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sortiert nach Preis, Kategorie, usw. in Zwickau
 | Dieser Artikel beschreibt die Stadt Zwickau in Sachsen. Für die gleichnamige Stadt in Böhmen, siehe Cvikov. |
| Wappen | Karte |
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Großes Stadtwappen |  |
| Leitspruch |
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| Zwickau ? Zentrum mit Zukunft |
| Basisdaten |
|---|
| Bundesland: | Sachsen |
| Regierungsbezirk: | Chemnitz |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 102,54 km² |
| Einwohner: | 98.445 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 960 Einwohner je km² |
| Arbeitslosenquote: | 19,6 % (Juli 2005) |
| Höhe: | 260-440 m ü. NN |
| Geografische Lage: | Koordinate: 50° 43' 60" N 12° 30' 0" O50° 43' 60" N 12° 30' 0" O |
| Postleitzahlen: | 08001-08066 (alt 95xx) |
| Vorwahl: | 0375 |
| Kfz-Kennzeichen: | Z |
| Gemeindeschlüssel: | 14 1 67 000 |
Gliederung des Stadtgebiets: | 5 Stadtbezirke mit 35 Stadtteilen |
Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptmarkt 1 08056 Zwickau |
| Website: | www.zwickau.de |
| E-Mail-Adresse: | zwickau@zwickau.de |
| Politik |
|---|
| Oberbürgermeister: | Dietmar Vettermann (CDU) |
| Stadtratssitze: | 48 |
| Stadtratsfraktionen: | 6 |
Zwickau ist eine Stadt im östlichen Deutschland, im Südwesten des Freistaates Sachsen. Sie ist nach Leipzig, Dresden und Chemnitz die viertgrößte Stadt sowie eines der sechs Oberzentren Sachsens und hat den Status einer kreisfreien Stadt. Zwickau bildet einen Kern der ?Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau? und zusammen mit Chemnitz, Dresden, Leipzig und Halle die ?Metropolregion Sachsendreieck?.
Nächst größere Städte sind Chemnitz, ca. 31 km östlich, Gera, ca. 33 km nordwestlich und Leipzig, ca. 70 km nördlich von Zwickau.
Die Einwohnerzahl der Stadt Zwickau überschritt ca. 1944 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Der Hauptmarkt in Zwickau als Panorama-Aufnahme
Inhaltsverzeichnis- 1 Geografie
- 1.1 Nachbargemeinden
- 1.2 Stadtgliederung
- 2 Geschichte
- 2.1 Eingemeindungen
- 2.2 Einwohnerentwicklung
- 2.3 Religionen
- 3 Politik
- 3.1 Aktuelle politische Entwicklung
- 3.2 Liste der Bürgermeister bzw. ab 1874 Oberbürgermeister von Zwickau
- 3.3 Wappen
- 3.4 Städtepartnerschaften
- 4 Wirtschaft und Infrastruktur
- 4.1 Verkehr
- 4.2 Medien
- 4.3 Ansässige Unternehmen
- 4.4 Bildung
- 4.5 Freizeit- und Sportanlagen
- 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten
- 5.1 Regelmäßige Veranstaltungen
- 5.2 Theater
- 5.3 Museen
- 5.4 Bauwerke
- 5.5 Sport
- 6 Persönlichkeiten
- 6.1 Ehrenbürger
- 6.2 Söhne und Töchter der Stadt
- 7 Weitere Bilder
- 8 Literatur
- 9 Weblinks
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Geografie
Zwickau liegt im Vorland des Erzgebirges in einer weiten Talaue am Westufer der Zwickauer Mulde, auch ?Westliche Mulde? genannt, einem kleinen Fluss, der im westlichen Erzgebirge südlich von Hammerbrücke entspringt und sich mit der Freiberger Mulde oberhalb von Grimma zur ?Mulde? vereinigt, die dann wiederum als linker Nebenfluss der Elbe oberhalb von Dessau in die Elbe mündet.

Westteile der Stadt als Panorama-Aufnahme
Siehe dazu auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
Nachbargemeinden
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Zwickau. Sie gehören fast ausschließlich zum Landkreis Zwickauer Land und werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:
Mülsen, Reinsdorf, Wilkau-Haßlau, Hirschfeld (Verwaltungsgemeinschaft Kirchberg), Lichtentanne, Werdau, Neukirchen, Crimmitschau und Dennheritz (Verwaltungsgemeinschaft Crimmitschau-Dennheritz) sowie die zum Landkreis Chemnitzer Land gehörige Stadt Glauchau.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Zwickaus ist in die fünf Stadtbezirke Mitte, Ost, Nord, West und Süd eingeteilt. Jeder Stadtbezirk besteht aus bis zu neun Stadtteilen. Die erst bei den jüngsten Eingemeindungen in den 1990er Jahren nach Zwickau eingegliederten Stadtteile Rottmannsdorf, Crossen, Cainsdorf, Mosel, Oberrothenbach und Schlunzig sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65 bis 69 der Sächsischen Gemeindeordnung. Die Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Zwickau eingeführt und haben einen von der Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen vier und sechs Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrat ist der Ortsvorsteher.
Die fünf Stadtbezirke mit ihren zugehörigen amtlichen Stadtteilen und deren Nummern:

Stadtbezirke und Stadtteile
- Stadtbezirk Mitte (11-15):
Innenstadt (11), Mitte-Nord (12), Mitte-West (13), Mitte-Süd (14), Nordvorstadt (15)
- Stadtbezirk Ost (21-28):
Gebiet Äußere Dresdner Straße/Pöhlauer Straße (21), Eckersbach Siedlung (22), Pöhlau (23), Auerbach (24), Eckersbacher Höhe (E5/1) (25), Eckersbacher Höhe (E5/2-3) (26),
Eckersbacher Höhe (E1-E4) (27), Gebiet Talstraße/Trillerberg (28)
- Stadtbezirk Nord (31-39):
Pölbitz (31), Weißenborn (32), Niederhohndorf (33), Hartmannsdorf (34), Oberrothenbach¹ (35),
Mosel¹ (36), Crossen¹ (37), Schneppendorf (38), Schlunzig¹ (39)
- Stadtbezirk West (41-44):
Gebiet Reichenbacher Straße und Freiheitssiedlung (41), Marienthal-Ost (42), Marienthal-West (43), Brand (44)
- Stadtbezirk Süd (51-59):
Bockwa (51), Oberhohndorf (52), Schedewitz/Geinitzsiedlung (53), Niederplanitz (54), Neuplanitz (55), Hüttelsgrün (56), Oberplanitz (57), Rottmannsdorf¹ (58), Cainsdorf¹ (59)
¹ zugleich Ortschaft
Geschichte

Reste der Stadtmauer mit dem Pulverturm

Das Robert-Schumann-Geburtshaus

Die Robert-Schumann-Statue
Bereits im 7. Jahrhundert siedelten Slawen im Gebiet zwischen Elbe und Saale, im 10. Jahrhundert erfolgte die Christianisierung der Slawen und die Ostsiedlung durch germanische Siedler begann.
1118 wurde in einer Urkunde, ausgestellt von Bischof Dietrich I. von Naumburg, im Kloster Bosau bei Zeitz erstmals das territorio Zcwickaw erwähnt. Es handelt sich hierbei nicht um einen konkreten Ort, sondern um einen von Slawen besiedelten Gau, dessen Zentrum das Dorf Osterweih war. Diese Siedlung wurde später aufgegeben; sie lag in der heutigen Nordvorstadt. Um 1150 verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt ins heutige innerstädtische Gebiet. Es bildete sich eine Kaufmannsiedlung um die Nikolaikirche (heutige Nikolaischule). Diese lag an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, der Salzstraße ? Böhmischer Steig und dem polnischen Gleis. Erstere führte über Halle/Leipzig nach Prag, letztere von Krakau über Sachsen nach Süddeutschland. Ebenso entstand parallel dazu ein Siedlungszentrum um die Marienkirche und um den Bereich des späteren Schlosses Osterstein mit der Katharinenkirche.
Im Jahre 1212 erhielt Zwickau das Stadtrecht. Der Bischof von Naumburg bestätigte in einer Urkunde, die auf den 12. Mai datiert ist, die Einigung zwischen den Markgrafen von Meißen, Dietrich und dem Abt des Klosters Bosau, indem letzterer gegen eine Entschädigung von 250 Mark auf Ansprüche gegenüber der Stadt und Stadtkirche verzichtete.
1232 wurden erstmals das Franziskanerkloster und deren Klosterschule erwähnt, ebenso legten die Zisterzienser 1240 einen Wirtschaftshof an; dieser war dem Kloster Grünhain bei Aue unterstellt. Die medizinische Versorgung begann 1266 mit der Erwähnung des späteren St. Georgen- und Margarethen-Hospital. Um 1290 war Zwickau vorübergehend Reichstadt; die Lateinschule begann ihre Arbeit. Vom ?Castrum Zwickaw?, dem späteren Schloss Osterstein, ist erstmals 1292 die Rede. Mit dem Rat beginnt 1273 die städtische Selbstverwaltung, ein Bürgermeister ist seit 1297 nachweisbar.
Der Bergbau in der Region begann um 1316, als Markgraf Friedrich der Gebissene die Stadt mit einer Fundgrube auf den Fürstenberg (zwischen Kirchberg und Weißenbach) belehnte, an der Silber und Kupfer abgebaut wurde. Bereits 1295 existiert ein Wassergraben, die Stadtmauer und ihre vier Tore erschienen nachweislich seit 1327. Im Jahre 1328 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt, darunter auch die Marienkirche und die Katharinenkirche. Das Zwickauer Stadtrecht wurde im ?Codex Statutorum Zviccaviensium? 1348 erstmals fest gehalten. Hier finden sich bildliche Darstellungen der Todesstrafe und erste Handwerksordnungen, aber auch die erste Erwähnung der Steinkohle.
1403 vernichtete ein verheerender Brand fast die gesamte Stadt. Markgraf Wilhelm I. gewährte zur Erleichterung des Wiederaufbaus eine siebenjährige Steuerbefreiung. Wegen eines Streites zwischen dem Rat der Stadt und dem vom Markgrafen eingesetzten Richter wurden vier Ratsherren in Meißen enthauptet und dort im Dom St. Afra beigesetzt. Ihr Grabmal enthält erstmals die Schwäne des Stadtwappens, die Türme dagegen sind seit 1290 nachweisbar. Der Bierbann, ein Verbot Bier zu brauen wurde 1421 für zahlreiche Dörfer in der Umgebung von Zwickau ausgesprochen. Hussiten belagerten 1430 erfolglos die Stadt, plünderten und brandschatzten jedoch die Vorstädte und umliegende Dörfer. Im Jahre 1444 erwarb die Stadt eine eigene Gerichtsbarkeit.
Die Schneeberger Silbervorkommen wurden 1470 entdeckt; an ihrer Ausbeutung waren vor allem Zwickauer Bürger, der Amtshauptmann Martin und sein Bruder Niklas Römer sowie Hans Federangel beteiligt. Aus diesem Grund wurde die Zwickauer Münze 1475 neu gegründet. In dieser Zeit wurde von Martin Römer auch der Schwanenteich als Feuerlöschteich und zur Fischzucht angelegt. Bereits 1473 erhielt Zwickau von Kaiser Friedrich III. das Rotsiegelprivileg, das eigentlich nur Landesherren und den von ihnen dazu privilegierten zustand. Alle Urkunden und Briefe wurden seitdem mit rotem Wachs gesiegelt. 1476 reiste Herzog Albrecht von Sachsen zu einer Wallfahrt nach Rom und Palästina. In seinem Gefolge waren auch die Zwickauer Martin Römer und Landrentmeister Hans Mergenthal. Martin Römer starb 1483, er war großzügiger Förderer seiner Stadt ? unter anderem stammen die Magazinhäuser am Kornmarkt von ihm.
Die Marienkirche erhielt 1478 einen Flügelaltar des Nürnberger Künstlers Michael Wolgemut. Für das Jahr 1486 sind in der Stadt zwei Apotheken nachweisbar, die Löwenapotheke und die Salamonisapotheke. Seit 1498 ist der Bildschnitzer Peter Breuer in Zwickau ansässig, der 1504 das Bürgerrecht erhielt. Aus seiner Hand stammen zahlreiche Werke in Kirchen Zwickaus und der Umgebung. Der Rat erhielt 1505 vom Kloster Eisenberg das Kirchenpatronat (das heißt die Schirmherrschaft über die Kirchen der Stadt). Die Bergkeller wurden von Brauberechtigten Bürgern seit 1511 angelegt. 1516 verweigerten die Bürger dem neuen Rat die Huldigung. Unter Leitung von Georgius Agricola wurde 1519 die griechische Schule gegründet. Diese wird ein Jahr später mit der Lateinschule vereinigt, Aricola blieb Schulmeister. Im Jahre 1523 errichtete der Augsburger Hans Schönsberger die erste Druckerei. 1522 begann der Bau des Gewandhauses durch die Zwickauer Tuchmacher, drei Jahre später wurde es fertig gestellt.
Von Oktober 1520 bis April 1521 predigte Thomas Müntzer in Zwickau, er kam auf Empfehlung von Martin Luther hierher. Luther widmete seinem Freund, dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort, 1520 seine Schrift ?Von der Freiheit eines Christenmenschen?. Thomas Müntzer schloß sich den ?Zwickauer Propheten? an, die von Luther später als ?Schwärmer? bekämpft wurden. Zwickauer Bürger stürmten im März 1522 den Grünhainer Klosterhof um gefangene Bauern zu befreien. Es kam zu Bilderstürmungen. Im April kam Martin Luther auf Bitten des Rates nach Zwickau und hielt einige Predigten. Hier entkam er auch einem Mordanschlag, indem er sich in ein Gasthaus rettete. Dort äußerte er auch den Spruch ?das ist mein Paradies?. Deshalb nannte sich der Gasthof ?Zum Paradies? und wurde die angrenzende Brücke über die Mulde Paradiesbrücke genannt. Der Pfarrer Nikolaus Hausmann bekannte sich 1523 als erster in Zwickau zur Reformation. Die Franziskaner wurden aus der Stadt gewiesen. 1525 kam es auch in der Zwickauer Gegend zu Bauernaufständen. Hausmann erwirkte aber die Begnadigung von 80 Aufständischen beim Gericht von Kurfürst Johann in Zwickau.
Die Oberhohndorfer Steinkohlevorkommen wurden 1530 entdeckt. Im Schmalkaldischen Krieg wurde die Stadt im Januar 1547 von Truppen von Herzog Moritz geplündert, abgebrannt und die Bewohner für einige Monate vertrieben. Seither ist Zwickau Teil des albertinischen Kürfürstentums Sachsen. Im August 1573 suchte ein schweres Hochwasser Zwickau heim, trotzdem wurde Ende des Monats ein großes Fürstenschießen veranstaltet, bei dem außer dem sächsischen Kurfürsten zahlreiche hohe Gäste aus verschiedenen Teilen Deutschlands anwesend waren.
Seit dem Mittelalter wurden in Zwickau verschiedene Formen von Bergbau betrieben, zum Beispiel Steinkohlebergbau. Ende der 1970er Jahre schlossen die letzten Steinkohlegruben in der Stadt. Da Zwickau an einer wichtigen Handelsstraße nach Böhmen lag und hier die Mulde gut überquert werden konnte, wurde Zwickau zu einer reichen und bedeutenden Handelsstadt.
1810 wurde der wohl bedeutendste Sohn der Stadt, der Komponist Robert Schumann, in Zwickau geboren.
Im Jahre 1904 gründete August Horch in Zwickau sein erstes Automobilwerk unter eigenem Namen, fünf Jahre später die Audi-Werke. Seither werden in Zwickau als einzigem Standort in Deutschland ununterbrochen Autos gebaut. Von Oktober 1957 bis April 1991 wurde in Zwickau der Trabant, der Volkswagen der DDR, gefertigt. Heute baut Volkswagen im Zwickauer Stadtteil Mosel die Modelle Golf und Passat.
1907 schied Zwickau aus der Amtshauptmannschaft Zwickau aus und wurde eine ?exemte Stadt?, die man später als kreisfreie Stadt bezeichnete. Zwickau blieb aber Sitz der Amtshauptmannschaft, aus welcher in den 1930er Jahren der Landkreis Zwickau hervorging.

Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus am Schwanenteich
Bereits im Oktober 1921 gründete die NSDAP in Zwickau die erste Ortsgruppe außerhalb Bayerns und machte damit die Stadt zu ihrem Ausbreitungszentrum in Sachsen (Quelle). 1933 wurde im Schloss Osterstein ein berüchtigtes Gefängnis der SS eingerichtet, in dem insgesamt 750 Menschen inhaftiert waren (Quelle). In Mülsen, Lengenfeld und bei den Horch-Werken wurden 1944 drei Außenlager des KZ Flossenbürg eingerichtet mit zeitweise über 3.000 Zwangsarbeitern (Quelle). Mindestens 1.500 Häftlinge starben durch den Terror der SS-Wachmannschaften oder durch die katastrophalen Lebensbedingungen. Etwa 800 jüdische Bürger wurden aus Plauen und Zwickau deportiert, nur 17 kehrten zurück (Quelle). Die Stadt Zwickau gedenkt dieser Opfer durch mehrere Gedenkstätten, verschiedene Veranstaltungen, Aktionen und Ausstellungen.
Anders als beispielsweise Plauen, Chemnitz oder Dresden blieb Zwickau während des Zweiten Weltkrieges von flächendeckenden Bombardements verschont, so dass die Innenstadt mit ihren historischen Bauten nahezu unzerstört das Ende des Krieges, das für Zwickau am 17. April 1945 eintrat, überstand. Zunächst geriet die Stadt unter amerikanische Besatzung; auf Grund von Vereinbarungen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion übernahm im Sommer 1945 die Rote Armee die Stadt und die US-Armee zog ihre Streitkräfte aus Zwickau ab.
Bei der Verwaltungsreform in der DDR 1952 (Auflösung der Länder und Gründung von Bezirken) wurde Zwickau dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet und der Landkreis Zwickau in die beiden Landkreise Zwickau und Werdau geteilt.
Seit dem Beitritt der DDR zur BRD am 3. Oktober 1990 gehört Zwickau wieder zum Land Sachsen. Als am 1. August 1994 in Sachsen das Kreisreformgesetz in Kraft trat, wurden die beiden bisherigen Landkreise Werdau und Zwickau zum Landkreis Zwickauer Land vereinigt; Kreissitz ist Werdau. Die Stadt Zwickau selbst bleibt eine kreisfreie Stadt innerhalb des Regierungsbezirks Chemnitz.
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Zwickau eingegliedert:
- 1. Januar 1895: Pölbitz
- 1. Oktober 1902: Marienthal
- 1. Januar 1905: Eckersbach
- 1. Januar 1922: Weißenborn
- 1. Januar 1923: Schedewitz
- 1. April 1939: Brand und Bockwa
- 1. Januar 1944: Oberhohndorf und die Stadt Planitz (mit Ober- und Niederplanitz)
- 1. Februar 1953: Auerbach, Pöhlau und Niederhohndorf
- 1. Juli 1993: Hartmannsdorf
- 1. April 1996: Rottmannsdorf
- 1. Oktober 1996: Crossen (mit dem am 1. Januar 1994 eingemeindeten Schneppendorf)
- 1. Januar 1999: Cainsdorf, Mosel, Oberrothenbach und Schlunzig sowie Hüttelsgrün und die ?Freiheitssiedlung?
Einwohnerentwicklung

Diagramm zur Bevölkerungsentwicklung
Die Einwohnerzahl der Stadt Zwickau überschritt circa 1944 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Um 1950 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 140.000 ihren historischen Höchststand. Seit etwa 1989 ist Zwickau von einem starken Rückgang der Einwohnerzahl betroffen. So verlor die Stadt ? gemessen am heutigen Gebietsstand ? seit 1990 über 20 % ihrer Einwohner. Trotz zahlreicher Eingemeindungen in den 1990er Jahren (s. o.) ? die Fläche des Stadtgebiets wuchs zwischen 1992 und 2000 um ca. 80 % an ? konnte der negative Bevölkerungstrend nur kurzzeitig gestoppt werden.
Die Einwohnerzahl der Robert-Schumann-Stadt fiel ungefähr im Oktober 2003 unter 100.000. Anhand des durchschnittlichen Bevölkerungsrückgangs der letzten sechs Jahre ist ersichtlich, dass die Zahl der Einwohner jährlich um ungefähr 1.100 abnahm. In Bevölkerungsprognosen geht man davon aus, dass im Jahre 2020 dann nur noch zwischen 85.000 und 90.000 Menschen in der Stadt leben werden.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|
| 1462 | 3.900 | | 1530 | 7.677 | | 1631 | 5.400 | | 1640 | 2.693 | | 1723 | 3.753 | | 1800 | 4.189 | | 1. Dezember 1834 ¹ | 6.701 | | 1. Dezember 1840 ¹ | 9.740 | | 3. Dezember 1861 ¹ | 20.492 | | 3. Dezember 1864 ¹ | 22.400 | | 3. Dezember 1867 ¹ | 24.500 | | 1. Dezember 1871 ¹ |
27.322 | | 1. Dezember 1875 ¹ | 31.491 | | 1. Dezember 1880 ¹ | 35.005 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 1. Dezember 1885 ¹ | 39.243 | | 1. Dezember 1890 ¹ | 44.198 | | 2. Dezember 1895 ¹ | 50.391 | | 1. Dezember 1900 ¹ | 55.825 | | 1. Dezember 1905 ¹ | 68.502 | | 1. Dezember 1910 ¹ | 73.542 | | 1. Dezember 1916 ¹ | 62.482 | | 5. Dezember 1917 ¹ | 62.095 | | 8. Oktober 1919 ¹ | 69.600 | | 16. Juni 1925 ¹ | 80.664 | | 16. Juni 1933 ¹ | 84.701 | | 17. Mai 1939 ¹ | 85.198 | | 1. Dezember 1945 ¹ | 115.780 | | 29. Oktober 1946 ¹ | 122.862 |
| | Jahr | Einwohner |
|---|
| 31. August 1950 ¹ | 138.844 | | 31. Dezember 1955 | 135.751 | | 31. Dezember 1960 | 129.138 |
| 31. Dezember 1964 ¹ | 128.431 | | 1. Januar 1971 ¹ | 126.988 | | 31. Dezember 1975 | 122.496 | | 31. Dezember 1981 ¹ | 121.283 | | 31. Dezember 1985 | 120.206 | | 31. Dezember 1988 | 121.749 | | 31. Dezember 1990 | 114.632 | | 31. Dezember 1995 | 103.141 | | 31. Dezember 2000 | 103.008 | | 30. Juni 2005 | 98.445 |
|
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Die Bevölkerung der Stadt Zwickau gehörte anfangs zum Bistum Zeitz bzw. Naumburg. Ab 1518 wurden reformierte Predigten abgehalten und ab 1524 wurde das Abendmahl ?in beiderlei Gestalt? eingeführt. Danach wurden die letzten Mönche der Stadt ausgewiesen und 1525 konnte die Reformation zunächst abgeschlossen werden. 1529 erhielt die Stadt eine lutherische Kirchenordnung. Danach war Zwickau über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Nach dem Übergang an das Kurfürstentum Sachsen wurde Zwickau Sitz einer Superintendentur, heute Kirchenbezirk Zwickau, der zur gleichnamigen Region innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehört. Der Kirchenbezirk Zwickau umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt Zwickau.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Diese gründeten 1818 wieder eine Pfarrgemeinde. Sie gehörte wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Zwickau wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb Zwickaus gehören.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es die Neuapostolische Kirche und auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Freikirche und eine Herrnhuter Brüdergemeine, ferner eine Freie Christliche Gemeinde und die Christengemeinde Elim (Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden). Darüber hinaus ist auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Zwickau vertreten.
Politik

Die Wappentiere der Stadt auf dem Schwanenteich
An der Spitze der Stadt stand anfangs ein markgräflicher bzw. königlicher Vogt. Daneben gab es nachweislich seit 1273 einen Rat. Dieser übernahm später die alleinige Zuständigkeit in der Stadtverwaltung. Vorsitzender des Rates war Bürgermeister, der jährlich an Michaelis (29. September) wechselte. Später gab es zwei Räte, einen ?regierenden? und einen ?alten? Rat, die sich im Amt abwechselten. Im 17. Jahrhundert wurde der alte Rat stark verkleinert, bis er schließlich mit dem regierenden Rat verschmolz, welcher dann ab 1832 nur noch aus vier Mitgliedern bestand. Bis 1830 wechselten die Bürgermeister weiterhin jährlich ab, konnten aber ihr Amt mehrmals ausführen. So amtierten zwischen 1800 und 1830 insgesamt ?nur? sechs Bürgermeister. Ab 1830 gab es nur noch einen Bürgermeister, der ab 1874 den Titel Oberbürgermeister trug. Daneben gab es weiterhin einen Rat.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den ?Rat der Stadt? bzw. die Stadtverordnetenversammlung, die ebenfalls vom Volk gewählt wurde. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender der Stadtrats. Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister direkt für sieben Jahre vom Volk gewählt.
Aktuelle politische Entwicklung
Seit dem 1. August 2001 ist Dietmar Vettermann Oberbürgermeister. Ihm stehen drei Bürgermeister zur Seite: Pia Findeiß (Dezernat Soziales und Kultur), Wikipedia
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