Hotels in Wiesbaden - Sonderangebote und Restplätze
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| Wappen | Karte |
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| Basisdaten |
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| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 203,9 km² |
| Einwohner: | 273.978 (09/2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.332 Einwohner je km² |
| Höhe: | 115 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 65001 - 65207 (alt: 6200) 55240 - 55246 (alt: 6502) 55247 - 55252 (alt: 6503) |
| Vorwahlen: | 0611, 06122, 06127, 06134 |
| Geografische Lage: | Koordinate: 50° 05' N, 08° 15' O50° 05' N, 08° 15' O |
| Kfz-Kennzeichen: | WI |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 14 000 |
| UN/LOCODE: | DE WIB |
| Stadtgliederung: |
26 Stadtbezirke |
Adresse der Stadtverwaltung: | Schlossplatz 6 65183 Wiesbaden |
| Offizielle Webseite: | www.wiesbaden.de |
| E-Mail-Adresse: | pressereferat@wiesbaden.de |
| Politik |
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| Oberbürgermeister: | Hildebrand Diehl (CDU) |
| Regierende Parteien: | CDU, FDP |
Wiesbaden ist die Landeshauptstadt Hessens und nach Frankfurt am Main zweitgrößte Stadt des Landes. Die Stadt ist eines der ältesten Kurbäder Europas mit 26 heißen und einer kalten Thermalquelle.
Wiesbaden bildet eines der neun Oberzentren des Landes Hessen und zählt ebenso wie Frankfurt am Main, Mainz, Darmstadt, Offenbach am Main und Hanau zu den Kernstädten des Rhein-Main-Gebiets.
Die Einwohnerzahl der Stadt Wiesbaden überschritt im Jahr 1905 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Inhaltsverzeichnis- 1 Geographie
- 1.1 Allgemeines
- 1.2 Klima
- 1.3 Nachbargemeinden
- 1.4 Stadtgliederung
- 2 Stadtbild
- 2.1 Grundsätzliches
- 2.2 Städtebauliche Gliederung der Innenstadt
- 2.3 Außenbezirke
- 3 Geschichte
- 3.1 Überblick
- 3.2 Religion
- 3.3 Einwohnerentwicklung
- 3.4 Eingemeindungen
- 4 Politik
- 4.1 Funktion als Landeshauptstadt des Bundeslandes Hessen
- 4.2 Verwaltung der Stadt Wiesbaden
- 4.3 Stadtrat
- 4.4 Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden
- 4.5 Wappen
- 4.6 Städtepartnerschaften
- 5 Wirtschaft und Infrastruktur
- 5.1 Allgemeines
- 5.2 Kurbetrieb und Thermalquellen
- 5.3 Wein und Sekt
- 5.4 Verkehr
- 5.5 Film und Medien
- 5.6 Bildung
- 6 Sehenswürdigkeiten und Tourismus
- 6.1 Schloßplatz
- 6.2 Wilhelmstraße und Kureck
- 6.3 Sonstige Innenstadt
- 6.4 Außerhalb der Innenstadt
- 6.5 Ausflugsziele
- 6.6 Touristik-Routen
- 7 Kultur
- 7.1 Theater
- 7.2 Museen
- 7.3 Literaturangebote
- 7.4 Sonstiges
- 7.5 Regelmäßige Veranstaltungen
- 8 Persönlichkeiten
- 8.1 Ehrenbürger
- 8.2 In Wiesbaden geborene Persönlichkeiten
- 8.3 Weitere bedeutende Persönlichkeiten der Stadt
- 9 Siehe auch
- 9.1 Listen und Chroniken
- 9.2 Sonstige Artikel
- 10 Literatur
- 11 Weblinks
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Geographie

Wiesbadener Stadtplan um 1888
Allgemeines
Wiesbaden, die größte Stadt des Rheingaus, liegt am rechten Ufer des Rheins gegenüber der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz, mit der es ein Doppelzentrum bildet, in einer Gebirgsmulde des Main-Taunus-Vorlandes. Die Mulde wird begrenzt vom Neroberg im Norden, der Bierstadter Warte im Osten, dem Biebricher Wald im Westen und dem Hainer Berg im Süd-Osten.
Ihre geographische Lage ist 50° 05' nördlicher Breite und 08° 15' östlicher Länge.
Die Höhenlage der Innenstadt beträgt 115 Meter am Schloßplatz, der höchste Punkt der Stadt befindet sich mit 608 Metern am Rheinhöhenweg, der niedrigste Punkt an der Hafeneinfahrt Schierstein mit 83 Metern.
Das Stadtgebiet hat eine Größe von 204 Quadratkilometern, misst von Nord nach Süd 17,6 Kilometer und von West nach Ost 19,7 Kilometer. Im Norden wird es von ausgedehnten Waldgebieten (27,4% des Stadtgebietes), im Westen von Weinbergen und im Osten von landwirtschaftlich genutzten Flächen (31,1%) umgeben. Von der 79 Kilometer langen Stadtgrenze bildet der Rhein 10,3 Kilometer.
Östlich, aber auch westlich und auf dem Stadtgebiet, erstreckt sich der Rheingau. Wiesbaden wird deswegen auch als Tor zum Rheingau bezeichnet.
Klima
Ihre geschützte Lage am Südfuß des Taunus verleiht Wiesbaden ein mildes Klima: Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9,5 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 622 Liter pro Quadratmeter, und die durchschnittliche Sonnenscheindauer im Jahr liegt bei 1.565 Stunden. Wiesbaden zählt damit zu den wärmsten deutschen Städten. Durch die Lage in einer Talmulde und ungünstig platzierte Hochhäuser ist der Luftaustausch in der Innenstadt eingeschränkt.
Nachbargemeinden

Karte von Wiesbaden und seinen Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Landeshauptstadt Wiesbaden oder liegen in ihrer unmittelbaren Nähe, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
- Taunusstein (Rheingau-Taunus-Kreis)
- Niedernhausen (Rheingau-Taunus-Kreis)
- Eppstein (Main-Taunus-Kreis)
- Hofheim am Taunus (Main-Taunus-Kreis)
- Hochheim am Main (Main-Taunus-Kreis)
- Ginsheim-Gustavsburg (Kreis Groß-Gerau)
| - Mainz (kreisfreie Stadt)
- Budenheim (Landkreis Mainz-Bingen)
- Walluf (Rheingau-Taunus-Kreis)
- Eltville am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis)
- Schlangenbad (Rheingau-Taunus-Kreis)
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Stadtgliederung

Satellitenfoto vom Raum Wiesbaden/Mainz
Das Stadtgebiet von Wiesbaden ist in 26 Stadt- beziehungsweise Ortsbezirke aufgeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen Ortsbeirat mit Ortsvorsteher, welcher Vorsitzender des Ortsbeirats ist. Zu den einzelnen Ortsbezirken gehören teilweise auch Wohnplätze mit eigenem Namen.
Die Stadtbezirke Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim gehörten bis 1945 zu Mainz, wurden dann aber durch die Militärverwaltung Frankreichs und der USA, welche den Rhein als Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz festlegten, der Stadt Wiesbaden zugeordnet. Sie behielten aber ihre vorherigen Bezeichnungen mit dem Präfix ?Mainz-?. Diese Verwaltung sollte ursprünglich nur temporär sein. Sie besteht jedoch bis heute.
Siehe auch Liste der Stadtbezirke von Wiesbaden.
Stadtbild
Grundsätzliches

Blick vom Bowling Green auf das (alte) Kurhaus um das Jahr 1900
Das heutige Stadtbild von Wiesbaden wurde maßgeblich durch drei Punkte geprägt:
Zum Einen ist die Mehrzahl der Gebäude der Innenstadt in einer Zeitspanne von nur etwa 60 Jahren entstanden (ungefähr zwischen 1850 und dem Beginn des 1. Weltkrieges 1914). Für die Stadtplanung waren im Wesentlichen zwei Baumeister verantwortlich: Christian Zais am Beginn des 19. Jahrhunderts und Felix August Helfgott Genzmer zu dessen Ende.
Zweitens zog Wiesbaden in dieser Zeit neben dem kaiserlichen Hofstaat zahlreiche einkommenstarke Gäste an, die ihrem Wunsch nach Repräsentation in der Stadt Rechnung trugen.
Drittens ist die Wiesbadener Innenstadt während des 2. Weltkriegs weit weniger zerstört worden als die anderer Städte. Der Zerstörungsgrad lag bei ca. 30 %.
Dies führte dazu, dass die Wiesbadener Innenstadt heute ein sehr einheitliches Stadtbild bietet, dessen Gebäude fast alle dem Klassizismus, Historismus und Jugendstil zuzurechnen sind. Ende des 19. Jahrhunderts wurden großzügige Wohngebiete mit aufwendigen Fassaden und Alleen angelegt (wie zum Beispiel das Rheingauviertel und das Feldherrnviertel, das Dichterviertel und das Gebiet um die Wiesbadener Ringstraße). Durch ihren Ruf als Weltkurstadt entstanden in der Innenstadt zudem viele repräsentative öffentliche Gebäude wie das Kurhaus Wiesbaden inklusive Kurpark, das Hessische Staatstheater, die Marktkirche, welche 1853 bis 1862 von Carl Boos als Nassauer Landesdom errichtet wurde, sowie ausgedehnte Parkanlagen wie der Warme Damm, die Reisinger-Anlagen und das Bowling Green. Heute gilt Wiesbaden deshalb als Musterbeispiel des Historismus.
Je weiter man sich von der Innenstadt entfernt, desto mehr wird das Bild der Altbauten durch Häuser der Nachkriegszeit verdrängt. Beispiel dafür ist das Wiesbadener Sauerland, in dem in den 1990er Jahren auf ehemaligem Ackerland mehr als zwanzig Plattenbauten errichtet wurden.
Städtebauliche Gliederung der Innenstadt

Parkanlage Warmer Damm mit Hessischem Staatstheater
Das Stadtbild lässt sich in mehrere Bereiche gliedern: die geschlossene Bebauung breitet sich weitgehend auf dem Grund der Talmulde am südlichen Fuß der Taunushänge aus. Sie lässt sich wiederum folgendermaßen einteilen:
Im Bereich des Historischen Fünfecks ist das alte Zentrum der Stadt zu finden. Hier lässt sich noch der unregelmäßige Grundriss der Straßen erkennen. Mittelpunkte sind hier der Schloßplatz (siehe Sehenswürdigkeiten) sowie der Mauritiusplatz. Das enge Bergkirchenviertel im Nordwesten des Historischen Fünfecks liegt auf einer Anhöhe.
Der Bereich um das Historische Fünfeck bis zur Ringstraße (1. Stadtring) wurde als schachbrettartige Anlage der umliegenden Straßen und Plätze vom Stadtbaumeister Christian Zais geplant. Dies betrifft neben den Stadtteilen im Westen (Westend, auch Feldherrnviertel) und der südlichen Innenstadt auch den Kurbezirk im Nordosten. Herausragende städtebauliche Elemente sind hier neben dem Ensemble um das Bowling Green die Wilhelmstraße, die Rheinstraße, die Bahnhofsstraße, die Adolfsallee und der Luisenplatz.
Die Ringstraße und Bereiche außerhalb dieser sind als geschwungene Straßenzüge vorwiegend als Alleen angelegt und lassen die Handschrift des Stadtbaumeisters Felix August Helfgott Genzmer erkennen. Hier finden sich Beispiele prachtvoller Bürgerhäuser des Historismus (siehe auch Rheingauviertel, Feldherrnviertel, Dichterviertel, sowie Ringstraße). Hervorzuheben sind hier der Sedanplatz, der Blücherplatz mit der Blücherschule, der Gutenbergplatz mit der Gutenbergschule sowie die Ringkirche, Lutherkirche und Dreifaltigkeitskirche.
Außerhalb dieser geschlossenen Bebauung schließen sich an den Hängen der Talmulde ausgedehnte Villengebiete an, die ebenfalls im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden. Dies betrifft das Nerotal und seine Umgebung, den Philippsberg nördlich der Emser Straße, den Stadtteil Sonnenberg und das so genannte Villengebiet Ost, östlich von Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Allee.
Im Südosten der Innenstadt (um Gustav-Stresemann-Ring und Berliner Straße) entstanden seit den 1950er Jahren moderne Verwaltungsgebäude.
Außenbezirke

Eingang des Wiesbaden Army Airfield der US-Armee in der Nähe von Wiesbaden-Erbenheim
Außerhalb der Innenstadt finden sich ehemals selbständige Städte und Gemeinden, die zum Teil mittlerweile mit der Kernstadt verwachsen sind (Dotzheim, Schierstein, Rambach). Die Stadtteile Biebrich und Bierstadt haben dabei städtischen Charakter. Die Vororte im Osten dagegen haben ihr dörfliches Bild weitgehend behalten (Naurod, Auringen, Breckenheim, Kloppenheim, Hessloch, Igstadt, Nordenstadt, Erbenheim, Delkenheim). Frauenstein ist neben Dotzheim der einzige Vorort im Westen.
Bemerkenswert ist, dass sich im eigentlichen Innenstadtgebiet von Wiesbaden so gut wie keine Industrie oder ausgedehnte Gewerbegebiete befinden. Eine Ausnahme bildet lediglich der Bereich um die Mainzer Straße, welche mit dem Hochhaus Mainzer 75, dem Mercedes-Benz-Händler Taunus-Auto, ehemaligen Fabriken und Restaurants von Fast-Food-Ketten sowie Elektronikmärkten eines der wenigen Gewerbegebiete in der Nähe der Wiesbadener Innenstadt darstellt.
Die Haupt-Industriegebiete befinden sich in den südlichen Stadtteilen am Rhein, wie in dem ehemaligen Rheinufer- und Hafenorten Schierstein und Biebrich sowie den ehemaligen Mainzer Vororten Amöneburg, Kastel und Kostheim. Kleinere Industriegebiete finden sich in den östlichen Vororten Erbenheim und Nordenstadt, deren wirtschaftlicher Vorteil die direkt an den Stadtteilen vorbeilaufende Bundesautobahn 66 ist.
Mehrere Gebiete der innenstadtnahen Außenbezirke werden bzw. wurden als US-Militärstützpunkt genutzt. Als Wohngebiete für die amerikanischen Streitkräfte der Air-Base Wiesbaden-Erbenheim dienen auch heute noch die nordöstliche gelegenen US-amerikanischen Housings Aukamm, Crestview und Hainerberg Village. Aus dem Camp Pieri in Dotzheim und dem Camp Lindsey (heute: Europaviertel) in der westlichen Innenstadt sind die Amerikaner 1993 abgezogen. Diese ehemaligen Kasernen werden seitdem zivil genutzt und wurden in den 1990ern mit einer Vielzahl moderner Eigentumswohnungen bebaut. Auf dem ehemaligen Camp Lindsey befinden sich heute eines der drei Wiesbadener Standorte des Bundeskriminalamts, die Volkshochschule sowie mehrere städtische Behörden, zum Beispiel das Einwohnermeldeamt.
Siehe auch Liste Wiesbadener Straßennamen.
Geschichte
Überblick

Wiesbadener Bonifatiuskirche, im Vordergrund Waterloo-Denkmal (Luisenplatz)

Aufschrift des Waterloo-Denkmals
Siehe dazu auch Hauptartikel Geschichte von Wiesbaden.
Schon den Römern waren die heißen Quellen Wiesbadens bekannt. Sie ließen in ihrer Nähe um 6 bis 15 nach Christus eine Befestigung errichten. Die Quellen wurden erstmals 77 nach Christus im Werk Naturalis historia von Plinius dem Älteren beschrieben. Es entstand eine römische Siedlung mit dem Namen Aquae Mattiacorum (lateinisch: den Wassern der Mattiaker [geweiht]), der auf den Namen des chattischen Stamms der Mattiaker anspielte.
Im Jahre 828/830 erwähnte Einhard, der Biograf Karls des Großen, erstmals den Namen Wisibada (das Bad in den Wiesen).
Um 1170 erwarben Nassauer Grafen Reichsbesitz in und um das heutige Wiesbadener Stadtgebiet.
1232 wurde Wiesbaden vermutlich Reichsstadt. Dies könnte ein Grund für den Befehl zur Zerstörung der Stadt Wiesbaden 1242 durch den Mainzer Erzbischof gewesen sein.
1296 stiftete der römisch-deutsche König Adolf von Nassau das Kloster Klarenthal. Im selben Jahr fand eine vergebliche Belagerung der Stadt durch die Truppen von König Ludwig dem Bayern statt. Plünderungen und Verwüstungen erfassten das Kloster Klarenthal und das Umland.
Während des Bauernkrieges erhoben sich 1525 auch die Wiesbadener und verloren nach ihrer Niederschlagung alle erteilten Privilegien, welche sie erst 1566 zurück erhielten. Mit der Ernennung von Wolf Denthener zum evangelisch-lutherischen Pfarrer wurde 1543 die Reformation in Wiesbaden durchgeführt.
Von 1609 bis 1610 wurde das alte Rathaus erbaut, das älteste noch heute existierende Gebäude in Wiesbaden. Die meisten älteren Gebäude sind zwei Bränden in den Jahren 1547 und 1561 zum Opfer gefallen.
1744 wurde das Schloss Biebrich Hauptresidenz des Hauses Nassau, 1806 wurde Wiesbaden Regierungssitz und Hauptstadt des Herzogtums Nassau, unter dessen Herrschaft Wiesbadener Männer in den Napoleonischen Kriegen kämpfen mussten. In Wiesbaden steht heute am Luisenplatz ein Denkmal für die nassauischen Gefallenen der Schlacht bei Waterloo im Jahre 1815.
Im 19. Jahrhundert begann Wiesbadens glanzvolle Zeit und ihr Aufstieg zur Weltkurstadt. Sie wurde als Kurbad, Kongressstadt und Verwaltungssitz weiter ausgebaut und erlebte einen großen Aufschwung. Das Nizza des Nordens wurde regelmäßig von Kaiser Wilhelm II. zur Sommerfrische besucht und bald als Kaiserstadt bezeichnet. Im Gefolge des kaiserlichen Hofstaats kamen zahlreiche Adlige, Künstler und wohlhabende Unternehmer in die Stadt und ließen sich dort nieder. Zahlreiche repräsentative Bauten entstanden, darunter das Kurhaus Wiesbaden mit seiner Spielbank und das Hessische Staatstheater an der Wilhelmstraße.
Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums in der Zeit der Industrialisierung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt rasch. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1840 (rund 11.650) und 1910 (rund 109.000) um nahezu das Zehnfache. Umfangreiche Stadterweiterungen wurden notwendig, es entstanden zahlreiche neue Stadtgebiete mit repräsentativen Gebäuden im Stil des Historismus, Klassizismus und Jugendstils. Wiesbaden wurde in dieser Zeit durch Millionärsfamilien und Großfirmen, die sich ansiedelten, zur Stadt mit den meisten Millionären Deutschlands.

Panorama von Wiesbaden um 1900
Mit Ende des Ersten Weltkriegs endete Wiesbadens Zeit als populäre Kurstadt. 1918 wurde sie von der französischen Armee besetzt, 1921 wurde das Wiesbadener Abkommen über die deutschen Reparationszahlungen an Frankreich geschlossen. 1925 wurde Wiesbaden Hauptquartier der britischen Rheinarmee und blieb es bis zum Abzug der Besatzungsmächte aus dem Rheinland 1930.
Im Zweiten Weltkrieg blieb Wiesbaden von den alliierten Bombenangriffen weitgehend verschont, Der schwere Bombenangriff in der Nacht vom 2.auf 3. Februar 1945 verfehlte aufgrund der schlechten Wetterlage die geplante Wirkung. Am 28. März 1945 wurde Wiesbaden von US-amerikanischen Truppen besetzt. Die rechtsrheinischen Mainzer Vororte Amöneburg, Kastel und Kostheim wurden durch Anordnung der Militärregierung dem Stadtkreis Wiesbaden zugeordnet. General Dwight D. Eisenhower gründete das Land Groß-Hessen, Wiesbaden wurde dessen Hauptstadt.
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 wurde Wiesbaden Landeshauptstadt des neuen Bundeslandes Hessen und Sitz zweier Bundesbehörden: 1953 wurde mit dem Bundeskriminalamt die erste Bundesbehörde in Wiesbaden gegründet. 1956 wurde das Statistische Bundesamt in einem Hochhausgebäude in der Nähe des Wiesbadener Hauptbahnhofes fertig gestellt. Es wurde nach Plänen von Paul Schaeffer-Heyrothsberge errichtet.
Ab dem Jahre 1948 gehörte das Army Airfield in der Nähe von Wiesbaden-Erbenheim zu den acht Versorgungsflughäfen, die über eine Luftbrücke nach West-Berlin in der Zeit der sowjetischen Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 mit Lebensmitteln versorgten.

Haupteingang der Rhein-Main-Hallen
Im Jahr 1957 wurden die Rhein-Main-Hallen als Messezentrum eröffnet und in den 1960er Jahren erstanden erste Hochhaussiedlungen am Gräselberg, in Klarenthal und am Schelmengraben. Nach dem sich das ZDF 1961 für Mainz als Hauptsitz entschieden hatte, dort aber noch Räumlichkeiten fehlten, wurde Wiesbaden provisorischer Verwaltungssitz des neuen Fernsehsenders.
Von 1969 bis 1974 wurde die Wiesbadener Fußgängerzone geschaffen. Das erste Teilstück wurde an der Faulbrunnenstraße angelegt, mit der Fertigstellung wurde am 14. September 1974 zum ersten Mal das Schlossplatzfest gefeiert.
Am 2. April 1970 eröffnete die Deutsche Klinik für Diagnostik in der Nähe der Aukamm Housings.
Am 1. Januar 1977 wurden die Orte Auringen, Breckenheim, Delkenheim, Medenbach, Naurod und Nordenstadt als östliche Vorstädte nach Wiesbaden eingemeindet. Die Bevölkerungszahl stieg um mehr als 20.000 Einwohner.
Im Jahr 2003 entbrannte ein Streit zwischen Politikern und Bürgerinitiativen um den Umzug des Bundeskriminalamtes nach Berlin, der bis heute nicht beigelegt ist.
2004 begannen erste Umbauarbeiten an der Fußgängerzone, welche durch ein offeneres Erscheinungsbild modernisiert werden soll. Ebenfalls modernisiert werden soll der Hessische Landtag, an dem die Umbauarbeiten im Februar 2005 starteten und voraussichtlich 2006 beendet werden sollen.
Religion
Das Gebiet der heutigen Stadt Wiesbaden gehörte ursprünglich zum Bistum Mainz. 1543 wurde durch das damalige nassauische Herrscherhaus die Reformation eingeführt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es seit dem 18. Jahrhundert auch reformierte Gemeindeglieder. 1817 wurde in Herzogtum Nassau die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden durchgeführt. Sie gehörten somit zur Evangelischen Landeskirche in Nassau, die 1934 beziehungsweise 1945/46 mit der Evangelischen Landeskirche in Hessen (Darmstadt) zusammengeschlossen wurde. Innerhalb dieser Landeskirche gehören die Gemeindeglieder - soweit sie keiner Freikirche angehörten - zum Dekanat Wiesbaden der Propstei Süd-Nassau.
Seit dem 18. Jahrhundert gab es auch vereinzelt wieder katholische Gemeindeglieder in Wiesbaden, die anfangs der Kirche in Frauenstein eingepfarrt waren. Seit 1791 konnten sie auch in Wiesbaden wieder öffentlich Gottesdienst feiern und 1801 erhielten sie ihr eigenes Bethaus. Später bauten sie sich wieder eigene Kirchen. Sie gehören zur Diözese Limburg, die 1827 für das damalige Herzogtum Nassau neu gegründet wurde. Innerhalb des Bistums Limburg gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Wiesbaden (mit Ausnahme der ehemals zur Stadt Mainz gehörigen Gemeinden, welche zum Bistum Mainz gehören) zur gleichnamigen Region Wiesbaden.
Einwohnerentwicklung
Der Verlauf der Einwohnerentwicklung zeigt, dass ein Großteil des Bevölkerungwachstums in der Zeit von der Industrialisierung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stattfand. Von 1800 bis 1939 wuchs die Bevölkerung von 2.239 Einwohnern auf 191.955 Einwohner. Dies war durch die wirtschaftlich günstige Lage am Rhein und der Nähe zum Ruhrgebiet begünstigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Wiesbadens Bevölkerung vor allem durch die Eingemeindung östlicher Vorstädte und Zuwanderung von Gastarbeitern und Ausländern.
Im Jahre 2002 betrug der Anteil der Einwohner ohne deutschen Pass 17,5% und lag damit deutlich niedriger als die jeweiligen Anteile in Frankfurt (26,4%) und in Offenbach (31,2%). Allerdings ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Wiesbaden seit 1980 (11,3%) um etwa 55% gestiegen.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1521 | 192 | | 1629 | 915 | | 1699 | 730 | | 1722 | 1.329 | | 1800 | 2.239 | | 1. Dezember 1840 ¹ | 11.648 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 20.800 | | 3. Dezember 1864 ¹ |
26.600 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 30.100 | | 1. Dezember 1871 ¹ | 35.500 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 43.700 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 50.238 | | 1. Dezember 1885 ¹ | 55.454 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1890 ¹ | 64.670 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 74.133 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 86.111 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 100.953 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 109.002 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 90.310 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 86.555 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 97.566 | | 16. Juni 1925 ¹ | 102.737 | | 16. Juni 1933 ¹ | 159.755 | | 17. Mai 1939 ¹ | 170.354 | | 31. Dezember 1945 | 172.083 | | 29. Oktober 1946 ¹ | 188.370 |
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