.
- 1525 Im Bauernkrieg griffen Villinger am 20. Juni das Dorf Schwenningen an und verbrannten es fast vollständig.
- 1824 Im Bereich der heutigen Salinenstraße wurde die Saline Wilhelmshall mit 6 Siedhäusern errichtet
- 1830 Schwenningen erhält Marktgerechtigkeit
- 1842 Schwenningen kommt vom Oberamt Tuttlingen zum Oberamt Rottweil aus dem 1924 der Landkreis Rottweil hervorging.
- 1848 Gründung des Uhren-Gewerbe-Vereins
- 1858 Gründung der ersten Uhrenfabrik für tragbare Nachtwächterkontrolluhren in Schwenningen durch Johannes Bürk. Weitere Fabrikgründungen waren: 1860 Uhrenfabrik Mauthe, 1883 Schlenker & Kienzle, 1888 Schlenker-Grusen, 1890 Johann Jäckle, Metallwaren, 1902 Johannes Schlenker (ISMET), 1925 Steinel. Schwenningen nannte sich Mitte des 20. Jahrhunderts "die größte Uhrenstadt der Welt".
- 1869 Eröffnung der Eisenbahnlinie Rottweil - Schwenningen - Villingen.
- 1885 Gründung der ersten sozialistischen Gewerkschaft.
- 1900 Einweihung der Staatlichen Feintechnikschule
- 1907 Schwenningen, bisher größtes Dorf Württembergs, wird zur Stadt erhoben.
- 1950 Erste Messeveranstaltung "Südwest stellt aus"
- 1956 Die Uhrenfabrik Kienzle fertigt die ersten batteriebetriebenen Uhren; die erste Solaruhr "Heliomat" kommt im gleichen jahr auf den Markt. Der Werbeslogan von Kienzle war "Kenner kaufen Kienzle.
- 1970er Jahre: Durch die Einführung der Quarzuhrwerke beginnt der Niedergang der Schwenninger Uhrenindustrie.
- Villingen-Schwenningen
- 1972 Im Rahmen der Gemeinde- und Kreisreform werden Villingen und Schwenningen zur Stadt Villingen-Schwenningen zusammengelegt.
- 1976 Verleihung der Ehrenfahne des Europarats an Villingen-Schwenningen für seine Bemühungen um gute Beziehungen zu den Partnerstädten.
- 1994 Villingen-Schwenningen erzielt den ersten Platz im Umweltreport des Focus als Stadt mit der höchsten Lebensqualität aller deutschen Städte mit über 80.000 Einwohnern.
- 2001 Villingen-Schwenningen erhält nach dreißig Jahren ein Stadtwappen.
Auch die Stadtteile haben eine lange Geschichte.
Herzogenweiler gehörte zum Fürstentum Fürstenberg, kam 1805 an Württemberg, 1806 an Baden und gehörte zunächst zum Amt Hüfingen, ab 1813 zum Bezirksamt Villingen, ab 1819 erneut zum Amt Hüfingen, 1844 zum Bezirksamt Donaueschingen und ab 1851 erneut zum Bezirksamt Villingen, aus dem 1939 der Landkreis Villingen hervorging.
Marbach gehörte zu Vorderösterreich und gelangte 1805 an Württemberg, 1806 an Baden und gehörte dann zum Bezirksamt Villingen.
Mühlhausen gehörte zur Reichstadt Rottweil, kam mit dieser 1803 an Württemberg und gehörte dann zum Oberamt Rottweil, ab 1810 zum Oberamt Tuttlingen und ab 1938 (wieder) zum Landkreis Rottweil.
Obereschach gehörte dem Johanniterorden, wurde 1805 württembergisch und 1806 badisch. Es gehörte dann stets zum Bezirksamt Villingen.
Pfaffenweiler gehörte spätestens seit dem 18. Jahrhundert zu Villingen und teilte daher die Geschicke der Stadt, das heißt, es wurde 1805 württembergisch und 1806 badisch. Danach gehörte der Pfaffenweiler zum Bezirksamt Villingen.
Rietheim gehörte zu Vorderösterreich, kam 1805 an Württemberg, 1806 an Baden und war dann dem Bezirksamt Villingen zugeordnet.
Tannheim gehörte zum Fürstentum Fürstenberg, kam 1805 an Württemberg, 1806 an Baden und gehörte zunächst zum Amt Hüfingen, ab 1813 zum Bezirksamt Villingen, ab 1819 erneut zum Amt Hüfingen und ab 1844 zum Bezirksamt Donaueschingen, aus dem 1939 der Landkreis Donaueschingen hervorging.
Weigheim gehörte zum Fürstentum Fürstenberg, kam 1805 an Württemberg und wurde dem Oberamt Tuttlingen zugeordnet. 1938 kam der Ort zum Landkreis Rottweil.
Weilersbach gehörte zur Rottweiler Bruderschaft, kam 1803 an Württemberg und wurde zunächst dem Oberamt Rottweil zugeordnet, wurde jedoch 1810 im Tausch an Baden gegeben und gehörte dann zum Bezirksamt Villingen.
Eingemeindung
Das Gebiet der Stadt Villingen-Schwenningen hat sich wie folgt entwickelt (soweit nicht anders angegeben gehörten die Gemeinden vor 1973 zum Landkreis Villingen):
- Am 1. Januar 1970 wurde die Gemeinde Mühlhausen (Landkreis Rottweil) in die Stadt Schwenningen am Neckar (Landkreis Rottweil) eingemeindet.
- Am 1. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Obereschach in die Stadt Villingen im Schwarzwald eingemeindet.
- Am 1. Januar 1972 wurden die beiden Städte Villingen im Schwarzwald und Schwenningen am Neckar zur neuen Stadt Villingen-Schwenningen vereinigt. Gleichzeitig wurde der Landkreis Villingen in "Landkreis Villingen-Schwenningen" umbenannt.
- Am 1. April 1972 wurden die Gemeinden Herzogenweiler, Pfaffenweiler und Rietheim (alle Landkreis Villingen-Schwenningen) sowie Tannheim (bisher Landkreis Donaueschingen) in die neue Stadt Villingen-Schwenningen eingemeindet.
- Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Marbach in die Stadt Villingen-Schwenningen eingemeindet.
- Am 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Weigheim (bisher Landkreis Rottweil) und Weilersbach in die Stadt Villingen-Schwenningen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
| Villingen im Schwarzwald |
|---|
| 1699 |
ca. 2.000 | | 1795 | 3.234 | | 1818 | 3.320 | | 1834 | 3.621 | | 1852 | 3.970 | | 1. Dezember 1871 | 5.368 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 5.974 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 7.819 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 10.924 | | 16. Juni 1925 ¹ | 13.982 | | 16. Juni 1933 ¹ | 14.430 | | 17. Mai 1939 ¹ | 18.424 | | 13. September 1950 ¹ | 20.127 | | 6. Juni 1961 ¹ | 31.889 | | 27. Mai 1970 ¹ | 37.906 |
| | Schwenningen am Neckar |
|---|
| 1803 | 2.241 | | 1810 | 2.516 | | 1823 | 2.823 | | 1834 | 3.481 | | 1855 | 3.763 | | 1. Dezember 1871 | 4.314 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 4.755 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 10.106 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 15.411 | | 16. Juni 1925 ¹ | 18.978 | | 16. Juni 1933 ¹ | 20.605 | | 17. Mai 1939 ¹ | 21.815 | | 13. September 1950 ¹ | 23.440 | | 6. Juni 1961 ¹ | 32.743 | | 27. Mai 1970 ¹ | 34.707 |
|
Einwohnerzahlen der Gesamtstadt Villingen-Schwenningen
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|
| 31. Dezember 1975 | 80.646 | | 31. Dezember 1980 | 78.904 | | 31. Dezember 1985 | 76.303 | | 27. Mai 1987 ¹ | 75.861 |
| | Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|
| 31. Dezember 1990 | 78.218 | | 31. Dezember 1995 | 80.734 | | 31. Dezember 2000 | 81.214 | | 31. März 2005 | 81.965 |
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¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Villingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat "vor dem Wald" unterstellt. Später wurde die Stadt Sitz eines Landkapitels. Zwischen 1520 und 1530 versuchte das Franziskanerprovinzial die Reformation einführen, doch scheiterte dies an der Regierung Vorderösterreichs, zu der die Stadt gehörte. Villingen blieb daher bis ins 19. Jahrhundert überwiegend katholisch. Die ursprüngliche Pfarrkirche Villingens war die heutige Friedhofskirche, deren romanischer Turm noch erhalten ist. Das Münster zu Unserer Lieben Frau , eine Doppelturmbasilika aus dem 12. Jahrhundert, war die "Leutkirche", die schon im Gründungsplan der Stadt vorgesehen war. Sie ist die heutige katholische Hauptkirche Villingens. Von deren Pfarrei spaltete sich 1927 die Kuratie St. Fidelis ab, die 1942 zur Pfarrei erhoben wurde. Die zugehörige Kirche wurde 1953/54 erbaut. Von der Pfarrei St. Fidelis spaltete sich 1956 die Kuratie St. Konrad ab, welche 1970 zur Pfarrei erhoben wurde. Die zugehörige Kirche wurde 1964/67 erbaut. Eine weitere katholische Kirche ist die 1962/64 erbaute Kirche Bruder-Klaus im Nordosten der Stadt. Hier gab es seit 1963 eine eigene Kuratie und seit 1969 eine Pfarrei. Alle vier Gemeinden bilden heute die katholische Gesamtkirchengemeinde Villingen. Neben der Pfarrkirche (Münster) gab es in Villingen auch zahlreiche Klöster. 1257 wurde die Johanniterkommende gegründet. Deren Kirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Ein Franziskanerkloster gab es ab 1268, doch wurde es 1797 aufgehoben. Die Kirche wurde bereits 1298 geweiht. 1451 wird ein Antoniterhaus erwähnt. Im 13. Jahrhundert gab es auch Nonnen, die nach den Regeln der Augustiner lebten. Diese Vereinigung ging jedoch im Dominikanerorden auf, der 1782 aufgelöst wurde. Das Bickenkloster bzw. Kloster St. Clara war ein Klarissenkloster, das 1633 weitgehend zerstört, 1731 jedoch neu errichtet und 1782 aufgehoben worden. Aus ihm entstand das Ursulinenkloster. Schon 1536 gab es auch ein Kloster mit Benediktinermönchen aus St. Georgen. Deren Klosteranlage ist barock ausgestattet worden. Schließlich gab es ab 1655 noch ein Kapuzinerkloster, das 1806 aufgehoben wurde.
Auch die meisten heutigen Stadtteile von Villingen-Schwenningen blieben nach der Reformation überwiegend katholisch, weil sie entweder zu Vorderösterreich oder zum Fürstentum Fürstenberg gehörten. Daher gibt es in den meisten Stadtteilen auch eine katholische Gemeinde oder Filialgemeinde und eine Kirche.
Die Gemeinde Herzogenweiler wurde zunächst von Vöhrenbach betreut. Heute ist sie eine Filiale von Pfaffenweiler. Die Kapelle St. Wendelin wurde 1908 erbaut. Eine Stephanskapelle ist jedoch bereits 1320 genannt. Marbach war eine Filiale von Kirchdorf. Doch wurde bereits 1710 eine Filialkirche St. Jakobus der Ältere erbaut, die 1935 erweitert wurde. Mühlhausen kam wohl im 16. Jahrhundert an Rottweil. Die katholische Kirche St. Georg wurde bereits im 12. Jahrhundert gebaut, 1714/15 renoviert und erhielt dabei einen neuen Turm. In Obereschach gab es eine alte St. Ulrichskapelle, die 1821 durch einen Neubau ersetzt wurde. Zur Pfarrei Obereschach gehört auch der Nachbarort Mönchweiler. Die Dreifaltigkeitskirche Pfaffenweiler wurde erst 1965/66 erbaut, der Turm stammt jedoch von 1720. Eine Kirche wird dort bereits im 12. Jahrhundert erwähnt. Sie gehörte dem Kloster St. Georgen. Eine eigene Pfarrei war jedoch erst wieder 1869 errichtet worden. Diese betreut auch die Filialgemeinde Herzogenweiler. In Rietheim gibt eine 1487 erstmals genannt St. Konradskapelle, die 1909 vergrößert wurde. Zunächst wurde Rietheim von Kirchdorf aus betreut, seit 1797 gehört es zur Pfarrei Villingen und seit 1927 zu St. Fidelis. Tannheim war zunächst ebenfalls eine Filiale von Kirchdorf und wurde 1806 zur eigenen Pfarrei erhoben. Die zugehörige Kirche St. Gallus wurde aber erst 1898 erbaut. Die Weigheimer Kirche wurde 1763 nach einem Brand unter Einbeziehung des Turms des Vorgängerbaus von 1694 neu erbaut. Das Schiff wurde 1891 verlängert. Daneben gibt es eine im 18. Jahrhundert erbaute St. Wendelinskapelle. Auch in Weilersbach ist seit dem 13. Jahrhundert ein Pfarrer erwähnt. Die Kirch wurde 1360/70 erstmals erwähnt. Die alte Kirche St. Hilarius wurde jedoch 1953/55 durch einen Neubau ersetzt.
Alle genannten katholischen Gemeinden im Stadtgebiet von Villingen-Schwenningen gehören zum Dekanat Villingen des Erzbistums Freiburg.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Villingen. Sie wurden zunächst von Mönchweiler aus betreut. 1854 entstand die erste protestantische Gemeinden, die 1892 zur Johannespfarrei zusammengefasst wurde. Die Gemeinde erhielt die ehemalige Johanniterkirche aus dem 13. Jahrhundert, heute Johanneskirche. 1952 wurde von ihr die Pauluspfarrei und 1960 die Markuspfarrei abgetrennt. 1972 entstand noch die Petruspfarrei und 1975 die Lukaspfarrei. Im Stadtteil Marbach entstand 1976 ebenfalls eine eigene Pfarrei. Diese bildet heute mit den fünf Villinger Pfarreien und mit der Nachbargemeinde Niedereschach die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Villingen. Die genannten Gemeinden betreuen auch die Protestanten der Stadtteile Herzogenweiler, Pfaffenweiler und Rietheim (Pfarrei Marbach), Mühlhausen (Pauluspfarrei), Obereschach (Petruspfarrei) und Weilersbach (Niedereschach). Die Protestanten von Tannheim werden von der Gemeinde Donaueschingen betreut. Sie gehören alle zum Kirchenbezirk Villingen der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Schwenningen gehörte ebenso wie Villingen zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat "vor dem Wald" unterstellt. Infolge der politischen Zugehörigkeit zu Württemberg wurde dort 1535 die Reformation eingeführt. Daher war Schwenningen im Gegensatz zu Villingen bis ins 19. Jahrhundert überwiegend evangelisch geprägt. 1275 gab es sowohl in Ober- als auch in Unterschwenningen jeweils eine Kirche. In Oberschwenningen bestand die Michaelskirche und in Unterschwenningen die St. Vincenz-Kirche. Wenngleich die Vincenzkirche allmählich zur Filialkirche von St. Michael herabgestuft wurde, so wurde sie nach der Reformation die alleinige Pfarrkirche von Schwenningen. Die Michaelskirche wurde abgebrochen. 1563 erhielt die Vincenzkirche einen neuen Turm, 1700 ein neues Schiff und 1837/38 ein Querschiff und eine Erhöhung des Turmes. An der nunmehrigen Stadtkirche wurde infolge des starken Zuzugs von Protestanten bereits 1835 eine zweite Pfarrei errichtet. 1907 wurde die Pauluspfarrei (Kirche von 1910), 1922 die Johannespfarrei (Notkirche von 1931, 1959/60 Neubau) abgetrennt. Aus der Johannespfarrei entstand 1965 die Johannespfarrei II. Ferner entstand noch die Markuspfarrei (Kirche von 1957). Neben den genannten Kirchen gibt es noch eine Friedhofskapelle von 1908. Alle evangelischen Gemeinden Schwenningens gehören zum Dekanat Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Zu dieser Landeskirche gehören auch die Protestanten aus dem Stadtteil Weigheim, die von der Nachbargemeinde Schura betreut werden.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Schwenningen. Sie erhielten 1892/93 eine eigene Kirche, die Franziskuskirche. Eine zweite katholische Kirche Mariä Himmelfahrt wurde 1952 gebaut. Die katholischen Gemeinden Schwenningens gehören zum Dekanat Rottweil des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Villingen-Schwenningen auch eine serbisch-orthodoxe Gemeinde sowie Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Baptisten Brüdergemeinde, die Christliche Gemeinde, die Christliche Glaubensgemeinde, die Christus-Gemeinde und die Gemeinde Gottes.
Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Villingen-Schwenningen vertreten.
Politik
Nach den Ergebnissen der Gemeinderatswahl vom 13. Juni 2004 verteilen sich die 40 Sitze wie folgt auf die Fraktionen:
- CDU: 15 Sitze
- SPD: 8 Sitze
- Freie Wähler: 8 Sitze
- Grüne: 4 Sitze
- FDP: 3 Sitze
- DLVH: 2 Sitze
Bürgermeister
An der Spitze der Stadt Villingen stand anfangs der vom Stadtherrn eingesetzte Schultheiß und die Vierundzwanzig. Seit dem 13. Jahrhundert waren auch die Zünfte im Rat vertreten. 1297 ist erstmals ein Bürgermeister genannt. Nach dem Zunftbrief von 1324 gab es einen Rat, dem der Bürgermeister, der Schultheiß, die Richter und Zunftmeister und mehrere Zünftige angehörten. Zunächst gehörten insgesamt 80 Mitglieder zum Rat, später reduzierte man diese auf 12 Richter und 10 Zunftmeister, später noch weniger. 1756 führt Österreich eine neue Ratsverfassung ein. Im 19. Jahrhundert, als Villingen zu Baden gehörte, gab es einen Bürgermeister und einen Gemeinderat. Ferner gab es einen Bürgerausschuss, der sich in einen Großen und eine Kleinen Ausschuss aufteilte. Im 20. Jahrhundert erhielt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister.
An der Spitze der Gemeinde Schwenningen stand der von der württembergischen Herrschaft eingesetzte Vogt. Seit 1819 gab es einen Bürgermeister und 1821 trug dieser die Amtsbezeichnung Schultheiß, ab 1907 Stadtschultheiß und seit 1927 Oberbürgermeister. Dem Vogt stand ein Untervogt zur Seite, der meist Nachfolger des Vogtes wurde. Seit 1833 trug dieser die Amtsbezeichnung Ratschreiber. Daneben gab es das Dorfgericht, später einen Gemeinderat.
Die Oberbürgermeister der Städte Villingen und Schwenningen wurden nach dem 2. Weltkrieg ebenso wie die Oberbürgermeister der seit 1972 vereinigten Stadt von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von 8 Jahren (zeitweise auch 12 Jahre) direkt gewählt. Sie waren und sind Vorsitzende des Gemeinderats. Allgemeiner Stellvertreter des Oberbürgermeister ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Bürgermeister und Oberbürgermeister von Villingen
- 1912-1930: Guido Lehmann
- 1931-1931: Adolf Gremmelspacher
- 1933: Stadtrat Gutmann, kommissarisch
- 1933-1937: August Hermann Schneider
- 1937-1940: Karl Berckmüller
- 1940-1945: Hermann Riedel, 1. Beigeordneter
- 1945-1946: Walter Bräunlich
- 1946: Edwin Hartmann
- 1946-1950: Edwin Nägele
- 1950-1972: Severin Kern
Bürgermeister und Oberbürgermeister von Schwenningen
- 1797-1816: Erhard Bürk
- 1816-1819: (Vogt)
- 1819-1821: Thomas Wegler
- 1821-1825: ?
- 1825-1835: Matthias Rapp
- 1835-1841: Johann Georg Koch
- 1841-1852: Andreas Bürk
- 1852-1857: Christian Strohm
- 1857-1887: Erhard Müller
- 1887-1912: David Würth
- 1912-1925: Dr. Braunagel
- 1925-1930: Dr. Lang von Langen
- 1930-1948: Dr. Gönnenwein
- 1949-1962: Dr. Kohler
- 1962-1972: Dr. Gerhard Gebauer
Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen
- 1972-1994: Dr. Gerhard Gebauer
- 1994-2002: Dr. Manfred Matusza
- 2002-heute: Dr. Rupert Kubon
Wappen
Das 2001 anlässlich des bevorstehenden 30jährigen Stadtjubiläums verliehene Wappen vereinigt Elemente der früheren Wappen von Villingen (roter Adler auf silber-blau gespaltenem Schild) und Schwenningen (silberner Schwan und blaues Zahnrad auf blau-silbern geteiltem Schild). Es zeigt auf einem in Silber und Blau gespaltenem Schild einen Wellenbalken in verwechselten Farben (für die Flüsse Brigach und Neckar), im oberen rechten Feld einen linksgewendeten, gelb bewehrten roten Adler (für Villingen), im oberen linken Feld einen schwimmenden silbernen Schwan mit goldenem Schnabel und goldener Zunge (für Schwenningen). Das neue doppelstädtische Wappen.
Bis zur Verleihung dieses Wappens durch das Regierungspräsidium Freiburg am 11. Dezember 2001 hatte die Doppelstadt kein eigenes Wappen geführt und musste sich des Landeswappen Baden-Württembergs bedienen.
Während das Schwenninger Wappen noch keine sehr lange Tradition hatte, stammte das [1] Villinger Stadtwappen] mit Helmzier und Pfauenfedern sowie Schnörkeln aus dem Jahre 1530, als der Stadt dieses für ihre Erfolge im Bauernkrieg und dem Festhalten am alten Glauben verliehen wurde. Das Schwenninger Wappen war 1907 bei der Stadterhebung angenommen worden. Der damals in das Wappen aufgenommene Schwan ist jedoch schon in den Siegeln des Ortes von 1797 zu sehen, während das Zahnrad als Symbol der Uhrenindustrie anstelle des zuvor geführten Neckarursprungs (mit den Buchstaben N und U) aufgenommen wurde.
Städtepartnerschaften
Die Stadt Villingen-Schwenningen bzw. die früheren Städte Villingen und Schwenningen unterhalten mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:
- Friedrichsthal-Bildstock, Saarland, seit 1935
- Pontarlier, Frankreich, seit 1964
- La Valette du Var, Frankreich, seit 1974
- Savona, Italien, seit 1986
- Zittau, Sachsen, seit 1990
- Tula, Russland, seit 1993
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das Theater am Ring bietet Theatervorstellungen aller Gattungen. Es gibt ein Großes Haus mit Oper, Schauspiel, und Ballett, sowie Kinder- und Jugendtheatervorstellungen und ein Kleiner Saal für Theatergespräche und Lesungen.
Musik
Das Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen wurde 1912 von Martin Oberle als "Villinger Orchesterverein" gegründet. Größere Erfolge konnte das Orchester erst nach dem 2. Weltkrieg als " Kammerorchester Villingen" erzielen. Bekannt sind die Kienzle-Werkskonzerte und die Kreuzgang-Konzerte im alten Franziskanerkloster. Ende der 1970er Jahre entwickelte es sich zu einem Sinfonieorchester. Das Orchester wird nach wie vor als eingetragener Verein geführt.
Die Stadt- und Bürgerwehrmusik Villingen ist eine Blasorchestervereinigung. Zu ihr gehören Großes Blasorchester, Spielmannszug, Jugendblasorchester, Schülerorchester und weitere kleinere Ensembles. Weitere Orchester sind die Stadtharmonie Villingen e.V. und die Stadtmusik Schwenningen.
Beschreibungstexte entnommen von
(c) Wikipedia
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